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KreisMblatt

für den

Jfreis Hersfest).

Nr. 14.

Mittwoch den 18. Februar

1880.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Caffel, den 2. Februar 1880.

In unserer Circular-Verfügung vom 29. November v. J. A. I. 13,847, ist am Schlüsse gesagt worden, sämmtliche Oberförster würden angewiesen werden, den Holzempfängern auf etwaige An- fragen nach den Sortimenten, in denen dasLoosholz demnächst zur Verabfolgung gelangen würde, entsprechende Auskunft zu ertheilen.

Der Herr Minister für Landwirthschaft, Domainen und Forsten hat jedoch inzwischen in einem Specialsalle angeordnet, daß die Oberförster zur strengsten Befolgung der formellen Vorschriften des Gesetzes vom 6 Juni 1873, betreffend die Verwerthung der Forst­nutzungen aus den StaatSwaldungen in den vormals Kurhessischen Landeslheilen, angewiesen werden sollten, und daß namentlich Seitens der Oberförster bei den nach §. 6 des gedachten Gesetzes ihrerseits bis zum 1. December jeden Jahres zu machenden Mittheilungen nur die Forstorle, in denen das für das nächste Jahr festgestellte Loos- Holz verabfolgt werden soll, bezeichnet, keine sonstigen Bemerkungen aber über die in den einzelnen Districten zu erwartenden Sor­timente rc. gemacht werden dürfen.

Es wird daher unsere General-Verfügung vom 29. November 1879 A. I. 13,847, insoweit abgeändert, wovon den Königlichen Herrn Landräthe zur Veranlassung des weiter Erforderlichen Kennt­niß gegeben wirb.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

J. A. I. 1182. Kühne.

An sämmtliche Königlichen Landräthe (excl. Gersfeld).

* *

Wird unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom 9. Dezem- ber 1879 Nr. 13266, Kreisblatt Nr. 99, den Herren Ortsvorständen der Stadt» und Landgemeinden des Kreises zur Kenntnißnahme und Beachtung mitgetheilt.

Hersfeld, am 17. Februar 1880.

1678. Der Königliche Landrath.

____I. V.: Hee g, Kreissecretair.

Der Seconde-Lieutenant a. D. Ernst Carl Zerler aus Collies in der Provinz Pommern, hat um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanenverdaude behufs Niederlassung in Italien nachgesucht.

Hersfeld, am 17. Februar 1880.

1733. Der Königliche Landralh. _________ I. V.: Heeg, Kreissecretair.

Gefunden: auf der Straße von Hillartshausen nach Ausbach eine Pfeife. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Hillartshausen.

Gefunden: eine Pfeife. Meldung des Eigenthümers bet dem Ortsvorstand zu Solms.

Zugelaufen: ein schwarzer Spitzhund, männlichen Geschlechts, mit weißer Blesse und weißen Pfoten. Der Eigenthümer kann den­selben gegen Erstattung der Futterkosten bei Schneidermeister Fuchs zu Eitra in Empfang nehmen.

Tagesbegebenheiten.

Aus Hessen-Nassau.

* Hersfeld, 18. Februar. Der heutige Viehmarkt war mit 325 Stück Rindvieh, 88 Schweinen und 9 Schaafen beschickt.

Grebenstein, 16. Febr. Aus dem nahen Jmmenhausen wird berichtet, daß daselbst in Folge des Genusses trichinösen Schweine­fleisches die Gebrüder H. kurz nach einander dieser Tage gestorben sind. Wie man hört, sollen die bei der vorherigen Untersuchung zu Präparaten benutzten Fleischtheile nicht im Mindesten trichinenhaltig gewesen sein, während, wie sich unglücklicherweise nachher oder viel­mehräu spät herausstellte, die anderen Theile des geschlachteten Thieres desto mehr von jenen verhängnißvollen Schmarotzern erfüllt gewesen sind. (C. Tgbl.)

