sersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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: Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ■
: zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei :
■ Hersfeld. Für die Schristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. :
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im j amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zelle 40 Pfennig. : Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
Nr. 81.
Sonntag, den 7. April
1918
Amtlicher Zeit
Hersfeld, den 28. März 1918.
Die Herren Bürgermeister von Ausbach, Conrode, Friedlos, Gethsemane,Heimbolöshausen, Hilperhausen, Kalkobes,Kleba, Lautenhausen, Leimbach, Mecklar, Rohrbach, Sorga, Unterhaun, Unterneuroöe und Wippershain erinnere ich nochmals an Einsendung der Wirtschaftsübersicht, (Vers. vom 8. 3. 18. F. 348 im Kreisblatt) mit Frist bis zum 7. k. Mts.
Der Vorsitzende des Kreisausschnfies.
I. F. Nr. 485. J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Asseffor.
Hersfeld, den 4. April 1918.
Auf Abschnitt O der ländlichen Lebensmittelkarte für Versorgungsberechtigte werden
200 gr Graupen oder Graupengrütze verabfolgt. In den hierunter genannten Industrie, gemeinden werden als besondere Zuweisung
50 gr Sago
abgegeben.
Der Preis für 200 gr Graupe« oder Graupengrütze beträgt 12 Pfennig, für 50 gr Sago 14 Pfennig.
Die Verkaufsstellen werden auf ortsübliche Weise bekannt gegeben. Ber Verkauf hat alsbald nach Eintreffen der Ware zu erfolgen. Die Karten- abschnitte sind innerhalb 10 Tagen an die Firma G. W. Schimmelpfeng in Hersfeld einzureichen. Diejenigen Händler, die sich in der Einreichung der Lebensmittel- kartenabschnitte nachlässig zeigen und überhaupt bei der Verteilung die Anordnung nicht beachten, haben W erwarten, oa# ^Ben ^t verlaus mw«MHHU' entzogen wird.
Als Jndustriegemeinden sind folgende Orte bestimmt:
Allmeröhausen, Asbach, Ettra, Friedewald. Friedlos, Gethsemane, Gittersdorf, Harnroöe, Heenes, Heimboldshausen. Herfa, Heringen, Kalkobes, Kathus, Kleinensee, Kohlhausen, Leimbach, Lengers, Obergeis, Oberhaun, Petersberg, Philippsthal, Ransbach, Röhrigs- Hof, Rohrbach, Rotensee, Sieglos, Sorga, Untergeis, Unterhaun, Widdershausen, Wippershain, Wölfers- hausen.
Tgb. Ro. K. •. 1079. Der Landrat.
Funke, Kreissekretär.
Betrifft
Kriegsanleihe:
Die Herren Bürgermeister ersuche ich mir die gefaßten Gemeindebeschlüsse über die Zeichnung der 8. Kriegsanleihe bis spätestens zum Montag nächster Woche vorzulegen.
Hersfeld, den 6. April 1918.
Der Vorsitzende des KreisausschusseS.
J. A. No. 3052. J. B.:
v. Hedemann, Reg.-Asseffor.
Hersfeld, den 6. April 1918.
Bekanntmachung betreffend Strumpfzuteilung an die bedürftige bürgerliche Bevölkerung.
Die ReichsbekleidungSstelle liefert vorrausfichtlich im Laufe des. Sommers an die Kommunalverbände einen Posten
graue Männersocken, I
graue Frauenstrümpfe, > für den Winter
graue Kinderstrümyfe, ) die durch die Kaufleute der bedürftigen bürgerlichen Bevölkerung zugeteilt werden sollen.
Die Strümpfe und Socken werden in Sortimenten »1 100 Paar oder auch in halben Sortimenten a) 50 Paar sortiert in allen Größen abgegeben; zu folgenden Preisen:
100 Paar Kinderstrümpfe Größe 1— 9 325,83 Mark 100 Paar Frauenstrümpfe Größe 10—13 301,67 Mark
100 Paar Männersocken Größe 26—30 231,67 Mark.
Diejenigen Kaufleute im Kreise HerSfeld, die obige Strümpfe und Socken zu erhalten wünschen müssen die Anmeldungen b 100 Paar oder 50 Paar pro Sortiment) bis spätenens den 10. April d. Js. schriftlich an die Bekleidu- jsstelle Hersfeld in Hers- felö, Postfach 27 einreichen. Später einlaufende Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden.
Die Verkaufsbedingungen und Verkaufspreise werden später noch bekannt gegeben.
Der Landrat.
