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sersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger ^^^ für den Kreis Hersfeld

Bezugspreis vierteljährlich für Hersseld 1^ Mark, durch die Post be- » x zogen« . Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckers; SW^WuWX Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

44 Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im U |W amüichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder- holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Nr. 289. BauwM^ Dienstag, den 11. Dezember

1917

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 10. Dezember 1917.

A8ksemeister«rl«mmlms findet am Freitag, den 14. d. M. pünklich vormittags 10 Uhr im Saale des Hvtel Stern statt.

Herr Lehrer Schulz aus Cassel wird einen Bor- trag über Sammel- und Helferöienst halten.

Zu diesem Vortrag lade ich auch die Herren Pfarrer und Lehrer des Kreises ergeben st ein. Auch sonstige Interessenten aus Stadt und Land sind herz­lich willkommen.

Tgb. Nr. i. 15759. Der Landrat

I. B.

v. Hedemann, Reg.-Affessor.

Kartenausgabestelle für die Landgemeinden des Kreises Hersfeld.

Tgb. No. L. 1159

Hersfeld, den 8. Dezember 1917.

Aus Anlaß eines besonderen Falles, in dem mit nicht vorausgabten Brotkarten, die einer Altpapier­sammlung überwiesen worden waren, Mißbrauch getrieben worden ist,, verweise ich sämtliche Karten- ausgabestellen auf meine Verfügung vom 14. August ds. Js. Kreisblatt No. 188 nach der die nicht zur Ausgabe gelangenden Lebensmittelkarten hierher zu­rückgesandt werden sollen. Eine Verwendung solcher Karten etwa zu Sammlungen pp. ist durchaus Mulässig.

- Der »PW^..... '

v. Hedemann, Reg.-Affessor.

Bus der Heimat.

* (Schweine bestand und Kartoffelernte.) Nach einer weitverbreiteten Annahme soll es möglich sein, nur mit Kartoffeln Schweine großzuziehen und zu mästen. Deshalb sei auch in einem guten Kar­toffeljahr, wie dem gegenwärtigen, eine ausgedehnte Schweinehaltung eine Notwendigkeit, weil sie die einzige Möglichkeit zur Verwertung der kleinen und verdorbenen Kartoffel böte. Diese Annahme ist irrig. Es ist nicht möglich, Schweine mit Kartoffeln allein großzuziehen, geschweige denn zu mästen. Um an Gewicht zuzunehmen und fett zu werden, braucht das Schwein neben den Kartoffeln oder Rüben ein eiweiß­reiches Beifutter. Dr. Völtz hat eingehende Versuche über die Verwertung der Kartoffeln bei der Schweine­mast allein oder bei gleichzeitiger Verabreichung ge­nügender Eiweiß mengen angestellt und darüber be­richtet. Diese Versuche ergaben, daß Ferkel, die 14 Wochen lang nur Kartoffeln als Futter erhalten hatten, während dieser 31/2 Monate nur um 0,3 bis ' Kg. zugenommen hatten, gegenüber einer Ge­wichtszunahme von 44,6 Kg. bei gleichaltrigen Kontroll- schweinen, die neben Kartoffeln genügendes Eiweiß- futter erhalten hatten. Wer also kein erlaubtes Bei­futter zu Kartoffeln oder Rüben hat, unterlasse die weitere Haltung von Schweinen, da die Viehhandels- ubrbande angewiesen sind, im Falle der Unstimmigkeit zwischen dem vorhandenen Viehbestand und den zur Verfügung stehenden Futtervorräten die Tiere auch gegen den Willen des Besikers zu entnehmen. Ab- gesehen von den Zuchtschweinen, für die eine bestimmte Menge Kornerfutter zur Verfügung gestellt wird, Schweine Körnerfutter unter keinen Um- j standen verfüttert werden.

s^^^t"^.,Wertpap lere nach Frankreich ken fr^s ^ie französische Regierung hat verboten, ,^^6?6efangeneu und zivilinternierten Deutschen und auch russische Wertpapiere auszu- i®en Angehörigen Kriegsgefangener und ZEUnternierter wird daher empfohlen, derartige entfD?P*»nt^ nach Frankreich zu senden. Eine <,->s^°»Eude Anordnung gegen die feindlichen Kriegs- und Zivilinternierten (Franzosen) in 8 Deutschland rst veranlaßt.

