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Hersfelöer Tageblatt

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Schriftleitung verantwortlich: Franz Funk in tzersfeld Druck und Berlag von Ludwig Funks Buchdruckeret

Fernsprecher Nr. 608. /^MMchtzt ^OJClgCt Mk U^U KttlS ^CtSfClO tn »ersfeib, Mitglied des BDZB.

Nr. 136

Montag, den 13. Juni 1932

S2. Jahrgang

Lanbervertreter bei HinSenburg

Freimütige Aussprache Süddeutsche Bedenken zerstreut

6* ünd Gewerbe- olf und Geheimrat

Die Interessen der Länder bleiben gewahrt.

Berlin, 13. Juni.

Der Reichspräsident empfing am Sonntag in Ge­genwart des Reichskanzlers von Papen den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Keld, den württembergifchen Staatspräsidenten Dr. Bolz und den badischen Staats­präsidenten Dr. Schmidt zu einer eingehende» gemein­

I inten ?

Die

Verhältnis des Reiches

zu den Ländern, den Finanzausgleich, die Wirtschasts- Politik und eine Reihe von innerpolitischen Fragen.

Die Besprechung zwischen den Chefs der süddeutscher Länder und dem Reichspräsidenten dauerte fast li/« Stun­den. Schon aus der verhältnismäßig langen Dauer bei Besprechung ergibt sich, da ßin der Tat alle wichtigen und aktuellen Probleme behandelt wurden, namentlich die, d ie sich auf das Verhältnis zwischen Reich und Län­dern beziehen.

In wohlunterrichteten Kreisen glaubt man als Er­gebnis der Aussprache eine weitere Entspannung der Beziehungen zwischen den Ländern und dem Reich sehen zu können/ die bereits am Sonnabend durch die Verhandlungen in der Reichskanzlei eingeleitet wurde.

Der Empfang beim Reichspräsidenten vollzog sich na­türlich in der verbindlichen Form, die bei einer Aussprache mit dem Reichspräsidenten selbstverständlich ist. Was die Ländervertreter vorzutragen hatten, wurde trotzdem mit allem Freimut gesagt.

Aber in Kreisen, die den Reichsstellen nahestehen, scheint man doch den Eindruck zu haben, daß die Minister und die Staatspräsidenten mit dem Bewußtsein der Ge­wißheit abfahren, daß der Reichskanzler nicht daran denkt, ir^oweiche ÄWMre)«M die geeignet sind,

die Interessen der Länder zu beeinträchtigen und zu schädigen.

Die Beziehungen zwischen Reich und Ländern haben durch die Aussprache der letzten beiden Tage wieder eine Basis bekommen, auf der sich die zukünftige Entwicklung aufbauen läßt. Das ist auch dann erfreulich, wenn es, wie anzunehmen ist, nicht gelungen sein sollte, in einer so umstrittenen Frage wie der der Aufhebung des SA.° Verbots eine restlose Uebereinstimmung herbeizuführen.

papen und die Landerministev

Differenzen in der Frage des SA.-Verbotes? H

Berlin. Der Reichskanzler v. Papen hatte nach der Unterredung der süddeutschen Ländervertreter mit dem Reichspräsidenten noch eine eingehende Aussprache mit den süddeutschen Regierungschefs in der Reichskanzlei.

Auch diese Zusammenkunft bestätigt den Eindruck, daß es gelungen ist, an die Stelle der Spannung zwischen den Ländern und dem Reich immerhin eine gewisse Beruhig gung zu setzen. In Kreisen, die den süddeutschen Länder­vertretern nahestehen, wird allerdings dabei kein Hehl daraus gemacht, daß in der Frage der Aufhebung des SA.-Verbotes der Standpunkt der süddeutschen Länder

auch weiter von dem der Reichsregierung abweicht.

Sammlung der Mitte"

Berlin. Die Staatspartei hielt im Reichstage

eine

Ein« neue Partei»VK neue Mitte".