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Asseffvr.
Bekanntmachung
der ReichSstelle für Schnhversorgnn- über Schuh- bedarfsscheine.
Vom 27. März 1918.
Auf Grund der Bundesratsverordnung über die Errichtung einer Reichsstelle für Schuhversorgung vom 28. Februar 1918, Reichs-Gesetzbl. S. 100, wird folgendes angeordnet:
$ 1.
Schnhbedarfsscheiupflicht.
Die Ueberlassung der in Z 2 dieser Bekanntmachung bezeichneten neuen Schuhwaren an den Verbraucher zu Eigentum oder zur Benutzung sowie die Eingehung einer Verpflichtung hierzu darf nur gegen Abgabe eines Schuhbedarfsscheines erfolgen, ohne Unterschied, ob die Ueberlassung oder Verpflichtung entgeltlich oder unentgeltlich erfolgt.
Aus besonderen Gründen, insbesondere zum Zwecke der Erprobung von Schuhwaren, können aus Antrag Ausnahmen von der Bedarfsscheinpflicht durch r*tijjj|Äj|yjyti^
BedarfsscheinpflichtigeS Schuhwerk.
Bedarfsscheinpflichttg ist neues Schuhwerk, dessen Sohle mindestens im Gelenk oder in der Bsröerfläche ganz aus Leder besteht, auch wenn die Sohle mit Sohlenschonern oder mit Halbsohlen aus Ersatzstoffen (5- B. aus Holz) bewehrt ist.
Bevor bedarfSscheinpflichtiges, neues Schuhwerk von dem Hersteller in den Verkehr gebracht wird, ist es von diesem als solches durch Aufstempelüng des Wortes „bedarfsscheinpflichtig" auf der Sohle zu kennzeichnen.
Den Kommunalverbände» bleibt er überlassen, für ihren Bezirk auch getragenes oder aus Altmaterial hergestelltes Schuhwerk, soweit solches durch die Kommunalverbände oder die von ihnen beauftragten Stellen entgeltlich abgegeben wird, für bedarfsscheinpflichttg zu erklären und das Bedarfsscheinver- sahren für dieses Schuhwerk besonders zu regeln.
8 8
AuSfertigungsstelleu für SchuhbedarfSscheine.
Die Schuhbedarssscheine werden von den gleichen Stellen ausgefertigt, welche in den einzelnen Bezirken zur Ausfertigung der Bezugsscheine der Reichsbe- kleidungsstelle zuständig sind.
Bei unvorhergesehen eintretendem Bedarf wie bei Zerstörung, Diebstahl oder dergl., ist ausnahmsweise die Ausfertigungsstelle des Aufenthaltsortes des Antragstellers zur Ausfertigung von Schuhbe- darssscheinen berechtigt; sie hat jedoch in diesem Falle der in Absatz 1 angegebenen Ausfertigungsstelle von der Ausfertigung des Schuhbedarfsscheines sofort Nachricht zu geben.
11 Die in Absatz 1 und 2 erwähnten AusfertigungS- stellen dürfen keine Schuhbedarfsscheine für Heeresund Marineangehörige, das Personal der freiwilligen Krankenpflege und Kriegsgefangene aussertigen.
Art-fertigung »es Schuhbedarssscheine».
Der Schuhbedarfsschein wird auf die Pers»n des Bedarfsscheinberechtigten auf dessen Antrag ausgefertigt und darf nur von diesem zu dem Erwerb von Schuhwerk für den eigene» Gebrauch benutzt werden; der BedarfSschein ist also nicht übertragbar. Er hat eine Gültigkeitsdauer von 12 Monaten vom Tage der Ausfertigung an gerechnet, ist überall im Deutschen Reiche gültig, gibt aber kein Recht auf Lieferung der Ware (siehe § 6).
Bedarfsscheinberechtigt ist:
1. jeder Verbraucher, welcher nicht mehr als 1
Paar gebrauchsfähige Schuhe oder Stiefel
besitzt, deren Sohle mindestens im Gelen? oder in der Borderfläche ganz aus Leder besteht (8 2).
Fortsetzung auf der 4. Seite.
Bus der Heimat.