Von der Wer ra. In dem Dörfchen V. trug sich vor Kurzem Folgendes zu: Vier dem Wilddiebstahl ergebene Gesellen begaben sich eines schönen Tages, mit Pulver und Blei bewaffnet, hinaus in den Wald, um tüchtig unter dem Wild aufzuräumen. Indem sie nun so froh und wohlgemuth einherschritten, passirte einem von den Nimrods das Malheur, daß seine geladene Flinte an einen Ast anstieß, sich entlud und die ganze Schrotladung dem in der Nähe stehenden Gefährten in den Rücken ging, so daß derselbe wie todt hinstürzte. Die Andern eilten schnell nach dem etwa eine Stunde entfernten Dorfe L. und veranlaßten den dort stationirten Arzt, mit ihnen in den Wald zu gehen, indem sie Vorgaben, ein Freund von ihnen hätte das Unglück gehabt, von einem Baum herabzustürzen u. s. w. Der betr. Arzt ging mit und überzeugte sich bald, daß nicht der Sturz von einem Baume, sondern ein Schrotschuß die Veranlassung zu der lebensgefährlichen Verwundung gewesen sei. Der Schwerverwundete wurde in das nächste Dorf gebracht und hier wurde auch der Arzt von den betr. Burschen über die Sache aufgeklärt, zugleich aber unter drohenden Ge- berden aufgefordert, den verwundeten Gefährten zu untersuchen, zu verbinden und zu heilen, und zwar unter dem Siegel der tiefsten Verschwiegenheit, widrigenfalls es um sein eigenes Leben geschehen sei. Der betr. Arzt aber hat der Behörde trotz der Drohung die Sache mitgetheilt und werden die Burschen ihrer Bestrafung hoffentlich nicht entgehen. (C. Tgbl.)

Frankers Hausen, 15. Febr. Welchen Gefahren die Waldarbeiter beim Holzfällen trotz der größten Vorsicht ausgesetzt sind, zeigt wieder ein am 13. d. M. am Meisner stattgehabter Unglücksfall. Beim Fällen einer starken Buche fiel dieselbe auf einen anderen Baum und zerschmetterte denselben der­art, daß die Stücke weit umherflogen und ein solches einen 2Sjährigen Mann von hier, der bereits verheirathet und Vater eines Kindes ist, so an den Kopf traf, daß derselbe mit zerschlagenem Schädel niederstürzte und noch des Abends starb Aus dem nahen Germerode erlitten 2 Waldarbeiter in den letzten 2 Wochen Beinbrüche. (C. Tgbl.)

Mainz, 12. Febr. Das Rheineis hat sich diesmal in aller Stille empfohlen, ohne daß es irgendwie einen Schaden angerichtet. Bei stets fallendem Waffer ist der Rhein jetzt wieder ganz eisfrei. Heute Mittag schon werden die Schiffe ihr Winterquartier verlassen und die Trajektboote haben bereits ihren Dienst wieder ausgenom­men. Das Waffer fällt dadurch, daß demselben kein Hemmniß mehr im Wege steht, sehr rasch, von gestern Abend bis heute Morgen ist dasselbe 35 Zentimeter gefallen. Wir können von bedeutendem Glück sagen, daß uns das zweite Aufgehen des Stromes kein Hochwaffer gebracht hat.

Frankfurt, 12. Febr Das fünfte deutsche Turnfest scheint eine Ausdebnung zu gewinnen, wie man sie, als man die Einladung für das Fest erließ, nicht erhoffen konnte. 160,000 deutsche Turner und 50,000 mit den deutschen Vereinen innig verbundene ausländische Turner repräsentiren bereits die angemeldeten Vereine. Ueberallher erfolgen Anfragen.

Wandsbeck, 12. Feb. Einem Berichte desHamb. Fremdenbl." über einen in verflossener Nacht hier verübten grauenvollen Raub­mord entnehmen wir Folgendes : AIs heute Morgen 7| Uhr ein Post­beamter in das Wandsbecker Postgebäude trat, bot sich ihm ein schreck­licher Anblick dar. Der Austräger für telegraphisches Postwesen, Adolf Bolle, 22 Jahre alt, aus Braunschweig, ein zuverlässiger und seit seiner Anstellung bewährter Beamter, lag mit dem Kopf auf dem Roblentasten, die Hände auf dem Rücken zusammengeschnürt, das Tau mehrfach um den Hals geschlungen, in einer Blutlache entseelt da. Auf dem Kopfe waren Wunden zu sehen, welche auf Schläge