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Kersfel-erTageblatt

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Amtlicher Mnzeiger für den Kreis Hersfelö i SonkoSuchtruckerel in HefgfÄ, MMf, "^ vdAvl

mit den Arilaaea: Illustriertes Anterhaltungsblatt / Nach FeierabenS / Serv uns Scholle / Anterbaltuna und Wissen Belehrung und Korrweil / Wirtschaftliche Tagesfragen.

Donnerstag, den 5. September 1029

79. Jahrgang

Deutsche Leistung.

Denn er ist unser . . /

überall in deutschen Landen flattern die Fahnen im Wind und man achtet nicht darauf, ob es die offiziellen Reichsfarben sind, die sie zeigen, oder ob das Schwarz- Weiß-Rot am Flaggenstock hochgezogen, zum Fenster her­

hoch ge Strohs

ausgehängt worden ist.Denn er ist unser . . .", um das Dichterwort ein wenig zu variieren. Unser aller. Ohne Unterschied der politischenBekenntnisse", ohne den sonstigen offen oder versteckten Hader der Meinungen. GanzDeutschlandistvonStolzundFreude erfüllt an diesem Tage, da derGraf Zeppelin" nach der Heimat zurückgekehrt ist, zurück von der Fahrt, die ihn rings um den Erdball trug. Und von der er eins vor allem mitbrachte: die Achtung der Welt vor der deutschen L e i st u n g.

In unserer von Redefluten überschwemmten Gegen­wart ist eine solche Leistung von noch stärkerer Wirkung. Sie hebt sich von vielenErrungenschaften" ab, die heute hoch gepriesen werden, morgen aber schon als kurzlebiges Strohfeuer erkennbar sind, übermorgen in den Schoß wohlverdienter Vergessenheit versinken. Gegen alle Ele­mente sümpften jene Männer, die das Erbe des Grafen Zeppelin verwalteten und ausbauten. Stärker, härter, un- beirrter als diese Elemente waren das Wollen, die Kraft, das Wissen und Können jener Männer. Gegen die Menschen hatten sie sich durchzusetzen, gegen das Ausland, das Jahre hindurch das Wirken und die Arbeit jener Männer zu hemmen suchte und hemmen durfte; auch gegen einzelne Kreise in Deutschland, bei denen man wenig oder gar keine Unterstützung, bisweilen sogar Ablehnung fand. Sie alle wurden besiegt durch die Leistung, durch den Erfolg, der den Männern der Zeppelinwerft und am Steuer des Luftschiffes wahrlich nicht unverdient in den Schoß fiel, sondern nur eine Folge zielbewußten Wollens und genialen Könnens war. Eine Folge der Leistung

und nur der Leistung.

Gewiß war diese Wettfahrt auch vom Glück be­günstigt, aber nur dem Mutigen steht diese launische Göttin zur Seite. Oft genug in d?r Geschichte der

Zeppelinlnftfav« bot ein nm>: vorauszWsyenoes ^c^ geschick schwerste Hindernisse auf den Weg zum Ziel ge­worfen. Aber immer haben die Väter und Träger dreser Idee, die Luft zu erobern, all die Hemmnisse mit zu­sammengebissenen Zähnen, mit Erobererwillen über­wunden. Jetzt sind sie am Ziel.

Mag man in England oder Amerika Luftschiffe noch größeren Formats bauen, die vielleicht bald die Leistung des jetzt heimgekehrten LuftschiffesGraf Zeppelin" über­trumpfen das kann ja nur geschehen, weil auch sie sich nur aufbauen auf dem Grund, den Graf Zeppelin in jahrzehntelangen Mühen gelegt hat. Darum können wir Deutsche mit stolzer Freude auch dann sagen:Und er bleibt unser . . ."

SötterhM in Genf.

S t a u n i n g für Abrüstung.

