Hersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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: Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ; Amtlicher Anzeiger : Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im 2
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2 Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld, j für den xmö Hersfeld Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
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Nr. 35.
Sonntag, den 10. Februar
1918
Amtlicher Teil.
BeSarls-MmeldWg lir Nähgarn und Zwirn.
Zur Vorbereitung der Aufstellung eines Ver- teilungsschlüssels für die bevorstehende Nähgarnverteilung werden hiermit alle nachstehend bezeichneten Personen und Betriebe zur Anmeldung ihres Bedarfes an Nähgarn und Zwirnen aufgefordert und zwar
1. alle Personen und Betriebe, die Baumwollnäh- fäden oder Leinennähzwirne gewerbsmäßig unmittelbar an die Verbraucher gegen Entgelt veräußern (Kleinhändler) zur Anmeldung ihres Umsatzes im Jahre 1913,
2. alle Personen und Betriebe, die Baumwollnäh- fäden oder Leinennähzwirne in ihnen hierzu übergebene Gegenstände gewerbsmäßig gegen Vergütung für andere verarbeiten (z. B. Flickschneider, Schneiderinnen, Putzmacherinnen, Weißzeugnäherinnen und Sergl.) oder die Fäden oder Zwirne gewerbsmäßig zur Herstellung von Gegenständen verarbeiten (z. B. Maßschneider), sofern sie am 1. Dezember 1917 nicht mehr als 15 Arbeiter dauernd versicherungspflichtig beschäftigten, zur Anmeldung ihres Bedarfes im Jahre 1913.
3. alle Anstalten mit Insassen (z. B. Krankenanstalten, Gefängnisse) zur Anmeldung ihres Bedarfes im Jahre 1913.
Die Anmeldungen haben auf besonderen Bordrucke« zu erfolgen, die vom 11. Februar 1918 er an Hohenzollern) während der täglichen Dienststunden von 9^2 — 12Va Uhr für die oben genannten Personen aus Hersfeld unentgeltlich abgegeben werden.
Die Vordrucke für die Beteiligten in den Landgemeinden des Kreises Hersfeld gehen den Bürgermeistern per Post zu und sind von letzteren den Kleinhändlern, Schneider und Schneiderinnen sofort zuzustellen.
Die Vordrucke sind genau ausgefüllt bis zum 18. Februar 1918 an die Bekleidungsstelle Hersfeld Hotel Hohenzollern einzureichen oder per Post zuzu- senden (Postschließfach Nr. 27); später entlaufende Anmeldungen können für das erste Quartal 1918 nicht mehr berücksichtigt werden.
Hersfeld, den 9. Februar 1918.
Der Landrat
J. B.
o. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 30. Januar 1918.
Bei der Firma Gebrüder Diebel hier Kaiserstraße stehen 500 Stück Petroleumsparlampen zum Verkauf. Dieser Apparat besteht aus einer einfachen Röhre mit Docht und kann auf jeder Flasche oder M-znei- glas angebracht werden. Der Preis für eine solche Sparlampe beträgt 15 Pfg. Mit Rücksicht auf die äußerst große Knappheit an Petroleum ist die Anschaffung einer derartigen Lampe zu empfehlen.
Tgb. No. i. 1492. Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 4. Februar 1918.
Nachprüfung der Fleischbeschauer
Bestimmungsgemäß haben sich die Fleischbeschauer alle 3 Jahre einer Nachprüfung durch den Kreis tier- arzt zu unterziehen. Die Fleischbeschauer, die in diesem Jahre Ihre Nachprüfung abzulegen haben, haben sich innerhalb 8 Tagen bei dem Herrn Kreistierarzt in Homberg schriftlich zu melden. Im Falle der Unterlassung der Meldung zur Nachprüfung verfällt der Befähigungsausweis.
Tgb. Nr. 1. 1536. Der Landrat.
J. V.
v. He d e m a n n, Reg.-Assessor.
Bus der Heimat.
