Reisfelder Tageblatt hersfelöer Kreisblatt" Amtlicher Mzeiger für den kreis Hersfelö
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Nr. 112
Donnerstag, Sm 14. Mai
1925
über
Das Wichtigste.
'rankreich hat die e Kontrol'"
‘ ; Notenentwürfe llfrage und den Sichergestellt, die Absendung an
Heitspakt fertiggest
Deutschland wird jedoch erst nach dem Einvernehmen^ unter den Alliierten erfolgen.
IrankMchS RoieneMmfe Wer die 8ovtros°rage und Sichnheitspali.
— Bei dem Reichspräsidenten von Hin» d e n b u r g sind aus allen Teilen des In- und Auslandes Glückwunschtelegramme eingegangen.
— Die Räumung des Ruhrgebiets soll nach einer Reutermeldung aus London im August erfolgen, während die Räumung des Kölner Gebietes für dieses Jahr stark in Frage gestellt wird.
DünÄn'spolitik.
Von Wilfried Diehard.
Politik ist eine Machtfrage. Selten hat es ein Volk schwerer zu spüren bekommen als wir Deutschen in den letzten sieben Jahren. Täglich spüren wir es am Leibe, wie groß die knechtische Selbst-entwaffnung für unser Vaterland ist. Wir dürfen in dieser schweren Zeit über nicht in Klagen oder Selbstbezichtigungen vergehen, sondern müssen mit ganzer Kraft versuchen, das Verlorene wiederzugewinnen.
Der Diplomat verschafft sich nur dann im Völkerkonzert Gehör, wenn sein Vaterland fest und stark dasteht. Diese Voraussetzung fehlt uns noch sehr. Das deutsche Volk hat, auf die Rattenfängerschalmeien eines Wilson vertrauend, sich seiner Macht entkleidet, durch dauernde Unruhen seine Wirtschaft vernichtet und sich in inneren Brüderkämpfen zerfleischt.
Wenn je ein Aufstieg ermöglicht werden soll, muß dieser Bruderkanrpf beseitigt werden. Diese Wahrheit erkennend, müssen wir den Kampf gegen die Kräfte führen, die den volkszermürbenden und -zerstörenden Klassenkampf auf ihre Fahnen geschrieben haben.
Nur eine klare, stetige Politik kann uns wieder zu einem
barn umgeben, kann es sich, wenn es nicht der Sklave anderer Nationen sein will, die durch die Revolution geschaffene Machtlosigkeit nicht leisten. Wenn entwaffnet werden soll, müssen erst die starken Nachbarn beginnen, nicht umgekehrt.
Der Versailler Vertrag verbietet uns, eine nennenswerte Heeresmacht aufzustellen, hindert uns also, militärische Machtmittel in die Hand zu bekommen. Wenn wir Machtfaktor werden wollen, bleibt uns nichts anderer übrig, als starke und mächtige Verbündete zU suchen. Kein Staat aber wird ein innerlich zerrüttetes und daher ohnmächtiges Deutschland als Verbündeten haben wollen. Das Beispiel Deutschland- Oesterreich steht allen Nationen abschreckend vor Augen.
Jede Regierung, die Bündnispolitik treiben will, unliebe nationale Regierung muß das als selbstverständliche Pflicht betrachten, muß dafür sorgen-, daß wir bündnisfähig werden. Dazu gehört vor allem eine charaktervolle, gerade politische
Der Engländer oder Russe wird niemals deutsche Politik treiben, sondern nur die Belange seines Landes vertreten. Jedoch hat jeher Staat seine besonderen Interessen, die er allein üielleicht niemals erreichen kann.
