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1881

Sonnabend den 31. Dezember

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstalten kommt bet Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Corpuszeile oder deren Raum mit 10 Psg. berechnet.

Nr. 105.

Ein Jahr ist abermals dahingegangen.

Ein neues kam zu uns im raschen Lauf der Zeit Und ängstlich-zagend fragen wir mit Bangen,

Was uns das neue Jahr in seinem Schooße beut. Es war das alte Jahr wohl reich an Sorgen, Doch auch der Freuden bot es uns gar manche dar; Nun wendet sich der Blick zum neuen Morgen, An welchem strahlend sich erhob das junge Jahr. Was bringt es uns wohl? Ist es Glück und Segen, Das unter seinem Schleier noch verborgen ruht Führt's uns dem Unglück und der Noth entgegen? Vergebens, daß der Mensch all' diese Fragen thut! Denn nimmer wird's dem Sterblichen gelingen, Zu schau'n, was ihm bestimmt das künftige Geschick, Nie können wir die höhern Mächte zwingen, Und nimmer klärt die Zukunft sich vor unser'm Blick! Doch nicht verzagt! Laßt hoffend uns vertrauen. Daß uns im neuen Jahr ein neues Glück nur winkt, Mit dieser Hoffnung laßt uns vorwärts schauen Und muthig dann erwarten, was uns die Zukunft bringt.! So mögen Muth und Hoffnung uns beleben, Und gläubiges Vertrau'n, es strahl' aus unser'm Blick In diesem Zeichen laßt uns vorwärts streben

Und hell erkling's: Ei» neues Jahr, ein neues Glück!

' zur gefälligenBüittT^

Aöonnements-KLnladung

Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf dasKreisblatt". Wir bitten dasselbe rechtzeitig erneuern zu wollen, damit bei Beginn des Quartals keine Unterbrechung in der Zustel-; log eintritt. Der vierteljährliche Abonnements-: preis beträgt 1 Mark excl. Postaufschlag sowohl: bei allen kaiserlichen Postanstalten als auch bei der Expedition.

fr^n durch dasKreis- - Hatt" nicht nur in hiesiger i Stadt und hiesigem Kreise sondern auch in den benachbarten Kreisen weite Verbreitung und sichern Erfolg und kostet die viergespaltene Garmond-Zeile: oder deren Raum 10 Psg.

Die Expedition.

eflmtsidjes.

Kreis Hersfeld.

Cassel, den 15. Dezember 1881.

Nachdem von dem Herrn Minister der geist­lichen 2C. Angelegenheiten durch Erlaß vom 21. o. Mts. (U lila 17846. G III 2862) entschieden worden ist, daß die analoge Anwendung der Aller­höchsten Kabinetsordres vom 27. April 1816 und vom 15. November 1819 wegen der den Hinterbliebe­nen Königlicher Beamten zu bewilligenden Guaden- und Sterbequartale auf die Hinterbliebenen von Schullehrern keinem Bedenken unterliege, sehen wir uns veranlaßt, für die Zukunft von dem bishe­rigen Verfahren, nach welchem das Sterbequartal i vom Todestage an berechnet wurde, abzugehen und in den Fällen, in welchen den Hinterbliebenen noch eine Gnadenzeit bewilligt wird, dieselbe von dem auf den Sterbemonat folgenden Kalender-Monate au zu berechnen, was bei künftigen an uns zu richtenden Anträgen zu beachten ist.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

Mittler.

An die Königlichen Landräthe 2c. B. 12942. * *

Hersfeld, am 29. December 1881.

Wird den Königlichen Localschulinspectoren des

für den

mitgetheilt. 14818.

Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

iHersfeld, am 28. Dezember 1881.

Die Herren Bürgermeister und Ortsverwalter des Kreises haben mir bis zum 10. Januar k. J. über die Erfahrungen bezüglich der Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen während des Jahres 1881 in tabellarischer Form unter Auf­stellung nachstehender Rubriken Bericht zu erstatten: 1) Zahl der durch die amtlichen Beschauer unter­suchten Schweine;

2) Zahl der trichinös befundenen Schweine;

3) Angabe der Gemeinden 2C. in denen sich die trichinösen Schweine befanden;

4) Zahl der trichinösen Schweine in den einzelnen Gemeinden;

5) Zahl der trichinös befundenen amerikanischen Speckseiten und sonstigen Schweinefleischprä-

parate;

6) Zahl der finnig befundenen Schweine;

7) Zahl der amtlichen Trichinmbeschauer.

14782. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

"Gefunden: ein Fäßchen. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Allmershausen.

Polizei-Verordnung.

