HersfelSerTagebiatt
Hersselöer Kreisblatt
Amtlicher Anzeiger für öen Kreis Hersfelö mit des Beilagen: Illustriertes Anterhallungöblatt / Nach FeieeabeuS / Herb uaö Scholle / Luterbaltaaa svd Wittes Belehrmra vaS Kurrweil / Wirtschaftllche Taaestrase».
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Nr. 207 Mittwoch, den 4. September 1S2S 70, Jahrgang
„Graf Zeppelin" glücklich wieder zu Hause
Friedrichshafsn, 4. Sept. Nachdem das Luftschiff „Graf Zeppelin" um
8.25 Uhr über der Halle erschienen war, erfolgte um 8.48 Uhr unter ungeheurer Begeisterung einer groben Menschenmenge die glatte Landung.
WrafZeppÜn" auf öer ietzien Girecke.
Über Spanien.
Auf seiner Fahrt über den Atlantik hatte das Luftschiff „Graf Zeppelin" mehrere Gewitter zu umfahren. Nachdem es die A z o r e n überflogen hatte, nahm es Kurs auf C a p F i n i st e r r e, an der nordwestlichen Küste Spaniens. Der Semaphor vor Kap Finisterre gab nach einer Havasmeldung um 3.13 Uhr mitteleuropäischer Zeit Dienstag nachmittag bekannt, daß sich der „Graf Zeppelin" 25 Kilometer vom Kap Finisterre befand und Kurs auf die Hauptstadt der Provinz Galicien La Coruna nahm. Eine Viertelstunde später überflog das Luftschiff die Ortschaft Camerinas, um 5.10 Uhr wurde es auf der Höhe des San-Pedro-Berges gesichtet. Der Zeppelin überflog die Stadt La Coruna und nahm Kurs auf die Provinz Asturien. Um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit befand sich „Graf Zeppelin", nach einer Meldung der Hamburg-Amerika-Linie, über Cap Ortegal an der Nordwestspitze Spaniens. An Bord war alles Wohl.
Reichsminister Dr. Stegerwald im Flugzeug nach Friedrichshafen.
Reichsverkehrsminister Dr. Stegerwald begab sich Dienstag in Begleitung des Leiters der Luftfahrtabteilung im Reichsverkehrsministerium im Flugzeug zur Begrüßung des von seiner Weltreise heimkehrenden „Graf Zeppelin" von Berlin nach Friedrichshafen.
Flaggen zur Rückkehr des „Graf Zeppelin".
.......
schiffes „Graf Zeppelin" von seinem Weltfluge hat die Reichsregierung zur Feier dieses Erfolges deutschen Unternehmungsgeistes und friedlicher deutscher Arbeit angeordnet, daß die Reichsbehörden am Mittwoch, den 4. September, flaggen. Die gleiche Anordnung hat die preußische Staatsregierung für die Staats- und Kom- munalbehörden getroffen.
Neue Flugpiane des Zeppelins.
Zwei Deutschlandfahrten im September.
„Graf Zeppelin" wird noch im September zwei Deutschlandfahrten unternehmen, unb' zwar wird das Luftschiff auf der ersten Reise von Friedrichshafen über Schlesien nach Berlin fahren und dort am.Ankermast festmachen. Die zweite Reise führt dann von Berlin über Ostpreußen nach Friedrichshafen zurück. Die Plätze für diese beiden Reisen sind bereits ausverkauft. An den Fahrten werden 22 Passagiere teilnehmen. Am 17. September wird Dr. Ecken er voraussichtlich wieder in Deutschland eintreffen.
Eckener - Feier in Cleveland.
Dr. Eckener traf in Cleveland ein, um an dem ihm zu Ehren von der Stadt gegebenen Essen teilzunehmen. Bei seiner Ankunft wurde er von der am hunderttausend Köpfe zählenden Menge, die sich aus Anlaß der nationalen Luftwettkämpfe in Cleveland eingefunden hatte, begeistert begrüßt. Dr. Eckener begab sich zum Flugplatz, um den Wettkämpfen zuzuschauen. Auch hier Adelte ihm die Menschenmenge lebhaft zu. Später flog Dr. Eckener an Bord eines Kleinluftschifses nach Akron, wo er eine Woche bei den Goodyear Zeppelinwerken verbringen wird.
Aeichskahmsit und Haagsr Konferenz.
Einstimmige Billigung.
