AmsWblatt
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Jircis fferssefh.
Nr. 1. Sonnabend den 3. Januar 1880.
DaS „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal le den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.
Bestellungen auf da» Kreisblatt für den Kreis Hersfeld werden noch fortwährend von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrief- trägern sowie von der Expedition angenommen.
ämtüdjes.
Kreis Hersfeld.
Hersfeld, am 31. Dezember 1879.
Der Artillerie-Major a. D. Ernst Krause von Berlin ist heute als Bürgermeister der hiesigen Stadt eidlich verpflichtet worden. 1401 l.___Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, am 29. Dezember 1879.
Der Ackermann Friedrich Steinert zu WlUingshain ist als Sachverständiger zur Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen für den Schaubezirk WillingShain und Gersdorf widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden.
13970. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Berlin W., 20. Dezember 1879.
Statistik des Waarenverkehrs in Betreff der Postpäckereisendungen.
Aus Anlaß des zum I. Januar bevorstehenden Inkrafttretens des Reichsgesetzes vom 20. Juli 1879, betreffend die Statistik des Waarenverkehrs des deutschen Zollgebiets mit dem Auslande, ist den Postpäckereisendungen nach dem Zollauslande vom obigen Zeitpunkte ab eine Inhaltserklärung mehr als bisher beizugeben. Beispielsweise bedarf eS künftig bei Postpäckereisendungen nach Niederland, Oesterreich-Ungarn, der Schweiz rc., für welche bisher eine Inhaltserklärung genügte, deren zwei. Für Sendungen nach den Zollaus- schlüffen des Deutschen Reichs (Hamburg, Bremen u. s. w.) sowie nach dem Großherzogthum Luxemburg, sind Inhaltserklärungen auch fernerhin nicht erforderlich.
Kaiserliches General-Postamt. Wiebe.
dienenden Vereinen der freiwilligen Armenpflege, zum Vortrag brächte, und zeigte wie diese Vereine vorzüglich die Abstellung der Bettelei und die Verwendung der dadurch gewonnenen beträchtlichen Mittel zur Abwehr der Verarmung zum Zweck haben, daß es Vereine sind, die ihre Thätigkeit da beginnen, wo die öffentliche Armenpflege nach Erfüllung der gesetzlichen Pflicht nicht hinreichen kann, weil sie öffentliche Mittel über das Maß der Pflicht hinaus nicht verwenden darf; daß es sich um einen Verein handelt, der so recht eine nothwendige Ergänzung der gesetzlichen Armenpflege ist und durch Hinwegräumung der Ursachen der Noth in den ärmeren Klassen in Zukunft bessere Verhältnisse schaffen will, wodurch er zugleich den Stadtsäckel entlasten wird.
Ein Hand in Handgehen dieses Vereins mit der öffentlichen Armenpflege ist selbstredend ganz nothwendig und wird, wie man bei diesen Zwecken des Vereins nicht bezweifeln kann, ohne Schwierigkeit herbeizuführen sein.
Wir behalten uns vor über die gepflogenen Verhandlungen, an denen F / fast alle Anwesenden der Versammlung betheiligten, noch ausführlicher zu, richten, wollen hier nur noch zufügen, daß der Verein nicht für kurzecd, nicht für vorübergehende Nothstände zu gründen beabsichtm zu sondern um dauernd durch Besserung des Looses der ärmeren SjlofietLwi wirken, wobei ein vorübergehendes kräftiges Eingreifen jedoch nicht agahl vo-^" ist. Dieses sucht er dadurch zu erreichen, daß er den einer großr Ar"' o Bettlern zufallenden Ueberschuß dazu verwendet um die Queller^^^^-nuth zu verstopfen, unverschuldete Noth zu lindern, und die Bettler zzm- Aro.iten z-i nöthigen und folgt es hieraus von selbst, daß es auch nicht beabsichtigt wird, den Mildthätigen neue Opfer durch Beiträge zuzumuthen, Mildern daß ein fortlaufender Beitrag etwa von der Höhe der jährlich an die Armen gegebenen Almosen als Bedingung der Vereinigung zu Grunde liegt. / ■ •■•. .3 6
Durch die beabsichtigte Einrichtung, wonach eilte Anzahl Mitglieder, Männer und Frauen, als Helfer die Gaben selbst den Bedürftigen reichen werden, wird bei den größeren Mitteln der Vereinigung irionches mildthätige Herz, welches aufs Selbstwohlthun nicht verzichten möchte, d«irch die Mitgliedschaft zugleich in eine erheblich günstigere Lage versetzt werden.