Jeden politisch denkenden Menschen erfüllt unsere außenpolitische Lage mit großer Sorge. Sind wir schon durch den Schandfrieden von Versailles in die Staatenreche dritter Klasse gerückt, versucht unser alter Erbfeind, Frankreich, m zielbewußter Konsequenz unser Land vollständig zu zerstückeln und uns so machtpolitisch oollkoimnen bedeutungslos zu machen. Allein gegen uns zu kämpfen, ist es zu feige, so verfolgt es den Grundsatz Eduards VIL: Viele Hunde sind des Hasen Tod. Wir. werden durch ine zermürbende Repa- rationspolitik der Franzosen dauernd so, in Atem geyalten, daß wir uns damit nicht richtig beschäftigen, können wir sollen wieder von einem Ring von Feinden umgeben werden wie vor dem Weltkrieg. ,
Zielbewußt schuf Frankreich eine Reche kleiner Staaten, die es zur Kleinen Entente zusammenfaßte urrd die uns von allen Seiten fest umklammern. Gegen dresesWiachtaufgebot haben wir nicht nur n ichts zu sÄ^b sondern haven uns auch durch eine rückgratlose Politik natürliche verbündete
Führen wir uns unsere Lage klar vor Augen. Geben wir noch soviel nach, bezahlen wir noch soviel Reparationen, Frankreich fordert immer mehr, Frankreich will uns vernichten. Mit Frankreich weichen mir me einig, das beweisen seine letzten Taten. Sollten,wir nicht aus dieser Tatsache die Folgerung ziehen, allen Utopien den dM>wd zu geben und mit beiden Füherr auf den Bodn der Wirklichkeit zäruckzistehren? ^ ^ unterzeichnet, haben
UNS durch diesen immer mehr entwa und entmannen lassen und stehen nun vor der Tatsa , daß wir Spiekbaü der Saunen der „Sieger" sind. Wenn wir auch, soweit es in unseren Kräften steht, den Forderungen i
nachkommen müssen, so dürfen wär uns doch nicht auf Standpunkt stellen, daß nun alles verloren ist.
e i n ft i m nt i e ma,
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über die ng enthalte drei Teile: 1. eine Darlegung des ftanzösischen Standpunktes, der dahin gehe, daß die Bestimmungen des Versailler Vertrages und die Verordnungen der alliierten Berliner Kontrollkommffsion absolut erfüllt werden müssen; 2. eine ausführliche und ins Einzelne gehende Darstellung der Maßnahmen zur Ausführung der Vertragsbestimmungen; 3. eine Aufzählung der deutschen Verfehlungen, wie sie durch die interalliierte Kontrollkommission und nachträglich von MaffchaL Fach fest-
ramdium zugrunde. Die bestehenden Meinungsverschiedenheiten bezöge'n sich nur auf den Gang des Verfahrens, das eingefchlcmen werden müsse, damit Deutschland sich endgültig den Vertragsbestimmungen anpaßt. (!) Der französische Slotenentwurf über die Kontrollfrage wurde bereits
und wird
am Montag der _____, , „
zurzeit vom Foreign Office ausgearbeitet. Es sei bereits mitgeteilt worden, sagt der „Matin", daß ein vollständiges Einvernehmen in allen Punkten zustandekommen werde. Der französische Vorschlag wurde außerdem sämtlichen Mitgliedern der Botschasterkonfere^ zugestellt. Die Botschafter- konferenz wird sich unmittelbar nach Eintreffen der englischen Antwort am Freitag in einer offiziellen Vollsitzung damit
Der Antwortentwurf auf das deutsche Sicherheits- angebot ist nach den Müttern ein Dokument von hervorragender Bedeutung. Zwei Abschriften wurden dem briti- feunb dem belgischen Botschafter zur Kenntnisucchme eicht. Die französische Antwort soll erst nach Herbeiführung eines vollständigen Einvernehmens zwis den Alliierten über den Wortlaut nach Doku-
barung getroffen: Die Zurücknahme der französischen Truppen aus dem Ruhrgebiet bleibt auf den Monat August festgesetzt, wenn Deutschland auch weiterhin die Bedingungen des Dawesgutachtens erfüllt. Es besteht kein Grund zur Annahme, daß es in Zukunft anders werden wird. Für die Räumung Kölns ist kein Zeitpunkt festgesetzt. Die Festsetzung eines Zeitpunftes hängt ausschließlich von der Hal- m«g Deutschlands in der Abrüstungsfrage ab.
