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saaeeaaäeeaeeeaseeesäcaeRsaeoeeasaiiteeiHsaaeBaeaaeeBRweiMiiaaeBtiasaieRHaieeBeceeaeeeseexa ; Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im j : amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. : Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Nr 6- Dienstag, den 8. Januar

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1918

Bus der Heimat.

* fBrandsteuer für das Jahr 1918.) Die Brandsteuer für die bei der Hessischen Brand­versicherungsanstalt Versicherten ist für das Jahr 1918 wieder auf 14 Pfg. für je 100 Mark Umlage kapital festgesetzt worden.

* iPapierbriketts zum Heizen.) Bei Mangel an Kohlen und Holz kann man auch Aituvgspapier zur Heizung mit verwenden. Selbst­verständlich dürfen die einzelnen Blätter nicht nur lose zusammengeballt werden, da sie sonst viel zu schnell verbrennen. Aber vereint werden auch hier die Schwachen mächtig, wie man z. B beim Verbrennen eines Buches konstatieren kann. Um eine zweckmäßige Versteuerung, d. h. ein langsames Verbrennen zu erzielen, ballt man das Zeitungspapier am besten zu festen, biikettähnlichen Klumpen zusammen, nachdem man die einzelnen Bogen zuvor in Wasser eingeweicht hat, damit sie geswmeidiger werden und sich fester zu- sanimendrücken lassen. Die so geformten Briketts trocknet man auf einer luftigen Unterlage an warmer Herdstelle. Eiwa zum Zweck des Austrocknens ein besonderes Feuer anzumachen, hieße natürlich den Teufel mit Beelzebub austreiben. Ein derartiges Verfahren kann nur da Anwendung finden, wo der Küchenherd ohnedies ständig geheizt wird. Allenfalls könnte auch die Zentralheizung in geeigneten Räumen zum Trocknen benutzt werden, indem man die feuchten Ballen oben auf die Heizkörper legt. Die so ge­wonnenen Papierbriketts können zur Streckung der Kohlenbriketts verwendet werden. Man feuert zunächst wie gewöhnlich mit Kohlen an und legt dann oben­auf einige der Papierbriketts, die langsam durchglühen und die Hitze wie andere Briketts sehr lange halten. Natürlich kann ein derartiges Verfahren immer nur ein Notbehelf sein.

SWW"p--^B e rp fle guug der N ei senden auf größeren Bahnhöfen.) Nach einem Erlaß des preußischen Eisenbahnministers ist es unter den gegen­wärtigen Verhältnissen, insbesondere wegen des Weg­falls einer großen Anzahl von Speisewagen, ein dringendes Bedürfnis, daß auf den Bahnsteigen größerer Bahnhöfe, auf denen Schnell- und Eilzüge nach längerer Fahrt genügenden Aufenthalt haben, für weiterfahrende Reisende Lebensmittel bereitge­halten werden. Die Königlichen Eisenbahndirektionen sind angewiesen worden, dafür zu sorgen, daß von den Bahnwirten diesem Bedürfnis tunlichst ent­sprochen wird.

* (Verwendung vonSchulbüchern.) Der Minister hat angeordnet, daß in allen Schulen nach Möglichkeit die noch brauchbaren Schulbücher, soweit sie nicht in höheren Klassen noch benutzt werden müssen, von den in eine höhere Klasse versetzten Schülern unentgeltlich oder gegen entsprechende Be­zahlung an die aufsteigenden Schüler der folgenden Klassen abgegeben werd.n, zumal nicht mit Sicherheit zu erwarten ist, daß neue Bücher in genügender An­zahl von den Buchhändlern geliefert werden können.

* (Bürgerliche Gefangenschaft kein Militär­dienst). Zeiten der bürgerlichen Gefangenschaft in Feindesland können nicht als Militärdienstzeiten im Sinne der Reichsversicherungsordnung angerechnet werden. Diese bemerkenswerte Entscheidung hat öaS Reichsversicherungsamt jetzt getroffen.

