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Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.
ämtlWs.
Unter Bezugnahme aus meine Bekanntmachung vom 29. April 1878 pos. 4 (Amtsblatt Seite 98) bringe ich zur öffentlichen Kennt- niß, daß als weiterer sachverständiger Beurtheiler zur Feststellung etwaiger Neblaus-Jnfectionen der Reallehrer Vr Hermann Keßler hierselbst zunächst für Caffel und Umgegend berufen worden ist. Die Ortspolizeibehörden können daher eintretenden Falls ihre Requisitionen an den gedachten Sachverständigen richten.
Caffel den 8. December 1879.
Der Ober-Präsident v. Ende.
Kreis Hers seid.
Hersfeld, den 16. Dezember 1879.
Diejenigen Orlsvorständc des Kreises, welche Die Gemeinde- Rechnungen pro 1878^79 zur Abhörung noch nicht eingereicht haben, werden hieran mit 14tägrger Frist bei Vermeidung von Strafen erinnert.
13514. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Berlin W., 10. Dezember 1879. Bekanntmachung.
Die Weihnachtssendungen betreffend.
Das General-Postamt richtet auch in diesen, Jahre an das Publikum in dessen eigenem Interesse das Ersuchen, mit den Weihnachtsversendungen bald zu beginnen, damit sich die Packelmaffen nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zusammendrängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet.
Die Packele sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Pappkasten, schwache Schachteln und Eigarrenkisten sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packele muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt sein. Wenn zu der Verpackung dunkelfarbiges Material verwendet wird, dann empfiehlt es sich, die Aufschrift auf einem der ganzen Fläche nach fest ausgesiebten Stück weißen Papiers anzu- bringen. Am zweckmäßigsten werden auf solchen, Papier gedruckte Aufschriften benutzt. Formulare zu Packetadressen sind wegen ihres geringen Umfangs zur Verwendung als Packetausschriften im Allgemeinen nicht geeignet. Der Name des Bestimmungsorts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Packetausschrift muß sämmtliche Angaben der Begleitadresse enthalten, zutreffenden Falls also den Franlovermerk, den Nachnahmebetrag nebst Namen und Wohnort des Absenders, den Vermerk der Eilbestellung u. s. w., damit im Falle des Verlustes der Packetadresse das Packet auch ohne dieselbe dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Packeten nach größeren Orten ist thunlichst die Wohnung des Empfängers auf Packeten nach Berlin auch der Buchstabe des Postbezirks (C., N., SO. u. s. iv.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebes trägt es wesentlich bei, wenn die Packele frankirl aufgeliefert werden. Das Porto beträgt für Packele ohne angegebenen Werth bis ^um Gewicht von 5 Kilogramm: 25 Psg, auf Entfeinungen bis 10 Meilen, 50 Psg. auf weitere (Entfernungen.
Kaiserliches General-Postamt. Wiebe.
Tagesbegebenheiten.
Aus Heffeu-Naffau.
* Hersfeld, 17 December. Heute morgen kurz nach zwei Uhr wurden die Bewohner unserer Stadt durch den Ruf Feuer er
schreckt. Es brannte in dem Hintergebäude des Schneidermeisters G u t h e in der Webergasse. Durch rasch herbeigeeilte Hülfe wurde das Feuer jedoch bald, ohne größeren Schaden gethan zu haben, gelöscht.
W i tz eii h a us en, 10. December. Allgemeine Theilnahme herrscht in hiesiger Gegend über ein höchst beklagenswerthes Unglück, das vor einigen Tagen einer Frau S. in dem nahe gelegenen Dorfe Reifenhausen zustieß. Dieselbe war in der Dämmerung ausgegangen, Wasser zu holen und wurde als Leiche heimgebracht. Sie muß, als sie ihren Eimer von der Winde des Brunnens nehmen wollte, ausgeglitten und in den Brunnen gefallen sein; denn dort wurde ihr Leichnam nach langem Suchen gesunden. Es dürfte dieser Fall eine Mahnung mehr sein, an gefährlichen Stellen, wie gerade vor den Brunnen, die Asche jetzt nicht zu schonen. (C. Tgbl.)
