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KreisMkatt

für den

Zireis HersselÄ.

^F 64.

Sonnabend den 9. August

1819.

Da-Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei ben Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet.

Amtliches.

Es wird hiermit zur Kenntniß gebracht, daß mit Rücksicht auf den nachtheiligen Einfluß des vorigen Winters auf die im §. I unter Nr. 11 und 12 des Gesetzes über die Schonzeiten des Wildes vom 26Hen Februar 1870 genannten Wilvarten und im Hinblick auf die voraussichtlich späte Ernte dieses Jahres, der Schluß der Schonzeit jener Wildarten in Gemäßheit des §. 2. 1. c. mit dem Beginne des 15. September d. I. eintreten soll.

Caffel, den 28. Juli 1879.

Königliche Regierung, Abth. des Innern.

Kreis Hersselv.

Königliches Ober-Präsidium Caflel, den 18. Juli 1879.

der Provinz Hessen-Nassau. Nr. 3309.

Nachdem nunmehr die Berhandlungen über die Gesetzmäßigkeit der dortigen Gemeinde -AuSschußwahl zum Abschlüsse gelangt sind, eröffne ich Ihnen auf Ihre Vorstellung, vom 6. v. M. in Betreff der Wahl des AuSschußvorsteherS und seines Stellvertreters bei Rücksendung der Anlage, daß ich dieselbe unbegründet gefunden habe, da die Gemeinde-Ordnung eine ausdrückliche Borschrift darüber, wer die letztgedachten Wahlen zu leiten hat, nicht enthält, in Er- mangelung einer solchen Borschrift SS aber angemeffen erscheint, daß der Ortsvorstand, welcher gesetzlich die Ausschußwahl selbst zu leiten hat, auch die Bermittelung behufs Herbeiführung der Wahl des Ausschußvorstehers und des Stellvertreters übernimmt, während es für die Uebertragung dieses Geschäftes auf das älteste Mitglied des Ausschusses oder auf dasjenige, welches die meisten Stimmen erhalten hat, an jedem gesetzlichen Anhalte mangelt.

Der Ober-Präsident.

An den Herrn Apotheker Schedtler, Mitglied des Gemeinde-Aus- schusses zu Amöneburg.

* *

Abschrift hiervon erhält die Königliche Regierung zur gefälligen Kenntnißnahme bei Rücksendung der unter dem 2. d. M. A. I. 8048 eingereichten Alten.

Der Ober - Präsident, gez. v. Ende.

An die Königliche Regierung hier.

*

Lasset, den 24. Juli 1879.

Ew. Hochwohlgeboren übersenden wir anbei Abschrift einer Ent­scheidung des Herrn Ober-Präsidenten vom 18. l. M. über die Wahl eines AuSschußvorsteherS und Stellvertreters zur Kenntnißnahme und Beachtung.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

AlthauS, i. B.

An die Königlichen Landräthe rc.

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HerSseld, den 7. August 1879.

Vorstehendes wird den Herren Bürgermeistern des Kreises hierdurch zur Nachachtung mitgetheNt

8842. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

HerSseld, am 8. August 1879.

Die noch mit Erstattung des durch meine Verfügung vom 6. Mai d. I. Nr. 5554 (Kreisblatt Nr. 37) geforderten Berichtes über die Ausräumung der Fluthgräben rc. rückständigen Ortsvorstände ic. des Kreises werden hierdurch an Erledigung der Sache mit dem Bemerken erinnert, daß am 16. d. M. die Zusendung eines

Strafboten erfolgt, wenn der fragliche Bericht bis dahin nicht hier eingegangen ist.

8995. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Gefunden: 2 Slipse und 5 Knöpfe. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Unterhaun.

Gefunden: 1) eine Hemmkette, 2) ein Halstuch. Meldung der Eigenthümer bei dem Ortsvorstand zu Kohlhausen.

Caflel, den 5. August 1879.

Bei der Postagentur in HelmarShausen wird am 8. d. Mts. eine Telegraphen-Anstalt in Wirksamkeit treten.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector. J. V.: zur Linde.

Tagesbegebenheiten.

Gast ein, 7. August. Se. Majestät der Kaiser erfreut sich fortdauernd des besten Wohlseins und hat die Bäder, Spaziergänge und Ausfahrten regelmäßig fortgesetzt, auch täglich die gewöhnlichen Vorträge entgegengenommen. Die Abreise Sr. Majestät von hier ist bereits aus nächsten Dienstag festgesetzt, die Ankunft in Babelsberg wird nächsten Donnerstag Nachmittag erfolgen.

Hildburghausen. Notizen, das Technikum betreffend. Trotz der augenblicklich noch andauernden ungünstigen Lage der Industrie ist der Sommerbesuch des Technikums Hildburghausen, einer noch jungen technischen Lehranstalt, welche eine Maschinenbau- und Bauge­werkschule umfaßt, ein recht erfreulicher. 4t Schüler besuchen die Anstalt, und zwar aus Preußen 19, aus Meiningen 16, aus Schwarzb. Sondershausen 6, auS Sachsen, Bayern, Mecklenburg, Greiz. Schweiz und Amerika je einer. Am Ende des Wintersemesters hat der staat­liche Prüfung--Commissar, Herr Ober-Baurath Hoppe, welcher gleichzeitig von Seiten des Staates die Schule beaufsichtigt, sich anerkennend über die Leistungen der Anstalt, sowie über den Aus­fall der freiwilligen Techniker- resp. Meisterprüfung ausgesprochen. Ein gleiches allgemein günstiges Urtheil wurde der vor Ostern ver* anstalteten Ausstellung der Schülerarbeiten des Technikums zu Theil; dieselbe war ungemein zahlreich auch von Fachleuten besucht. Es sind jetzt schon mehrere junge Leute zum Besuche des Wintersemesters angemeldet.

Lingen, 2. August. (Schrecklicher Unglücksfall.) Heute Nachmittag halb 3 Uhr, als der von Rheine kommende Personenzug in den hiesigen Bahnhof einlaufen wollte, erfaßte bie Maschine des Zuges aus dem Bahnübergänge bei Hase's Busch das Fuhrwerk des Bauern H. aus dem benachbarten Polle. Der Bauer nebst Frau und einem Kinde, sowie der an dem betreffenden Bahnübergangs stationirte Bahnwärter Buitkamp von hier fanden dabei auf die schauderhafteste Weise ihr jäheS Ende. Auch das Pferd wurde getödtet und der Wagen total zertrümmert. Wie von Augenzeugen constatirt wurde, ist die der Stadt zugekehrte Seite der Barriere, von woher das Ge- fährt gekommen ist, beim Herannahen des Zuges vom Bahnwärter B. noch nicht geschlossen gewesen. Der Bauer will noch geschwind hinübererlen, während die andere Seite der Barriere bereits ge- schloffen und der heranbrausende Zug in unmittelbarer Nähe ist. Bahnwärter B versucht, das Gefährt noch rasch zur Seite zu drängen, aber im folgenden Augenblick war bereits das gräßliche Unglück geschehen und vier zerstückelte Leichen lagen zwischen den Schienen. Die Hälfte des zertrümmerten Wagens trieb die Maschine noch bis zum folgenden Bahnübergangs bei K.'s Mühle vor sich her, woselbst der Zug zum Stehen kam und die über das Halten des Zuges an dieser Stelle erstaunten Paffagiere das Unglück erfuhren. Ein Ent-