Einzelbild herunterladen
 

Hersfelöer Tageblatt

...................................

Anzeigenpreis Mr die einspaltige Petitzelle 10 Pfg. für amtliche und auswärtige Anzeigen 15 Pfg., die Reklamezelle 50 Pfg. Bei Wiederholungen Dachlab. + Für die Schriftleitung peranfworflid) Franz Funk In Bersfeld. + Fernsprecher Dr. 8.

hersMer Kreisblatt"

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Yersfelö

Der Bezugspreis beträgt durch die Post bezogen monatlich 1. Mk., ausschiiebl. Bestellgeld, seit bersfeld 1. Mk. bei freier Zustellung, Abbiler .80 Mk. * Druck und Verlag dod budwlg Funks Buchdrucker ei in bersfeld, IDitglled des VDZV

Nr. 62 Wer Mach

Sonnabend, den 14. März

1925

Das Wichtigste.

Nachdem die Verhandlungen des Loebell-Ausschussec über eine Einheitskandidatur aller bürgerlichen Par­teien zur Reichspräsidentenwahl gescheitert sind, haben b11 beiden Rechtsparteien D r. Iarres als Kandidaten wie­der a u f g e ft e 111

Ministerpräsident Dr. Marx bemüht sich für Preußen ein überparteiliches Kabinett zu bilden, in das auch Beamte ausgenommen werden sollen.

3 m Völkerbundsrat in Genf verteidigte der Vertreter Frankreichs, Brrand, das Genfer Protokoll gegen Chamberlain.

Die Einheitskandidaiur Geßler gescheitert.

Dr. Iarres nationaler Kandidat.

Die Verhandlungen über die Aufstellung einer bürger- lichen Sammelkandidatur G e tz l e r sind endgültig gescheitert. Der Löbell-Ausschuß hat endgültig beschlossen, an der Kandi­datur Iarres festzuhalten. Daraufhin hat das Zentrum in feinem Reichsparteiausschutz beschlossen, Marx vom Zen- truut aus für die Präsidentschaft aufzustellen.

Dr. Iarres,

Löbell-Ausschuß verlysigte das Zen trum durch

Llbgeordueteu Dr. Fehrenbach erneut eine Frist von einer Stunde, um zu dem Vorschlag der Sammelkandidatur Geßler Stellung zu nehmen. Die De uts ch na tio na len und die Deutsche Volkspartei glaubten, diese Frist nicht zusagen zu können, und zogen sich zu einer kurzen Beratung zurück. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen erklärte Abg. F e h r e n b a ch auf die erneute Aufforderung, die Stel­lungnahme des Zentrums zu präcisieren, daß er vorläufig hierzu nicht in der Lage fei und verließ zusammen mit dem Vertreter der Bayerischen Volkspartei , Domkapitular Leicht, den Ausschuß. Auch die Wirtschaftliche Vereini­gung schloß sich dem Protest der Bayerischen Volkspartei an. Tvr Linsschnß beschloß daraufhin die endgültige Nominierung von Or Iarres. Als dieser Beschluß in dem Reichscnisschuß der Zenttumspartei im Reichstag bekannt wurde, beschloß dieser einstimmig, Marx als Präsident­schaftskandidaten zu nominieren.

Der Ausschuß hat dann, nachdem die Vertreter des Zen­trums und der Deutschen Demokratischen Partei auf eine weitere Teilnahme an den Beratungen verzichtet hatten, an bet schon am Sonnabend einstimmig beschlossenen Kandidatnr Sattes festqehalten. Oberbürgermeister0r. Sar- :es hat die Kandidatur endgültig ange. kommen. Auch die Vertreter der Wirtschafts- partei haben sich ausdrücklich in den weiteren Verhand- lunaen dieser Kandidatur angeschloffen. Die Bayerische Volkspartei, deren Vertreter wegen einer dringenden Reise nach München am Abschluß der Verhandlungen nicht mehr teilnehmen konnte, wird umgehend um Stellungnahme ersucht werden. Die in Betracht kommenden bürger- lichen Organisationen unterstützen gleichzeitig die

