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KersfelöerTageblott

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Pnzrlgenprrls: vle einstralttge Petltzetle 15 Pfennig, die RrklameZelle 50 Pfennig. (Grunöschrist Korpus). Bei wleüerholungm wird ein entsprechender Preis­nachlaß gewährt. Zür die Schristleitung verant­wortlich : Kranz §unk in Hersfelö. Zernsprecher Nr.

hersfelöer Kreisblatt

flmtiicher Anzeiger für den Kreis Hersfelö

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Monatlicher Bezugspreis: Durch die Post bezogen 1.50 Reichs-Mark, ausschließlich Bestellgeld, für Sersseld 1.20 Reichs-Mark bei freier Zustellung, str Abholer 1-00 Reichs-Mark. Druck und Verlag von Ludwig Zunks Buchöruckerei in Hersseld, Mitglied des VDZV.

Nr. 261

Donnerstag, den 6. November 1930

so. Jahrgang

Do. St startet rum Nmerikaflug

In Amsterdam gelandet Ueberflug nach Amerika ab Lissabon Brenastostübernahme auf hoher See

^Hlturltaot Solen

Stoßtrupps ber Regierungspartei Haufen wie die Vandalen.

Warschau, 6. November.

Stoßtrupps der Regierungspartei haben sich schwere Ausschreitungen zufchulden kommen lassen. Mit Knüppeln, Revolvern und Tränengasgranaten ausgerüstete Burschen versuchten mehrmals, den Bürgerklub zu stürmen, wo gerade eine Wahlversammlung der Nationaldemokraien abgehalten wurde. Nationaldemokratische Studenten verteidigten die Eingänge. Während des Handgemegenes fielen von feiten der Angreifer mehrere Schöffe. Zahlreiche Personen wurden verletzt, darunter sieben schwer.

Der Stoßtrupp marschierte dann unter verschiedenen Hoch- und Niederrufen unangefochten durch die Stadt bis vor die Redaktion der nationaldemokratischen Gazeta War- szawska, wo man sich auf Einschlägen derFenster- scheiden beschränkte, da das Haustor geschlossen war. Dann marschierten die Burschen vor das Gebäude der rechts­stehenden Zeitung ABC., die übrigens von den Behörden verboten worden ist. Sie drangen in die Räume der Ver­waltung ein und schlugen dort alles kurz und klein. Darauf zogen sie weiter in das parteilos«! der Nationaldemokraten. Die Burschen hausten dort wie die Vandalen. Sie zerbrachen die Möbel, zertrümmerten die Wanduhren und zerfetzten die Bilder. Nebenbei schlugen sie hier alle Fensterscheiben ein und schleuderten das gesamte für die Wahlen vorbereitete Propagandamaterial wie Ausrufe, Parteilisten usw. aus die Straße. Dann zerstreuten sich die Terroristen, ohne weiter gestört zu werden.

Die nationaldemokratische Gazeta Warszawska betont, daß sich die P o l i z e i passiv verhalten habe, ja, als der Stoßtrupp in das Parteilokal eindrang, sollen sich sogar die

Auch der rechtsstehende Kurjer Warszawski spricht von einer abscheulichen Ausdehnung des Wahlterrors in der Haupt­stadt, was den im Lande herrschenden Zuständen ein uner­hört trauriges Zeugnis ausstelle. Es sei doch undenkbar, daß die Sicherheitsbehörden der Terroristen nicht Herr wer­den könnten. Es müsse verhindert werden, daß das Land einer schrecklichen Anarchie verfalle.

Die Maffenverhaftungen unter Anhängern der Oppo­sitionsparteien und der Minderheiten dauern an. Reberdies find auch wieder mehrere regierungsfeindliche Politiker we­gen sogenannterstaatsfeindlicher Tätigkeit" verurteilt wor­den. 3n Lodz find z. B. zwei Redakteure zu je einem Jahre Festung verurteilt worden, weil sie seinerzeit ihren Blättern einen Bericht über den Krakauer Kongreß der Linksoppo- fition eingesandt haben.