* (Die gute Obsternte.) In dem vom Landesausschusse festgestellten Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der Landstraßen- und Landwegebau- verwaltung für das Rechnungsjahr 1918 ist bei den Einnahmen ausObsteingegen das Vorjahr um7600 Mk. höherer Betrag (42 600 Mark gegen 35 000 Mark) eingestellt worden. In der Begründung wird bemerkt -aß, wenn auch nach der sehr guten Obsternte der letzten Jahre damit gerechnet werden müsse, daß in dem Jahre 1918 nicht eine gleich gute Ernte eintrete, so scheine es mit Rücksicht aus die gestiegenen Kaufpreise
doch tunlich, einen um 7800 Mk. höheren Betrag als im Vorjahre einzustellen. Der durchschnittliche jährliche Erlös in dem achtjährigen Zeitraume vom 1. April 1909 bis 1. April 1917 hat betragen 46 942 Mark.
* (Der Eisenbahnminister gegen die B a h n d i e b st ä h l e). Der Minister der öffentlichen Arbeiten weist in einem an die Eisenbahndirektionen gerichteten Erlaß erneut darauf hin, daß die Eisen- bahndiebstähle immer noch in erschreckender Weise zugenommen haben. Der Minister vertraut bei Bekämpfung des die Allgemeinheit schwer schädigenden Uebels auf die Hilfe des altbewährten, im Heimat- dienste verbliebenen Stammes von Beamten und Arbeitern und der Eisenbahn-Fachvereine. Der Erlaß enthält eine Zusammenstellung der zur Abhilfe geeigneten Mittel: hohe Belohnung für die Aufdeckung von Diebstählen, Ueberwachung der Bahnhöfe und der Güterböden, die zum Teil mit militärischer und polizeilicher Unterstützung erfolgen soll: Sicherung des Verschlusses der Wagen, die Nachprüfung der Züge, der Rollfuhren usw. Neue Vorschläge sollen geprüft und gegebenenfalls ausgestaltet werden.
*(DieBrotrationöerSelbst»ersorger.) Im Hinblick auf die vielfach nicht befriedigenden Ergebnisse der letzten Brotgetreideernte wird, wie der Herr Regierungs-Präsident mitteilt, nach dem Vorgänge anderer Provinzen auch für den Bereich der Provinz Hessen-Nassau auf Grund freiwilliger Entschließungen der Kommunalverbünde von dem Re- gierungs-Präsidenten die Brotration der Selbstversorger vom 15. Februar ab allgemein von 9 Kilogramm auf 6' 2 Kilogramm herabgesetzt werden. Die Selbstversorger sind damit den Bersorgungsberechtigten in ihrem Brotbezuge annähernd gleichgestellt und ermöglichen es dadurch, die den letzteren zustehende Brotmenge ungekürzt aufrecht zu erhalten.
dem Tabak „Ersatzstoffe" beigemischt werden, hat der Bundesrat bekanntlich schon vor einiger Zeit erlaubt. Jetzt hat der Finanzminister im Einvernehmen mit dem Reichsschatzamte ein übriges getan. Er gestattet, wie der Berliner Lokalanzeiger mitteilt, daß Tabakmischungen noch als Tabak bezeichnet werden, wenn der Tabak mehr als 5 v. H. des Gesamtgewichtes aus- macht. Es geht den Rauchern wie den Biertrinkern immer schlechter.
* (Z ur Schleichhandelbekämpfung.) Künftig soll beabsichtigt sein, den Schleichhandel, der auf dem Weg der Post- und Eisenbahnsendungen getrieben wird, zu ersoffen. Die Post- und Eisenbahn- beamten sollen in Zukunft berechtigt sein, Sendungen, von denen sie annehmen können, daß sie gegen Kriegsvorschriften verstoßen, zurückzuweisen oder ihre Oestnung zu verlangen) wird Schleichware festgestellt, so müssen die Beamten Anzeige erstatten.
* (Bezirkssteue r für den Regierungsbezirk Cassel.) Der Landesausschuß hat beschlossen, die Bezirkssteuer für das Jahr 1918 auf 12 Prozent (gegen 10 Prozent im Jahre 1917) der Staatseinkommensteuer festzusetzen. Danach gelangt ein Mehr von 410000 Mark gegen das Vorjahr zur E rhebung.