Kandidatur Iarres. _ _.,

Vorstand und Parteiausschutz der Deutsch-Demokvattschen Partei beschlossen soeben einstimmig, ben badisehen Staatspräsidenten $ tof. D r- ®J 11 lt Hell- pach zum demokratischen Kandidaten für die Präsident- schaftswahl zu proklamieren. Der Beschluß wurde vom Parteivorstand und -ausschutz mtt großem Beifall auf. genommen. ^^ ^^ fünf Kandidaten für die Präst-

Für die Reckstsparteten Oberbürgermeister Iarres, ur die Demokraten Staatspräsident Hellpach, ür das Zentrum Ministerpräsident Marx, ___ Ur die Sozialdemokraten Mimsterprasident a. D. Braun, ür die Kommunisten Reichstagsabgeordneter ThätManu,

Der Reichslandbund zur Präsidentschaftswichl.

Die Dertreterverfammlung des Sieichslandbundes hat zur Präsidentschaftswahl einstimmig folgende Entschließung gefaßt:Der Reichslandbund hat sich bei den DeÄMnLlnngen

einen gemeinsamen 'Kandidaten aller bürgerlichen Parteien und Organisationen eingesetzt. Der Roichslandbnd muß mit Bedauern feststellen, daß die Erreichung dieses Zieles an dem Usbevwuchern des Parteigeistes gescheitert ist. Für die vorliegende Präsidentschaftswahl schlägt der Reichslandbund seinen Mitgliedern vor, für die nationale Sammelkandidatur des Herrn Iarres einzutreten."

Ein überparteiliches Kabinett Marx.

Ministerpräsident Marx führte am Donnerstag im Landtag erneute Verhandlungen in der Frage der Regie­rungsbildung. Zu der Frage eines Kabinetts aus je einem Bertreter der Deutschen Volkspartei, des Zentrums und der Demokraten, im übrigen ausBeamten", die anderen Par­teien naheständen, erklärte der Vertreter der Deutsch- nationalen Fraktion, daß er diese Anregung seiner Fraktion unterbreiten werde. Die Fraktion der Deutsch­nationalen lehnte jedoch ein Kabinett ab, an dem Sozial- demokraten in irgend einer Form beteiligt sind. In einer Besprechung mit den Demokraten zur Frage eines über­parteilichen Beamtenkabinetts wurde vom Abg. Falk erwi­dert, daß seine Fraktion konkreten Vorschlägen entgegensehe. Von der Wirtschaftlichen Vereinigung wurde durch ihren Führer, den Abg. Ladendorff, die Bildung eines überparteilichen Beamtenkabinetts begrüßt und erneut eine Bildung auf der Grundlage der Weimarer Koalition abge- lehnt. Auch die Deutsche Volkspartei steht, wie wir hören, wie bisher der Bildung eines überparteilichen Be­amtenkabinetts sympathisch gegenüber.

Br. Gtresemann zur Gicherheitöfrage.

Die deutschen Anregungen in der Sicherheitsfrage stehen ge­genwärtig im Mittelpunkt der außenpolitischen Erörterungen. Der deutsche Außenminister Dr. Strefemann hat sich folgen­dermaßen dazu geäußert:

Man hat der Reichsregierung den Borwurf gemacht, daß sie die deutsche Oeffentlichkeit erst sehr spät mit den deutschen Ab­sichten vertraut gemacht habe. Dieser Borwurf ist nicht berech­tigt. Wir hatten bei unserer Aktion^ein bestimmtes, sachliches chen, wenn wir v .

