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Nr. 47. Sonnabend den 12. Juni 1880.
Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.
Knüllchk8.
Kreis Hers selb.
Für Kilian Meckbach von Niederjossa, 19 Jahre alt, ist um Entlassung aus Dem Unlerthanenverbande behufs Auswanderung nach Nordamerika nachgesucht worden.
Hersfeld, am 11. Juni 1880.
6711. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Dienstag den 27. Juli d. I., von 9 Uhr Vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 90 Gestülpferde, bestehend aus Mutterstuten (meistens bedeckt), 4jährigen Hengsten und Stuten und jüngeren Fohlen, meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Sämmtliche vierjährigen und älteren Pferde sind mehr oder weniger geritten. Die zu verkaufenden Pferde werden am 26. Juli von 7 bis 10 Uhr Morgens geritten, sowie am 25. und 26. von 3 bis 6 Uhr Nachmittags auf Wunsch an, dkr Hand gezeigt.
Listen über die zum Verkauf kommenden Pferde werden am 22. Juli zum Versand rc. fertig gestellt und auf Wunsch zugeschickt werden.
Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhöfe Trakehnen wird am 25., 26. und 27. Juli gesorgt sein.
Trakehnen, am 30. April 1880.
990. Der Landstallmeister von Dassel.
Tagesbegebenheitm.
Aus Heffen-Nafiau.
$ Hersfeld, 11. Juni. Dem Hospitaliten Ernst Schäfer in Niederaula ist Seitens der Königlichen Regierung zu Cassel für die am 12. Mai d. J. mit Muth und Entschlossenheit und nicht ohne eigene Lebensgefahr ausgeführte Errettung eines 3’ Jahre alten Knabens vom Tode des Ertrinkens in der Aula, eine Prämie von 20 Mark zu Theil geworden.
— Im Interesse des Publikums wird darauf hingewiesen, daß abgabefrei verabfolgtes, denaturirtes Salz nur zu demjenigen Zwecke verwendet werden darf, für welchen besten Denaturirung zugelasten worden ist, und daß eine vollbrachte Defraude vorliegt, sobald das denaturirte Salz zu einem anderen, als dem gestatteten Zweck verwendet wird.
— Die großen Gerichtsferien beginnen in Gemäßheit der Bestimmungen der neuen Justizorganisation jetzt am 15. Juli und endigen am 15. September.
Schmalkalden, 3. Juni. Ein Diebstahl eigener Art ist in vergangener Woche in dem benachbarten Herges - Hallenberg ausgeführt worden. Ein Schulknabe von 12 Jahren aus Unterschönau wandert in der Nacht nach Herges, geht dort in einen Bauernhof, beruhigt den ihn anbeUenden Hund, öffnet die StaUthür und führt den schönsten Ochsen fort, ja er nimmt sogar zum Treiben des Ochsen den Wächter des Hofes, den Hund mit. Morgens gegen 3 Uhr will der Knecht füttern und sieht zu seinem Schrecken, daß ein Ochse fehlt. Sofort wird die Gendarmerie in Steinbach und hier von dem Diebstahl benachrichtigt und es gelingt derselben, den Dieb mit dem Ochsen und dem Hunde in Schwallungen einzuholen, nachdem derselbe schon unterwegs den Ochsen für einen billigen Preis loszuschlagen versucht. Wohl wird der Knabe seine verdiente Strafe erhalten, aber was kann aus diesem Büblein noch werden? (Tpst)
A r o l s e n, 8. Juni. Nach einer hierselbst eingegangenen Meldung
der königlichen Staatsanwaltschaft zu Paderborn sind gegen 1) den Tagelöhner früher Ziegler Johann Hagemeyer von Willebadesten und 2) den Ackermann August Hibbeln von Kleinenberg, welche dringend verdächtig erscheinen, am Morgen des 31. Mai die beiden im Dienste des Freiherrn von Wrede stehenden Förster Gieß und Steinträter meuchlings erschossen zu haben, nicht nur Haftbefehle und Steckbriefe erlassen worden, sondern es sind ferner 1000 Mark Belohnung Seitens der Staatsanwaltschaft für die Ermittelung und Ergreifung der ruchlosen Mörder ausgesetzt. Bis jetzt ist übrigens noch nicht mit Bestimmtheit ermittelt worden, ob die beiden Uebelthäter nach Verübung ihrer grausigen That flüchtig geworden sind oder ob sie sich noch in den umliegenden Wäldern verborgen halten. Doch nimmt man allseitig nach dem Thatbefunde mit Recht an, daß diese beiden übelberüchtigten Wilderer die That gemeinschaftlich begangen haben. Wie ferner mitgetheilt wird, sind inzwischen bereits zwei Einwohner von Kleinenberg verhaftet worden, welche verdächtig sind, zu den Wilderern in mehrfacher intimer Beziehung gestanden zu haben. Die Beerdigung der beiden erschossenen Förster hat am letzten Donnerstag unter einer ungewöhnlichen Betheiligung der Bevölkerung aus Ort und Umgegend stattgefunden.
