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Sonnabend den 6. September

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DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

äml(id)es.

Kreis HerSfeld.

Hersfeld, am 4. September 1879.

In Folge gegebener Veranlassung weise ich die Herren Orts­vorstände rc. des Kreises hierdurch ausdrücklich auf den §. 8 Absatz 2 der Körorduung vom 17. Januar 1879 (abgedruckt im Kreisblatt Nr. 8), welcher lautet:

Für solche Bullen, welche erst nach dein K ö - ruugstermin angeschafft sind oder welche aus triftigen Gründen in demselben nicht gestellt werden konnten, kann die einstweilige Erlaub- uib zum Springen durch das Königliche Landrathsamt aus Grund eines desfalls von dem Königlichen Kreisthierarzte ein gezogenen Gutachtens für dieZeit bis zur nächsten Körung ertheilt werden."

mit dem Bemerken hin, daß hiernach alle, nach Beendigung der Körung angeschafften, zur Zucht bestimmten Bullen für das laufende Jahr nicht von der Körungs-Commission geprüft werden, sondern beim Königlichen Landrathsamte anzumelden sind, welches das Weitere veranlassen wird.

9596.__Der Königliche Landrath Freiherr von B r o i ch.

Hersfeld, am 5. September 1879.

Die Herren Ortsvorstände 2C. des Kreises haben mir unter Berücksichtigung der für ihre Gemarkungen maßgebenden Verhält­nisse die zur Ausräumung der Fluthgräbe», Enl- und Bewässerungs­Anlagen geeignetste Zeit bis zum 15. Oktober b. J. einzuberichten. 10128. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Berlin W., 2. September 1879.

Inbetriebnahme des Deutsch-Norwegischen Kabels.

Zwischen Deutschland und Norwegen ist eine unmittelbare unterseeische Telegraphenverbindung hergestellt worden, welche am 5. September in Betrieb genommen werden wird. Bon diesem Zeitpunkte ab kommt für Telegramme nach Norwegen eine Grund taxe von 40 Pfennig für das Telegramm und eine Wortgebühr von 20 Pfennig für jedes Wort zur Erhebung.

_________________Der General-Postmeister. S t e p h a n.

Cassel, den 29. August 1879.

Bei dem Postamte in Malsfeld wird am 1. September d. J. eine Telegraphen-Anstalt in Wirksamkeit treten.

Der Kaiserliche Ober-Postdireklor. In Vertretung: zur Linde.

Tagesbegebenheiten.

Berlin, 2. September. Se. Majestät der Kaiser reist morgen früh von hier zunächst nach der russischen Grenze, woselbst in Alexan- drowo eine Begegnung mit Sr. Majestät dem Kaiser Alexander, der aus Warschau dorthin kommt, stattfinden wird. Am Donnerstag setzt Se. Majestät die Reise zu den Manövers nach Königsberg fort. Der Kaiser reist nur mit dem militärischen Gefolge.

Berlin, 3. September. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh um 7| Uhr nach Alexandrowo abgereist.

Thorn, 3. September. Se. Majestät der Kaiser traf heute Nachmittag kurz nach 2| Uhr mittelst Extrazugs hier ein, wurde auf dem Bahnhof von den Spitzen der Behörden empfangen und von dem dort versammelten Publikum enthusiastisch begrüßt. Nach einem Aufenthalte von nur 6 Minuten wurde die Weiterreise nach Alexandrowo fortgesetzt. In der Begleitung Sr. Majestät, welcher

die russische Generalsuniform trug, befand sich auch General-Feld­marschall von Manteuffel.

Warschau', 3. September. Kaiser Alexander ist heute früh nach Alexandrowo abgereist.

