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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
Nr. 80.
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Bus der Heimat«
* (Weitere Kriegsbeihilfen). Entsprechend den Grundsätzen für die Gewährung von Kriegsbei- Hilfen aus Anlaß der Teuerung an die Zivilbeamten im Ruhestande und ihre Hinterbliebenen werden jetzt, wie amtlich mitgeteilt wird, den pensionierten Beamten der Heeresverwaltung und ihren Hinterbliebenen Kriegsbeihilfen ausgezahlt. Auch die pensionierten Offiziere und die Rentenempfänger, ihre Witwen und Waisen können mit laufenden und einmaligen Kriegsbeihilfen bedacht werden, für deren Bewilligung bei Offizieren usw. das Kriegsministerium, bei Rentenempfängern usw. das örtlich zuständige stellvertretende Generalkommando in Frage kommt.
* („Kohlen spar er".) In letzter Zeit sind dem Publikum vielfach sogenannte „Kohlensparer" zum Ankauf angeboten worden. Vom Reichskommissar für die Kohlenverteilung, Abteilung Heizung, wird darauf hingewiesen, daß es derartige, wirklich kohlen- sparende Apparate für Hausbrand nicht gibt und daß die sogenannten Vorrichtungen in den meisten Fällen völlig wertlos sind.
* (Zu viel Kontori st innen!) Die nachstehende Warnung geht dem „Berl. Lokalanz." vom „Kaufmännischen Verband für weibliche Angestellte" zu : „Die übermäßige Bevorzugung von Kontor- und Bureau-Anstellungen durch die weibliche Jugend hatte schon im Frieden eine Ueberfüllung mit ungeeigneten und schlecht vorgebildeten Kräften zur Folge. Während des Krieges sind viele Tausende von Frauen und Mädchen als Ersatz für die eingezogenen Männer in die großen Kriegsbetriebe, die staatlichen, städtischen und militärischen Bureaus hineingezogen worden, zum Teil ohne genügende Vorbildung oder überhaupt . ^«bm^^ul -s**^«- M ventzem--Ste7 werben beim Friedensschluß teilweise wieder frei, eoenso die augenblicklich in besetzten Gebieten und Etappen tätigen Angestellten und Schreibkräfte und die sonst noch in Handel und Industrie als Vertretung von Männern tätigen Frauen. Vermutlich werden wir nach dem Kriege deshalb mit starker Stellenlosigkeit zu rechnen haben. Nur die allertüchtigsten, vielseitig ausgebildeten Angestellten werden auf Verwendung rechnen können. Die anderen werden dazu gezwungen • sein, im Wettbewerb auf die Gehälter zu drücken oder dem Beruf den Rücken zu kehren. Aus diesen Gründen kann Eltern, Vormündern und Erziehern nur die Mahnung zugerufen werden, bei der Berufswahl der ihnen anvertrauten Mädchen den obigen Sachverhalt zu berücksichtigen."
* Kriegsgefangene dürfen nicht zu den Selstversorgern im Sinne der Reichsgetreideordnung gerechnet werden. Folglich ist es unzulässig zu ihrer Ernährung Gerste, Hafer oder Hülsenfrüchte zurückzubehalten.
»(Milde bei der Steuerbeitreibung.) Der Finanzminister hat verfügt, daß bei der Beitreibung fälliger Steuern jetzt mehr als je mit Milde und Entgegenkommen verfahren werden muß und daß überall da von der Ermächtigung zur Stundung Gebrauch zu machen ist, wo die Verhältnisse der Pflichtigen es irgend notwendig erscheinen lassen.
* Eine Fahrpreisermäßigung ist für den Besuch der Leipziger Frühjahrsmesse vom 3. bis 9. März genehmigt worden; sie beträgt in der 2. und 3. Wagenklasse aller Züge 50 Prozent des gewöhnlichen Fahrpreises, unter gleichzeitigem Fortsall des Schnellzugszuschlages. Eine Bescheinigung des Meßamtes in Leipzig muß vorgelegt werden.
