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für den

Kreis gersfesö.

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Nr. 34 Mittwoch den 27. April 1881.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Post«nstalten kommt der

Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Corpuszeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

«Amtliches.

Kreis Hersseld.

Hersfeld, den 26. April 1881.

Den Herren Ortsvorständen des Kreises wird meine Verfügung vom 15. April 1879 Nr. 4433 (im Kreisblatt Nr. 31), betreffend die Versicherung der Feldfrüchte gegen Hagelfchlag, zur pünkt­lichsten Befolgung hierdurch in Erinnerung ge­bracht.

Zugleich verweise ich auf meine Verfügung vom 23. September 1879 Nr. 7141 im Kreisblatte Nr. 78, betreffend die Versicherung gegen Feuersge- fahr, und erwarte, daß auch in dieser Beziehung Ihrerseits unablässig dahin gewirkt wird, daß die durch die betreffenden Versicherungsgesellschaften gebotene Gelegenheit, sich gegen derartige Schäden zu schätzen, thunlichst allgemein benutzt werde.

4993. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 27. April 1881.

Für Andreas Lindenschmidt von Mengs- Hausen, 16 Jahre alt, ist um Entlassung aus dem Unterthanen-Verbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

4737. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 23. April 1881.

Die Erledigung der II. Schulstelle zu Niederaula vom 1. Mai d. I. ab wird hierdurch mit dem Be­merken veröffentlicht, daß Bewerber um dieselbe ihre Meldungsgesuche unter Beifügung der nöthigen Sitten-und Befähigungszeugnisse binnen 14 Tagen bei dem unterzeichneten Königlichen Landrathe oder dem Königlichen Localschulinspector Herrn Pfarrer Gerlach zu Niederaula einzureichen haben.

4855. Der Königliche Landrath.

3- V.:

____H ee g, Kreissecretair.

Biengartes, den 8. April 1881.

Sr. Hochwohlgeboren

Herrn Landrath Freiherrn von Broich Hersfeld.

Ew. Hochwohlgeboren theile ich hierdurch in Beantwortung Ihres Schreibens vom 27. Decbr. 1880 Nr. 14761 folgendes über die Bildung des Unterhauner Darlehnskassenvereins e. G. mit:

Der Verein fing am 1. März d. I. seinen Ge­schäftsbetrieb auf Grund der Raiffeisenschen Sta­tuten, welche vom Verein mit nur zwei unwesent­lichen . Abänderungen angenommen sind mit 24 Mitgliedern an, schon nach einmonatlichem Be­stehen zeigte eS sich, wie nöthig ein derartiges In­stitut ist, um dem Bauer billig Geld zu beschaffen. Zur besseren Orientirung füge ich den monatlichen Kapenauszug hier an, und können Ew. Hochwohl- geboren hieraus. sehen, in welchem Maaße die Geldnoth auf dem Lande besteht, denn wenn auf einem so kleinen Wirkungskreis die Gesuche um Darlehn in solchem Maaße eingehen, wenn man in Erwägung zieht, mit welchem Vorurtheil der Bauer alles Neue begrüßt, und wie er nur lang­sam Vertrauen gerade in Geldsachen faßt, so muß meiner Ansicht nach die Noth groß gewesen sein, welche die Leute zwingt, Geld zu nehmen, wo sie es bekommen können.

Auch die Bewohner der betreffenden Orte scheinen die Zweckmäßigkeit derartiger Kassen einzusehen, aus Bemerkungen welche ich hörte, scheinen dieselben ordentlich stolz darauf zu sein, daß wir in Unter- haun einmal etwas haben, was noch nicht allge­mein ist.

Die Anforderungen werden voraussichtlich in

nächster Zeit noch zahlreich sein, so daß der Vor-' stand bald wird genöthigt sein Geld bei Capi- talisten oder Geldinstituten zu suchen, hoffentlich 1 wird es uns ja gelingen stets das Nöthige anzu- schaffen um so dasjenige leisten zu können, was wir uns von vornherein als Ziel vorgesteckt haben.

Kassenabschluß des Unterhauner Darlehns-Verein pro März 1881.

I. Einnahmen.

M. Pf.

Durch Anlehen ausgenommen.... 3100 Durch Sparkasseneinlagen.....90

Einlagen zu den Geschäftsantheilen von

32 Mitgliedern........ 527

i Provisionen....... . . . 32 33

Summa Einnahme 3749 33

II. Ausgaben.

M. Pf.

, An Darlehn wurden ausgezahlt . . 3158 ; Für Anschaffung von Inventar (Kaffen- schrank 2c.)t......... 399 20

Gerichtskosten (Eintragung ins Genos­senschaftsregister) ..... . . 19 95

Summa Ausgabe 3577 15

Demnach blieb Kasseubestand. am L April 172 18

Am gestrigen Kasse ntage wurden weitere circa 800 Mark bewilligt, welche thellweise gestern aus­gezahlt wurden, theilweise nächsten Mittwoch aus­gezahlt werden.

Mit Hochachtung zeichnet ergebenst L. Roll,

Vorstand des Unterhauner Darlehnskaffen- Vereins.

* * *

Hersfeld, den 26. April 1881.

Wird mit Zustimmung des Herrn L. Roll im Interesse der guten Sache hierdurch zur allge­meinen Kenntniß gebracht.

Der Königliche Landrath ________Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 26. April 1881.

