Einzelbild herunterladen
 

für die

greife Hcrsttld und Hünfeld.

^esS^eLD- Sonnabend Den 26. September

Z8T4.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 10 Sgr. pro Quartal be den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mi 1 Sgr. berechnet.

®y Da mit Schluß dieses Mo­nats das Abonnement des dritten Quartals zu Ende geht, so bit­ten wir die Bestellungen auf das mit dem 1. October beginnende 4. Quartal rechtzeitig zu machen, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt.

Die Expedition.

Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Mit Beziehung auf die im Amtsblatt Nr. 37, Seite 239, abgedruckte Bekanntmachung Königlicher Regierung zu Cassel vom 10. September d. I., betreffend den Vertrieb vonLoosen für die mit der landwirthschaft- lichen Ausstellung zu Hagenau im Elsaß zu verbindende Verloosung von Maschinen rc., werden die Herrn Ortsvorstände des hiesigen Kreises angewiesen, dahin Anordnung zu treffen, daß dem Vertrieb der fraglichen Loose kein Hinderniß entgegengesetzt werde.

Hersfeld, am 25. September 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Der Ackermann Heinrich W e nk vonRöh- rigshof ist heute als Bürgermeister der Ge­meinde Röhrigshos mit Stippe bestätigt und eidlich verpflichtet worden, was hierdurch veröffentlicht wird.

Hersfeld, am 24. September 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Die Dienstsiegel für die Herrn Standes' beamten in den Landgemeinden des hiesigen Kreises sind heute bei mir eingegangen und den betreffenden Empfängern kurzer Hand mitgetheilt worden, was denselben hierdurch bekannt gemacht wird.

Hersfeld, am 26. September 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Kreis Hünfeld.

Hünfeld, am 23. September 1874.

Die Herrn Bürgermeister des Kreises haben unfehlbar binnen 8 Tagen diejenigen unbescholtenen, über 30 Jahre alten, seit wenigstens Jahresfrist als In­länder in der Gemeinde wohnhaften selbst- ständigen Einwohner anher namhaft

zu machen, welche zum Schöffenamte pro 1875 geeignet sind.

Die Entrichtung eines gewissen Steuer­satzes ist kein Erforderniß der Wählbarkeit als Schöffe. Im Uebrigen gelten jedoch auch hier die zur Berufung zum Geschwore­nendienst im Allgemeinen erforderlichen Eigenschaften.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 23. September 1874.

Die von Königlichem Ober-Präsidium un­term 16. d. Mts. zugefertigte Anweisung wegen Mitwirkung der Standesbeamten in Vormundschafssachen wird den Herrn Starr- desbeamten des Kreises zur Befolgung durch die Post zugefertigt und haben sie deren Empfang mir baldigst anzuzeigen.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 22. September 1874.

Die unter dem Rindvieh in der Gemeinde Mengers ausgebrochene Maul- und Klauen­seuche ist erloschen, was hierdurch veröffent­licht wird.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 22. September 1874.

Unter dem Rindvieh des Bauers Gottfried Gollbach von Gotthards ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, was hierdurch veröffentlicht wird.

Der Königliche Landrath Götz.

Tagesbegebenheiten.

Deutsches Reich.

Berlin, 22. September. Der Reichs­kanzler hat gegen dieHessischen Blätter" einen Strafantrag gestellt. Dieses Organ Vilmars brächte nämlich bald nach dem Kissinger Attentate eine Reihe von Artikeln, in denen dem Meuchelmorde geradezu das Wort geredet wurde. Der Verfasser dersel­ben versicherte, daß er sich zu einer Klarheit des sittlichen Urtheilens emporgeschwungen habe, die es ihm ermögliche, Personen mit kaltem Blute dem Tode zu überliefern und gleichwohl denselben die höchste persönlich­sittliche Achtung nicht zu versagen. Der Angeschossene" wurde geradezu als derje­nige hingestellt, dessen Thun und Lassen eine förmliche Apologie des politischen Mords sei. Der Prozeß wird Ende Oktober zur Verhandlung kommen. (B. Tgbl.)

Prinz Friedrich Wilhelm als Gymnasiast". ' Ueber die Aufnahme

des Prinzen Friedrich Wilhelm, der bekannt­lich mit seinem Bruder Heinrich in Kassel weckt, tn das dortige Gymnasium schreibt man derN. Z." Folgendes: Am Tage nach dem Eintreffen der jungen Prinzen kam Mittags ihre Mutter, die Kronprinzessin, von Potsdam aus, am Abend der Vater, von den Friedberger Manövern zurückkeh- rend, hier an, und gleich Tags darauf mach­ten sie bei dem Oberlehrer der Obersecunda dem Dr. Heußner, in dem Gymnasium einen Besuch, um ihren Sohn in bester Form zur Aufnahme anzumelden. Das geschah Alles m der einfachsten und natürlichsten Weise, gerade so, wie es von andern Eltern auch geschieht, wenn sie einen Sohn zur Schule bringen wollen. Der Prinz wird nach dem Wunsch der Eltern ganz so behandelt wer­den, wie alle seine Mitschüler, die Ansprache wird nurSie" und der Namensaufruf Prinz Wilhelm" sein, der jugendliche Gym­nasiast damit überall keine hervorragende Stellung, sondern ausschlitzhUch den Schul­zweck vor Augen erhalten, welchem ^t sich mit demselben Ernst und derselben Gewis­senhaftigkeit seinerseits und derselben genauen Ueberwachung seitens der Lehrer zu widmen haben wird, wie alle seine Alters- und Klas- sengenossen, mit denen er auch sonst, eben­falls nach dem bestimmten Wunsch seiner Eltern, in steter gesellschaftlicher Berührung bleiben soll. Wenn irgend etwas geeignet ist, den ungeheuren Fortschritt zu kennzeich­nen, welchen in dieser Beziehung unsere Zeit gegenüber der Vergangenheit in einer im Ganzen ziemlich geringen Anzahl von Jahren gemacht hat, so ist es gewiß das Vorkommniß, dessen Einzelnheiten eben ge­schildert wurden. Jetzt geht der Enkel des Kaisers, der einstige Kaiser selbst, in die Klasse, wie jeder Andere, mit seinem Zumpt und seinen Logarithmen unter dem Arm, es wird ihm nichts in usum delphini zu- rechtgelegt, sondern er muß wie seine Mit­schüler, zusehen, wie er mit den Perioden des Livius und den grammatikalischen Eigen­heiten des Homer fertig wird.

Frankfurt a.M., 23.September. Für dre von Ihrer Majestät der Kaiserin zum Anfänge des Octobers hierher einberufene Versammlung der Vorstände des vaterländi- fchen Frauen-Vereins sollen die Königin von Sachsen, die Königin von Württemberg, dre Großherzogin von Baden und die Prinzessin Alice von Hessen rhre Betheiligung zugesagt haben.

Königsberg i. Pr., 23, September- Die Verhandlungen gegen die als Rädels­führer bei den Unruhen in Quednau bethei- ligten Personen haben heute vor dem Ge­schworenengerichte begonnen. Für die Ver-