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Hersfelöer Tageblatt

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Hersfelöer Kreisblatt

Amtlicher Mnzeiger für den Kreis Hersfel-

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Druck und Berlag von Ludwig Funks Buchbruckerei in Hersfeld, Mitglied des BDJV.

Nr. 131

Dienstag, den 7. Juni 1932

82. Jahrgang

Reichstagswahl am 31. Juli

Die Nationalsozialisten erhalten in Mecklenburg-Schwerin die Halste aller Mandate

Die Verordnung über die Renwahl

Berlin, 6. Juni.

Amtlich wird mikgeteilk: Der Reichspräsident hat durch Verordnung vom heutigen Tage den Termin für die Reu- mahlen des Reichstags auf Sonntag, den 31. Juli, festgesetzt.

Reichsarbeitsminifter Schacher

Berlin, 7. Juni.

Der Reichspräsident hak den Präsidenten des Reichsver- sicherungsamkes Schaeffer zum Reichsarbeitsminister er­nannt.

Präsident Schaeffer ist Beamter und bisher politisch nicht hervorgetreten.

MsLserordnung noch diese Woche

Kommt die Beschäftigtensteuer? / Etatausgleich auf jeden Fall

Der gestrige Montag ist von den Ministerien dazu be­nutzt worden, die Vorlagen für die neue Rotverordnung in Ressortbesprechungen vorzubereiten. Den ganzen Tag wurde besonders über Maßnahmen zur Sicherung des Etats und der Kassenlage beraten.

In politischen Kreisen wurde lebhaft erörtert, ob zu dieser Vorlage des Finanzministeriums auch die Beschäftigtensteuer gehören wird. Man konnte aber noch nichts erfahren. Sicher ist, daß Graf Schwerin alles aufbieten wird, um einen Ausgleich der öffentlichen Finanzen herbeizuführen.

Ebenso haben im Reichsinnenministerium und in den übrigen Ressorts eine Reihe von Besprechungen stallgefun-

tag Zusammentritt, alle Unterlagen vorfinden, um die Rot- Verordnung noch lm Laufe dieser Woche fertigzustellen.

Die Wahl in Mecklenburg-Schwerin

Schwerin, 7. Juni

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Landlags-

wähl in Mecklenburg- Schwerin liegt nunmehr vor. Danach

haben die Rationalsozialisten die Hälfte der Mandate errun-

gen.

Sozialdemokraten

18 Mand. (bish. 20)

Kommunisten

5

( 3)

Rationalsozialistew

30

( - 2)

Bürgerl. Arbeiksgem. d. Mitte

1

( 1)

Deutschnationale

5

(bish. Ein-

Arbeiksgem. natl. Mecklenburger

1

heiksl. 23)

Sozialistische Arbeiterpartei

0

(bish. 0)

Die abgegebenen Stimmen verteilen sich wie folgt:

Landkagsw. Reichskagsw.

5. 6.32

14.9.30

Sozialdemokraken

108 358

(124 922)

Kommunisten

26 006

(27 044)

Rationalsozialisten

177 029

(72 033)

Bürgerl. Arbeiksgem. d. Mikke

7 699

(6 096)

Deukschnationale

32 875

(39 871)

Arbeiksgem. natl. Mecklenburger

7 492

(49 412)

Sozialistische Arbeiterpartei

952

H

Gutsbesitzer Granzow-Severin nsird Ministerpräsident.

Schwerin, 7. Juni.

Der Leiter des Gaues Mecklenburg-Lübeck der NSDAP., Reichs- und Landtagsabgeordneter Friedrich Hildebrandt, er­klärte zu dem Ergebnis der Mecklenburg-Schwerinschen Landtagswahl u. a.:

Die Zahl der Regierungsmitglieder ^ürde wahrschein­lich von drei auf zwei herabgesetzt werden. Er, Hildebrandt, könne jetzt schon den neuen Ministerpräsidenten des Frei­staates Mecklenburg-Schwerin vorstellen. Es sei dies der parteigenosse Gutsbesitzer Granzow-Severin, der Schwa- zer des Reichstagsabgeordneten Dr. Goebbels.

Die erforderliche Umstellung werde sachlich und im Rah­men der Gesetze erfolgen. Um die Mißwirtschaft in den ein­zelnen Kommunen zu beseitigen und Einblicke in die Haus­haltspläne zu gewinnen, würden an mehreren Stelle,» Lan- deskommissare eingesetzt werden. Die NSDAP. sehe eine ihrer Hauptaufgaben darin, die neue Konstituierung des Landtages in Verbindung mit anderen Ländern wie Olden- bürg, Braunschweig usw. mit einer Widerstandspolitik gegen das herrschende System im Reich zu beginnen.