Nach der gestrigen Rede Macdonalds begann Mitt­woch die große Aussprache in der Völkerbundversammlung mit einer Diebe des chinesischen Gesandten in Washington. Er wies auf die Notwendigkeit der Revision aller mter- nationalen Verträge hin. Solche Verträge, die n^t mehr zeitgemäß seien, trügen große Gefahren m sich. Der ^Ver­treter Uruguays hob hervor, Latemamercka verdanke zu einem großen Teil Europa seine kulturelle und materielle Entwicklung, es habe deshalb die Pflicht, an dem Wiede^ aufbau Europas mitzuwirken. Es erwarte aber auch größere Beachtung seiner Bestrebungen und seiner

Der dänische Ministerpräsident Stauning beklagte es, daß die Völkerbundvereinbarungen bisher nur von einet; ungenügenden Anzahl von Ländern angenommen worden seien Stauning fand anerkennende Worte für die Briandsche Idee der Vereinigten Staaten von Europa und ging dann auf die Abrüstungsfrage ein, der Däne­mark mit festem Willen zur Tat gegenüberstehe

Auf der Genfer Konferenz ist diesmal auch eine De­legation der Freien Stadt D a n z i g , unter Fuhrung^des Senatspräsidenten S_ahm, anwesend.

Ar. Stresemann in Gens.

Genf. Dr. Stresemann ist Mittwoch nachmittag kurz nach 5 Uhr in Begleitung seiner Frau und des Ministes direktors Dr. Gaus hier emgelroffem Der Abgeordnete Prälat Dr. Kaas, der gleichfalls zur deutschen Abordnung gehört, ist zurzeit noch nicht in Gens anwesend.

Der Haager Gchiedsgerichishof.

Verhandlungen in Gens.

Die Tagung für die Revision des Statuts des Inter­nationalen Haager Schiedsgerichtshofes wurde am Mitt­woch durch den Generalsekretär des Völkerbundes in Genf eröffnet. Die Tagung hat die Aufgabe, die verschiedenen Vorschläge zur Abänderung des Statutes sowre die Frage des Beitritts der Vereinigten Staaten von Amerika zum Protokoll der Signatarmächte zu prüfen. Als Grundlage dienen die Vorschläge des Juristenausschusses. An der Tagung nehmen 40 Signatarmächte des internationalen Haager Schiedsgerichtshofes teil. Im Laufe der Aus­sprache am Mittwoch wurde die Frage erörtert ob dre Revision des Statuts bis zum Bettrrtt Amerikas zurück»

Heimkehr der Weltflieger

Die schnellste aller Weltreisen beendet

Der feierliche Empfang.

Graf Zeppelin" ist am Mittwoch um 8.48 Uhr glatt gelandet. Das Luftschiff hat damit seine Wettfahrt, die für die amerikanischen Mitreisenden bereits in Lake- hurst endete, glücklich vollendet. AlsGraf Zeppelin" um 8,24 Uhr in Friedrichshafen gesichtet wurde, läuteten die Glocken sämtlicher Kirchen. Die Begeisterung der Menschenmassen war ungeheuer.

Die Begrüßung in Friedrichshafen.

Um 9.06 Uhr war das Luftschiff in die Halle ein­gebracht. Hochrufe der Ehrengäste, die sich bereits in der Halle aufgestellt hatten, durchbrausten die Halle. Als das Schiff festlag, erklang das Deutschlandlied. Kurz darauf entstieg als erster der Führer des Luftschiffes, Kapitän Lehmann, dem Schiff. Ihm folgten die übrigen Luftschifführer und die Besatzung.