Wir hegen zuversichtlich die Hoffnung, daß nie beabsichtigte Vereinigung sich recht großer Theilnahme erfreuen wird, es l^rden dann die Ziele um so leichter und sicherer erreicht werden können.
* Hersfeld, 3. Januar. Vergangene Nacht wurde in die Wohnung des Meier Nußbaum zw Unterhaun, welcher von Hause abwesend war, eingebrochen, und eine große Quantität Buckskin Leinen rc. entwendet.
Tagesbegebenheiten.
Aus Hessen-Nassau.
*** Hers feld, 31. Dzbr. 1879. Die am 29. d. M. im Stern abge- haltene Versammlung zur Gründung eines Hilfsvereins für freiwillige Armenpflege u. zur Abstellung der Bettelei war leider nicht so zahlreich besucht, als es bei der hohen Wichtigkeit der Sache wohl zu erwarten gewesen wäre. — Doch wurde noch den sehr eingehenden und interessanten Verhandlungen in der Ueberzeugung ein bleibendes für das allgemeine Wohl sehr förderliches Institut zu schaffen, von den Anwesenden einstimmig der Beschluß gefaßt den Grund zu einem solchen Verein zu legen, was durch Einsetzung eines provisorischen Vorstandes, sowie Zeichnung von Jahres, beiträgen geschah.
Bei der am hiesigen Orte von Privaten notorisch reichlich geübten Wohl- thätigkeit liegt es auf der Hand, daß es andere Gründe sein müssen, welche unsere Mitbürger von der Versammlung fern hielten, als der Mangel an Sinn für Mildthätigkeit, der sich grade jetzt auch durch reichlich fließende Gaben wieder von neuem bewährt um der augenblicklichen größeren Noth durch gute Speisen und warme Kleidung abzuhelfen. Es mag sein daß die grade zu gleicher Zeit stattsindende Theatervorstellung u. dergl. manchen abhielt, wahrscheinlicher aber ist es die Unklarheit über Wesen und Ziel des beabsichtigten Vereins. — In jener Versammlung legte Herr Dr. Duden im Anschluß an seinen früher im Allg. Bildungsverein gehaltenen Vortrag die beabsichtigt Ziele und die Nützlichkeit eines solchen Vereins klar vor Augen. Herr Landrath Freiherr v. Broich schloß sich dieser Befürwortung eifrig an, indem er die gesetzlichen Bestimmungen über die öffentliche Armenpflege sowie dietEinrichtungen und ungemein günstigen Erfahrungen anderer Städte mit den uns zum Muster
Madrid, 31. December. Gestern Abend feuerte ein Individuum Namens Otero Gonzalez y^ei Revolverschüsse auf den König unddie Königin ab. Niemand 1/ getroffen, der Thäter verhaftet.
Nach osficiellen Mittheilungen erfolgte das Attentat mittelst zweier Pistolenschüsse M der Nähe des Eingangs zum KönigSpalast, als der König und 6ie Königin Abends von einer Spazierfahrt im offenen Wagen zpMkehrten Der neunzehnjährige Thäter hatte sofort die Flucht ergriffen, wurde aber auf der Straße von einem Studenten un^ einer andern Person ergriffen und zur Haft gebracht.
Q ueeXs town, 24. Dez. Das Schiff Wallowdale von Boffein landete neun der Mannschaften des Dampfers Borussia, der sich auf®* der Faljkt von Liverpool nach Neuorleans befunden hatte und den sie 350 Meilen südlich von Papals am 2. Dez., nachdem er in Folge eines Sturmes ein Leck erhalten, sinkend »erlassen hatten. Der Kapitän und zweite Steuermann waren auf dem sinkenden Schiff verblieben, die Passagiere und Mannschaften halten sich auf
7 Booten eingeschifft. Die Ueberlebenden befürchten, daß keine der > Passagiere und Mannschaften gerettet wurden und sahen eines der Boote untergehen. Der Dampfer halte 180 Passagiere und 5ß Mannschaften an Bord. ,
Dundee, 29. Dez. Durch einen außerordentlich hestigeNzuH Sturm wurde ein Theil der über den Tay führenden Brücke zer^^ M stört, während der Personenzug von Edinburg nach Dundee gefV'te ■ Abend 7 Uhr die Brücke passirte. Der Zug stürzte in den Fl,^ W