Das Reichskabinett trat Dienstag zur Entgegennahme des Berichts der deutschen Delegation über die Haager Konferenz zusammen. Den Vorsitz führte in Vertretung des Reichskanzlers, der zu seiner völligen W.eder- Herstellung voraussichtlich noch für drei Wochen m Büh^r- hohe weilt, der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Stresemann. Der Rcichsaußenmlnlster gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung des Hinscheidens der Schwester des Reichspräsidenten und gab dem in dem gestrigen Beileidstelegramm des Reichskanzlers bereits bekundeten Mitgefühl des Relchskablnetts erneut herzlichen Ausdruck. Der Reichsaußenmimster erstattete alsdann als Führer der deutschen Delegation einen Bericht über den Ablauf der Konferenz, der durch weitere Emzel- berichte der Reichsminister Dr. H t l f e r d i n g, Dr. Cur- t i u s und Dr. W i r t h ergänzt wurde. Der Reichskanzler, dem am vorgestrigen Sonntag durch Staatssekretär Dr. Wunder in Bühlerhöhe eingehender Vorirag gehalten worden war, tief? in bei Kabinettsttzung durch den Staatssekretär erklären, daß er der deutschen Delegation seinen aufrichtigsten D^k und seine Anerkennung ausspreche Es sei das Verdienst der deutschen Delegation, die Grundlage für eine erhebliche, sich alsbald ausivrrkende Minderung
Mcdmld vor item Mderdmd
Locarno und der Haag.
Englands Ministerpräsident zur Abrüstungsfrage.
Der englische Ministerpräsident Macdonald hielt Dienstag nachmittag vor dem Völkerbund seine angekündigte große Rede. Seine Ausführungen wurden häufig durch lebhaften Beifall unterbrochen, der am Schluß besonders heftig und herzlich war. — Der englische Ministerpräsident gab zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, daß auch Deutschland Mitglied des Völkerbundes geworden sei. Er gab einen überblick über die , europäische Friedenspolitik von 1924 bis zu diesem Jahre und nannte als die großen Etappen dieser Entwicklung die Konferenz von Locarno und den Haag. Ein besonderes Zeichen dieser Entwicklung sei die Tatsache, daß die Räumung des Rheinlandes nunmehr beginne. Der Erfolg der Haager Konferenz, an dem er nie gezweifelt habe, werde auch diese Tagung des Völkerbundes glücklich beeinflussen.
Macdonald kam dann auf die A b r ü st u n g s f r a g e zu sprechen und betonte, daß der Kellogg-Pakt nicht nur auf dem Papier stehen dürfe. Deshalb wolle England durch die Herabsetzung der Seerüstung ein Beispiel geben, Sicherheit auf dem Gebiete der Flottenrüstung schaffe. Macdonald deutete weiter an, daß der Kellogg-Vertrag weiter ausgebaut werden könne. Im Sinne dieser Politik kündigte der englische Ministerpräsident an, daß England die Fakultativklausel zum internationalen Weltgerichtshof unterzeichnet.
Nachdem der Ministerpräsident schließlich noch betont hatte, daß man auch den Völkern des Fernen Ostens die Freiheit zubilligen müsse, die Europa immer für sich beansprucht habe, wandle er sich dem Minderheiten- Problem zu. Er trat mit Nachdruck gegen die Unterdrückung und für den berechtigten Schutz der Minderheiten ein. Den Ausführungen folgte minutenlanger Beifall.
Kommissionsarbeiten.
Dienstag vormittag überreichten Vertreter der einzelnen Völkerbundvereinigungen dem Präsidenten die
unserer Lasten für die Zukunft geschaffen und die Wiederherstellung deutscher Staatshoheit nach innen und außen zu einem nahen Termin sichergestellt zu haben. Die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes werde die endgültige Festsetzung der Räumung mit dem Gefühl herzlicher Freude begrüßen.
Das Reichskabinett pflichtete nach eingehender Aussprache dieser Auffassung des Reichskanzlers einstimmig bei und gab insbesondere der Genugtuung darüber Ausdruck, daß das Sehnen des besetzten Gebietes nach An- bruch der Freiheitsstunde seine Erfüllung findet.
Deuisch-belgischs Beziehungen.
Meinungsäußerungen Dr. Stresemanns.