Währenddessen spielte die Stadtkapelle das Nieder­ländische Dankgebet, das die Versammelten ent­blößten Hauptes anhörten. Es war dies wohl die feier­lichste Landung, die man in Deutschland je erlebte. Dann begann der eigentliche Begrützungsakt. Die Besatzung hatte sich in einer Gruppe ausgestellt. Nachdem die Be- grützung und Vorstellung erfolgt waren, folgten

die Begrüßungsansprachen.

d e n st e i n -

im Namen des Luftschiffbaues Zeppelin

.eppelinstiftung begrüßte Graf Branl

eppelin das Luftschiff in der Heimat und sprach der

und der

meisterhaften Führung und der tüchtigen Besatzung für die prachtvolle Durchführung der Wettfahrt herzlichen Dank aus. Sein Dank aalt weiter dem Erbauer des

Diese Willkommenspsorte

war zur Begrüßung der Zeppelinpa schasten am Eingang der Werft in F errichtet worden.

itere und -mann- edrichsHafen

Graf Zeppelin", Dr. Dürr, allen beteiligten In­genieuren und Arbeitern sowie den Regierungen, mit deren Unterstützung und Mithilfe die Fahrt ermöglicht wurde. Darauf nahm Fräu von Branden st ein, eine Tochter des Grafen Zeppelin, das Wort und sprach ihren Dank dafür aus, daß durch die Tat Dr. Eckeners und seiner Mannschaft die Gedanken und Zukunftspläne ihres Vaters in hervorragender Weise verwirklicht worden seien.

Im Namen der Reichsregierung übermittelte Reichs­verkehrsminister Dr. S t e - r w a l d herzliche Grüße. Die Wettfahrt desGraf Zeppelin" sei eine Tat. der West

gestellt werden solle. Die Tagung beschloß, zunächst die von der Regierung der Vereinigten Staaten gestellten Be­dingungen des Beitritts zum Internationalen Gerichts­hof zu prüfen.

Die Mittwochnachmittagsitzung der Völkerbundver­sammlung brächte die Ankündigung des bevorstehenden Beitritts von zwei weiteren Staaten zur Fakultativ- klausel über die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag, und zwar von Kanada und P e r.u.

Um den Beitritt Amerikas.

Die Konferenz von 40 Signatarstaaten des Haager Statuts hat abends das Zusatzprotokoll zur Erleichterung des Beitritts der Vereinigten Staaten von Amerika zum Ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag ein­stimmig angenommen. Die letzte Entscheidung liegt nun­mehr beim Amerikanischen Kongreß, dessen Haltung kaum

über die Grenzen der deutschen Lande hinaus neidlose Bewunderung gezollt werde. Gerade in diesen Tagen, da das deutsche Volk in hartem Ringen um seine Lebensmöglichkeiten und die Wiedergewinnung seiner Geltung yi der Welt gestanden habe, werde Deutschland über die erfolgreiche Fahrt des Luftschiffes doppelt glücklich sein. Im Namen der Hamburg-Amerika-Linie begrüßt« Dr. K i e p die Besatzung des Luftschiffes. Um dem Danl an die Besatzung des Luftschiffes ein äußeres Zeichen zu geben, ladet die Hamburg-Amerika-Linie Offiziere und Mannschaften desGraf Zeppelin" als ihre Gäste nach Hamburg, dem Sitz der Hamburg-Amerika-Linie, ein. Staatspräsident Dr. Bolz entbot den Weltfahrern den Willkommensgruß in der Heimat und feierte die Tat desGraf Zeppelin" als ein Vorbild im Wollen und im Schaffen für das gesamte deutsche Volk. Für die Heimat­stadt Friedrichshafen sprach anschließend Stadtschultheiß S ch n i tz l e r, der allen, die mitgeholfen haben, diese über­ragende Tat zu vollbringen, seinen wärmsten Dank aus- sprach. Nachdem er Dr. Eckener und seine Getreuen hatt« hochleben lassen, beschloß das gemeinsam gesungene Deutschlandlied die Feier.

An die Begrüßungsfeier schloß sich der F e st z u g durch die Stadt an, worauf sich die Passagiere in ihre Quartiere und die Besatzung zu ihren Angehörigen begaben.

Hindenburgs Glückwunsch.