Mainz , 10. Juni. An dem V. deutschen Turnfeste in Frankfurt werden sich sämmtliche hiesige Jnfanteriemusikchöre betheiligen. Während das Musikcorps des 117. Infanterie-Regiments von dem Festausschuß speziell für die Festlichkeiten auf den Straßen (Abholen der Turner an den Bahnhöfen, Festzug rc.) engagirt worden ist, sind die Kapellen des 87., 88. und 118. Infanterie-Regiments für ein in Frankfurt abzuhaltendeS großes Monstrekonzert engagirt worden. Der Festausschuß hat bereits bei der Militärbehörde erwirkt, daß dienstliche Angelegenheiten die Musikchöre nicht Hintern, an dem deutschen Turnfeste .mitzuwirken; die Betheiligung der Kapellen hat jedoch im Civilanzug zu geschehen.
Dortmund, 8. Juni. Heute morgen gegen 11 Uhr hat sich auf der benachbarten Zeche „Neu-Jserlohn" ein gräßliches Grubenunglück ereignet, welchem 22 Bergleute zum Opfer gefallen sind. Außer diesen sind noch 4 leicht verletzt. Das Unglück ist wiederum durch schlagende Wetter herbeigeführt worden. Im Flötz 12, in der 3. Abtheilung im südlichen Flügel der Zeche wurde eine Kluft angeschossen, in welcher sich muthmaßlich die explodirenden Stoffe befanden. Mit Sicherheit läßt sich jedoch die Ursache noch nicht feststellen. Ort 1 bis 4 ist glücklicherweise von der Explosion verschont geblieben, während die in Ort 5 bis 9 beschäftigten 26 Bergleute bis auf 4, welche leicht verwundet sind, sämmtlich verbrannt sind. 19 Leichen liegen in einem Raum der Zeche, die übrigen 3, in welchen noch Leben vorgefunden wurde, sind auf dem Transport zum Krankenhause verschieden. Wie bis jetzt ermittelt ist, sind 10 der Verstorbenen Familienväter. Die Brandwunden sind bei einigen derart, daß man keine Gesichtszüge mehr unterscheiden kann. Der Jammer der herbeigeeilten Wittwen und Waisen ist herzzerreißend und spottet jeder Beschreibung. Man kann sich davon einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß es mancher Wittwe schwer fällt, die Leiche ihres Mannes überhaupt zu erkennen. Im Jahre 1863 verunglückten auf derselben Zeche 83 Bergleute, auch sind in der Zwischenzeit mehrere kleine Unfälle vorgekommen.
Hamburg. Am Samstag erhängte sich der 20jährige Uhrmacher Klapproth. Als Motiv der That wird ein schlechter Scherz mehrerer Bekannten des Aermsten angegeben. Dieselben wußten ihm weiß zu machen, er habe 20,000 Mk. auf ein Loos gewonnen. Als sich dies später als unwahr herausstellte, verfiel der Gefoppte in Trübsinn, in welchem er die That beging.
— Oberlutter. (Ein Eulenspiegelstreich) wurde in un-