Bngtfgenpteie: Die einspaltige Petitzeile 15 Pfennig, öle Reklamezeile 50 Pfennig. (Grunöschrist Korpus). Bei Wiederholungen wird ein entspreckenöer Preis- Nachlaß gewährt. o Mr die Schristleitung verantwortlich : Kranz Mnk in 5 ersfelö. ♦ Kernfpre^ rr Nr. 8
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HersM-erTageblatt
kersfelöer Kreisblatt Häm^^
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Amtlicher Anzeiger für den Kreis kersfel- k ^""^ Vu^öruckerÄ ln heesfelö,MitglNö ü« VL^
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Nr. go Mittwoch, den 16. April 1930 80. Jahrgang
Monatlicher Bezugspreis! durch die Post bezogen 1.50 Reichs-Mark, ausschließlich Vrstellgeld, für ffmfeto 1.20 Reichs-Mark bet freier Zustellung, für Mhoirr 1.00 Reichs-Mark. ♦ druck und Verlag von Ludwig Kunks Buchdruckerei in Hersfeld, Mitglied des VLM.
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Die neuen Steuern fließen...!
Das Znkrasttreien der Sieuer- unb Agrargefetze.
Kein einheitlicher Termin.
Das Inkrafttreten der neuen Steuer- und Agrar- gesetze, die vom Reichstag angenommen wurden, ist nicht einheitlich auf einen bestimmten Tag abgestellt, sondern in den einzelnen Gesetzen ganz verschieden festgelegt.
Von dem Gesetz über Zolländerungen treten die Be- stimmungen über die M i n e r a l ö l st e u e r am 1. Mai, die Maßnahmen zum Schutze der Landwirtschaft am achten, auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft, mit Ausnahme der Vorschrift über die Zollfreiheit der Weizenkleie, die rückwirkende Kraft vom 29. März erhält. Die Bestimmungen über den Benzin - und Benzol- zoll treten am 18. April in Kraft.
Das Gesetz zur Änderung des Tabak- und des Z u ck e r st e u e r g e s e tz e s ist ab 1. Mai in Geltung.
Das Gesetz zur Änderung des B i e r st e u e r gesetzes tritt ebenfalls an diesem Tage in Kraft, dagegen sind die in diesem Gesetz zugleich enthaltenen neuen Umsatzsteuer- sätze bereits am 1. April in Kraft gesetzt.
Das Gesetz zur Änderung des Gesetzes über das Branntweinmonopol tritt am 20. Mai, das Mineralwassersteuergesetz am 16. Mai in Kraft.
Das Gesetz über die Erhebung der Aufbringungsumlage für das Rechnungsjahr 1930 erhält mit der im Haager Abkommen vorgesehenen Ingangsetzung des Neuen Planes seine Geltung.
Das Gesetz über die weitere Hinausschiebung der Bindung der Länder und Gemeinden an die nach dem Reichsbewertungsgesetz festgestellten Einheitswerte tritt mit Wirkung vom 1. Januar 1930 in Kraft.
Von dem Gesetz zur Vorbereitung der fern a n z r e f o r m treten bte _itta die Arbeitslosenversicherung am 1. Juli und die übrigen Bestimmungen bezüglich der Sparmaßnahmen und der Steuersenkung mit dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft.
Moldsnhausrs Schlußwort im Reichsrat.
Bei der Behandlung der Vorlage zur Vorbereitung der Reichsfinanzreform im Reichsrat, die die Sanierung der Arbeitslosenversicherung, die Herabsetzung des Zuschusses zur Invalidenversicherung und die gesetzliche Zusage von Steuersenkungen umfaßt erklärte der Ausschußberichterstatter, Staatssekretär Dr. Brecht, Preußen habe den Vorbehalt gemacht, daß die jetzt noch offene Frage der Beitragshöhe zur Arbeitslosenversicherung für den Fall eines Fehlbetrags der Reichsanstalt geklärt werden müsse. Da diese Klärung aber auch
KKMMer Verabschiedet das Budget
Paris, 16. April. In der Nachmittagssitzung der Kammer kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Ministerpräsident T a r d i e u und einigen Abgeordneten der Opposition. Der sozialistische Abgeordnete L a f o n t forderte die Streichung eines Teiles des Kompromißvorschlages, der in der Kammer eingebracht, von ihrem Finanzausschuß angenommen und von der Regierung gebilligt worden war.