(§) Hersfeld, 6. April. Zur Nähgarn- und Zwirnverteilung durch die Kommunal- v er bände. In Beantwortung vieler Anfragen teilt die Reichsbekleidungsstelle mit, daß eine größere Menge Baumwoll-Nähsäöen al» die zugeteilte für das erste Vierteljahr 1918 nicht zur Verfügung steht. Rollen zu 50 oder 100 Meter also unter 200 Meter zu liefern, ist aus technischen Gründen nicht möglich. Die Zuteilung von Leinenzwirn wird in allernächster Zeit erfolgen. — Bezugsscheinerteilung nur in dringenden Fällen. Nicht selten erscheinen Leute auf den Bezugsscheinstellen, die ihre Anträge nur damit zu begründen wiffen, daß sie noch niemals einen Bezugsschein verlangt haben. Antragsteller dieser Art gehen von gänzlich irrigen Voraussetzungen aus. Die Tatsache allein, daß jemand noch niemals einen Bezugschein verlangt hat, verleiht ihm noch keinen Freibrief auf Bewilligung von Kleidungsstücken, auf die er keinen Anspruch hat. Das Recht, einen Bezugschein zu beantrage», gewährt einzig der glaubwürdige Nachweiis, daß man daS betreffende Kleidungsstück dringend benötigt, d. h. der zulässige Bestand nicht vorhanden ist. Wer einen Bezugsschein fordert, ohne in der Lage zu sein, einen derartigen Nachweis zu erbringen, beweist damit, daß er den Ernst der wirtschaftlichen Lage noch immer nicht erfaßt hat. —Keine Aenderungen auf Bezugsscheinen. Wie man aus Mitteilungen der Presie vielfach ersehen kann, gtt es «och immer Leute, Bezugsschernen eigenmächtig Aenderungen vorzu- nehmen. Nicht immer ist ein solches Borgehe» auf das in sittlicher wie volkswirtschaftlicher Hinsicht gleich verwerfliche Bestreben zurückzuführen, sich auf diese W ise in den Besitz einer größeren Anzahl von Kleidungs- oder Wäschestücken zu setzen, als man rechtmäßig zu beanspruchen hat. Vielmehr liegt mitunter bloße Bequemlichkeit vor. So hat beispielsweise in einem Falle eine Frau ihren Bezugsschein zunächst verfallen lassen und, als sie später doch von ihm Gebrauch machen wollte, einfach den Kalendertag der Ausfertigung geändert. Alle derartigen -Eintragungen aus Bezugsscheinen v»» eigener Hand werden als Urkundenfälschung «ngesehen und dementsprechend bestraft.
):( Hersfeld, 6. April. Wir machen unsere Leser aufmerksam, daß ihnen in den nächsten Tagen d u r ch den Briefträger ein künstlerisches Werbe- blatt zur 8. Kriegsanleihe zugestellt werden wird. Der Entwurf der Vorderseite, darstellend ein ansprechendes Bildnis einer jungen Frau, die ihr Töchterchen auf Sem Arm hält, stammt von Professor Richard Winckel in Magdeburg.
-r- Hersfeld, 6. April. Sigmar dfeicr. Wie aus dem Anzeigenteil hervorgeht, wird am Sonntag, den 14. April Abends 8 Uhr eine Bismarcksfeier stattfinden, die ursprünglich für den 1. April, dem Geburtstag BiSmarcks, geplant war, aber aus äußeren Gründen verschoben werden mußte. Die Veranstaltung, die zugleich als vaterländische Dankesseier für die beispiellosen Erfolge unserer Truppen im Westen gelten soll, wird voraussichtlich einen hervorragenden Genuß bieten. Unter Anderem wird der in nationalen Kreisen bekannte und als Redner sehr geschätzte Professor Langhaus auS Gotha uns ein Bild des eisernen Kanzlers im Lichte der heutigen Zeit entwerfen. Dazu wird Herr Hofschauspieler Büntrng auS Castel Bismarcksgedichte von Wildendruch, Fontäne, Rud. Herzog und ein Melodrama: „Vor dem Hamburger BiSmarckdenkmal" zum B»rtrag bringen. Außerdem werden einige Ehorlieder, die sich in den Rahmen der BiSmaeckfeier einfüge», gesungen werden.
(Dos Feldherr draucht bringend Hüfrr, Kru und Stroh!
Faudmirte l|Wt dem Feldheere *
Du zeichnest 3000 Mark. - Warum nicht 3100? ©er 3000Mark zeichnet, kann, wenn er nur will, auch noch hundert oder einige hundert Mark mehr zeichnen. Wenn jede« ich da« rechtzeitig überlegt und danach handelt, kann da« Ergebnis der 8.Kriegsanleihe um eine volle Milliard« öher werden. Geh' mit gutem Bsiipiel voran und zeichne mehr, als ursprünglich in Deiner Absicht lag.