Auf Grund des §. 5 der Verordnung vom September 1867 ist mit Zustimmung der meindevertretung folgende für den Bereich Gemeinde Kalkobes gültige ortspolizeiliche

ordnung getroffen worden:

Wer während der Saatzeit vom 1. April

20. Ge­ber An-

bis

zum 10. Mai und vom 20. September bis zum 25. Oktober seine Haustauben ins Feld fliegen läßt wird mit einer Geldstrafe bis zu neun Mark oder entsprechender Haft bestraft.

Kalkobes, am 15. November 1881.

Der Bürgermeister H eyer.

Zum neuen Jahre

Wenn nach alter Sitte am Sylvesterabende das alte Jahr unter Sang und Klang seinen Lauf . ._,......

beendet und das junge Jahr, mit frohen Stimmen, geistigen Auge vorüber. Zstanch''schöne Hoffnungen Trompetenschall und Glockenklang begrüßt, seinen.wurden getäuscht, gar mancher Plan und mancher Einzug gehalten hat, so sind für jeden Menschen ^-'^«^i^«;.^^

! einige ernste Stunden der Sammlung, der Einkehr | und der Selbstprüfung gekommen. Denn swenn im Leben der Menschen und Völker ein Jahr auch oft wenig zu bedeuten hat und im Allgemeimn Niemanden die Hoffnung geraubt werden darf, daH dasjenige, was er in einem Jahre versäumte, e /im andern Jahre nachholen kann, so ist ein Fahr mit seinen dreihundertfünfundsechzig Tagen doch immerhin ein größerer Abschnitt, sowohl im Dasein der einzelnen Menschen, als auch in dem- jenigen der Völker und wie nahe muß es dann für alle Strebsamen liegen, zu fragen, was habt ihr im vergangenen Jahre erreicht nnd'was könnt

i

ihr wagen, im neuen Jahre zu erstreben. Noch / einmal durchleben wir am Jahreswechsel auch die Stunden schwerer Sorgen, die uns im verflossenen ,r' Jahre bedrückten, erinnern uns aber auch dankbar £r, der glücklicheren Tage, die uns Gott beschieden. ' Doch wenn nun eine solche weihevolle Einkehr in - unserem Herzen am Jahreswechsel stattgefunden hat, dann gilt es auch hinsichtlich des neuen Jahres einige kräftige Entschlüsse zu fassest, denn Jeder^^ der da am Neujahrstage einen gewissenhaften Blick auf sein eigenes Leben, auf seintznBernfl seine Familie und den ^taat wirft, dessen Bürger er ist, wird finden, b. ß ihm vielfach Gelegenheit und UrsMLWM-^ 0<'«® .r?r Jahre vUi^ Selbstgen^sa Ä^ zuMEn zu sein, sondern mit Energie uttfT UrrEÄet Hand anzulegen, für den Fortschritt und das Wohler­gehen seiner selbst, wie seiner Angehörigen und Staatsbürger, denn wir sind ja alle Glieder an der großen gemeinsamen Kette und das Zurück­bleiben eines Gliedes in seinem Thun und Lassen bewirkt die Schattenseiten für das Gemeinwohl.

Zwei Momente können unsere diesbezüglichen Entschlüsse am Neujahrstage noch ganz besonders kräftigen und befestigen. Unsere Religion und unsere weisen Männer lehren uns mit unwider­legbaren Beweisen, daß jeder Mensch sein Glück in den eigenen Händen trägt und daß es kein wahreres und edleres Wort für den freien Menschen giebt als dasjenige: Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott. Auch stehen wir nicht unter dem beengen­den Zwange einer äußeren Gewalt, denn kein Krieg, keine Anarchie, keine furchtbare Noth be-^ droht unser Schaffen, wir befinden uns inmitten, eines wohlgeordneten Staatswesens, das uns bie^ nöthigen Bedingungen unserer Wohlfahrt verleiht. So sind .uns denn die Grundlagen und Finger­zeige gegeben, an die wir am Jahreswechsel denke: sollen und wir schließen mit dem Wunsche Glück auf zum neuen Jahre für unser Thu und Lassen!"

Komische Nachrichten

Deutschland.

Das alte Jahr ist nun Hinabgesunkm in das Meer der Ewigkeit und au seiner Stelle Wen sich die Pforten eines neuen Zeitabschnittes ausÄethafl der noch dunkel und geheimnißvoll vor uns Kein Moment ist so geeignet, ernste Betrachtunge- über Vergangenheit und Zukunft anzustellen, als der Jahreswechsel und unaufgefordert regen sich da in unsern Herzen eigenthümlich wechselnde, bunt? durcheinanderwogende Gefühle und Empfindungen mannichfache Erinnerungen bald fröhlicher, baj# schmerzlicher Art tauchen noch einmal empor Ms dem schnell dahinwogenden Strome der Zeit/ und führen uns noch einmal all' die heitern i^ie die trüben Bilder der Vergangenheit vor unserem

(überlegte Entwurf fand unübersteigliche H»