Nach den bisherigen Erfahrungen mit den Dersprechwiv- zsn der Alliierten dürfte eine gewisse Skepsis zu der Aiel- )nng am Platze sein.
Die Räumung Kölns in diesem Jahre unwahrscheinlich?
Der Pariser „Matin" bringt in einer zweiten Morgen- rusgabe einen aufsehenerregenden Artikel Sauerweins über die Notenentwürfe der französischen Regierung. Er schreibt: „Frankreich und England seien sich einig geworden, in der . Kontrollnote die minderwichtigen Verfehlungen Deutschlands beiseite zu lassen, um um so größeres Gewicht auf die aus- schlaggebenden Verstöße zu legen. Da Deutschland längere Zeit brauche,' um alle diese Verstöße abzustellen, sei es unwahrscheinlich, daß Köln noch in diesem Zähre geräumt werden könne, es sei denn, daß die Reichsregierung einen »ganz außergewöhnlich guten Willen an den Tag lege".
Amerika warnt.
Die Londoner „Times" berichten aus Washington über die Stellung der Regierung der Vereinigten Staaten zu den LicherheitsvorschlSgen. Im allgemeinen, sagt das Blatt, könne die Haltung der amerikanischen Regierung als mit der rnglischen Politik in Europa sympathisierend bezeichnet werden. Die Regierung sei der Meinung, daß es nicht nur unklug, sondern auch gesährlich wäre, Deuffchland von einem Abkommen auszuschließen. Sie sehe zurzeit keinen Grund zur Annahme, daß Deuffchland früher gemachte Borschläge rückgängig machen werde. Diese Vorschläge sehe man in Washington als eine Diskussionsbasis voll größter Hoffnungen für den europäischen Wiederaufbau am Wenn nun Deuffchland diffe Vorschläge zurücknehmen oder wenn Frankreich die Verhandlungen mit Bedingungen komplizieren
Mungen
stell und Klarheit abgefaßt. Well davon entfernt, das che Sicherungsangebot als unzulänglich abzulehnen, betone Frankreich seinen aufrichtigen Wunsch, mit dem ehemaligen Gegner gemeinsam jede Garantie für den Frieden ausfindig zu machen. Nach Ansicht der ftanzösischen Regierung sei das deutsche Angebot nur dann von Wert, wenn es die Klauseln der bestehenden Verträge, wie auch die Abmachungen des rheinischen Besatzungsabkommens nicht nur bekräf-
dürfte selb lens und
auch ausdrücklich von neuem garantiere. Der ; in Aussicht genommenen Sicherungspa-ktes st verständlich den Interessen Po - der Tschechoslowakei nicht den ge- - ■ ' . Der Vertrag
sche «Eiche M g milde gesagt unglücklich sein. Honghton habe zum Ausdruck gebracht, was die Vereinigten Staaten in einem solchen Falle tun würden. Nach Meinung guter Beobachter brauchten wahrscheinlich die Vereinigten Staaten im Notfall überhaupt nichts zu tun. Die Empfindlichkeit des Geldmarktes gegen jede Gefahr europäischer Verwickelungen habe sich schön öfter und erst vor kurzem wieder gezeigt.
ringsten Schaden verursachen, könne erst nach der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund unterzeichnet werden.
Der diplomatische Korrespondent des Londoner „Daily Telegraph" teilt zu dem Antwortentwurf Briands auf die deutschen Sicherheitsvorschläge mit, diese Note werde keinesfalls einen schnellen Abschluß eines Garantiepaktes beitragen. Es sei kein Geheimnis, daß Briand ein verbessertes Genfer Protokoll einem solchen Pakt vorgezogen hätte. Aus diesem Grunde wäre Briand nicht so bereit, sofort in Verhandlungen über den Sicherheitspakt einzutreten, wie das Herriot gewesen sei. In London hoffe man, daß die pessimistische Auffassung über die Haltung Briands sich nicht bestätigen werde und daß die Bedingungen, welche notwendigerweise von der deutschen Regierung nicht angenommen werden könnten, tatsächlich nicht gestellt werden.
Das englische Memorandum zur EntwaffnungSfrage.