* (Lehrlingsnöte.) Das Handwerk leidet allmählich immer schwerer unter dem Mangel an Lehr- lingen. Einmal fehlt deren Arbeitskraft, sodann aber muß es auch mit Besorgnis für die Zukunft des Handwerks erfüllen, wenn der Nachwuchs auszugehen droht. Es ist aber schwer, Abhilfe zu schaffen, weil die großen anderweitigen Verdienstmöglichkeiten der Kriegszeit die Jugend dem weniger einträglichen Handwerk fernhalten. Vielfach entlausen die jungen Leute direkt ihrem Meister, um es Kameraden gleich zu tun, die irgendwo in der Fabrik oder im Hilfsdienst einträglichere Posten gefunden haben. Es wird zu erwägen sein, ob man nicht Schratte dagegen tun kann. Das ist gewiß schwierig und in manchem Betriebe, wo man froh ist, auch nur schon irgendwelche jugendlichen Arbeiterbekommen zu haben, wird man sich dagegen sträuben, sich solche wieder entziehen zu lassen. Aber die Mahnungen der Handwerkskammern können wirklich n i ch t m e h r überhört werden. Diese beanspruchen für sich das Recht, bei Einstellung jünger Arbeiter, die aus irgend einer Lehre entlaufen sind, erst.um ihre Zustimmung angegangen zu werden. Es ist die Pflicht der Handwerkskammer, die Interessen der Handwerker zu wahren. Man darf es deshalb sehr wohl auch für ihre Aufgabe halten, bei einem Notstand wie d m vorliegenden, sich hören zu lassen. Hält »an sie aber für eine vielleicht manchmal ein-
Dienstag, den 5. Februar
seitige Interessenvertretung, so ließe sich dieser Mangel ausgleichen, wenn man etwa auch die Vormundschaftsbehörden bei der Entscheidung über das künftige Schicksal entlaufener Lehrlinge mit zu Rate zöge. Denn auch vom Standpunkte der erzieherischen Interessen und der wirtschaftlichen Zukunft unserer Jugend muß die vorliegende Frage erörtert werden. Der Augenblicksvorteil deckt sich durchaus nicht immer mit dem dauernden Vorteil. Der junge Mensch, der im Augenblick in der Industrie allerdings häufig einen übertriebenen hohen Lohn erwerben kann, wird bei Wiederherstellung normaler Verhältnisse ebenso häufig entbehrlich werden und steht dann nicht nur ohne Arbeit, sondern auch ohne rechte Ausbildung und Lehre vor einer neuen zweifelhaften Zukunft. Dann sind die Krtegsarbeitsjahre für ihn mehr oder weniger verloren. Der Schaden wird verschieden sein je nach dem Charakter des Lehrlings oder nach dem Unterschied seines Kriegsberufs von seinem späteren Beruf. Es muß auch da von Fall zu Fall erwogen werden. Man würde somit dem Lehrling und dem Handwerk zugleich dienen, wenn man Handwerkskammern und Vormundschaftsbehörden mit der genannten Aufgabe betraute.
»(Baustoffbeschaffungnachdem Kriege).
In einer vom Reichswirtschaftsamt einberufenen Sitzung, zu der auch die Vertreter der Interessenten geladenwaren,wurde öieFrageder Beschaffung vonBau- stoffen behandelt, um den für die Uebergangszett nötigen Wohnungsbau sicherzustellen. Besonders wurde die Möglichkeit der Verwertung der von der Militärverwaltung freigegebenen Mengen und der Steigerung der Erzeugung von Ziegeln, Holz, Baueisen und Zement besprochen. Es wurde festgestellt, daß, wenn auch einer straffen Bewirtschaftung der nötigen Stove öod) die Schaffung dezentralisierter Organisationen mit zentraler Spitze zur Regelung des Absatzes voraussichtlich wünschenswert sei. Die Frage wird durch das Reichswirtschaftsamt weiter geprüft werden. '
§ Hersfeld, 4. Februar. Mit dem Eisernen Kreuz wurden ausgezeichnet: Wehrmann Wilhelm Eisel, Hersfeld, Landsturmmann Georg Thomas, Hersfeld, Fernsprecher Heinrich Diegel, Mecklar, Unteroffizier Nikolaus Heyer, Kalkobes, Ers. Res. Wilhelm Kleinkauf, Sorg«.