In Drohobycz in Ostgalizien ist das ukrainische GymyH- sium von den polnischen Behörden wegenstaatsfeindlicher Tätigkeit" der Schüler geschlossen worden. Nur die Schüler der unter drei Klassen können vom dortigen polnischen Gym­nasium übernommen werden, hingegen müssen die älteren Schüler ein Gesuch einreichen, um in Gymnasien anderer Städte ausgenommen zu werden.

Für nette WtenoerWfangen

Zwischen Frankreich und Italien.

Paris, 5. November.

- Der Außenpolitiker des Echo de Paris schreibt zu der Vermittlungsaktion des amerikanischen Botschafters in Brüssel, Gibson, die französische Regierung sei trotz allem entschlossen, noch einmal in Genf während der Sitzung des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses Verhandlungen mit Italien zu versuchen. Daher habe Außenminister Briand, der eine Unterredung mit dem englischen Botschafter Lord Tyrrell hatte, diesem erklärt, daß er, um diese Verhandlun­gen mit Italien nicht unmöglich zu- machen, für den Augen­blick n i ch t über einen gesonderten Beitritt Frankreichs zum Londoner Flottenab- kommen spreche, denn dieser Beitritt würde notwendi­gerweise den Verzicht auf jede Ausgleichsmöglichkeit mit Italien bedeuten. Im übrigen will der Korrespondent der Chicago Tribune in Rom berichten können, daß Botschafter Gibson einen italienischen Vorschlag zu einer französisch­italienischen Flottenbaupause bis 1936 mitbringe.

Sonnet ihm WMMWMdstag

Washington. 6. November.

Präsident Hoover erließ die alljährliche Proklamation zum Waffenstillstandstag. Er fordert darin zur Feier dieses Tages auf alsAusdruck der Dankbarkeit dafür, daß der 11. November 1918 den Weltkrieg mit den dadurch hervor­gerufenen Leiden und schweren Verlusten an Menschenleben beendete", sowieim ehrenden Gedenken an diejenigen, die im Dienste unseres Vaterlandes und in dem Glauben. sich für die gute Sache des Friedens zu opfern, ihr Leben Hin­gaben". Den Gefallenen gegenüber fei Amerika feierlich ver­pflichtet, alles irgendwie zur Förderung des Friedens Mög­liche zu tun.

Do. X in AMerd« !

Alkenrhein, 6. November.

Der wegen der ungünstigen Witterung mehrfach ver­schobene Start desDo. X erfolgte nunmehr am Mittwoch­mittag um %12 Uhr. Das Flugschiff flog erst eine Schleife über der Stabs und nahm dann Richtung auf Kon­stanz. Von hier aus verfolgte das Flugschiff den Lauf des Rheins über Bafel. Die erste Befuchsetappe ist bekanntlich Amsterdam.

Nachdem die letzten Wettermeldungen vom Dienstag­abend günstigere Witterung erwarten ließen, befand sich die Flugschiffbesatzung bereits seit dem frühen Morgen auf dem Flugplatz in Bereitschaft. Um 8 Uhr vormittag wurde der Do. X" mittels Rollschlitten aus der Halle gefahren und ans Ufer gebrachst Bevor der Befehl zum Start gegeben wurde, wartete man die letzten Wettermeldungen aus Hol­land ab. Bald nach 10 Uhr nahm die Besatzung in dem Flugschiff Platz, um nochmals die letzten Ueberprüfungen an Motoren und Meßgeräten vorzunehmen. Der leitende Mo­toreningenieur Eitel wird auf dem ganzen Flug desDo. X" durch die beiden amerianischen Spezialisten für Curtiß-Mo- toren, die Ingenieure Briwton und Gody, unterstützt wer­den. Sie haben die zwölf Motoren von Amerika nach Alten­rhein gebracht, ihren Einbau überwacht und die Motoren auf den Werft- und Probeflügen eingehend kontrolliert. Neben diesen drei Ingenieuren befinden sich an Bord des Schiffes noch 11 Mann, nämlich Kommandant Christi- a n s e n, die Piloten Merz und Schildhauer, Funk­offizier Kiel, Navigationsoffizier N i e m a n n, die Mon­teure Lange, Jäger, Brombeis, Schuster, merfe*»?^^ nimmt, und Dr. Erich Tilgen kamp als Presse- und Propagandachef.