In einer Unterhaltung mit dem Vertreter der belgischen Zeitung „Eteile Helge" erklärte Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, beim Schluß der Hagger Konferenz, Deutschland sei stark an dem Abschluß der Verhandlungen für die Übernahme der belgischen Markbeträge interessiert, die ein Teil der Maßnahmen für die Liquidierung des Krieges seien und die eine Besserung der deutsch-belgischen Beziehungen bringen sollen. Dr. Stresemann sagte dann, er sei ein überzeugter Anhänger des Völkerbundes und seit dem Eintritt Deutschlands in diesen Organismus immer mehr davon überzeugt, daß die praktische Verwirklichung der Ideen des Völkerbundes auf die Dauer von großem Einfluß fein werde. Der Minister meinte ferner, der Völkerbund würde sich selbst schwächen, wenn nicht alle Nationen die Gewißheit hätten, daß ihre Rechte beachtet und bestätigt würden, ohne Unterschied der Rassen und der Nationalitäten. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius und er selbst seien bereit, alles ins W-rk zu setzen, um zu der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutsch!and und Belgien beizutragen. Er glaube, daß der Erfolg der bis jetzt zwischen den beiden Ländern getroffenen wirtschaftlichen Abkommen zur Abschließung von weiteren Verträgen ermuntern könne.
Dank aus der Pfalz.
Die Deutsche Volkspartei der Pfalz sandte an Reichs-
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ist Dr. Guerrero, der frühere Außenminister der Republik San Salvador und ihr jetziger Gesandter in Paris.
beim letzten Kongreß des Weltverbandes der Völkerbund- ligen in Madrid gefaßten Beschlüsse, die sich in der Hauptsache mit dem Abrüstungsproblem und den Minderheitsfragen befassen. Der deutsche Vertreter, Graf Bernstorff, hielt eine kurze Ansprache als Präsident des Weltverbandes, auf die der Völkerbundpräsident mit wohlwollenden Worten erwiderte. Bei dem Empfang war auch ein Vertreter der Freien Stadt Danzig anwesend.
Die sechs Versammlungsausschüsse des Völkerbundes traten ebenfalls Dienstag morgen zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammen.
Reichsaußenminister Dr. Stresemann wird voraussichtlich Mittwoch früh in Genf eintreffen.
autzenminister Dr. Stresemann ein Telegramm, nach dem die Bevölkerung des besetzten Gebietes herzlich dankt dafür, daß der Minister sich in erster Linie habe leiten lassen von dem festen Willen, Deutschland die Freiheit und die volle Souveränität zurückzugeben.
Verlustliste — von Palästina.
Hunderte von Toten.
Einen Situationsbericht über die Wirren in Palästina veröffentlicht das britische Kolonialministerum. Danach neigt das Land nördlich von Safed noch immer zur Ruhelosigkeit, in den anderen Bezirken wird die Lage im allgemeinen als ruhig bezeichnet, über den nördlichen und nordöstlichen Gebieten von Palästina, wo bewaffnete Banden von Arabern die Grenze von Syrien überschreiten ssstlen, wurden am Montag von britischen Flugzeugen Demonstrationsflüge ansgeführt.
Die Zahl der amtlich festgestellten Toten betrug bis zum 31. August: Tote oder an ihren Verwundungen gestorbene Personen: Muselmanen 83, Christen 4, Juden 109, während in den Krankenhäusern verwundet liegen: Muselmanen 122, Christen 10, Juden 183.
In den mohammedanischen Kreisen Indiens herrscht starke Erregung; man will Kundgebungen für die Rechte der Araber in Bombay veranstalten. In einer arabischen Proklamation, die in Jerusalem herausgegeben wurde, heißt es, die Regierung habe viele Juden bewaffnet, Verstümmelungen seien an jüdischen Opfern selbst in Hebron nicht festzustellen. Jüdische Horden hätten einzelne arabische Frauen und Kinder getötet und sogar britische Truppen hätten Araber in ihren Betten erschossen. Zum Schluß wird eine unparteiische Untersuchung von Außenstehenden, deren Gerechtigkeitsgefühl nicht durch zionistischen Einfluß beeinträchtigt ist, gefordert. ______
28 W.swn ertrunken.
Newyorl. Wie auS Manilla gemeldet wird, ist der Dampfer „Mnyonou" an der Südküsie der Philippinen-Jusel Luzon in einen Taifun geraten sind gesunken. 28 Personen werden bisher vermißt, während 9 gerettet werden konnte«.