* (Neue Reiseb rot marken.) In den nächsten < Tagen gelangen neue Reisebrotmarken zur Ausgabe, und zwar außer den bisherigen über 50 Gramm Gebäck auch noch solche über 500 Gramm. Diese 500 Gramm-Marken werden zweckmäßig von denen, die Brot nicht in einzelnen Schnitten, sondern im ganzen beziehen wollen, benutzt, also neu Militärurlaubern, Binnenschiffern, Arbeitern, die außerhalb ihres Wohnortes tätig sind, Reisenden, die sich in volle Verpflegung begeben usw. Wegen Stoffersparnis werden die Reisebrotmarken nur in Bogen zu je 10 Stück ausgegeben, also nicht mehr auch in Heften. Aus dem gleichen Grunde sin- die Marken den bisherigen gegenüber erheblich verkleinert. Die 50 Gramm- Markenbogen zeigen als Wertpapierunterdruck einen grauen Reichsadler auf graublauem, die 500 Gramm- Markenbogen einen solchen auf.rotgrauem Grunde. Zur Verhütung von Fälschungen ist das Papier mit Wasserzeichen sowie roten und blauen Fasern versehen. Mit der Ausgabe der neuen Marken werden die bisherigen noch nicht ungültig: sie gelten vielmehr neben den neuen bis zum 15. März. Vom 16. März ab dürfen nur noch die neuen verwendet werden.
) :(Hersfeld, 9. Februar. Bedarfsanmeldung für Garn und Zwirn. Die Bewirtschaftung von Garn uüd Zwirn ist wie bereits mitgeteilt, auf die Reichsbekleidungsstelle übergegangen. Für die Provinz Hessen-Nassau ist in Frankfurt a. M. eine Bezirksstelle errichtet worden, an welche die beteiligten Fabriken zu liefern haben. Die ziffernmäßige Verteilung auf die Kleinhändler, Berarbeiter und Anstalten erfolgt durch den Kommunalverband Hersfeld, welcher im amtlichen Teil zur Anmeldung des Bedarfs auffurdert, um die Aufstellung eines Verteilungsschlüssel vorbereiten zu können. Die Aufforderung richtet sich an alle Kleinhändler, Berarbeiter (Maßschneider, Flickschneider
Putzmacherinnen, Weißzeugnäherinnen), ferner an alle Anstalten (Krankenhäuser, Gefängnisse).
):( Hersfeld, 9. Februar. Ueber den Po st verkehr mit Kriegsgefangenen sowie mit bürgerlichen Gefangenen im Auslande sind neue Bestimmungen erschienen, welche im Landratsamt ausgehängt sind.
§ Hersfeld, 9. Februar. An das Fernsprech- netz neu angeschlossen: Leinenhaus I. Schuchardt, Klausstr. 3 unter Nr. 274.
-b- Hersfeld, 9. Febr. (Heiterer Künstler- a b e n d.) Der Kgl. Schauspieler Gustav Pickert, der Komiker des Kasseler Hoftheaters, wird am Donnerstag den 14. Februar im Saal des Gasthauses zum Stern einen „Heiteres Künstler-Abend" abhalten. Herr Pickert, der von der gesamten Presse als Meister der modernen Vortragskunst bezeichnet wurde, wird die besten Schöpfungen von Seidel, Hauptmann, Fontäne, Reuter, v. Schlicht, Brennert, Thoma u. a. künstlerisch zur Geltung bringen. Den Freunden des echten, goldenen Humors steht also ein genußreicher heiterer Abend bevor.
):( HerSfeld, 8. Februar. Einen hochinteressanten Spielplan bringt diesmal das Hersfelder Lichtschauspielhaus, nämlich „Soll und Haben des Weltkrieges 1917", ein militär-amtliches Werk, welches durch das Bild- und Film-Amt herausgegeben worden ist. Alles nähere ist aus der heutigen Anzeige zu ersetzen. — Nm auch den Bewohnern der an der Kreisbahn telegenen Ortschaften den Besuch der Nachmittags-Vorstellungen zu ermöglichen, wird -er um 7 Uhr abends hier abgehende Zug in dankenswerter Weise bis Heimboldshausen durchgeführt.