Ministerpräsident T a r d i e u betonte, daß die nach Stellung der Vertrauensfrage erfolgte Ablehnung des Antrages Bouystou als Billigung dieses Kompromißvorschlages hätte ausgelegt werden, müssen, so daß er in dem Antrag Lafoni nur ein politisches Manöver erblicken könne. Nach ziemlich erregtem Wortwechsel zwischen Tardieu und Lafont, in den auch andere Abgeordnete eingriffen, wurde der Antrag Lafont, gegen den die Regierung die Vertrauensfrage stellte, mit 317 gegen 253 Stimmen abgelehnt.
Das von der Kammer in dritter Lesung mit 475 gegen 120 Stimmen verabschiedete Budget balanciert mit 50 489 078 313 Franken Einnahmen und 50 398 322195 Franken Ausgaben.
Die Kammer trat um 22.30 Uhr wieder zusammen, um nötigenfalls, wenn der Senat Aenderungen am Budget vornehmen sollte, diese nochmals zu beraten.
Die A^deiteN der Sasrdelegationen
Nach Ostern beschleunigtes Tempo.
Paris, 16. April. Wie das von der deutschen und französischen Saardelegation ausgegebene Kommunique besagt, besteht die Absicht, nach Ostern die Verhandlungen in beschleunigtem Tempo weiterzuführen. Die Verzögerung, über die in gewissen deutschen Kreisen bis jetzt geklagt wurde, ist zum größten Teil auf Gründe zurückzuführen, die von den beiden Delegationen nicht abhängen; hauptsächlich ist sie auf die Ministerkrisen in Frankreich zurückzuführen, die selbstverständlich eine Unterbrechung der Verhandlungen nach sich gezogen haben. Von Ostern ab sollen jedoch die beiden bestehenden Ausschüsse, der Grubenausschuß und der Zollausschuß, in eine Erörterung eintreten, für die nunmehr ein bestimmtes Arbeitsprogramm aufgestellt worden ist.
Pacelli Protektor von Santa Maria öeü'Anlma.
Rom, 16. 4. Der Papst hat den Kardinalstaatssekretär Pacelli zum Protektor der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell'Anima ernannt. ' i
aus der Initiative des Reichsrats yervorgeyen könnte, habe Preußen auf einen Einspruch verzichtet.
R eich s s i n a nz m i n i st er Dr. M old e nhaucr wies darauf hin, daß der Reichstag bereits eine Entschließung angenommen habe, wonach die Regierung ersucht werde, bis zum 1. Juli ein Gesetz vorzulegen, das die Frage der Arbeitslosenversicherung löse.
Bei Stimmenthaltung Thüringens wurde auch diese Vorlage genehmigt, ebenso wie der R e st der Deckungsvorlagen. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer gab in kurzen Ausführungen seiner Befriedigung dariiber Ausdruck, daß durch die Zustimmung des Reichsrats nunmehr das gesamte Gesetzgebungswerk zur Sanierung der ReichSkasse abgeschlossen worden sei. Mit diesen Vorlagen, mit der Krenger-Anleihe. unb den Ersparungen werde es gelingen, die schwebende Schuld so zu tilgen, daß jene Kreditschwierig- keiten, wie sie das vergangene Jahr gebracht habe, nicht mehr wiederkehren würden. Wenn der Haushalt nun so verabschiedet werde, wie die Regierung ihn vorgelegt habe, so werde, wenn nicht unvorhergesehene Verhältnisse eintreten, nicht mit einem so großen Fehlbetrag zu rechnen sein wie im vergangenen Jahr. Das werde zur Stärkung des Kredits des Reiches und damit auch der deutschen Wirtschaft beitragen.
Nach der erfolgten Kassensanierung wolle die Regierung im nächsten Jahre zn jener Steuersenkung schreiten, auf die die Wirtschaft rechnen müsse, wenn sie die ihr auferlegten schweren Lasten tragen und wettbewerbsfähig bleiben soll.