):( Mecklar, 4. Februar. Feldwebel-Leutnant Konrad Prenntzell im Jnf. Regt. Nr. 50, Sohn des Landwirts Konrad Prenntzell hier, wurde mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.
Vedra, 1. Februar. Der von der preußischen Eisenbahnverwaltung geplante Bau von neuen Ueber- Holungsgleisen auf dem Bahnhof Wommen (Werra), für die der Landtag bereits mehrere Hunderttausend Mark bewilligt hatte, ist infolge des Krieges wegen der Knappheit an Arbeitern und an Material nicht zur Ausführung gekommen. Die Anlagen, für ine lediglich die Vorarbeiten begonnen sind, sollen nunmehr erst nach Kriegsschluß fertiggestellt werden. Durch die neuen Ueberholungsgleise soll eine raschere Zugaufeinanderfolge und eine Entlastung der Bahnhöfe Bebra, Gerstungen und Eisenach erzielt werden.
Caffel, 4. Februar. Sonnabend früh hat die in den Fabriken auf dem Forst beschäftigte Arbeiterin Martha Krapp auf einem Abort einem Knaben das Leben gegeben und gleich darauf auf unmenschliche Art wieder genommen. Sie versuchte dasKind in den Abtritt zu werfen, da aber die Oeffnung ntcht groß genug war, zog sie es wieder heraus und warf es durch das Abortfenster auf den Hof, wo man das Kind bald darauf fand. Die Kriminalpolizei vermochte die unnatürliche Mutter bald ausfindig zu machen und nahm sie in Haft.
Riederzwehren, 1. Februar. Heute vormittag hielt das Erste Ersatzbataillon des Fußartillerie- Regiments 11 seinen feierlichen Einzug in seine neue Garnison Riederzwehren. Der Kommandierende General des 11. Armeekorps, Generalleutnant von Kehler begrüßte am Spordenkmal das Bataillon.
Lippoldsberg, 4. Februar. Wegen Verfüttern» von Weizen und Korn wurden in dem nahen H. eine Witwe mit 300, ein Landwirt mit 100 Mark Geldstrafe belegt.
Bernawahlshanse», 4. Februar. Für 4800 Ztr. abgelieferte Kartoffeln sind 28000 Mark in unsere Gemeinde gekommen. Vor 14 Tagen hatte der Viehhandelsverband hier etwa 16 Stück sehr wertvolles Großvieh aufgekauft und verladen. Der Eisenbahnwagen hat aber seinen Bestimmungsort nicht erreicht und hat trotz aller Nachforschungen noch nicht ausfindig gemacht werden können.
Roda, 1. Februar. An Bergiftungserscheinungen starben in Rabis zwei Knaben des zur Zeit im Heeresdienst stehenden Landwirts Schröter. Den Angehörigen war aus Jena von unbekannter Seite ein
1918
Packet mit einer Flüssigkeit und Backwaren zugegangen, wovon die drei und sieben Jahre alten Kinder genossen hatten. Der eine Knabe starb nach einer Stunde, der andere nach drei Stunden. Das Befinden der Mutter, die gleichfalls von dem Backwerk genossen hatte, hat sich gebessert. Der Fall ist noch nicht aufgeklärt, doch wird ein Racheakt vermutet. Die Untersuchung der Backwaren hat ergeben, daß sie Arsenik enthalten. .
Hünhan, 4. Februar. Auf Bahnhof Gerstungen wurde der 17jährige Bremser August Rehberg von hier auf einem Dienstgange über das Geleise totgefahren.
Wiesbaden, 1. Februar. Einen Reinfall erlebte eine Frau, die einen größeren Vorrat Mehl Hamstern wollte. Ein Mann bot ihr zum Preise von 3,50 Mk. das Pfund an. Die Frau ging glatt auf den Handel ein und bestellte. Daraufhin lieferte ihr der fugend- liche „Händler" ein Paket von 40 Pfund, erhielt sein Geld und verschwand. Als die Frau das Mehl in Gebrauch nehmen wolltL, stellte es sich heraus, daß sie statt Mehl Gips gehamstert hatte. ________________
Ae HerssMr Stillte im Acht des
Mckndes.
Sammlung von Knochen.