Nach einer Mittheilung des Königlichen Kataster­amtes dahier sind die Herren Ortsvorstände 2c. zu Gersdorf, Gethsemane, Goßmannsrode, Heenes, Heringen, Hillartshausen, Holzheim, Kollkobes, Kathus, Kleba, Kleinensee, Landershausen, Leimbach, Meckbach, Mecklar, Motzfeld, Nieder­aula, Oberlengsfeld, Petersberg, Röhrigshof, Sieglos, Stärklos, Tann, Wehrshausen, Wilhelmshof, Wippershain, Wölfershausen und Wüstfeld

noch mit der Rücksendung der ihnen am 25. März d. I. zur ordnungsmäßigen Ausfüllung übersandten Nachweisungen über die in der Zeit vom 1. April 1880 bis zum 31. März 1881 vorgekommenen Ver- änderungen im Bestand der Gelände im Rück- stand.

Dieselben werden daher hierdurch an alsbaldige Erledigung der Sache mit Frist bis zum 3. Mai d. I. bei Vermeidung der Zusendung eines Srrafboten erinnert.

4964. Der Königliche Landrath ____________________Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 22. April 1881.

Nach einer Entscheidung des Herrn Finanz- Ministers vom 8. April 1881, II 1479, ist der Umkreis von 15 Kilomerer vom Wohnorte eines Gewerbetreibenden, innerhalb dessen derselbe wegen der Ausübung der im §. 2 Nr. 5 des Gesetzes vom 3. Juli 1876 näher bezeichneten Gewerbe der Steuer vom Gewerbebetrieb im Umherziehen nicht unterworfen ist, nicht nach der Erreichbarkeit der ! Orte innerhalb dieses Umkreises auf Wegen von ! mcht mehr als 15 Kilometer Länge vom Wohnorte

des Gewerbetreibenden aus, sondern nachher radialen Entfemung des Wohnortes des Gewerbetreibenden von der Grenze des gedachten Umkreises in der Luftlinie zu bemessen.

Es wird dies hierdurch den Ortspolizeibehördm sowie den Königlichen Gendarmen des Kreises zur Kenntnißnahme und Beachtung mitgetheilt.

4826. Der Königliche Landrath.

I. V.: ___.__Heeg, Kreissecretair.

Hersfeld, den 23. April 1881.

Für Andreas Strüber von Friedlos, 19 Jahre alt, ist um Entlassung aus dem Unterthanenver- bande behufs Auswanderung nach Amerika nachge- sucht worden.

4874. Der Königliche Landrath.

________________________Heeg, Kreissecretair.

.Hersfeld, den 23. April 1881.

Der Tagelöhner Valentin Schade von Hatten- bach, 34 Jahre alt, hat für sich und seine Familie um Entlassung aus dem Unterthanenöerbande be­hufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.

4875. Der Köni^li^e Landrath.

________________________Heeg, Kreissecretair.

Berlin W., 22. April 1881. Postversendung der mittels Hektographs u. s. w. hergestellten Abdrücke.

Vom 1. Mai ab können die mittels des Hekto- graphs, Papyrographs/Chromographs oder mittels eines ähnlichen Umdruckverfahrens auf mechanischem Wege hergestellten Schriftstücke, sowohl im innern Verkehr Deutschland?, als auch im Verkehr mit Oesterreich-Ungarn und mit den übrigen dem Welt- Postverein angehörigen Ländern, gegen die Taxe für Drucksachen befördert werden, sobald gleichzeitig mindestens 20 vollkommen gleichlautende Exem­plare amBriefannahmeschalter eingeliefert werden.

Der Staatssecretair des Reichs-PostamtS. _____________Stephan.

Berlin Wv 25. April 1881"^ Einheitlicher Packetportotarif im Verkehr zwischen

Deutschland und Frankreich.

Vom 1. Mai d. J. ab tritt im Verkehr zwischen Deutschland und Frankreich ein einheitlicher Porto­tarif für Postpackete ohne Werthangabe bis zum Gewicht von 3 Kilogramm in Wirksamkeit. Da­nach kostet ein Packet bis zum Gewicht von 3 Kilogramm 80 Pfennig oder 1 Franc. Das Porto ist vom Absender im Voraus zu entrichten. Die Postpackete Dürfen in keiner Ausdehnung 60 Cen- timeter überschreiten; ihr Volumen ist auf 20 Cubikdecimeter begrenzt. Ueber die sonstigen Ver- Wndnngs-Bedingungm, Gewährleistung u. s. w. ertheilen die Poflanstalren auf Verlangen Auskunft.

^er Ltaars'ecremir des Reichs-Postamrs. ___________Stephan.

Die BüEwerkschule zu Jdstein im Täünüs RegEez. W'.esbaden, bildet Bauhandwerker zu Baugewerkmeistern aus. Sie gehört zu den fünf preuffffchen Baugewerkschulen, welche von derkönig- lichen Regierung beaufsichtigt und subventionirt sind, und deren Schüler nach vollendeter Ausbildung bei ^Enzen in öffentlichen Baubüreaus besondere Be- ruckstchUguiig finden. Die Reifeprüfung findet statt unter Dfinvirkung der tPrüfungscommission des Baugewerkvereins zu Frankfurt a. M.

Beginn des Sommersemesters: 2. Mai

Vorcursus: 4. April.

Nähere Auskunft ».Programm ertheilt kostenlos Der Drrector: E. Hoffmann, Baumeister.