Wie der Landeswahlleiter mitteilt, haben die Kommu­nisten nicht 26 006. sondern 27 006 Stimmen erhalten. Mög- lich ist noch immer, daß bei der Schlußaufrechnung noch­mals eine kleine Verschiebung eintritt. Man wird also das endgültige amtliche Schlußergebnis, das Ende dieser Woche bekanntgegeben wird, abwarten müssen.

Kanzler-Initiative in Preußen

Für beschleunigte parlamentarische Lösung der Regierungs­krise / Besprechung mit Hugenberg / Nationalsozialisten und Zentrumsvertreter werden erwartet.

Reichskanzler vonPapen hat gestern abend eine Aktion eingeleitet, die den Versuch darstellt, in Preußen so bald wie möglich zur Bildung einer parlamentarischen Re­

gierung zu gelangen.

Der Kanzler empfing zunächst den Führer der Deutsch- nationalen, Geheimrat Hugenberg, um ihm seine Ansicht über die Rokwendigkeit einer schnellen Regierungsbildung in Preußen darzulegen, einer Rokwendigkeit, die sich allein schon aus der Finanzlage von selbst ergibt. Weitere Bespre­chungen sind mit den Rationalsozialisten und dem Zentrum geplant. Die maßgebenden Vertreter beider Parteien waren gestern nicht mehr zu erreichen. Es ist deshalb anzunehmen, daß sie heute oder morgen vom Kanzler empfangen werden.

Mit diesen Besprechungen stehen wohl auch die gestern aufgetauchten Gerüchte über die Möglichkeit einer früheren Einberufung des Landtages in Zusammenhang.

Ob die Aktion zu einem Erfolge führt, steht natürlich noch dahin, da es in erster Linie auf die Parteien ankommt. mit denen noch gesprochen werden muß. Dem Reichskanzler wäre eine parlamentarische Lösung der preußischen Krise offenbar schon deshalb erwünscht, da eine Reihe von Gründen

namentlich wohl auch der Widerspruch aus Süddeutsch- land es als wünschenswert erscheinen lassen, die Einsetzung eine^toidö|omxn&y&js^

Politische Ziele des Stahlhelm

Eine Rede Seldkes in Bremen.

Bremen, 7. Juni.

Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Landesverband Niedersachsen, hielt in Bremen einen Appell ab. Der Erste Bundesführer Franz S e l d t e sprach über die politische Ziele des Stahlhelm in der nächsten Zeit. Er betonte, daß es dem Stahlhelm gelungen sei, die Energieschichten der Ration zu- sammenzufassen, ohne die kein deutscher Führer, er sei wer er sei, je das deutsche Volk zur Freiheit führen könne. Dar­aus ergebe sich, daß der Stahlhelm bereit sei, mit allen wahr­haft nationalen Gruppen und Strömungen, insbesondere auch mit den Nationalsozialisten, in ehrlicher Kampfgemein­schaft zusammenzuwirken, aber auch in den eigenen Reihen auf straffe Manneszucht zu halten.

Deutschland stehe an einem Wendepunkt, der ohne die Arbeit des Stahlhelm nicht möglich gewesen wäre. Er glaube, daß der Zeitpunkt heran gerätst sei, an dem endlich der Durchbruch zur Freiheit erfolgen werde. Was immer geschehen werde, insbesondere im Angesicht der polnischen Drohungen, könne keine Regierung, die etwas schaffen wolle, an der harten Energieschicht des Frontsoldatengeschlechts vor­beigehen. In gewaltigem Aufmarsch in Berlin im Herbst werde der Stahlhelm der Welt zeigen, daß er das letzte Stück der von den Vorfahren überkommenen Ordnung sei. Er sei die letzte Reserve, wenn uns der Abwehrkampf aufge- nötigt werden sollte.

Französische Ervressungrversuche

Das Saargebiet soll Faustpfand werden.

Paris, 7. Juni.

Die französische Vereinigung für das Saargebiet hat unter dem Vorsitz des Senators Ordinaire ihre Generalver­sammlung abgehalten und bei dieser Gelegenheit eine Ent­schließung angenommen, in der die französische Regierung aufgefordert wird,lediglich aus dem Gedanken der Be­friedung und Billigkeit heraus" in' Laufanne:

1. die Gewährung eines neuen Moratoriums davon ab­hängig zu machen, daß die deutsche Regierung eine Hypothek stelle, die auf allem Staatseigentum und namentlich auf den Eisenbahnen des Saargebiets aufgebaut werden müsse.

2. möge die französische Regierung bestätigen, daß jede Herabsetzung und mehr noch jede Aussetzung der Repara­tionszahlungen automatisch den verzicht Deutschlands aus die Möglichkeit des Rückkaufs der Staatsgruben im Saarge­biet nach sich ziehe,

3. die französische Regierung müsse daran erinnern, daß unter der notwendigen Kontrolle des Völkerbundes das natio­nale Statut des Saargebiets nicht nur das besondere Gebiel der deutsch-französischen Zusammenarbeit, sondern auch den Gegenstand eines nützlichen Experiments zur Befriedung Europas darstelle.