Anregungen wir nach früheren Erfahrungen rechnen mußten, die Möglichkeit nahmen diese Aktion von vornherein zu diekreditte» ren. Die Entstehung der deutschen Initiative reicht bereits meh­rere Monate zurück. Die politische Gesamtsituation zeigte, daß die Frage der Sicherheit mindestens für Frankreich den Mittel­punkt aller Erörterungen bildete Wir standen vor der Nicht- räumung der nördlichen Rheinlandzone. Trotz aller unserer dringenden Ersuchen sind uns die Gründe für diese Nicht- räumung bis heute nicht mitgeteilt worden. Das Investiga. tionsprotokoll des Bölkerbundes über die Durchführung der Mi- litärkontrolle und die sich daran knüpfenden Aeußerungen nam­hafter französischer Politiker ließen das Bestreben erkennen die Frage der französischen Sicherheit durch Sonderbelastungen des Rheinlandes zu lösen, die nach unserer Ansicht gegen den Der- sailler Vertrag verstoßen. Dabei spielte wohl die Tatsache eine Rolle, daß die Möglichkeit der Annahme des Genfer Protokolls in immer weitere Ferne rückte, und daß man sich in Frankreich deshalb nach anderen Sicherheitsgarantien umsah, die auf Kosten der Freiheit des Rheinlandes geschaffen werden sollten. Gleich­zeitig mußten wir mit der Möglichkeit rechnen, daß ein Drei­mächtepakt zustande käme, der seine Spitze gegen Deutschland ge­kehrt hätte.

In dieser Situation hielten wir es für richtig, eine Initia­tive zu ergreifen, die unsere Stellung gegenüber dem Sicherheits- begehren Frankreichs zum Ausdruck brächte. Wir knüpften dabei an frühere Bestrebungen anderer deutscher Regierungen An. Alle diese Anregungen sind ohne Erfolg geblieben. Herr Poincarc bat zum Ausdruck gebracht, daß für Frankreich die Frage der Lösung der Reparationen die primäre, die Frage der Sicherheit die sekundäre Frage wäre.

Nun wohl, die Reparationsfragen sind jetzt durch das Dawes- gutachten gelöst. Die Einstellung der Reichlsregierung ist dieselbe. Der Albdruck Frankreichs vor einem e.waigen beutfdym Angriffe, so völlig töricht er uns erscheinen mao beherrscht noch heute weite Kreise " der französischen öffentlich n Meinung. Infolgedessen haben wir uns entschlossen, unter v mahme auf die früher ge­machten Vorschläge erneut unsere Willigkeit zu einem Ci- cherheitspakt zu erklären. Wir Hai... um Mißverständn..le in der diplomatischen Unterhaltung auszu d .eßen. die Grundgedan­ken unserer Anregungen in einem kurzen Memorandum nieder- gelegt, das in den alliierten Hauptstädten übergeben worden ist. Wir sind uns sehr wohl dessen bewußt, daß wir mit diesen beut= schen Anregungen für das deutsche Gefühl bis an die Grenze des Möglickilen gegangen sind. Wir dürfen aber mit Genugtuung kon. fintieren daß' der deutsche Schritt eine verständnisvolle Auf­nahme gefunden hat. Wir können feststellen, daß Herr Herriot gegenüber einer aufgeregten Presse auch in seinem eigenen Lande zum Ausdruck gebrächt hat, daß an dem guten Willen Dcuifch lands ein Zweifel nicht möglich sei.

Auch der englische Herr Außenminister hat die Bedeutung des deutschen Schrittes gewürdigt. In seinen letzten Ausführun- gen im englischen Unterhaus« hat er in bezug auf die deutsche Anregung davon gesprochen, daß er schon bei der ersten Kennt- nisnahme diesen neuen Schritt der deutschen Regierung begrüßt und ihm große Bedeutung beigelegt habe. Die deutschen Anre­gungen schlössensehr groß« Möglichkeiten für den Frieden und die 'Sicherheit der Welt in sich, und könnten einen Ausgangs­punkt für eine wahre Gesundung der europäischen Lage bilden" Wir glauben erwarten zu dürfen daß die italienische Regierung, obwohl nicht unmittelbar an der Lösung dieser Frage interessiert zu ihrer Unterstützung gleichfalls bereit sein würde, und glauben dasselbe von der belgischen Regierung annehmen zu können