Ueber den Text des englischen Memorandums, das den englischen Notenentwurf begleitet, teilt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" mit, daß dies Memo- randum alle Hauptverfehlungen, die durch die Entwaffnungs- kommiffion festgestellt worden seien, wie auch die entsprechen- den Ratschläge des Fochkomitees ausführlich analysiere. Meinungsverschiedenheiten bestünden über den Zeitraum: den Deutschland zur Erfüllung dieser neuen Forderung brauchen werde. Man sei jedoch in London der Meinung, daß Berlin in dieser Hinsicht zu optimistisch sei. Der Korrespondent erwähnt dann einzelne Punkte, wie die Frage der schweren Artillerie in Königsberg und die Frage der Zeitfreiwilligen. Die wichtigste' Frage wäre die Entmilitarisierung der Sicherheitspolizei. Man bezweifele in London, ob die Kompromitzvorschläge der deutschen Regierung die Miierten befriedigen würden. Ebenfalls sind wegen des sogenannten Generalstabes Schwierigkeiten zu erwarten, weil der Friedensvertrag die Erlaubnis gibt, 300 Offiziere im Reichswehrministerrum zu beschäftigen.
Räumung des Ruhrgebiets im August.
Nach einer Londoner Reutermeldung haben die Alliierten in der Frage der Räumung Kölns folgende Verein-
Glückwünsche und Ehrungen für Hindenburg.
Beim Reichspräsidenten von Hindenburg ist eine große Zahl von Glückwunschtelegrammen aus dem Inlande und Auslande eingegangen.
Oberbürgermeister Dr. Sarres sandte zur Vereidigung des Reichspräsidenten folgendes Glückwunschtelegramm: „Dem Herrn Reichspräsidenten entbietet die Duisburger Bürgerschaft ihren ehrerbietigsten Glückwunsch. Sie hofft, daß in der Amtszeit des neuen Reichspräsidenten die Not des deutschen Volkes gelindert, seine Wohlfahrt und der innere Frieden vermehrt, das Ansehen des deutschen Volkes gestärkt, und daß namentlich dem besetzten Gebiet baldigst die Erleichterung und Befteiung zuteil werde, auf die es nach dem Friedensvertrag und bem Londoner Pakt volksrechtlichen Anspruch hat."
Der Bundespräsident der Republik O e st erreich, Hainisch, telegraphierte: „Anläßlich des Antritts des hohen und verantwortungsvollen Amtes bitte ich Euere Exzellenz, meine wärmsten Glückwünsche entgegen- zunehmen. Bundespräsident Hainisch."
Der Kaiser von Japan: „In dem Augenblick, in dein Euer« Exzellenz das Amt eines Präsidenten des deutschen Reiches antreten, liegt es mir daran, Ihnen meine wärmsten Glückwünsche auszusprechen, mit denen ich zugleich die besten Wünsche für das persönliche Wohlergehen wie auch für das Gedeihen Ihres Landes verbinde. Poshihto."
König Gustaf von Schweden: „Zu dem An- tritt Ihrer hohen, verantwortungsvollen Stellung als Reichspräsident spreche ich Euerer Exzellenz meine aufrichtigen, warinempfundenen Glückwünsche, zugleich für das Wohlergehen des deutschen Volkes, aus. Gustaf R."
Der König von Dänemark: „Anläßlich Ihrer heute stattfinHerrden Uebernahme der Reichsprüsidentschast spreche ich Ihnen meine auftichtigsten Wünsche für die Ausübung Ihres hohen Amtes zum Wohle Ihres Landes und Volkes aus. Christian Rex."
Der Reich spräsident Finnlands: „Im Augenblick, wo Euere Exzellenz den höchsten Würdenposten der Deutschen Republik antreten, beehre ich mich, für das persönliche Wohlergehen Euerer Exzellenz sowie für die Zu- sanft Ihres Vaterlandes meine auftichtigsten Gliickwünsche auszusprechen. Nelander, Reichspräsident Finnlands."
Der Präsident von Argentinien: „Euerer Exzellenz spreche ich im NaMn des argentinischen Volkes