Die Np?p^ « ün ftigen Schnellzugszuschläge.) fad im Personen- und Gepäckverkehr AvrU k»^ig Mit einer Erhöhung der Tarife am 1. Tariiknn^«-^^ werden. Ein Unterausschuß der bemerke»«"^" der deutschen Eisenbahnen hat dazu führm^^^rte Entschlüsse gefaßt, die zu ihrer Durch- konferenr^x^ ?°^ bei Genehmigung der General­für sÄvS deutschen Eisenbahnen bedürfen, die Schnellster in Aussicht genommen ist. Der meter t» soll betragen von 1 bis 75 Kilo- l ö ^KMffe 50 Pfg, in der 1. und 2. Klasse 1. SS 2 » ^ bis 150 Kilometer 3. Klasse 1 Mark, - Klasse 2 Mark, von 151 bis 350 Kilometer

in der 3. Klasse 1,50 Mark, in der oberen 3 Mark, über 350 Kilometer in der 3. Klasse 2 Mark, 1. und 2. Klaffe 4 Mark. Die jetzigen Sätze gehen bekannt­lich von 25 Pfennig bis 2 Mark. Die Gepäckfracht wird im Durchschnitt um 40 Prozent erhöht. Für die Aufbewahrung von Gepäck wird der Satz von 10 auf 20 Pfennig für die ersten beiden Tage zusammen erhöht, für die folgenden Tage wie bisher.

* (Kriegsfähige Wehrpflichtige im Eise n bah n dien st.) Ein neuer Erlaß des preußischen Eisenbahnministers bestimmt folgendes:Kriegsver- wendungsfähige Wehrpflichtige sind als Arbeitskräfte nur dann neu einzustellen, wenn durch vorherige Anfrage bet dem zuständigen Bezirkskommaudo fest­gestellt ist, daß ihre Einziehung zum Heeresdienst voraussichtlich erst nach einiger Zeit erfolgen wird, sodaß sich ihre Verwendung im Eisenbahndienst noch lohnt. Solche neu eingestellten krtegsverwendungs- fähigen Wehrpflichtigen dürfen jedoch keinesfalls auf Grund ihrer Beschäftigungsart im Eifenüahndienst als unabkömmlich erklärt werden,' von ihrer Ver­wendung an verantwortlicher Stelle und irgendwelcher Ausbildung ist daher in der Regel abzusehen."

* (Die neuen Ei s e n b a h nf ahrp r e i s e.) Bis zur Einführung der allgemeinen deutschen Personentarifreform am 1. April 1919 werden von den deutschen Eisenbahnverwaltungen vo n 15. Dezember d. Js. an unter Wiederaufhebung des Zonentarifs doppelte Schnellzugspreise eingeführt und dafür zwei einfache Fahrkarten ausgegeben. Die am 1. April in Kraft tretenden Fahrpreise betragen: Für die 1. Klasse 9, für die 2. Klasse 5,7, für die 3. Klasse 3,7, für die 4. Klasse 2,4 Pfg. für das Kilometer, die Schnellzugs­zuschläge für die ersten 75 Kilometer 1 Mk. in die oberen und 50 Pfg. für die 3. Klasse, bei 150 Kilo­meter 2 Mk. und 1 Mk, bis 350 Kilometer 3 Mk. und 1,50 Mk, und darüber 4 Mk. und 3 Mk. In Bayern ' und OMen Wird vom 1. April 191# ab die 4. Klasse eingesuyrt.

):(Hersfeld, 10. Dezember. Auf die im Anzeigen­teil der heutigen Nummer abgedruckten Bekannt­machungen der Kgl. Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. betreffendWeihnachtsverkehr 1917" undBenutzung von Schnellzügen" machen wir noch ganz besonders aufmerksam.

-t- Friedlos, 10. Dezember. Mit demEisernen Kreuz 1. Klasse" (wurde ausgezeichnet:. Unteroffizier Peter Gottbehüt von hier.

Cassel, 8. Dezember. Der Generalstabschef General Hoffmann, der, wie amtlich gemeldet wurde, die Waffenstiüstanüsvrrhandlungen mit Rußland leitete, stammt aus Cassel. Sein Großväter war der bekannte Konfistorialrat Hoffmann an der Martinskirche und sein Vater wirkte in Cassel als Referendar.

Oberanla, 8. Dezember. In freudige Ueberaschung versetzt wurde die Familie Stroh im benachbarten Lingelbach. Ihr Sohn, Wehrmann Otto Stroh, wurde seit längerer Zeit vermißt. Dieser Tage erhielt sie nun die Nachricht, daß er unverwundet in Gefangen­schaft geraten fei.

Brakel, 8. Drzember. Bei der Verfolgung eines Wilderers, der in Schlingen zwei Rehe gefangen hatte, kam der Freiherrliche Förster aus Rheder in dem Forstorte Kl.-Suntheimer zu Fall. Dabei ent­lud sich seine Flinte und die Kugel drang dem Flüchtenden in die Seite. Es handelt sich um einem etwa 26jährigen Mann aus Riesel. Er wurde in das hiesige St. Vinzenz-Hosspital gebracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.

Volkmarsen, 7. Dezember. Durch die Hilfe der Schüler Wilhelm Crepon und Ludwig Schnell von hier »kürzlich die Festnahme zweier entwichener er Kriegsgefangener. Für die dabei bewiesene Umsicht und Unerschrockenheit wurde ihnen nunmehr von behördlicher Seite eine Ehrenurkunde ausgestellt.