* (HöheresLehramt und Turnen.) In Preußen ist eine neue Prüfungsordnung für das höhere Lehr­amt erlassen worden. Das Mindestmaß der Leistungen besteht im Erwerb der Lehrbefähigung in zwei Lehr- gegenständen als Hauptfächern und einem als Neben­fach. An die Stelle der Nebenfächer können Zujatzfächer treten, und als solche werden auch Gesang, Zeichnen und Turnen gerechnet, doch wird die Prüfung in diesen technischen Fächern (wie bisher) vor besonderen Prüfungsbehörden abgelegt. Die Prüfungsordnung tritt mit ihren äußeren Formen am 1. April 1918, mit den übrigen Bestimmungen am 1. April 1820, für Kriegsteilnehmer noch zwei Jahre später in Kraft.

* (Steine Zulassung von Ei »schreibepaketen.) In einer vom Deutschen Handelstag an den Staats­sekretär des Reichspostamtes gerichteten Eingabe wurde gebeten, in eine Prüfung darüber einzutreten, ob nicht die Einschreibepakete wieder eingestthrt werden könnten, da deren am 5. Februar 1917 erfolgte Aufhebung eine empfindliche Verschlechterung des Postverkehres dar- stelle. Der GtaatSsekretür des Reichspostamtes hat hierauf folgende Antwort gesandt:Würde die Ein­schreibung für Privatpakete wieder zugelassen, so wäre auf große Massen von Einschreibepaketen zu rechnen. Damit wären aber, da diese Pakete im Betriebe von den gewöhnlichen Paketen getrennt, von Stelle zu Stelle übergeben und gegen Quittung von den Emp­fangsberechtigten ausgehändigt werden müssen, unter den jetzigen Verhältnissen und bei der beschränkten Verwendbarkeit eines großen Teiles der zahlreichen Aushilfskräfte nicht zu überwindende Schwierigkeiten verbunden, die die ordnungsmäßige Abwicklung des

gesamten Postverkehrs gefährden könnten. Dem­entsprechend haben sich die Bezirksbehörden aus Grund eingehender Beobachtung des Päckereiverkehrs über­einstimmend dahin ausgesprochen, das Verbot der Einschreibung aufrechtzuerhalten. Unter diesen Um­ständen ist es zu meinem Bedauern nicht angängig, die Einschreibung bei Privatpaketen wieder zuzu- lassen."

* (Neue Titel für die preußischen Ober­lehrer.) Berliner Blättern zufolge steht die Ein­führung neuer Titel für die Oberlehrer in Preußen bevor. Diejenigen Herren, die das Seminarjahr und Probejahr durchwachen, sollen den TitelStudien­referendar" erhalten, und für die Zeit von der er­langten Anstellungsfähigkeit bis zur festen Anstellung als Oberlehrer soll die BezeichnungStudienassessor" lauten. An die Stelle des Professortitels tritt die BezeichnungStudienrat", während ältere Professoren und Schulleiter, wie dies schon bisher mehrfach ge­schehen ist,Geheime Studienräte" benannt werden sollen. So bleibt von den alten Titeln derOber­lehrer" und derDirektor" erhalten, während der Professortitel nur ausnahmsweise für besondere wissenschaftliche Leistungen an Angehörige des Ober­lehrerstandes verliehen werden wird.

§ Hersfeld, 7. Januar. Das Ei serne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Gefreiter Wilhelm Sonder- geld aus Unterhaun, Gefreiter Philipp Heinz aus Sorga, Ulan Heinrich Bock aus Wehrshausen, Gast­wirt Johannes Weppler aus Allenöorf sKr. Hersfeld), Musketier Valentin Stückrath aus Mecklar.

Bebra, 7. Januar. In einem Freudentaumel be­finden sich die Bebraer. Bei der hiesigen Güterab­fertigungsstelle wurde am Sonnabend unter großem Gedränge ein herrenloses Faß Kornbranntwein (200 Ltr.) zum aniebnli&er

.»u« Corner ^prrlruv- . schüft erstanden. Bei dem Zuschlag atmeten alle Anwesenden Bebraner er­leichtert auf, denn es hatte die schwere Gefahr be- stayden, daß die Kostbarkeit nach außerhalb fiel.