Annahme der Agrarvorlage
und der Finanzgesetze im Reichsrat.
Der Reichsrat nahm in seiner Sitzung am Dienstag, die vom Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer geleitet wurde, die am Montag vom Reichstag beschlossenen Gesetze über Zolländerungen und die Steuergesetze, ohne Einspruch zu erheben, an. Der Vertreter Thüringens enthielt sich bei allen Abstimmungen der Stimme. Die Gesetze werden vo -nussichttich Dienstag vom Reichsrat vollzogen werden. Bei ver Biersteuer wurde im Reichsrat von Niederschlesien Einspruchserhebung gegen die Steuervorlage beantragt. Der Antrag fand aber keine weitere Unterstützung.
Gieuer- und Agrargeseye vom Reichspräsidenten vollzogen.
Der Reichspräsident hat am Dienstag nachmittag die vom Reichsrat verabschiedeten Steuer- und Agrargefetze durch seine Unterschrist vollzogen.
Brüning beim Reichspräsidenten.
Der Reichspräsident empfing am Dienstag den Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag.
Die Osthilse.
Denkschrift des R e i ch s f i n a n z m i n i st e r s.
Der Reichsfinanzminister hat dem Reichsrat nunmehr die Denkschrift über die Hebung der durch die neue Grenzziehung notleidend gewordenen Gebietes des Ostens vorgelegt.
Nach Angaben der Vossischen Zeitung erfordern die Bedürfnisse des Ostens einen
Gesamtbedarf innerhalb der nächsten zehn Jahre für die Zwecke der Landwirtschaft (Entschuldung) 59,3, Erhaltung bäuerlicher Betriebe 4, Lastensenkung (auf 10 Jahre) 70, Frachtenerstattung für Hinterpommern (auf 5 Jahre) 5, Produktionssörderung 5, Meliorationen 7,5, Bartschregulie- ruug 0,8, Seßhaftmachüng von Landarbeitern (Umschulung usw.) 0,75, Jnstandsetzungsfonds für Stadt und Land 10, Kleinbahnen 2, Chausseebauten 75, Wasserstraßen und Verkehrsförderung 3,4, Elektrizität 25,8, Gewerbeförderung 2,7, Kindergärten '10, Jugendeinrichtungen 8, Sckwesternstationen 6 Krankenhäuser 15, Reserve 29 Millionen Mark.
Der Gesamtbetrag beziffert sich nach dieser Aufstellung ' auf 350 Millionen Mark. Dieser Betrag soll aber nur als vorläufig zu betrachten sein.
Osterfahri englischer Flieger.
Besuch britischer Amateurflieger in Deutschland.
Am Gründonnerstag starten über 20 englische Amateur- Ber mit Leichtflugzeugen von London zu einer Fest- sosterfahrt. Es ist das erstemal, daß eine so große Anzahl von Amateurfliegern eine längere Reise zum Kontinent unternimmt. Während der zehn Tage, die die Fahrt dauern soll, werden besucht: Brüssel, Frankfurt, Salzburg, Wien, Prag, Berlin, sowie die wichtigeren deutschen Flughäfen, ferner die Dornier- und Zeppelinwerkstätten am Bodensee und das Segelfluggelände an der Wasserkuppe. Der Flug verfolgt den Zweck, die Bequemlichkeit, Sicherheit und Leichtigkeit, mit der das Festland in der Lust bereist werden kann, zu zeigen.
Außerdem will man den Mitgliedern des Heston-Luft- platzes, so heißt die englische Amateurvereinigung, Gelegenheit geben, Einblick in das Wesen der deutschen Luftfahrt zu tun. Die Leitung des Fluges hat Kapitän Baker, ein in England sehr bekannter Kriegsflieger, übernommen.
Berlin. In den außerordentlichen Generalversammlungen der Hamburg-Amerika-Linie in Hamburg und des Norddeutschen Lloyds in Bremen ist der bekannte Zusammenarbeitsvertrag der beiden Unternehmungen einstimmig genehmigt worden.