Nach dem Vorbild von anderen Städten ist im Einvernehmen mit der Kreis- und Stadtbehörde ein regelmäßiger Abholungsdienst zur Sammlung und restlosen Erfassung der Knochenvorräte in der Stadt und im Kreis eingerichtet worden. Zu diesem Zweck ist die Stadt Hersfeld in drei Sammelbezirke eingeteilt worden und ;e ein Bezirk im Einverständnis trü Schulleiter'. -er d^r hiesigen Tchnl^ IKLl Gymnasium, Stadt. Lyzeum, evangelische und katholische Bürgerschule) überwiesen worden. In jedem Bezirk bildet eine dieser Schulen eine Sammelstelle, die ihrerseits mit der Hauptsammelstelle, Herrn Metzgermeister Jean Herda, Kirchtor, in Fühlung steht, die sich unter der Aufsicht der Stadtverwaltung befindet. Die Schule nimmt aus der Hand der Schüler oder Schülerinnen das aus ihren Haushaltungen stammende und durch den regelmäßigen Abholungsdienst zusammengebrachte Sammelgut an einem bestimmten Wochentage entgegen und sorgt dafür, daß das den Sammlern zustehende Speisefett (1 Prozent bt$ ab~ gelieferten Gewichtes) gutgeschrieben wird. Jede Schule teilt die zu ihrem Bezirk gehörigen Etraßen- züge in Gruppen von einer bestimmten Anzahl von Haushaltungen ein, über die von der Schule Buch geführt wird. Es wird streng darauf gehalten werden, daß die Schüler »der Schülerinnen ausschließlich die ihnen zugewiesenen Häuser besuchen und nicht im Gebiet einer anderen Schule sammeln. Die Schüler (Schülerinnen) versehen sich zum Einsammeln der Knochen am besten mit einem zum Umhängen geeigneten Beutel oder mit einem Korbe. Regel ist, daß immer zwei Schüler gleichzeitig einen Bezirk besuchen. Für die Ablieferung empfiehlt sich öre Aufstellung von Gutscheinen auf eine bestimmte Menge Speisefett. Diese Belohnung hat sich als ein sehr wirksamer Anreiz zur regelmäßigen Sammlung erwiesen. Alle Schulen ohne Unterschied des Standes oder des Bildungsgrades beteiligen sich an der Sammlung. Die Sammler werden von den Schulen vorsichtig ausgewählt, denn nur durchaus zuverlässige, ausdauernde, mit Lust und Liebe zur Sache begabte Schüler und Schülerinnen, eignen sich zur Durchführung dieser für das Gesamtwohl äußerst wichtigen Sammlung. Die Sammler werden von ihren Schulen ermähnt werden, beim Betreten der Häuser sich stets ruhig und bescheiden zu verhalten. An unsere Hausfrauen ergeht gleichzeitig die herzliche Bitte, den rm Dienste des Vaterlandes, nicht in persönlichem Interesse tätigen Knaben und Mädchen ihre ehrenvolle, aber auch mühevolle Aufgabe durch freundliches Entgegenkommen zu erleichtern.
Für das Kilo Knochen werden auf Wunsch 11 Pfennige ausgezahlt. Etwaige Geldüberschüsse werden dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig mit dem Einsammeln der Knochen soll eine planmäßige Nachlese anderer Abfallstoffe (Weißblech, Metall, Stantol, Korke, Gummi, Papier usw.) Hand in Hand gehen. Der Erfolg wird lediglich durch ein verständnisvolles Entgegenkommen aller Mitbürger sichergestellt. Es wird damit dem Vaterland zugleich der beste Dienst erwiesen und außerdem werden Geldmittel für die Kriegswohlfahrtspflege sichergestellt. Aehnlich wie in der Stadt wird die Knochensammlung in sämtlichen Ortschaften des Kreises mit Hilfe der Lehrer und Schulen in die Wege geleitet. Da eine wesentliche Bedingung für die allseitige Ausdeutung der Knochen die möglichst rasche Zuführung an ine Hauptsammelstelle bildet, ist hierbei die Mitwirkung der die hiesigen höheren Lehranstalten besuchenden Schüler und Schülerinnen ins Auge gefaßt worden. Möchten die Schulen, die sich schon oft bewährt haben, auch hier sich ihrer wichtigen Aufgabe gewachfen zeigen!