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HeLSFsLS, Sonnabend Den 3. April
1^55*
Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufichlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die drerspaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet
Amtliches.
Kreis Hersfeld.
Die im Verlag von Franz Wahlen in Berlin erschienene, von dem Geheimen Justiz- und Vortragenden Rathe im Justizministerium Dr. Adolf Stölzel nach amtlichen Ermittelungen gefertigte Schrift: „Deutsches Eheschließungsrecht", wovon das erste Heft bereits erschienen ist, wird den Herren Standesbeamten des Kreises mit dem Bemerken zur Anschaffung empfohlen, daß der Preis jedes Heftes auf 80 Pfennige festgestellt ist.
Hersfeld, am 3. April 1875.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Kreis Hünfelk.
Caffel, den 20. März 1875.
Ew. Hochwohlgeboren wollen dafür Sorge tragen, daß der Vertrieb der Loose zu der von dem landwjrthschaftlicben Bezirksverein in Mannheim unternommenen Ausspielung, gemäß der in einer der nächsten Nummern unseres Amtsblattes erfolgenden Bekanntmachung unbeanstandet bleibt.
Königliche Regierung, Abtheilung des Innern, (gez) Kühne.
An sämmtliche Königliche Landräthe rc.
Wird veröffentlicht.
Hünfeld, am 28. März 1875.
Der Königliche Landrath Götz.
Daeanzen-Lifie der bei den Behörden in den Provinzen Bronbenburg und Pommern durch Militär-Anwärter zu besetzenden Stellen.
Nr. 13. Berlin, den 30. März 1875
Sie Baconzen-Listen werden den Truppentheilen des Garde-, II. und III Armee-Corps mi^zerhellt und liegen sowohl in den hiesigen wie auswärtigen Bureaus der Annoncen-Expeditionen des Jnvaliden-Tanks, von Rudolph Moste und HaLienstem u. Vogler zur unentgeltlichen Einsicht aus; auch sind dieselben su dem Preise von 1 Szr. pro Stück bei der Eruedinon des Teutschen Reichs- Anzeigers, Berlin, 8. W., Wllhetmstrnße 3-2. (nach außerhalb gegen Einsendung von Is Sgr. in Briesin arten) zu haben.
i'Tie Line enthält der neihe nach folgende Mittheilnucen: 1) Lrt und Behörde, bei welcher die Stelle racant ist. 8) Nähere Bezeichnung der Stelle 3) Einkommen der Stelle. 4) Cb die Anstellung auf Lebenszeit oder auk Kündigung erfolgt. 5) Betrag der zu stellenden Kaution und ob dieselbe durch Gehalt oabzu; gedeiht werden kann. 6) Lb Aussicht auf Verbesserung vorhanden -ü. 7) An'rrüche, welche an d:e Bewerber gestellt werden. 8) L-Hi» die Bewerbungea ei neureichen sind. 9) Bewertungen
Provinz Br a nde nburg.
I. Stir'en N.) M„ Magistrat, 2. Magistrats- und Polizei-Nuterbeamter 3. 600 A freie Wohnung und 3 Klaftern Holz, 4. auf Lebenszeit, 5. keine, 6. Ja, 7. Rüstigkeit und Energie, 8. Magistrat Triefen N. > M S. am 1. Mai 1875 zu besetzen, verzonliche Borstellung ist Bedingung.
1. HaveLerg, GarnrsenlazaretL. 2 Krankenwärter, 3. COO M. Gehalt, freie Wohnung, Texulare an Heizungs- und Erleuchtungsmaterialien, 4. auf 6wöcheuttiche Kündigung, 5. feine, 6. unbestimmt, 7. gesund und kräftig, 8. Zntendamur 3. Armee-Corps zu Berlin, S. Verherrnthere Bewerber deren Frau gleichzeitig die Küche übernehmen kann fwciür 108 M. extra bewilligt werden), erhalten den Vorzug.
1, Mpenberge, Magistrat, 2. 2. Polizei-Sergeant, 3. 660 M. frei Löhnung,
Heizung tc., 4. auf Lebenszeit, nach Smonatlichem Probedienst, 5. keine, 6. nein, 7. Energie, kräftige und rüstige Körperkonüitunsn, 8. Magistrat L-ir- tenberge, 9. Bewerber hat sich persönlich vorzustellen.
Provinz Pommern.