„Graf Zeppelin" unterwegs nach Spanien.
Start bei strömendem Regen.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist Dienstag mittag 2 Uhr 12 unter Führung von Kapitän Lehman« zur Spanienfahrt aufgestiegen. An Bord befinden sich sechzehn Passagiere, darunter sechs Gäste. Der Start wickelte sich bei strömendem Regen sehr rasch ab und das Luftschiff entfernte sich sogleich in westlicher Richtung.
Die Fahrroute des „Graf Zeppelin" ist nicht genau festgelegt. Das Luftschiff beabsichtigt, wenn es die Wetterverhältnisse gestatten, seinen Weg über Südfrankreich, die Biskaya, Kap Finisterre und dann entlang der Westküste Spaniens zu nehmen. Da sich die Witterungsverhältnisse nach einer Mitteilung von Sevilla gebessert haben, dürfte die vorgesehene Landung dort vorgenommen werden. An der Fahrt nimmt auch der Leibarzt des Königs von Spanien, Dr. Megias, teil. Die Plätze für diese Fahrt sind alle belegt.
Kapitän Lehmann.
Spanien hat schon seit längerer Zeit großes Interesse für die Zeppelinluftschiffe. Es beabsichtigt, mehrere Luftlinien einzurichten, die von Zeppelinen unterhalten werden sollen. Ob diese Zeppelinfahrt mit der Verwirklichung dieser Idee in Verbindung steht, ist nicht bekannt. Jedenfalls wird der Zeppelin aber erneut beweisen, daß er durchaus in der Lage ist, als m o d e r n e s Verkehrsmittel geweitet zu werden.
„Graf Zeppelin" über Basel.
Basel. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" passierte auf seiner Spanienfahrt bei strömendem Regen Basel. Das Luftschiff flog wegen der dichten Wolken sehr tief, so daß es in allen Einzelheiten genau beobachtet werden konnte.
Die OzeanfirrgpLans mit „Do X".
Die Meldungen ausländischer Blätter, insbesondere der amerikanischen Presse, über noch in diesem Jahre durchzuführende Ozeanflugpläne mit dem Flugboot „Do X" sind, wie von maßgebender Stelle mitgeteilt wird, verfrüht. Im Augenblick werden int „Do X" zwölf wassergekühlte, je 625 PS starke amerikanische Motoren eingebaut, mit denen man hofft, eine Durchschnitts- geschwindigkeit von 220 Kilometern zu erzielen. Voraussichtlich werden bis Anfang Mai die neuen Motoren vollständig eingebaut sein, so daß „Do X" längstens bis Mitte Mai mit seinen ersten Probeflügen beginnen kann. Außer dem Probeflug über dem Bodenseegebiet ist geplant, auch größere Flüge innerhalb Deutschlands und der Schweiz mit Zwischenlandungen auf dem Wann- see dem Züricher See und dem Genfer See auszuführen.
' Die beiden Flugschiffe mit je 12 730 PS starken Fiat A 24 Getriebemotoren, die von einer italienischen Luftverkehrsgesellschaft für Mittelmeerflüge angekauft wurden, werden voraussichtlich Anfang Juni zu den ersten Probeflügen starten können.
Wohin die SesatzungSImmn abriitfen.
D ie neuen Garnisonen.
Über die Verteilung der bei der Rheinlandräumung aus Deutschland zurückgezogenen Truppen auf die französischen Garnisonstädte wird folgendes bekannt: Der Stab der 4. Kavalleriedivision aus Trier wird nicht nach Angers, sondern nach Reims verlegt. Das 6. Kürassierregiment, das von Trier aus nach Moulins gehen sollte, soll jetzt nach Verdun kommen. Das 18. Dragoner- regiment geht aus L a n d a u ebenfalls nach Reims. Die 4.Äutomaschinengewehrfchwadron wird von Mainz aus gleichfalls im Osten untergebracht. Auch das 4. Dragonerbataillon geht nicht von Trier nach Angers, sondern nach Verdun; das 2. Artillerieregiment erhält nach dem Wegzug aus T r i e r ebenfalls nicht Angers, sondern Verdun als Garnison.