Caffel, 5. Januar. Ein Paketdieb konnte in dem mehrfach vorbestraften Arbeiter K. unschädlich gemacht werden. K. stand früher im Felde. Diesen Umstand benutzte er, um sich von Angehörigen ehemaliger Kameraden Pakete mit Lebensmitteln und Geld zu verschaffen die er unterschlug. Im umgekehrten Falle ließ er sich von Heeresangehörigen Pakete aus dem Felde schicken, die er den Angehörigen zustelle» wollte: auch diese Sachen hat er unterschlagen.

Caffel, 7. Januar. (Das zweit« Gesicht.) Im neuesten Hefte der ZeitschriftHessenland" aoirö ein sehr merkwürdiger Fall angeführt, in dem das zweite Gesicht" (die Fähigkeit, kommende Ereignisse vorauszusehen) eine Lebensrettung bewirkte. Als ein Casseler Pfarrer eines Tages aus dem unteren in den Oberstock seines in der Langenschenkelgasse (heute Waisenhausstratze) gelegenen Pfarrhauses schritt, sah er plötzlich sich selbst aus der der Treppe gegenübergelegenen Tür treten, feine kranke Tochter auf dem Arm, die dort im Nebenzimmer lag. Nach dem ersten Entsetzen über die Erscheinung eilte der Pfarrer in das Schlaszimer und trug das Töchterchen heraus. Staunt hatte er mit diesem den Gang erreicht, als die Schlafstubendecke mit großem Krach einstürzte. Ein sehr merkwürdiger Fall.

Caffel, 5. Jannar. Die Kasseler Kriminalpolizei nahm zwei Einbrecher fest, denen bis jetzt mehr alS 150 Kellereinbrüche nachzuweisen sind. Einer von ihnen trug bei den Einbrüchen stets eine schwarze SammetmaSke. Er wohnte im vornehmsten Hotel, trug die Uniform eines Fahnenjunkers und lebte auf großem Fuße. Er wurde als ein 19 Jahre alter Maschinenschlosser Sarichter aus Oels festgestellt. Sein Komplize war der 23 Jahre alte Kellner Siegeier aus Feuerbart bei Stuttgart. Auch er trug Militär- uniform, und zwar die eines Gefreiten.

Caffel, 7. Januar. Um.angesichts der herrschenden Fettnot alle Knochen, auch die bereits im Haushalt ausgekochten für die Knochenfettgewinnung zu erfaffen, wird eine Knochensammlung durch die Schulen ein­geleitet. Die Jugend wird über Bedeutung und Zweck der Sammlung ausgeklärt und zur eifrigen Mitarbeit aufgerufen werden. Auch Wild- und Ge­flügelknochen werden in die Sammlung einbezogen. Wenn auf dem Lande das Ergebnis auch nicht be- trächlich sein kann, so wird doch die Zeit der Haus- schlachtungen auch für diese Äammlungauszunutzensein.

Caffel, 7. Januar. In Erkenntnis der Bedeutung der Ziegenmilch für die Bolksernährung wirkt eine Bekanntmachung der hiesigen Landwirtschaftskammer auf die Ziegenhalter und -Züchter dahin ein, anzu- streben, daß die Lammung der Ziegen nicht nur im Frühjahr, sondern auch in den anderen Jahreszeiten erfolgt. Bekanntlich ist die Milchabgabe durch die Ziegen an die Zeit des Lammens gebunden. Zur Anregung hat die Landwirtschaftskammer 3000 Mark ausgeworfen zur Bewilligung von 10 Mark Prämien für solche Ziegen, die in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1918 lammen.

Hofgeismar, 7. Januar. Eine nette Ueberraschung wurde heute morgen einem hiesigen Einwohner zuteil. Als er seinem fetten Schwein den Morgenkaffee bringen wollte, fand er nur noch die Gedärme vor. Offenbar hat das hungrige Tier sich selbst aufgefressen. Was der Krieg alles zuwege bringt!

Frankenberg, 3. Januar. In einem Landorte er­warb ein fremder Mann für 60 Mark fünf Pfund Butter, ließ sich dann an die Bahn fahren und be­zahlte dann mit einem Hundertmarkschein, auf den er sich 30 Mark herausgeben ließ. Später stellte sich heraus, daß der Schein unecht war.

