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Hersselder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.66 Mark, durch die Post be- » ?AfhÄ«

zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei WfSmOf Hersfeld. Für die Redaktion verantworUiü Franz Funk in Hersfeld. 7 5

für den Kreis Hersfeld

Ci<«_,. Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im

MulSlllulI amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Mied«.

holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittag».

Nr. 200

*" ^S"^* Dienstag, den 28. August

1917

Amtlicher Teil.

Bezirksfleischstelle für den Reg.-Bezirk Casfel

Caffel, den 20. August 1917.

Rundschreiben No. 2817.

Wir haben in der letzten Zeit verschiedentlich fest- gestellt, daß Aufkäufer zum Schlachten bestimmte Rinder für sich behalten oder an -ritte Personen ver­kaufen »der vertauschen. Ein derartiges Verfahren verstößt gegen unsere Satzungen und Anordnungen und hat unweigerlich die Entziehung unserer Ausweis­karte zur Folgen Außerdem werden wir nie uns zur Kenntnis kommenden Fälle der Staatsanwaltschaft zur Anzeige bringen.

Sollte es in einzelnen Fällen wünschenswert un­zweckmäßig erscheinen, daß der Umtausch eines Schlacht­tieres gegen ein anderes nicht zum Schlachten be- stimmtenTieres erfolgt, so darfdieses stets nur d«rch den Vertrauensmann mit Einwilligung des Viehhandels- verbandes geschehen.

Trotz unserer wiederholten Anvrdnung stellen die Aufkäufer vielfach bei der Abnahme der Schlachttiere überhaupt keine Ankaufsanzeigen aus »der sie lassen in denselben die Bezeichnung der Wertklasse und die Angabe des Kaufpreises fort. Diese fehlenden Ein­tragungen werden dann erst nach der Ueberlieferung an den Vertrauensmann nachgeholt, nachdem dieser die Bewertung der Tiere vorgenommen hat. Vielfach lassen sich auch die Aufkäufer eine vollständig unaus- gefüllte Ankaufsanzeige von den Viehabgebern unter- f chreiben, oder sie setzen selbst den Namen der Abgeber derselben unter die Anzeige. N e diese Fälle sind durchaus unstatthaft. Wir ordnen daher an, daß in Zukunft die Aufkäufer dem Vertrauensmaune vor der Ablieferung der Tiere die Ankaufsanzeige abzu- geben haben. Die Vertrauensmänner haben uns von allen Ueberschreitungen der vorstehenden Anordnungen durch einen schriftlichen Vermerk auf der Rückseite der Ankaufsanzeige Kenntnis zu ^ebe«.

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pflegung hat sich bereit erklärt, größere Mengen Ferkel im Gewicht von 2060 Pfund abzunehmen. Wir nehmen an, daß in allen Kreisen wegen der herr­schenden Futterknappheit Ferkel in dem angegebenen Gewicht gern abgegeben werden. Wir erklären uns bereit, diese Ferkel für die Zentralstelle in Empfang zu nehmen und die Verrechnung von hier aus zu be­folgen. Wir bitten um Mitteilung, wieviel Ferkel voraussichtlich in den nächsten 4 Wochen zur Abliefe­rung kommen und welche Preise pro Psund Lebens- gewicht von den Abgebern verlangt werden. Wir be­merken noch, daß die Ferkellieferungen den Kreisen im Gewichisverhältnis auf die Schlachischweiueliefe- rung angerechnet werden. Anmeldungen sind an unsere Herren Vertrauensmänner zu richten, die uns die Zahl der angemeldeten Tiere bis z«m 81. -S. Mts. mitzuteilen haben. Die Abnahme erfolgt auf be-

sondere Anweisung durch Der Vorsitzende

gez. v. Pappenheim

*

uns.

Der stellv. Vorsitzende und Geschäftsführer: gez. Rüdiger.

*

Die Bezirksfleischstelle für den Regierungsbezirk Caffel erläßt gemäß der Verordnung der Landes- zentralbehörden vom 22. Mai 1916 J. No. I < I e 2578 M. f. L. und vom 22. August 1916 I. No. l a I e 12709 M. f. L. für den Umfang des Regierungsbezirks Casfel außer der Grafschaft Schaumburg die nach­stehende Verordnung:

Verordnung über die Regelung der Aus­fuhr von gucht- und Nutzvieh (Rindvieh, Kälber, Schafe, und Schweine).

8 1.

Zur Ausfuhr von Zucht- und Nutzvieh (Rindvieh, Kälber, Schafe und Schweine einschl. Ferkel) nach Orten außerhalb des Regierungsbezirks Cassel bedarf es unserer Genehmigung.

8 2.

Den Ausfuhranträgen sind beizufügen:

1. Eine landrätliche Bescheinigung des ausführen­den Kommunalverbandes, in Stadtkreisen des Magistrates aus der ersichtlich ist, daß das auszuführende Vieh kein Schlachtvieh ist und der Ausfuhr keine Bedenken entgegenstehen.