Essen. Unter Führung von Professor Hornefser, Gießen, hat sich in einer in Essen tagenden Versamm­lung eine Partei gebildet, die den Namen führt:Die neue Mitte" (Sozialliberal« Partei)".

Der Christlich-Soziale Bolk-bienst bleibt selbständig.

Kassel. Reichsleitung und Reichsvorstand des Christ­lich-Sozialen Volksdienstes haben beschlossen, bei den kom­menden Reichstagswahlen ohne Bindung an andere po­litische Parteien in voller Selbständigkeit in -den Wahl­kampf zu gehen und in allen Wahlkreisen eigene Wahl­vorschläge einzureichen. Als Spitzenkandidat für die Reichsliste wurde einstimmig der erste Reichsführer, Simp- fenborfer, Stuttgart (M. d. R.), ausgestellt.

Köln, 13. Juni.

Zu Blättermeldungen über Vorbereitungen für ein Zusammengehen des Zentrums und der Staatspartei im Wahlkampfe erfährt dieKölnische Volkszeitung" aus Ber­lin, daß derartige Abmachungen Werder abgeschlossen seien, noch abgeschlossen würden.

Gesamtvorstandssitzung ab,. in der der Parteiführer, der frühere Reichsfinanzminister Dietrich, über die Stellung der Staatspartei im kommenden Wahlkampf berichtete. In einer Entschließung wurde auf die entscheidende Bedeutung des bevorstehenden Wahlkampfes und auf die Gegnerschaft der Staatspartei gegen das Kabinett von nommen. Es heißt dann: Um der

Papen Bezug gern , _

Größe dieser Entscheidung willen hält die deutsche Staats­partei die Sammlung aller, die Grundlage unserer Ver­fassung bejahenden bürgerlichen Kräfte für eine staatspoli- tische Notwendigkeit. Sie ist bereit, ihre Anhänger zur Mitarbeit dabei aufzufordern. Voraussetzung für diese Mitarbeit ist, daß die neue Partei auf dem großen Gedan­ken der sozialen Gerechtigkeit, der Volksgemeinschaft, der persönlichen, geistigen und wirffchaftlichen Freiheit des Ein­zelnen aufgebaut und gewillt ist, die Rechte und Freihei-

ten des Volkes gegen Nationalsozialismus und Diktatur unter Ablehnung

aller fotia

Englisch-Französischer Friedenswille

Rundfunkansprachen MacDonalds und Herriots.

Paris. Ministerpräsident Herriot gab am gestrigen Tage ein Frühstück zu Ehren der englischen Minister. MacDonald und Herriot gaben durch Rundfunk Erklä­rungen ab.

MacDonald äußerte seine Zufriedenheit darüber, daß durch die Besprechungen guter Boden für die Lausanner Verhandlungen vorbereitet worden sei.

Herriot betonte, daß es den französischen und engli­schen Ministern vor allem daran gelegen habe, die ak­tuellen Probleme zu berühren. Franzosen und Engländer seien von dem Wunsche beseelt, dem Friedensgedanken zu dienen. Er, herriot, hoffe, daß durch die Beratungen in Paris die Konferenzen von Lausanne und Genf wesentlich

erleichtert würden.

das notwendige Der- in

auf dem Bo unserer Staats- und Gesellschastsordnu für die Rettung von Reich, Volk und Wirtschaft zu kämp- fen. Außerdem wurde eine Entschließung angenommen, in der die Staatspartei ihre Befürchtungen hinsichtlich der Aufhebung des SA.-Verbotes zum Ausdruck bringt.

Lausanne vertretenen Staaten, also aucy von ^nr^ww», zu erreichen, daß sie eine Erklärung unterzeichnen, in der sie sich verpflichten, den Frieden aufrecht zu erhalten.

Premierminister MacDonald erklärte nach dem

Der Reichskanzler beruhigt die Ländervertreter.

Berlin, 13. Juni.

