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für die

Krem Hcrsfeld und Hünfeld.

^ 64.

^sLS^sLL, Mittwoch oeu 12. August

LV§4.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 10 Sgr. pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlaa hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltig« Zeile oder deren Raum mit

1 Sgr. berechnet.

Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Die Herrn Bürgermeister zu

Meckbach, Oberhaun, Obergeis, Reilos, Notensee, Sieglos, Sorga, Holzheim, Gethsemane, Kleinensee, Leimbach, Ausbach und Oberlengsfeld werden an Einreichung der Klassensteuer- Rollen resp. Einkommensnachweisungen pro 1875 mit dreitägiger Frist bei Mei- dung von Strafe, erinnert.

Hersfeld, am 10. August 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Nach einer dem Herrn Reichskanzler zu- LeAangeuenMiztMung der Königlich Ita­lienischen Gesandtschaft zu Berlin sind die zu Pirri auf der Insel Sardinien wohnhaf­ten Erben eines reichen Grundbesitzers Na­mens Raimondo Cambatzu in der Nacht vom 20. zum 21. April d. J. die Opfer eines bedeutenden Diebstahls geworden. Unter den entwendeten Gegenständen befin­den sich die unten *) näher bezeichneten Ita­lienischen Staatsschuldscheine im Gesammt- werthe von 62,000 Lire.

In Gemäßheit höherer Verfügung weise ich die Königlichen Gendarmen und die Ortspolizeibehörden des Kreises an, ent­sprechende Nachforschungen anzustellen und für den Fall, daß die qu. Werthpapiere, resp, ein oder das andere Stück derselben zum Vorschein kommen sollten, alsbald die­selben mit Beschlag zu belegen und mir abzulietern, auch den Urhebern des Dieb­stahls in geeigneter Weise nachzuforschen.

Hersfeld, am 10. August 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

*) Oggeto. Sequestro delle segu- enti cartelle al portatore Nr. 24 dell annua rendita di L 50:

Numeri 0057,791 0057,792 0057,793

0057,794 0057,795 0057,796

0057,797 0057,798 0057,799

0057,800 0057,801 0057,802

0057,803 0057,807 0057,808

0057,809 0057,810 0057,811

005 7,812 005 7,813 005 7,814 0057,815 590,269 590,270.

Nr. 2 della rendita di L 100: Nr. 110,537 110,541.

Nr. 1 della rendita di L 200: Nr. 026,090. Nr. 1 della rendita di L 500: Nr. 007,629.

Nr. 1 della rendita di L1000: Nr.020,835.

Kreis Hünfeld.

Hünfeld, am 10. August 1874.

Die Herrn Bürgermeister des Kreises, insbesondere die des Amtsgerichts Eiterfeld werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie die ihnen mitgetheilten Publications-Docu- mente zur Bekanntmachung eines Holzver­kaufes stets an den betreffenden Königlichen Herrn Oberförster vor Abhaltung des Ter­mins einzusenden haben, zumal ihnen frei- gegeben ist, dieselben als portopflichtige Drenstsache unfrancirt einzusenden.

Da in letzter Zeit derartige Documente mehrfach gar nicht zurückgegeben worden sind, wird sämmtlichen Herrn Bürgermeistern aufs Strengste aufgegeben, obige Vorschrift genau zu beachten.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 8. August 1874.

Für Johannes Busold zu Oberufhausen ist um Entlassung aus dem Unterthanen- Verbande zwecks Auswanderung nach Ame­rika nachgesucht worden.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 8. August 1874.

Für Maria Busold aus Oberufhausen ist um Ertheilung eines Reisepasses nach Ame­rika nachgesucht worden.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 7. August 1874.

Die Herrn Bürgermeister des Kreises, welche meine Verfügung vom 2. Juli d. I. Kreisblatt Nr. 53, die Wahl der Klassen- steuer- Einschätzungs - Commission betreffend, noch nicht erledigt haben, werden hierdurch erinnert, baldigst anher zu berichten.

Der Königliche Landralh Götz.

Hünfeld, am 20. Juli 1874.

Dem Hauptagenten zur Vermittlung des Transportes von Auswanderern über Ham­burg und Stettin, Chr. Emil Derschow zu Frankfurt a. M. ist heute Gestattung er­theilt worden, den Färbermeister Endres dahier als Unteragenten beim Abschlüsse von Ueberfahrtsverträgen im hiesigen Kreise anzunehmen.

Der Königliche Landrath Götz.

Tagesbegebenheiten.

Deutsches )W).

Berlin, 10. August. Der Kaiser ist am Sonntag Nachmittag fünf Uhr auf dem

Anhalter-Bahnhof hier eingetroffen. Trotz des schönen Sommertags fesselte dies Er­eigniss eine große Menschenmenge an den Ascanischen Platz. Um sechs Uhr ver der hohe Reisende den Bahnhof und I unter freudigen Zurufen der Menge in die Schöneberger-Straße ein, um mit derPots- damer-Babn seine Reise fortzusetzen. Der Kaiser sah sehr wohl und kräftig qus, grüßte lächelnd nach allen Seiten und schien lebhaft erfreut, seine £ 1 " Berliner wieder- zusehen Ein stattliche Wagenpark hätte hier zur Zeit anwesende Notabilitäten vom Militair und Civil dem Bahnhof zugeführt, um den Monarchen zu begrüßen.

Kissingen, 10. August. Am heutigen Tage beendet Fürst Bismark feine Kur. Der Erfolg derselben ist nach Ansicht der Aerzte ein durchaus befriedigender. Die Abreise des Fürsten wird in den nächsten Tagen erfolgen,

Kiel, 8. August. Die zum Kreuzen in den spanischen Gewässern bestimmten Schiffe Albatros" undNautilus" haben heute Mittag 1^ Uhr den Hafen verlassen. Wie dieKiel. Z." vernimmt, werden die Schiffe Plymouth anlaufen und gegen den 12. d. von dort wieder in See gehen.

Je näher der Tag der Na ti on alfeier heranrückt, um so lebhafter wird, trotz aller Abmahnungen der ultramontanen Presse, die von einer Feier unter keinen Umstän­den etwas hören will, die Erörterung der Festfrage in den nationalen Organen. Sehr beachtenswerth äußert sich darüber die Flensb. Nordd. Ztg." iy Folgendem:

Es hat sich in jüngster Zeit immer mehr herausgestellt, daß von den Siegestagen des Juli 1870 keiner zu einer allgemeinen Nationalfeier mehr geeignet ist, als der 2. September, der Tag von Sedan. Die Presse ist mit nur geringen Ausnahmen dieser An­sicht. Die einzelnen Organe, welche diese Ansicht bestreiten, stoßen sich vorzüglich daran, daß dieser Tag noch keinen Frieden brächte, da der blutige Kampf trotz dieses Tages noch lange fortgesetzt werden mußte, um endlich den Frieden zu erzwingen. Aber dieser Einwand verliert jedes Gewicht, da ohne den Tag von Sedan alle weiteren Siege zweifelhaft gewesen wären. Der Sieg bei Sedan war entscheidend für den ganzen Krieg, und wenn Frankreich eine vernünf­tige Regierung gehabt hätte, so hätte sie nicht gezaudert, die Friedensverhandlungen sofort eintreten zu lassen. Es ist überhaupt schwer zu begreifen, wie man nach vierjäh­rigem Streiten über den zu einer allgemei­nen Nationalfeier geeigneten Tag sich immer noch in Kontroversen bewegen kann. Für den 2. September spricht außer der Groß-