2. Eine lanörätliche Bescheinigung des einführenden Kommunalverbandes, in Stadtkreisen des Magistrates des Bestimmungsortes der Tiere, in der angegeben sein muß, daß die auszuführen- den Tiere im Betriebe des Empfängers dringend benötigt werden und die weitere Verwendung der Tiere zu Nutzzwecken vom Kommunalverbande überwacht wird.

8 3.

Zur Ausfuhr von Zucht- und Nutzvieh aus einem Kreise in einen anderen innerhalb des Regierungs­bezirks Cassel bedarf es der Genehmigung -es jeweils zuständigen Lanöratsamtes, dem die gleiche Be­scheinigung, wie unter § 2 Titel 2 ««gegeben, vorzu- legen ist.

§ 4.

Die Ausfuhr von Schlachtvieh ist nach wie vor verboten.

| § 5.

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aus führt, wird nach § 17 der Verordnung zur Er­gänzung der Bekanntmachung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungs- regelung vom 25. September 1915 (Reichsgesetzblatt Seite 607) mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft.

8 6.

Diese Verordnungstritt mit dem Tage ihrer Ver­öffentlichung in Kraft.

Caffel, den 20. August 1917.

Die Bezirksfleischstelle für den Regierungsbezirk Cassel. Der Borsitzendee

gez. v. Pappenhetm, Landrat.

* * *

Hersfeld, den 22. August 1917. Wird veröffentlicht.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

I. F. No. 1876. J. V.:

v. He-e«ann, Reg.-Assessor.

auf Trichinen untersuchen zu lassen oder aber nur in gut gekochten oder gut durch gebratenem Zustande zu geniesen.

Tgb. No. I. 10062. Der Landrat.

J. B.:

v. Heöe « ann, Reg.--Asseffor.

Hersfeld, den 24. August 1917.

Der Rittergutsbesitzer Florenz Böckelmann aus Meisebach ist am 21. ds. Mts. als Gutsvorsteher eid­lich verpflichtet werden.

J. A. No. 8478 Der Laudrat.

J. V.:

Funke, Kreissekretär.

Festfrtzung von Errengerpreifen für Frühge- müse im Regierungsbesirk Cassel.

Die Preiskommission der unterzeichneten Bezirks- stelle hat folgende Erzeugerpreise für das Pfund fest, gesetzt:

Möhren........

längliche und runde Karotten

Kohlrabi........

Frühweitzkohl......

18

20

16

30

grüne Bohnen

Wachs- und Perlbohnen. . 40

Frühwirsing und Rotkohl . 20

Pf.

Die Preise sind Erzeugerhöchstpreise im Sinne des Gesetzes, betreffend Höchstppreise vom 4. August 1914. in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1914 (R.-G.-BI. S. 516) und der dazu er- gangenen abändernden Bekanntmachungen.

Cassel, den 5. August 1917.

Bezirksstelle für Gemüse und Obst.

-es

A. II. G. 5562. a. I. *

Tgb. No. I. 9973.

Junge. * perSfeI% den 16. August 1917.

Der Landrat.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

. ..........................-.................................

HersfelS, den 16. August 1917.

Dem Kreise Hersfeld sind von -er Heeresverwaltung

zwei Lastkraftwagen

Hersfel-, den 22. August 1917.

Wird veröffentlicht.

Der Vorsitzende des Kreisausfchufles.

I. F. No. 1877. J. B.: ..

v. HeSemann, Reg.-Assessor.

Gefangene Engländer über den Krieg.

Bon den bei den letzten Kämpfen im Küstenab-

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dieß mit der geringen Reiselust der Engländer. Da der Durchschnittsengländer nichts wester als seine Heimat fpititpiT sPYitf itttö htc littst cöictt fict) f(Xfi itiivciöttviit vom Vater auf öen Sohn, vererben, so bildet sich dtt tvvische Engländer keine eigene Meinung., Daher, auch der unaebeure Einfluß der Presse und weniger Männer auf d^? enEe Volk, das seiner Meinung nach weit minder Mr Kritik neigt als das deutsche. An einen Krieg nach dem Kriege in der bisher aMekündigten Form glauben die Engländer nicht. eZe hatten sich leibst und das englische Volk nicht für sostupid , aus vater- läudischen Gründen höhere Preise su suhlen, wenn Deutschland die Ware billiger anbietet. Drer brs vier Wochen nach deur Kriegsende wird der Engländer noch ^ÄÄÄ

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zwischen Aufwand und mogluhem Gewmn gegenüber. Außerdem lastet das Joch einet, urrlstarlscherr und staats- sozialististben Sustems das englischem Geschurack und englischen Ucberl^ widerspricht, schivcr auf dem

schnitt gefangenen Englä der intelligenteren über

Hersfel», den 7. August 1917.