Jena, 4. Januar. Der Oberpostassistent Hammes aus Neustadt a. d. Orla, der sich vor einigen Wochen nach Unterschlagungen im Amte einen Revolverschuß beigebracht Ih^e, ist jetzt in der Klinik seinen Ver­letzungen erlegen. Bekanntlich hatte er nach Ent­deckung seiner Verfehlungen seine 27jährige Schwester erschossen.

Lauch«, 3. Januar. Seit Anfang Oktober war in einem hiesigen Fabrikbetriebe ein Assistent Erich Happel beschäftigt, der sich als kriegsbeschädigter Ober­leutnant d. L. durch gewandtes Auftreten bald Ein­gang im weitere Kreise zu verschaffen wußte. Er trat meist in der Uniform des Res. Jnf.-Regt. Nr. 3 auf und trug verschiedene Kriegsorden, so das Eiserne Kreuz 1. Klaffe. Mehrere Offizierskoffer hatte er in einem hiesigen Gasthofe stehen. Hier auf Urlaub weilenden Offizieren erschien Happel dadurch ver­dächtig, daß er seine Vorliebe für junge Mädchen in einer eigenartigen, das Ansehen der Uniform schädigen­den Weise zu erkennen gab. Der hier auf Urlaub weilende Bürgermeister Leutnant d. R. Joericke nahm in Happels Wohnung eine Feststellung der Persön­lichkeit und militärischen ^tevnnn - v.Mifc-«hr wioenpruü)« geltet Ein Urlaubsschein wurde als gefälscht erkannt. Auf bestimmten Vorhalt gab Happel zu, daß er nicht Offizier sei und das Eiserne Kreuz unberechtigt trage. Auch mehrere Vorstrafen gab er zu. Er wurde festgenommen und zu weiterer Untersuchung dem ÄmtsgerichtsgefängniS zugeführt.

Nordhanse«, 3. Januar. Beim Wildern zu Tode gekommen ist der berüchtigte, aus Aschersleben ge­bürtige Arbeiter Gottlieb zu Felde. Er wurde in der Fallerslebener Feldflur durch zwei Schüsse des Feldschutzmanns Heidenreich schwer v rwundet und starb bald darauf im Krankenhaus.

WorbiS, 5. Januar. Das Schöffengericht Wordis hatte den Lehrer a. D. Karl H. wegen Vergehens gegen das Hilfsdienstgesetz zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Er hatte trotz wiederholter Aufforderung, eine Schreiberstelle am Gefangenenlager Langensalza anzutreten, krankheitshalber nicht angetreten. Die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung wurde von -er Strafkammer in Nordhausen ver­worfen.

Hünfeld, 4. Januar. Der Landrat des Kreises Hünfeld gibt bekannt: Holzschuhmacher, welche Schuhe aus älteren, noch billig eingekauften Holzvorräten verarbeiten, werden für Mannschuhe höchstens 2 Mark für Mittelschuhe höchstens 1,50 Mark fordern können. Wenn aber Holz aus Käufen neuerer Zeit verwendet wird, muß ein Preis für Mannschuha von 3 Mark für Mittelschuhs von 2,25 Mark als angemessener Richtpreis bezeichnet werden.

Fnlda, 4. Januar. In der Fuldaer Zeitung wurde folgende bezeichnende Anzeige veröffentlicht: Wegen der restlosen Milchabnahme sind die größeren Viehbesitzer von Maischt willens, ihre frisch­melkenden Kühe sofort zu verkaufen. Die größeren Viehbesitzer".

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die

amtlichen Nelamtmachungen.

Nicht nur an den Tagen, an denen man etwas wichtiges unter ihnen vermutet, sondern ae «glich -a&e

Unter den amtlichen Bekanntmachungen werden fast Tag für Tag Bestimmungen wirtschaftlichen Inhalts verzeichnet, die man in dieser ernsten Zeit wissen und befolgen muh. Einmal im Interesse des allgemeinen Wohles und dann auch um sich vor Strafe zu schützen.