Marburg, .8 Dezember. Sein Leder losgeworden ist ein Mann im nahen Sterzhausen. Früher Schuh­macher, ging er, als die Schusterei sich nicht mehr lohnte, zur Bahn. Seine Ledervorräte hob er natür­lich hübsch auf. Das machten sich Diebe zunutze; sie holten ihm eines Nachts seinen gauzen Vorrat ab.

Duderstadt, 8. Dezember. In den letzten Wochen sind hier einige Typhuserkrankungen leichterer Art vorgekomme«, die man auf den Genuß ungekochter Milch zurückführt.

Schmalkalden, 8. Dezember. Am Donnerstag fand hier im Beisein des Regierungspräsidenten Grafen Bernstorff die feierliche Einweihung der Gedächtnis- Halle des Schmalkaldener Bundes statt. Diese auf An­regung des Bürgermeisters Rösler im alten Bau des Rathauses errichtete Halle weist bei mittelalterliche de­korativer Ausstattung das große JäckelscheBildLuther und Philipp der Großmütige", sowie in wertvollen lebensgroßen Kopien die Bildnisse der Fürsten des Schmalkaldener Bundes, der Reformatoren und deren berühmte Zeitgenossen, sowie die geschnitzten Wappen der am Bunde beteiligten Städte als stimmungsvollen Schmuck auf.

Fulda, 8. Dezember. Ein guter Fang glückte unserer Polizei; sie machte am Bahnhof einige Lebensmittelwucherer dingfest. Diese waren im Be­griffe, mit einer Anzahl schwerer Kisten im Zuge zu verschwinden. Die Kisten enthielten u. a. nahezu 4 Zentner Fleisch, was im Kreise Fulda und in der Rhön aufgekauft war und zu Wucherpreisen in Frank­furt abgesetzt werden follte.

Fulda, 8. Dezember. Soweit es zur amtlichen Kenntnis gelangt ist, sind im Kreise Fulda seit» Ende September 13 Hunde und eine Ziege an Tollwut er­krankt und getötet worden bezw. eingegangen. Im Kreise Hünfeld sind der Seuche seit Ende Oktober sechs Hunde und eine Katze zum Opfer gefallen. Die Seuche ist aufgetreten in den Ortschaften Tiefen- gruben, Neustadt, Opperz, Fulda, Melkers, Rönshausen Steinau des Kreises Fulda und in den Ortschaften Bodes, Hünfeld, Müsenbach, Fischbach des Kreises Hünfeld. Ohne Zweifel ist eine weit größere Zahl von Tieren an der Seuche eingegangen. Nach den vorliegenden Mitteilungen sind von wutkranken Tieren insgesamt 9 Personen verletzt worden. Ursache der weiten Ausbreitung der Seuche ist die mangel­hafte Beachtung der angeordneken Schutzmaßnahmen.

Verzeichnis

der bei L. Pfeiffer, Depositenkasse, Hersfeld ferner eingegangenen Spenden für Weihuachtsgaben für die Krieger im Felde, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:

bereits veröffentlicht: Mk.

von Herrn Zollinspektor Fernau

C. Grenzebach, Niederanla

Firma Rehn & Co.

Herrn H. Dootermann, Hattenbach

Firma Anhydat Leder-Werke A.-G.

Georg Sauer & Co.

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Herrn Dr. Preime

Heinrich Sauer

Fritz Otto Heinrich Otto Wwe.

Frau Deist

Herrn Direktor Lorenz Mohr

Firma A. Rechberg

Georg Braun

Jean Rechberg

Kaliwerke Hattorf

Herrn Julius Baumann

Frau Marie Lützebauer

M. M. Frau Marie Reinecke, Heiseustein Hermann Göbel

Herrn Bürgermeister Großcurth,

Unterhaun Firma Ad. Wever

Ungenannt

Frau Minna Schreiber Z

Herrn Lehrer Falk

Bürgermeister Rüger

Fr. Lorenz Wolfs

H. Randerath

Firma Benno Schilde G. m. b. H.

W. Engelhardt

Herrn A. Möller

Georg Altmüller,'Hilperhausen

Georg Börner

N. N.

einigen Gönnern in Ausbach

Herrn R. de Haeu, Oberrode

Conrad Seelig

A. Webert

v Fritz Webert

Reinhard, Landershausen

* Professor Kropp

10

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10

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53.44

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5

5

5

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10

150

25

3

30.

10

5

32.60

200

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20

5

20

10

Mk.

3.478.54

w Man lese >e die amtliche« Bekanntmachungen.

Nicht nur an den Tagen, an denen man etwas wichtiges unter ihnen vermutet, sondern b täglich

Unter den amtlichen Bekanntmachungen werden fast Tag für Tag Bestimmungen wirtschaftlichen Inhalts verzeichnet, die man in dieser ernsten Zeit wissen und befolgen muß. Einmal im Interesse des allgemeinen Wohles und dann auch um sich vor Strafe zu schützen.