):( Hersfeld, 9. Februar. Am nächsten Mittwoch und Donnerstag wird im Lichtschaufpielhaus das votsrlä^bstche ^Umtch^nfyiel „Ostpreußen und sein Hlnöenbür g" Mr Vorführung gelangen. Die uns vorliegenden Presfebesprechungen bezeichnen dass Werk als eine ausgezeichnete Darbietung, die von echt vaterländischem Geiste getragen ist. Ebenso wird die Veranstaltung durch Schulleiter und militärische Stellen auf das beste empfohlen. Der Film wird zugunsten des unter dem Protektorat S. M. des Kaisers stehenden Reichsverbandes „Ostpreußenhilfe" vorgeführt, welchem 20% der Einnahmen zufließen. Dies dürfte wohl ebenfalls mit dazu beitragen, daß auch in unserer Stadt dem Werke das größte Interesse entgegengebracht wird, wie dies in zahlreichen anderen Städten des Reiches der Fall war.
Caffel, 8. Februar. Die Dörfer in der Umgebung von großen Städten haben jetzt durch den guten Verdienst eine sehr anspruchsvolle Jugend erhalten. Kam 6a kürzlich in Jhringshausen eine junge Maid mit -er Beschwerde beim Bürgermeister an, -aß sie „garnichts mehr anzuziehen" habe, so daß sie unbedingt einen Bezugsschein für ein Paar Schuhe und ein Kleid haben müsse. Der Bürgermeister verweigerte diese Forderung und es kamen daraufhin noch mehrere junge Mädchen mit dem gleichen Begehren. Alle behaupteten, daß sie nichts mehr anzuziehen hätten. Der Bürgermeister bestimmte nun, daß einmal ausnahmsweise am vergangenen Sonntag in einem größeren Lokale ein Tanzvergnügen abgehalten werden könne. Der Herr Bürgermeister war rechtzeitig an Ort uyd Stelle und siehe da, alle die jungen Mädchen, die fest und bestimmt behaupteten, nichts mehr anzuziehen zu haben, waren in recht schönen, ja teilweise kostbaren Kleidern zu Stelle, auch andere, von denen noch ältere schriftliche Anträge vorlagen, waren dabei. Das Ergebnis des Tanzkränzchens war, daß noch verschiedene, schon bewilligte Anträge auf Bezugsscheine wieder zurückgezogen wurden, da die gesamten jungen Mädchen noch recht gut mit Garderobe versorgt wrren . . .
Geismar, 8. Februar. Einem westfälischen Arbeiter wurden die Ergebnisse eines Hamsterzuges angenommen: 164 Pfund Erbsen, 16 Pfund Roggen, fünf Brote, 68 Pfund Rindfleisch, 12 Pfund Wurst, 7 Pfund Butter. IM Zusammenhang mit diesem Fang wurden bei dem hiesigen Landwirt M. beschlagnahmt: 74 Pfund Rindfleisch, 44 Pfund frische Wurst und eine Kuhhaut.
Marburg, 8. Februar. Ein Schleichhändler, der 5 Zentner Erbsen für 500 Mark erworben hatte, konnte hier abgefaßt werden: ihm wurden die Erbsen, bei dem Verkäufer das Geld beschlagnahmt.
Marburg a. L., 9. Februar. Wegen fahrlässiger Tötung erhielt ein Bauer aus Caldern eine Woche ünd sein Junge drei Tage Gefängnis. Der Mann hatte einen Schränk unverschlossen gelassen, in dem ein seit Jahren geladener Revolver lag. Als der Junge diesen in die Hand lGhm und spielte, krachte der Schuß los und tötete eim kleines Mädchen.
Heilige« stadt, 9. Februar. Tödlich verunglückt ist sbeim Holzfuhren der 42jährige polnische Knecht Michael Rosek der Engelhardt'schen Herrnmühle. Auf dem abschüssigen Hütelberge geriet er infolge Stolperns unter die Räder und wurde totgefahren.