Als erster unter den zahllosen Gratulanten hat bei Reichspräsident an den Luftschiffbau Friedrichs­hafen das nachstehende Telegramm gerichtet:Zum erfolg­reichen Weltslug des LuftschiffesGraf Zeppelin" send« ich Herrn Dr. Eckener und allen an diesem bahnbrechenden Werk Beteiligten in Anerkennung ihrer hervorragenden Leistungen herzlichen Glückwunsch, gez. von Hindenburg, Reichspräsident."

Die Rekordzeiten der Weltreise.

^-GrasdeppelinMcha-t-sie f.d^^44^e a l l er Molk» reisen beendet. Am 15. August morgens 4.30 Uhr war das Luftschiff zu seinem Weltsluge von Friedrichshafen nach Friedrichshafen in östlicher Richtung aufgestiegen und am 4. September um 8.48 Uhr berührte es nach 2 0 Tagen, 4% Stunden wieder die heimatliche Erde. Durch die Bewältigung dieser letzten Etappe Lake- hurstFriedrichshafen in 67 Stunden, 35 Minuten hat das LuftschiffGraf Zeppelin" seinen Weltrekord um einen Tag 2% Stunden verbessert, trotzdem die reine Fahrtzeit Lakehurst Friedrichshafen diesmal um zwölf Stunden, zwölf Minuten länger war als das letztemal. Dafür hat aber die erste Reisepause der Wettfahrt von Lakehurst nach Lakehurst in Friedrichshafen vom 10. bis 15. August 111% Stunden gedauert, während der letzte Aufenthalt in Lakehurst vom 29. August bis 1. Sep­tember 72% Stunden gedauert hatte. Damit ergibt sich für die Wettfahrt FriedrichshafenFriedrichshafen eine Gesamtdauer von 20 Tagen, 4% Stunden gegen eine Ge- samtdauer der Lakehurst-Weltfahrt von 21 Tagen, 7% Stunden.

Die Ehrengäste in Kriedrichshasen.

Aufstieg mit dem DornierflugzeugDo. X".

Im Anschluß an die Empfangsfeierlichkeiten für das LuftschiffGraf Zeppelin" besichtigten die Ehrengäste in Friedrichshafen das vor dem Kurgartenhotel vor Anker liegende DornierflugschiffDo. X", das alsdann mit etwa 40 Passagieren bei herrlichem Wetter einen Rundflug um den Bodensee unternahm. Es nahmen hieran teil: der Reichsverkehrsminister Dr. S t e g e r w a l d mit feinem Ministerialdirigenten Brandenburg, der Württembergische und der badische Staatspräsident, der amerikanische Bot­schafter S ch u r m a n, der japanische Botschafter N a g a o k a sowie viele andere prominente Ehrengäste..

Die Stadtverwaltung Stuttgart hat aus Anlaß der glücklichen Landung des LuftschiffesGraf Zeppelin" in Friedrichshafen am Grabe ihres Ehrenbürgers, des Grafen Zeppelin, auf dem Prag-Friedhof in Stuttgart einen Kranz niederlegen lassen und außerdem an Dr. Gckener folgendes Telegramm gesandt:Zur ruhmreichen Rückkehr desGraf Zeppelin" in die Heimat sendet die Aad Stuttgart herzliche Glückwünsche."

zweifelhaft fein kann. Elihu Root hatte am Schluß der damaligen Verhandlungen die Erklärung abgegeben, es bestehe aller Grund zu der Annahme, daß die Regierung der Vereinigten Staaten mit den Vorschlägen des Juristen­komitees einverstanden ist.

Die Grundsteinlegung für den Völkerbundpalast ist nunmehr auf Sonnabend nachmittag angesetzt. Der Präsident der Völkerbundversammlung, der Präsident des Völkerbundrates, der Generalsekretär des Völkerbundes und ein Vertreter der schweizerischen Bundesregierung werden Ansprachen halten.

Wächter Schulz wieder irr Freiheit.

Berlin. Der Bauwächter Schulz, der unter Mordverdacht an der 11-jährigen Hilde Zäpernick verhaftet war, wurde vor­läufig auf freien Fuß gesetzt, da ihm keine Täterschaft nach- zuweisen war.