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KreisMblatt

für den

eKreis gersfesö.

JV S8.

Sonnabend den 19. Juli

1879.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

Amtliches.

Bekanntmachung der Minister der Justiz und des Innern vom I. Juli 1879, betreffend die Ausführung des NeichSgesetzes vom 6. Februar 1875 über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung. Im Anschlüsse an unsere Bekanntmachung vom 1. Dezember 1875 (Min. Bl. f. d. i. B. S. 275, Just. Mm. Bl. S. 271) wird hierdurch mit Rücksicht auf die am 1. October d. J. ein­tretende anderweite Organisation der Gerichte Folgendes bestimmt: a. Als Gericht erster Instanz, wenn wegen Ablehnung der Bor- nahme einer Amtshandlung der Standesbeamten Beschwerde geführt wird, oder wenn die Berichtigung einer Eintragung erfolgen soll (§§ 11« 66 des Reichsgesetzes), ist zuständig das Landgericht in dessen Bezirk der Standesbeamte seinen Amtssitz hat.

b. Als Gericht erster Instanz, welches die Redenregister auszu- bewahren hat (§. 14 Abf. 2 des Reichsgesetzes), ist zuständig imBe- zirke des Oberlandesgerichts zu Cöln das Landgericht, in den übrigen Theilen der Monarchie das Amtsgericht,

innerhalb dessen der Standesamt-bezirk liegt; wenn aber der legiere mehreren Gerichtsbezirken angehört, dasjenige Gericht, welches der Justiz-Minister in Uebereinstimmung mit dem Minister des Innern bezeichnet.

c. Die zu a und b den Landgerichten zugewiesenen Angelegen­heiten werden von den Civilkammern erledigt.

Zugleich wird darauf hingewiesen, daß nach Maßgabe der §§. 58. 107 Abs. 2 deS Ausführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 24. April 1878 (Ges. S. 6.230), Des §. 11 Abs. 1 des Reichs- gesetzes vom 6. Februar 1875 und der Nr. 3 unserer Eingangs erwähnten Bekanntmachung die Behörde, welche die Aussicht über die Standesbeamten auszuüben hat, vom 1. October d. I ab im Bezirke des jetzigen AppeUalionsgerichtShofes zu Cöln die Staatsan­waltschaft, bei den Landgerichten im Bezirke des jetzigen Appellations- gerichtS zu Frankfurt a. M. die für die Aufsicht in Gemeindeange­legenheiten zuständige Behörde ist.

Berlin, den 1. Juli 1879.

Der Justiz Minister. Der Minister deS Innern.

Dr. Leonhardt. Graf Eulenburg.

Borstehende Bekanntmachung des Herrn Ministers deS Innern und des Herrn Justiz-Ministers wird mit Hinweisung auf die Be­kanntmachung vom 1. December 1875 (Amtsblatt Seite 366) hier­durch veröffentlicht. Eaffel, den 12. Juli 1879.

Königliche Regierung, Adth. deS Innern.

Kreis Hersfelv.

Bon Seiten des hiesigen Füsilier-Bataillons wird am Freitag den 25. d. Mit. bei günstiger Witterung ein gefechtsmäßiges Ad- theilungSfchießen mit scharfen Patronen auf der Friedewal- der Hute von der Hönebacher Straße gegen denTodten Mann" zu abgehalten werden.

Das Publikum wird hiervon mit dem Bemerken in Kenntniß gesetzt, daß zur Vermeidung von Unglückssällen den Weisungen der ausgestellten SicherheitSposten unbedingt Folge gegeben werden muß.

Die Herren Bürgermeister der in der Umgebung des Schieß­platzes belegenen Ortschaften haben Vorstehendes in ihren Gemein­den durch öffentlichen Ausruf noch besonders bekanntmachen zu lassen. 8286. Der Königliche Landrath.

J. V.: Heeg, Kreissecretair.

Gefundene Gegenstände: 1) auf der Straße von Friedewald

nach Hönebach ein altes Ränzchen mit etwas Brod und Wurst« 2) auf der Straße von Friedewald nach Vacha ein alter Filzhut. 3) auf der Straße von Friedewald nach Sorga ein Schlüssel. Meldung der Eigenthümer bei dem Ortsvorstano zu Friedewald.