Alexandrowo, 3. September. Se. Majestät der Kaiser Alexander von Rußland war mittelst eines 8 Salonwagen zählenden Extrazuges bereits heute Nachmittag 1| Uhr mit großem Gefolge hier eingetroffen. Die Ankunft Sr. Majestät des deutschen Kaisers erfolgte wenige Minuten nach 3 Uhr. Das Musikcorps der auf dem Bahnhof ausgestellten russischen Ehrencompagnie inlonicte, als Se. Majestät der Kaiser Wilhelm in den mit Fahnen und Guir­landen reich geschmückten Bahnhof einsuhr, die preußische National­hymne. Die Begrüßung beider Monarchen war eine überaus herz­liche. Durch die von allen Seiten herzugeströmlen Volksmasien, welche sich in der nächsten Umgebung des Bahnhofes ausgestellt hatten, wurden beide Majestäten mit enthusiastischen Zurufen begrüßt. Nach dem Defiliren der Ehrenkompanie zogen sich die beiden Monarchen zurück, um demnächst das Diner einzunehmen. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm hat im Bahnhof Wohnung genommen.

Alex au drow v, 3. September. Se. Majestät Der deutsche Kaiser stattete gegen 5 Uhr Sr. Majestät dem Kaiser Alexander einen halbstündigen Besuch ab, welchen der Kaiser Alexander sodann erwiderte.

Alexandrowo, 4. September. Die Abreise Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm erfolgte um 12| Uhr, wenige Minuten später trat auch der Kaiser Alexander die Rückreise nach Warschau an.

Thorn, 4. September. Se. Majestät der Kaiser hat auf der Rückreise von Alexandrowo heute Nachm. kurz nach 12j Uhr den hiesigen Bahnhof paffirt, auf welchem, wie gestern, die Spitzen der Behörden zur Begrüßung sich eingesunden hatten.

Bromberg, 4. September. Se. Majestät der Kaiser ist heute Nachmittag 1 Uhr 45 Minuten auf der Rückreise von Alexandrowo auf dem hiesigen Bahnhöfe eingetroffen und setzte nach einem Aufent­halte von 15 Minuten um 2 Uhr die Weiterreise über Dirschau nach Königsberg fort. Zum Empfange waren die Spitzen der Behörden erschienen.

DerBerl. Börs.-Cour." will von verläßlicher Seite vernehmen, daß der Plan einer Weltausstellung in Berlin im Jahre 1885 im Princip in den letzten Tagen die Genehmigung des Kaisers gefun­den hat, nachdem bereits vorher der Kronprinz sich lebhaft für die Idee interessirt hatte. Ein bekannter Berliner Baumeister hat Pläne entworfen, welche sich auf den Bau eines AusstellungSpalastes beziehen und welche dem Kaiser bereits vorgelegen haben, der sich persönlich mit diesem Projecte einverstanden erklärte.

B l e i d e n st a d t. Am 31. August er., Nachmittags manipulirten zwei Soldaten der 6. Compagnie, Latter aus Freiending und Blum aus Wiesbaden, in ihrem Quartier mit einer geladenen Jagdflinte ihres Quartiergebers Conraoi. Dabei entlud sich das Gewehr und ging die Ladung dem Musketier Latter durch den Hals, so daß der Tod sofort erfolgte. Der Schreck und die Verzweiflung des Kame­raden Blum läßt sich leicht denken. Derselbe wurde bereits am anderen Tage unter Escorte in seine Garnison Mainz in gerichtliche Untersuchung gebracht.

In Elberfeld ist es gelungen, einer Falschmünzerbandc auf die Spur zu kommen, die in Barmen, Crefeld und anderen rheinischen Stadien falsche Zweimarkstücke zu verbreiten gewußt hatten.

Görlitz, 30. August. Bas furchtbare Unwetter welches sich am vergangenen Sonntag Abend über unsere Stadt und deren Umgebung nur zum Theil entlud, hat an der sächsisch-böhmischen Grenze beträchtlichen Schaden angerichtet. In dem etwa 500 Einwohner zählenden böhmischen Dorfe Schuan» hübet, nicht weit von Rumburg gelegen, wurden durch einen Blitz sieben Per­sonen theils tödtlich, theils mehr oder minder schwer verletzt. Das schreckliche