Die Reichsregierung gab in der Sonnabendsitzung der Vereinigten Ausschüsse des Reichsrates Auskunft über den Haushaltsplan des Reiches und über die Grund­züge der von ihr geplanten Notverordnungen zur Sicherstellung der Finanzen von Reich, Ländern und Ge­meinden sowie zur Rettung der Sozialversicherungen Der Reichs minister der Finanzen und der Reichs- arbeitsminister erläuterten und begründeten die Absichten der Reichsregierung. 2m Anschluß an diese Ausführungen fand eine eingehende Aussprache statt, in der die Vertreter der Länder ihre Stellungnahme dar-

«gen einer Samm­lung der Mitte und der te« erfahren, findet

am Dienstag abend in der schast eine Zu­

sammenkunft führender Männer beS geistigen und des wirtschaftlichen Leben« statt. Aus diesem Kreise soll an die zwischen den Nationalsozialist«« und bem Zentrum stehen­den Parteien und bisherig«« Wähler ein Aufruf gerichtet werden, der dazu ausfordert, unter Zurückstellung partei­politischer und sonstiger Sond«rint»kessen als geschlossener politischer Block vorzugehen, um bei den Entscheidungen über die politischen Fragen Geltung zu erlangen. Dem Kreise, von dem ein solcher Aufruf auSgehen soll, gehören, wie wir npcf) y>eiM «üah«L. * & Sk^ugp Eckener, der

«eriw. Wie wir zu den

Abend-Empfang, daß es sich bei den Besprechungen in der Hauptsache darum gehandelt habe, Klarheit über den beiderseitigen Standpunkt bezüglich der Probleme der Lausanner Konferenz zu schaffen. Herriot und er, Mac- Donald hätten dabei erkannt, daß sie im gleichen Sinne und nach den gleichen Direktive« denken. Sie würden ihre Gedanken mit den Ministern anderer Länder austauschen Die französische und die englische Regierung würden da­für Sorge tragen, daß die Lausanner Konferenz von ef­fektiver Wirkung sein werde. Beide Regierungen seien entschlossen, eine Lösung der Probleme herbeizuführe».

Ministerpräsident tzerriot erklärte zu den Aen' er u - gen MacDonalds, er könne die Ausführungen seines englischen Kollegen nur bestätigen.

legten.

Von den Ländern, namentlich den süddeutschen, und an ihrer Spitze Bayern, wurden bei der Aussprache sehr deutlich die Ansichten vorgetragen, die sich aus der süd­deutsche, r Presse bereits in den letzten Tagen entnehmen ließen. Auf diese Zuspitzung war auch die

gen entnehmen

Ei« 3m e V 1

Zug entgleist bei Härmn

Eine Tot«, W

null Wgesliirzt

Unterbrechung der Sitzung

der Vereinigten Reichsratsansschüsse zurückzuführen, die der bayerische Ministerpräsident Keld nach der einfüh­renden Rede des Reichskanzlers beantragt hatte, damit sich Kanzler und Reichsinnenminister aus der einen und sie Ministerpräsidenten der Länder auf der anderen Seite zunächst einmal in einem «ng«r«n Kreise aussprechen konnten..

Der Kanzler entwickelte hier zu allen aktuellen Fragen in aller Ruhe und Sachlichkeit die Auffassungen der Reichsregierung, und zwar zu all den Dingen, die in der Notverordnung enthalten

die Fragen der Aufhebung der < Verbots, der Reichsreform und Reichskommissars in Pre letzten Angelegenheit dürfte der tretern auseinandergesetzt haven, Reichsregierung selbst gar nicht auf die normale Lösung einer

ung eines je zu dieser Länderver- bsichten der

, sondern

ordentlichen RegierungSnondttdung gerichtet sind.

In Kreisen der Reichsregierung ist man der Auffas­sung, daß die Verhandlungen, die naturgemäß zu Anfang rinen etwas zugespitzten Charakter haben mußten, dazu beigetragen haben, eine ruhigere Auffassung der Lage an- subahnen.

Berlin, 13. Juni.

Durch Kabinettsbeschluß vom 8. Sunt 1932 ist die Bearbeitung der landwirtschaftlichen Giedlungsangelegen- Heiten vom Reichsarbeitsministerium auf das Reichsmini- sterium für Ernährung und LandWirffLaft übgrgegangen.