Man such! den angeblichen schlechten Willen Deutschlands dadurch der Oesientlichkeii klar zu machen, daß man von einer inirnnsigenten Haltung Deutschlands gegenüber dem Völkerbund spricht Diese Behauptung ist vollkommen unrichtig. Als der Versailler Frieden geschlossen wurde, Hat Deutschland seine Auf­nahme in den Völkerbund beantragt. Die Alliierten haben diese Ausnahme abgelehnt. Daß Deutschland nach dieser Ablehnung

nicht die Absicht hatte sich irgendeinem neuen Refus auszufetzen, ist selbstverständlich Für Deutschland konnte infolgedessen di« Völkerbund erst in dem Augenblick akur werden als es ernst­lich aufgefarbeit wurde dem Bunde beizptreten. Dos ist ge­schehen durch die Hrigens ohne Ankündigung an Deutschland zu seiner Ueberräst' und Genugtuung erfolgte Aufforderung in

ver Genier Rede des damaligen englischen Premierminister Mac- Donald. Die deutsche Regierung hat alsbald nach dieser Auf­forderung zu der Frage bes Eintritts Stellung genommen und sie in dem Memorandum vom September vorigen Jahres den im Völkerbundrai vertretenen Mächten von ihrer prinzipiellen Be­reitwilligkeit Kenntnis gegeben, dem Völkerbund beizutreten Daß daher zum Ausdruck gebracht wurde, daß Deutschland bei den beim Abschluß internationaler Verträge abgegebenen Erklärungen gegen feine wiederholte Vergewaltigung verbliebe, daß es seinen Anspruch auf koloniale Betätigung noch einmal betonte, und daß es einen permanenten Sitz im Völkerbundrai forderte, war selbst­verständlich. Deutschland hat die natürlichen Konsequenzen aus seiner heutigen Lage gezogen, als es sich dagegen wehrte, daß auch di« ^Bestimmungen des Artikels 16 des Völkerbundstatuts auf Deutschland uneingeschränkte Anwendung fänden. Dieser Ar- likel bestimmt, dass die dem Völkerbund angehörenden Mächte ver­pflichtet sind, im Fall« einer Bundesexekution militärischen Bei­stand zu leisten, den Durchmarsch fremder Truppen zu gestatten und sich an wirtschaftlichen Boykottmaßnahmen zu beteiligen. Di« Forderung Deutschlands, von diesen Verpflichtungen unter Um­ständen befreit zu bleiben, ist als Verlangen einer Dorrechtsstel- "' * ir als Realpolitiker

lung bezeichn«! worden. Es kommt in:

nicht in erster Linie darauf an, ob der Völkerbund auf die Anwendung des Artikels 16 des Völkerbundstatuts Deutschland gegenüber förmlich verzichtet, oder ob er die Formel einer authentischen Interpretation findet, die es de facto zum Ausdruck bringt, daß Deutschland nicht auf seine Neutralität zu verzichten braucht, son­dern dass in bezug aus Deutschland der Grundsatz ultra posse nemo obligatur tatsächliche Anwendung findet. Gerade weil Deutschland Frieden und wirtschaftlich ge­

sunde Verhältnisse wünscht, kann es sein Gebiet nicht für einen Durchmarsch fremder Truppen hergeben, der vielleicht die Anarchie und den Bandenkrieg entfesseln würde, kann es bei dem heutigen Stand seiner Wehr­macht sich nicht an Sanktionsmasinahmen beteiligen, unb kann es sich nicht der Gesahr der Kriegserklärung einer anderen Macht aussetzen. Es ist auch mir völlig klar, das; ein Fünsmächtepakt, wie wir ihn erstreben, schwer ausserhalb des Völkerbundes stehen sann. Angesichts der prinzipiellen Bereitwilligkeit Deutschlands, dem *^*-mm^^u^. ^,f i--^ m-.u- blondere

Lage N» Prestige

Völkerbundes beeinträchtigen zu wollen. Wenn der gute Wille bei anderen Mächten besteht, auf der Grundlage des erstrebten Sicherheitspaktes mit Deutschland gleichberechtigt zusammenzuwirken, dann wird auch ein Weg möglich sein, um diese Schwierigkei­ten zu beheben.