Wegen neuerdings mehrfach vorgekommener Trichinose-Erkrankungen infolge Genusses von Aus- landsfleisch, das nicht amtlich auf seine Tauglichkeit zum menschlichen Genuß untersucht war, empfehle ich den Kreiseingesessenen die gedachten Waren zunächst

zur Verfügung gestellt worden, die den Landwirten beim Abtransport von landwirtschaftlichen Produkten usw. behilflich sein sollen. Auch können die Lastkraft­wagen für andere insbesondere auch industrielle Zwecke verwandt werden, sofern sie in der Landwirt­schaft nicht voll ausgenutzt werden können. Die Wagen sind vorerst in Hersfeld stationiert. Inte­ressenten werden ersucht, hierher mitzuteilen sofern sie nen den Lastkraftwagen Gebrauch machen wollen. Dabei ist auch die Zeitdauer, für welche die Wagen verlangt werden, ««zugeben. Als Entschädigung fn" die Benutzung werden gefordert für jedes Nutztonnen, kilometer 40 Pf. und ein noch näher festzusetzender Teil der Verpflegungskosten des Personals. Leer­fahrten (also auch die Fahrt zum Beschafttgungsort und die Rückfahrt in den Stationsort) brauchen nicht

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bezahlt zu werden. t ,

Tgb. No. 1. 10140. Der Lan-rat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Affessor.

(Fortsetzung auf der 4. Seite).

Volk. Eine starke individualistische ReaMon nach Frie­densschluß sei unausbleiblich. An die idealistische Be- ^"ünöung der englischen Kriegführung glaube kein den- ' ,Wir sind das heuchlerischste Volk

gründung der englischen Kriegführung glaube fei kender Mensch mehr.Wir sind das heuchlerischste----- der Erde." Der Krieg sei eine Machtprobe. Aber man habe das Anshängeschild eines Ideals gebraucht, um den englischen Bürger von der sittlichen Berechtigung des Krieges zu üverzeugen, während ein Volk von Sol­daten wie die Dentschen wisse, daß der Kampf für das Vaterland seine Rechtfertigung in sich selber trage.

toskrennung der Ukraine von Mtzland.

In Rußland kriselt es lustig weiter. Der findigste Staatsmann und wenn er selbst Kerenski heißt, kann sich in diesem trostlosen Wirrwarr nicht mehr zurechtfinden. Krünstadt, Schlüsietburg erklärten sich zu selbständigen Republiken, Finnland wünscht ein eigener Staat zu werden. Sibirien ebenfalls, auch Bessarabien hegt den gleichen Wunsch und die Ukraine fit bereits mit sich einig, daß sie sich zu einer eigenen Republik gestaltet. Bessara- bien verlangt die Autonomie und widersetzt sich einer Einverleibung in die Ukraine. Die sich dort abspielen­den politischen Ereignisse sind für Deutschland von be­sonders wichtiger Bedeutung. Die Ukraine hat gleich Finnland seit ihrer Zusammengehörigkeit mit Rußland jede Freiheit einqebützt. Das Land wünscht sich unab- «land. Ein Landtag der unabhängigen _________ ... ...wischen geschaffen worden und eigene ukrai­nische Regimenter sollten gebildet werden. Die russische Regierung hat letzteres abaeleüut. weil darin eine Ge-

üngig von Ru

Ukraine ist inzw

wünscht sich unab- der unabhängigen

en und eigene ukrai-

fahr für die Einheit der russischen Armee liege. Um diese Einheit ist es nicht sonderlich bestellt, denn die

Ukrainer erklärten '"" ' ^-^

selbst, daß sie genügende Kraft und Lande besitzen, daß einige Millionen

Autorität in ihrem 5-------------- ----------

ukrainische Soldaten die Frmci verlassen würden. Be­stehen die Ukrainer auf ihren Wünschen der russischen Regiernng gegenüber, so werden sie diese auch bewil­ligt erhalten, jedoch gibt ihnen ein Kerenski oder dessen Nachfolger niemals die volle Unabhängigkeit. Diese, zu erhalten ist aber der Ukrainer Lebensbedingung. Drese Selbstständigkeit wird und kann die Ukraine nur er­reichen, wenn sie sich an die mit Deutschland verbünde­ten Mächte anschlietzt. Finnland bedarf der gleichen Un­terstützung, um sich seine Selbständigkeit zu sichern. Die Ukraine grenzt an Polen an und eine eigene ukrainische Republik gäbe uns eine neue Grenzsicherung gegen Rußland. Die Ukrainer wissen auch, daß ihnen das Heil nur von Mitteleuropa kommen taun. Der ukrai­nische Ministerpräsident Winnitschenko erklärte zur ge- geuwärtigen politischen Lage:Unter den Ukrainern gibt es eine starke Strömung, die eine Oeffnung der Front für vorteilhafter hält, da die Ukrainer von Rußland nicht das erreichen würden, was sie von einer deutschen Okkupation erlangen kölmten." Inzwischen hat das o. ukrainische Infanterie-Regiment den Treueid an den ukrainischen Zentralrat geleistet und beschlossen, nur die Interessen zu verteidigen. Diese Interessen ;en Rußland gerichtet und wenn die deutsche ssarabien vordringt, so werden

Retter aus russischer Zwarrgs-

ukrainischen L- sind aber gegen_______

Offensive weiter nach Be die Ukrainer in uns die

Herrschaft erblicken können.