Das Flugschiff überflog Mannheim, Worms, Mainz, Koblenz, Bonn und Köln. Ueber Düsfeldorf erschienDo. X" von mehreren Flugzeugen begleitet.

Um 16.30 Uhr landeteDo. T" glatt dicht in der Nähe des großen Flugschuppens des Marineflughafens Schelling- woude. Damit war bi" erste Etappe beenbigt.

Der Flug desDo. X" nach Amsterdam bildet bekannt­lich die erste Etappe auf dem Wege nach Amerika. Der eigentliche Start zum Ozeanflug erfolgt in Lissabon, nachdem vorher noch in England, Frankreich, Spanien und Portugal Besuchslandungen vorgenommen sein werden.

Auf dem Wege von den Azoren nach den Bermudas wird das Flugschiff eine Ozeanlandung vorneh­men, um von einem dorthin dirigierten Tankschiff neuen Betriebsstoff einzunehmen. Man sieht diesem Experiment begreiflicherweise mit großem Interesse entgegen.

Die Holländer sind begeistert.

Amsterdam, 6. November.

Das deutsche Flugschiff Do. X wurde nach seinem Nieder- gehen im Marineflughafen Schellingwoude sofort von einer Flottille van Motorbooten umringt. Eine Motorbarkasse der holländischen Marine ergriff die ihm von Do. X zuge­worfene Leine und nahm das deutsche Flugschiff ins Schlepp­tau. Während des Abschleppens wurde der Besatzung des Do. X von den Insassen der Motorboote eine lebhafte Huldi­gung dargebracht. Da eine Bergung des Do. X in und un­mittelbar vor dem Flugzeughafen der holländischen Marine wegen seines großen Umfanges nicht in Frage kommen konnte, mußte das Flugschiff mitten im Wasser in einer Ent­fernung von etwa 50 Metern vor dem Flugzeughafen ver­ankert werden. Von allen Seiten näherten sich neue Motor- , boote, von denen aus auch Pressephotographen Blitzaufnah- ' men machten. Die Insassen mehrerer Motorboote versuchten, ; auf Do. X überzusteigen, was jedoch nur wenigen gelang. Da gleichzeitig auch Motorboote der Amsterdamer Hafen- polizei und der Zollbehörde bei Do. X anlegten, entstand zeit­weise ein gefährliches Gedränge. Mehrere drohende.Zusam­menstöße zwischen den Motorbooten und dem Flugschiff konn­ten nur mit Mühe vermieden werden. Vertreter der Amster­damer Hafenbehörde begaben sich zur Begrüßung an Bord.

Do. X dürfte mehrere Tage in Amsterdam bleiben.

Er wird zunächst einige Probe- und Vorführungsflüge über Zuidersee und Nordsee vornehmen. Für heute vormittag ist eine offizielle Besichtigung des Flugschiffes vorgesehen, zu der Einladungen an mehr als 600 Persönlichkeiten aus hol­ländischen amtlichen und Wirtschaftskreisen sowie aus der Amsterdamer deutschen Kolonie ergangen sind. Auch die Mitglieder des holländischen Kabinetts wurden zu dieser Be­sichtigung geladen. Bezeichnend für das große Interesse, das das Amsterdamer Publikum für die Ankunft des deutschen Flugschiffes zeigte, ist es, daß am Nachmittag und noch in den ersten Abendstunden alle Zugangsstraßen vom Marineflug­hafen Schellingwoude nach Amsterdam mit Automobilen, Fahrrädern und Fußgängern verstopft waren. Die Polizei mußte umfassende Vorkehrungen für die Regelung des Ver­kehrs treffen.

Demokraten und Republikaner gleich stark

Das amerikanische Wahlergebnis auf des Messers Schneide.

New Park, 6. November.

Nach der von der Associated Preß um 2 Uhr nachmittags hiesiger Zeit zusammengestellten Uebersicht über das bis­herige Wahlergebnis sind bei den Ergänzungswahlen zum Bundesstaat bisher 13 Republikaner und 20 Demokraten ge­wählt worden. Aus zwei Wahlkreisen steht das Ergebnis noch aus. Die Zahl der demokratischen Mandate im Bun- desfenat belauft sich bisher auf 46, während die Republikaner über 47 Sitze und die Farmer- und Arbeiterpartei über einen Sitz verfügen. In das Repräsentantenhaus sind bisher 186 Republikaner und 193 Demokraten gewählt worden. Von den noch ausstehenden 56 Wahlbezirken befanden sich bisher 52 in republikanischem Besitz.