Grebenstein, 10. December. Eine hiesige Familie ist seit einigen Tagen durch einen Fall ganz eigener Art in tiefe Bestürzung und Trauer versetzt. Seit Sonntag Abend ist nämlich die Tochter derselben, ein kräftiges, arbeitsames Mädchen, welches in einer Mühle nahe bei Scherfede in letzter Zeit conditionirte, plötzlich verschwunden. Es ist bisher nicht gelungen, andere Spuren als einen von derselben zum Wasserholen an jenen Abend benutzten zurückgelassenen Eimer auszusinden, was leider der Vermuthung Raum gibt, daß die schmerzlich Vermißte ihren Tod in der stark strömenden Diemel gefunden. Die Theilnahme für die betroffenen Eltern ist eine allgemeine. (Tgbl.)
Fulda, 10. Decbr. In das Lehrlings-Jnstitut an der hiesigen Bahn- Hofswerkstätte sind der „F. 3" zufolge nun 18 Lehrlinge eingetreten.
Neukirchen, 9. December. Gestern Abend sind bei der furchtbaren Kälte einem Locomotivführer auf der Strecke zwischen hier und Burghaundie beiden Hände auf einer Eisenstang« angefroren. Nur mit Mühe konnten dem Armen in Burghaun die theilweise erfrorenen Hände losgelöst werden. (H. M.) — Frankfurt a. M. Nach der „Franks. Ztg." ist der Garantiefond für das deutsche Turnfest aus fast 130,000 M. angewachsen. Es kann demnach kein Zweifel mehr darüber obwalten, daß das Fest in Frankfurt in einer feiner Bedeutung würdigen Weise abgehalten werden wird. In der Liste glänzen besonders die hiesigen Brauer; ihre Zeichnungen bewegen sich zwischen 500 bis 2500 M.
BresIaU, 16. Dezember. Heute Nacht entgleiste auf der Nechten-Oder-Usec-Bahn zwischen Zembowitz und Saufenberg ein gemischter Zug in Folge eines Radreifenbruchs. Der Lokomotivführer und der Heizer kamen dabei ums Leben, drei Beamte wurden verletzt. Die Lokomotive und acht Wagen sind stark beschädigt, das Geleise ist gesperrt.
— Aus Ostthüringen. Ein junger Mensch, Max Thyroff, schoß die Tochter des Gastwirthes zu Psuhlsdorn bei Apolda aus Eifersucht mit einem Revolver Durch beioe Arme. Dann richtete er die Waffe auf sich und schoß sich durch Leib und Hals. Der Thäter ist noch am Leben.
Hermeskeil (Rheinprovinz). Von hier wird der Trierer Ztg. geschrieben: Ein wüthender S ch n e e st u r in, wie er seit Menschengedenken faum bagemefen, braust über das Plateau der Hochwaldgegend dahin, Alles vor sich niederwerfend. Der Horizont verdüstert sich, gefrorener Schnee und Eisstücke schlagen prasselnd und klirrend an die mit dickem Eis überzogenen Fensterscheiben; die dichten Schneemassen zerstieben im Wirbelsturm zu Staubwolken und peitschen die spiegelglatten Straßen, aus welchen es bei der außergewöhnlichen Vehemenz des Orkans unmöglich ist, festen Fuß zu fassen. Die Kälte erreicht einen so hohen Grad, daß selbst im geheizten Zimmer die Topfgewächse erfrieren. Kläglich war es an- zuschauen, als gegen 4 Uhr Nachmittags die jüngste Mädchenklasse aus der Schule entlassen wurde. Der Sturm beraubte die armen Kleinen des Athems, warf sie buchstäblich wie Spreu durch- und übereinander zur Erde, und unter Jammergeschrei und Wehklagen suchten sie sich, auf Händen und Füßen rutschend, hinter schützenden Gegenständen zu bergen. Selbst Erwachsene konnten dem wüthenden Element nicht Stand halten und wurden von dem Sturme getrieben; mehrere hier stationirte Beamte, welche sich dienstlich außerhalb befanden, erreichten nur unter augenscheinlicher Todesgefahr Den