1. Cammin i. P, Magistrat, 2. Stadtsekretär, 3. 975 M. und Feuerungsma- terial, 4. auf Lebenszeit, 5. keine, 6. ja, 7. muß im Kommunal- und^Poli- zei-Verwaltungsdienst geübt, in einer gleichen Stellung thätig gewesen und körperlich gesund sein, 8. Magistrat zu Cammin i. P.
1. Cöslin, Magistrat, 2. Nachtwächter, 3. 360 M. 4. auf Kündiguno, 5. feine, 6. nein, 7. gesund, nüchtern und umsichtig, 8. Magistrat in Cöslin (versön- liche Vorstellung).
1. Colberg, Postamt, 2. Post-Hülis-Unterbeamter, 3. 540 M. jährlich, 4. auf wöchentliche Kündigung 5. 300 M. event. Gehaltsabzüge, 6. ja, 7. körperliche Rüstigkeit und Beweglichkeit, sowie Geübtheit .im Schreiben und Lesen, 8. Oberpostdirektion Cöslin.
1, Labes, Postverwaltung, 2. Landbriesträger, 3. 450 M. Gehalt und 108 M. Wohnungsgeff^uschuß jährlich, 4. auf 4 Wochen Kündigung, 5. 300 M. event. Gehaltsabzüge, 6. ja, 7. Befähigung zur Bestellung "von Postsendungen und persönliche Ausdauer, 8. Oberpostdirekttrn in Stettin.
1. Neuste ttin, Postamt, 2. Post Hülfs-Unterbeamter, 3. 540 M. jährlich, 4. auf wöchentliche Kündigung, 5. 300 M. event. Gehaltsabzüge, 6. ja, 7. körperliche Rüstigkeit und Beweglichkeit, sowie Geübtheit im Schreiben und Lesen, 8. Oberpostdirektion in Cöslin.
1. Poseritz, Postagentur, 2. Landbriefträger, 3. 450 M. Gehalt und 60 M. Wohnungsgeldzuschuß jährlich, 4. auf 4 Wochen Kündigung, 5. 300 M. event. Gehaltsabzüge, 6. ja, 7. Befähigung zur Bestellung vou^PMenLungiN und persönliche Ausdauer, 8. Lberpoftdicektron in Stettin.
1. Stolp, Polizeiverwaltung, 2. Polizei-Sekretär, 3 1350 M. 4. auf Lebenszeit, 5. keine, 6. das Gehalt steigert sich nach 10, 15, 20 und 25 Tienstjahren um 10, 15, 20 und 25 Prozent der Mnimal-Summe, 7. Qualistkarion für Registratur und Sekretariats-Geschäfte, Bekanntschaft mit den Bestimmungen des Reuen Str.-Ges.-Bchs. und Polizeiverordnung des Regierungs-Tepar. tements Cöslin, 8. Magistrat in Stolp.
Feuilleton.
Eine Verrathener.
Historische Episode. Von £ Schubar.
(Fortsetzung.)
Für seine Person hatte Rudieze beschlossen, eine Stunde vor Beginn der Expedition der Frau vor Treskow einen Be ach ahne statt en und daselbst bis zum Eintritt der Dunkelheit zn verweilen. Bei seiner Ankunft im Schlöffe sollte der ihn begleitete Reitknecht fich^ins Torf verfügen, um in der b^eichneten Scheune das Eintreffen der zwölf Füsiliere abzuwarten und ihm dann die Weisung davon zu machen.'
Um endlich sein Erscheinen in preußischer Uniform der Frau von Treskow gegenüber zu erklären, hatte Rudieger ein Märchen erfsnnen, von dem er amuchm, daß es bei der Dame Glauben finden würde.
Dies war Alles, was Gerhardt seiner Gebieterin berichrete, und es war mehr als genug, um zu begreifen, daß der beispiellos perfide Anschlag des Generals die größte Chanze des Erfolges für sich hatte.
Frau von Treskow war während der Erzählung Gerbardl's vor Bestürzung außer sich gerathen. Anfangs vermochte sie eine solche Ausgeburt von Verrätherei gar. nicht für möglich zu halten. Erst nachdem der alte Diener das ganze nichtswürdige Gewebe -es Anschlages ihr anschaulich gemacht hatte, begann sie an die ichreL- liche Wirklichkeit zu glauben Md die Größe der Gefahr zu begreif