Zu den Beschlüssen wird in unterrichteten Berliner Krei- sen erklärt, daß Deutschland unbedingt auf dem Standpunkt flehe, das Saargebiet eigne sich weder zu Pfandzwecken, noch könne es zu einem Kuhhandelsobjekt gemacht werden.

Bröning und seine ehemaligen Minister verteidigen ihre Rotmastnahmen.

Der ehemalige Reichskanzler Dr. Vrüning und die übrigen Minister der früheren Reichsregierung veröffent­lichen in derGermania" eine Rechtfertigung gegen die in der Antrittserklärung der neuen Regierung erhobenen Vor- wurfe, daß dieFinanzen erschüttert, die Sozialversicherung bankerott, die Reformen über schwache Ansätze nicht hinaus­geführt und das staatliche Leben nicht der Armut der Nation angepaßt" seien.

Die Minister geben einen Ueberblick über ihre von der sich von Monat zu Monat verschärfenden Weltwirtschastskriss diktierten wirtschafts- und sozialpolitischen Maßnahmen, de­ren markanteste Fälle die Hunderte von Millionen verschlin­genden Sanierungen von Banken, Jndustriewerken, Schiff- fahrtsgesellschaften und zahllosen Genossenschaften in Hand­werk und Landwirtschaft sowie die Ausgabendrosselung in Reich, Ländern, Gemeinden und bei der Sozialversicherung um mehr als sechs Milliarden Mark sind. Dies seien keine schwachen Ansätze". DieAnpassung an die Armut der Na­tion" sei tatsächlich und weitestgehend erfolgt, was sich ja auch in dem Haushalt jedes einzelnen Bürgers recht fühlbar ge­macht hat. Alle diese Opfer seien der Gesamtheit aber nur im Hinblick auf außenpolitische Bewegungsfreiheit zu- gemutet worden. Dieses Ziel sei nach sachverständigem Ur­teil auch erreicht worden. Gleichzeitig seien alle Voraus­setzungen für Notstandsarbeit, freiwilligen Arbeitsdienst und Siedlung getroffen worden. Und mitten aus dieser Arbeit sei das Kabinett Brüning herausgerissen worden.

Wir haben, so heißt es am Schluß der Erklärung, im Sinne der von uns vertretenen christlichen Staatsauffassung es als vornehmste Aufgabe betrachtet, unvermeidliche Opfer in möglichster Gleichmäßigkeit zu verteilen. Es wird Auf­gabe des Landes sein, darüber zu wachen, daß die von uns geleistete Arbeit vor Verfälschung bewahrt und so weiter ge­führt wird, wie es die Wohlfahrt des gesamten Volkes und nicht das Sonderinteresse von Parteien und kleinen Gruppen fordert.

p---Sie Mu^»» aiugHimrtttWf *"~ keine Einigung über Angriffswaffen / Zweimal Versailles.

Genf, 7. Juni.

Der Landrüstungsausschuh der Abrüstungskonferenz hat seine fünfwöchige Beratung mit der Annahme eines Berich­tes an den Hauptaussckuß abgeschlossen. Wie bei den See- rüstungsfragen war auf keinem der behandelten Gebiete auch nur einigermaßen eine Uebereinstimmung zu erzielen.

Man hak zwar in allgemeinen Wendungen die Gefähr­lichkeit der schwersten Geschütze und Tanks zugegeben, sich aber ängstlich gehütet, innerhalb der einzelnen Waffenkate- gorien die Geschützarten und Kaliber genau anzugeben, die von der qualitativen Abrüstung erfaßt werden müssen.

Die deutsche Delegation hat nachdrücklichst den Stand­punkt geltend gemacht, daß der Versailler Vertrag auch für die Behandlung dieser Fragen das praktische Vorbild abgeben muß. Bei den Geschützen hatte sich die Mehrheit des Ausschusses für größere K a l i b e r, als sie im Versailler Vertrag enthalten sind, entschieden! Die französische Dele­gation hat sich auf den bei der modernen Technik ganz un­haltbaren Standpunkt gestellt, daß F e st u n g e n überhaupt keinen Angriffscharakter (!) hätten.

Die Bergarbeiter sind beunruhigt

Bochum, 7. Juni.

Der Gewertverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands spricht in einem Aufruf von einer Beunruhigung der Arbei­terschaft durch die politische Entwicklung und kommt zu der Feststellung, daß sichder neue Kurs" trotz nationaler Lei­stungen der Gewerkschaften gegen Arbeitnehmerschaft und Gewerkschaften richte.

Die Eröffnung des neuen Msmelländischen Landtags.

Genau einen Monat nach der Wahl zum Landtag des Me- ig des Landtags durch den neuen Unser Bild zeigt: Abgeordnete isrebe des Gouverneurs

melgebiets fand die Eröffnung Gouverneur Gylys statt, hören stehend die Eri