Reichswehrauto bei Schleiz verunglückt

Vier Todesopfer.

Schleiz. Auf der Schleizer Dreieckrennstrecke der Aofer Straße wurde in der Nacht zum Sonntag gegen 1 Uhr morgens ein mit acht Personen besetztes Reichswehr- gu o bei einer scharfen Wegbiegung aus der Kurve her- auc^eworfen, gegen einen Baum und dann in den Stra­ßengraben ge^ieudert. Der Führer, ein verheiratete» Re'chswehrangehöriger, war sofort tot. Die anderen sieben Insasse» wurden in das Krankenhaus nach Schleiz ge­brach , wo am Sonntagvormittag drei von ihnen ihren Hwc en Verletzungen erlagen.

Vor der Hochzeit ertrunken

16. Suni.

Boenen ent-

Auf der Strecke zwischen Anna g leiste am Sonnabend gegen 5 Kamm der von Hagen nach Kamm zug. Alle Wagen stürzten um und hinab. Die Lokomotive allein blieb a ...... Die Strecke wurde in beide» Richtungen gesperrt.

Von den Reisenden wurde eine Frau Koltkoetter aus Holzwickede getötet, vier Personen wurden schwer, 36 leicht verletzt. Außerdem haben zwei Post» und drei Zugbedienstete leichtere Verletzungen erlitten. Die Ver­letzten wurden den Krankenhäusern Arma und Kamm zu- geführt.

dem Gleis stehen.

«le« die Böschung

Ozeanflieger Hausner aufgefunden

Acht Tage hilflos auf bem Meert

New Pork. Der amerikanische Flieger polnischer Her­kunft, Stanley H a u s n e r, der vor neun Tagen von New Persey aus einen Versuch unternahm, den Atlantik zu überqueren, ist, von bem britischen TankschiffCirc« Sbell lebend aufgefischt worden.

Wir der Kapitän des Schiffes auf radiotelegraphi- schem Wege mitteilt, war Hausner schon am Tage des Startes, d. h. am Freitag, dem 3. Juni, gezwungen, mit seinem Flugzeug auf dem Meer notzulanden. Dolle acht Tage und Nächte bis zu feiner Sonnabend abend erfolg­ten Rettung trieb der Weg« mit seinem Fluazeug hilflos auf dem Ozean umh«. Seine Nahrung bestand aus Butterbroten. Das Wasser des Kühlers schützte ihn vor dem Verdursten. Er ist unverletzt, aber so erschöpft, daß er noch nicht in der Sage ist, einen zusammenhängenden Bericht seines furchtbaren «ck-M«- <Hzug-ben.

.1.11. mjmuwi

Weißenfels. Ein schweres Bootsunglück, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich Freitag nachmittag gegen 5 Ahr in der Nähe des Strandbades vor den Augen zahlreicher entsetzter Zuschauer. Ein mit drei ich zu weit an das Wehr um. Der 29 Jahre alte

Personen besetzter Kanadier, der herangewagt hatte, schlug plötzlü. frühere Reichswehrfeldwebel und jetzige Versorgungs­anwärter Georg Rose wurde von einem Strudel in die

Tiefe gerissen unb ertrank.

Die Braut und der Bruder des Ertrunkenen wurden mit Hilfe zweier Bademeister an Land gezogen. Das Un­glück ereignete sich 24 Stunden vor der Hochzeit des Er­trunkenen.

Flugzeugabsturz i« -«stsrkxrg

Insterburg. Beim VolkSflugtag setzt- bei der Vorfüh­rung eines Fallschirmabwrunaes Wt Puppe der Motor eines Flugzeuges aus. Das Fl^ua kam ins Trudeln, wurde abgefangen, stürzte banst aber kurz über dem Cib* Pilot Tessendorf erlitt so schwere Verletzun- ^ofsnungslose« BWPbe l«g Snst-rburger

hoben ab. Der gen, d er in

Krankenhaus 8*1