Gefunden: im Schlag Kuhhalte eine Kette. Meldung des Eigenthümers bei dem OrtSvorstand zu Nohrbach.

986. Das durch meine Bekanntmachung vom 17ten Januar d. I. (Amtsblatt Wr. 6) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbei- terbildungsverein in London herausgegebenen periodischen Druck­schriftFreiheit" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter der AufschriftFreie Presse" zur Ausgabe gelangen. Berlin, den 9. Juli 1879.

Der Reichskanzler. In Vertr.: Hofmann.

987. Auf Grund des §. 11 Abs. 1 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Lozialdeniolratie werden hier­mit die vom Samstag den 21. Juni und Mittwoch den 25. Juni d. Js. datirten Wummern 49 und 50 der in der schweizerischen BereinSbuchdruckerei in Hotlingen-Zürich erscheinenden Zeitung: Kleine vereinigte Staaten von Europa" von der unterfertigten Landespolizeibehörde verboten. Speyer, den 7. Juli 1879. Königl. bayerische Regierung der Pfalz, Kammer des Innern, von Lamotte, Königl. Regierungs-Präsident.

Tagesbegebenheiten.

AuS Heffen-Naffau.

* Hersfeld, 19. Juli. Wir machen unsere geehrten Leser auf die sich jetzt darbietende sehr günstige Gelegenheit zur Reise nach Berlin aufmerksam, indem vom 25. d. Mts. ab auf hiesiger Station Retour-Billets für I. Jl. und III. Classe mit 4tägiger Gül­tigkeit ausgegeben werden. (S. Jnseratenlheit der heutigen Nr.)

* Hersfeld, 19. Juli. Der am vergangenen Mittwoch hier abgehaltene Viehmarkl war mit 705 Stück Rindvieh und 114 Schweinen beschickt.

DaS Kassenwesen, das bisher bei den Gerichten verwaltet wurde, hört am 1. October d. J. auf, um an die Steuerbehörden Überzugehen, welche also mit der Einziehung der Gerichlskosten und Strafgelder beauftragt und die jetzigen gerichtlichen Kassenbeamten erhalten werden, dergestalt, daß dieselben von dem Ressort der Justiz- in das der Steuerverwaltung übergehen. Auch viele der jetzt bei den Gerichten beschäftigten Beamten werden, falls sie in Folge der neuen Gerichtsverfassung Dort keine Verwendung finven sollten, den Zollämtern überwiesen werden, welche in Folge der stärkeren Ar­beitsbelastung noch viele neue Kräfte erfordern werden.

Vom 10. bis 13. August er. hat man Gelegenheit, die prächtigsten und imposantesten S ternsch n uppe»f all e zu beobachten. Nach den neuesten Untersuchungen des Astronomen Schiaparelll sind Sternschnuppen feste Theilchen, welche durch die Anziehungen der Planeten von einem Kometen losgetrennt und in der Bahn desselben zerstreut worden sind.

Oberaula, 15. Juli. Gestern wurde der junge Stübing von Hausen, der seinen Vater, wie man annimmt, aus Nothwehr, durch mehrere Messerstiche ermordet, von hier nach Marburg überführt und muß die Voruntersuchung gegen denselben somit als geschlossen zu betrachten sein.

Frankenberg, 14. Juli. Am verflossenen Dienstag ist Herzhousenvon einem schnnren Brandunglück heimgesucht worden. Elf Familien sind obdachlos geworden und hält es diesen schwer, in dem kleinen Orte Unterkommen zu finden. Ueber die Entstehung des Feuers hört man verschiedene Urtheile. ES hätte möglicherweise auch mehr gerettet werden könne», wenn sich die Löschgeräth, schaftcn in einem besseren Zustande befunden hätten, auch kam man von Alt, totheim mit der Feuerspritze, deren man so sehr bedurfte, an, hatte aber das Mundstück vom Spritzenschlauch zu Hause gelassen und war dadurch die Mann-