*

Bei der

Volksabstimmung über die Prohibitionsfrage stimmten im Staate Rhode Island 172 545 für und 48 540 ' gegen die Aufhebung des Prohibitionsgesetzes. Im Staate ! I l l i n i o s, wo gleichfalls eine Volksabstimmung über die Alkoholfrage stattfand, sprachen sich 428 611 gegen und l 157 455 für die Aufrechterhaltung des Prohibitionsgesetzes aus. ,

Was wird aus der Liberalen Partei?

Folgen der letzten Unterhausabstimmung. Man spricht schon von Neuwahlen.

London, 6. November.

' wi 'WWNVM'H»«»««1 »M«W antrag zur Antwortadresse auf die Thronrede glaubt man in parlamentarischen Kreisen, daß die Liberale Parkei von einer schweren inneren Krise bedroht ist.

Der Haupteinpeitscher der Partei, Sir Robert Hutchi - s o n, ist aus der Partei ausgetreten und wird, wie verlautet, zu den Konservativen übergehen. Sir John Simon hat am 25-, Oktober einen Brief an Lloyd George gerichtet, der be­sagt, daß die

Politik der Arbeiterregierung einen völligen Mißerfolg darstelle. Trotz des Beschlusses der liberalen Fraktion, Stimmenthaltung zu üben, hat Sir John Simon mit vier weiteren Liberalen gegen die Regierung gestimmt. Er habe kein Vertrauen in die Fähigkeit der Regierung, der durch die Arbeitslosigkeit geschaffenen furchtbaren Lage Herr zu wer­den. Die Presse spricht von einerernsten Spaltung" in der Liberalen Partei, und dem liberalenStar" zufolge neigt man in politischen Kreisen zu der Annahme, daß Neuwahlen früher kommen werden, als allgemein erwartet wurde, viel­leicht sogar noch vor dem nächsten Budget.

Keine Paliistinakonferenz

am runden Tisch"

London, 6. November.

Der Unterstaatssekretär im Ministerium des Auswärti­gen erklärte im Unterhaus, die Regierung habe die Frage einer Konferenz am runden Tisch zur Regelung der Palä­stinaprobleme noch einmal geprüft; doch gestatteten die ge­stellten Bedingungen keine Verwirklichung des Planes.

Weiterer Erfolg der Waffenfuche Eine Linzer Wurstfabrik als waffendepot.

Wien, 6. November.

3m Laufe der Waffenfuche wurden in der Linzer Wurst- fabrik 179 Gewehre, 5000 Patronen und 800 Dolchmeffer beschlagnahmt.

Der Abiüstungsausschutz in Genf

Abrüstungskonferenz selbst November 1931?

Genf, 6. November.

Deutschlands Delegation ist unter Führung von Graf Bernstorff zur Tagung vollzählig eingetroffen, auf der der Entwurf eines allgemeinen Abrüstungsabkommens, das der Weltabrüftungs-Konferenz vorgelegt werden soll, fertiggestellt werden soll. Die Januartagung des Völkerbundsrates hätte dann, wenn die Arbeiten tatsächlich abgeschlossen werden, die Einberufung der Konfe­renz zu beschließen. Als nächsten Termin, der für möglich gehalten wird, nennt man den November nächsten Jahres; es wird aber auch von Anfang des übernächsten Jahres ge­sprochen. Die deutsche Delegation dürfte vor allem darauf dringen, daß die Arbeiten des Vorbereitenden Abrüstungs­ausschusses jetzt endgültig abgeschlossen werden.

Der Ausschuß wird täglich am Vormittag eine Voll­sitzung abhalten; die Nachmittage bleiben für Unterkommis- sionssitzungen und Delegationsbesprechungen frei. Man nimmt an, daß wieder Versuche gemacht werden, die wieder­holt unterbrochenen italienisch-französischen Flottenbespre- chungen in Gang zu bringen und es heißt, daß hierbei der amerikanische Delegierte Gibson eine Vermittlerrolle ^ujgje-