Aougthon über Deutschland.

Der frühere amerikanische Botschafter in Berlin Houghton, hatte wieder ausführliche Besprechungen mit Coolidge, in denen er über die wirtschaftliche und poli- tische Lage Deutschlands eingehend berichtete .hierauf einp-

fing er Pressevertreter und äußerte sich über seine Beob- achtungen in Deutschland. Er wies darauf hin, daß die Ent- Wicklung Deuttchlands nickst allein von seiner wirtschaftlichen, sondern auch von seiner politischen Lage abhängig sei. Die deutsche Regierung mache sich allmählich immer mehr von so­zialistischem Einfluß frei und sei im Begriff, eine rein bür­gerliche Regierung zu werden. Eine monarchistische Frage bestehe in Deutschland nicht. Es sei vielleicht möglich» daß Deutschland später einmal zur Monarchie zurückkehre, jedoch sei für absehbare Zeit nicht daran zu denken. Houghton be­tonte nochmals ausdrücklich, daß Deutschland völlig abgerüftet habe. Die Republik erstrebe ohne Zweifel den Friede«. Alles, was über die deutschen Rüstungen, besonders über die Militarisierung der Schutzpolizei, verbreitet würde, feien Märchen. Fest stehe, daß nur jeder zehnte Schupomann ein

Militarisierung der Schutzpolizei, verbreitet würde, seien Märchen. Fest stehe, daß nur jeder zehnte Schupomann eht Gewehr habe, fDeutsdjlanb habe sich im letzten Jahr schon sehr weit emporgearbeitet, was die größte Bewunderung verdiene, jedoch sei es noch immer von seiner früheren Stellungweit

entfernt und müsse noch viel arbeiten, bis es den alten Wohl­stand wieder erreicht habe. Es ist jedoch damit zu rechnen, daß Deutschlan» in nicht allzu ferner Zeit wieder bteselbe wirtschaftliche Größe erreicht, die es vor dem Kriege hatte.

Der zweite Kothardi-Prozeß.

Im Magdeburger Ebert-Rothordt-Prozeß wurde der Heraus­geber desDeutschen Vorwärts", Emil Un g e r, her 1918 Bericht, erstattet des sozialdemokratischenVorwärts" war, über das Ver- Hältnis des sozialdemokratischen Parteivorstandes zumDor- märts" befragt. Er erklärte, der Parteivorstand habe ein Auf- sichtsrecht über die Redaktion gehabt, die nach feinen Anweisungen schreiben mußte. In der Zeit des Ianuarstreiks fei das Verhält­nis zumVorwärts" freundschaftlich gewesen. Der nächste Zeug«, Redakteur Franke, der 1918 dem rechen Flügel der Sozialdemo- kratie ungestörte, sagte aus, daß seine Gruppe damals den Ein­tritt des Parteivorstandes in die Parteileitung für einen takti-

Redakteur F i kratie angchö

schon Fehler gehalten und angenommen habe, der Eintritt fei nur erfolgt, um ein weiteres Abfttömen der Mitglieder zu den Unab. Hängigen zu verhüten. Unterlagen für biefe Annahme feien aber nicht vorhanden gewesen. Der Zeuge, Spediteur Reinknecht, behauptet auch, daß die Sozialdemokratie den sinnlosen Streik mitmachen muffte, um größeres Unglück zu verhüten.

Der Zeuge W e i m a n n. früherer Redaktionssekretär im Vorwärts", bekundet, daß die Parteileitung nur in die Streif- leitung eingetreten sei, um den Streik zu inem baldigen Ende zu Uhren. Ueber das Verhältnis desVorwärts" zur Parteileitung sagte her Zeuge aus, die Redakteure hätten selbst wissen müssen, was zu tun war, es hätte da eine gewisse Freiheit bestanden. Der Treptower Versammlung habe er von An-sang an beigewohnt. Er