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Bekanntmachungen aller Art worden ausgenommen und die einspaltige Gar­mondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

für den

ÄmMslM.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, am 1. Juni 1882.

Die Königlichen Standesämter des Kreises erinnere ich hiermit an Erledigung meiner Ver­fügung Dom 20. Juni 1878 ad Nr. 6079 (Kreis­blatt Nr. 50) betreffend die Anzeige des Bedarfs an Formularen zu Registerauszügen pro 1888 bis zum 10. d. Nits.

7374. Der Königliche Landrath

Freiherr v o n B r o i ch.

Hersfeld, den 3. Juni 1882.

Die Herren Bürgermeister rc. zu:

Allendorf, Asbach, Beiershausen, Biedebach, Biellgartes, Eichhof, Eitra, Friedlos, Gersdorf, Goßmannsrode, Hattenbach, Hilperhausen, Holz- Heim, Kathus,Kemmerode, Kerspenhausen, Kirch- Heiul, Kleba, Mengshausen, Niederaula, Nieder- jossa, Oberrode, Petersberg, Reilos, Reim­boldshausen, Rohrbach, Sieglos, Sorga, Stärk- los, Tann, Wilhelmshof, Willingshain, Wip- pershain, Bengendorf, Conrode, Dünkelrode, Gethsemaue, Harurode, Heringen, Hillartshanfeu, Hilmes, Kleiuensee, Lampertsfeld, Leimbach, Motzfeld, Ransbach, Ullterneurode, Wehrshausen, Wölfershausen, Wüstfeld werden hierdurch au Erledigung meiner Verfügung Dom 15. Mai 1882 Nr. 5685 im Kreisblatt Nr. 39, das Repertorium der NeichSgesetze und <;«- orduuugen nebst Ausführungsbestimmungen be­treffend, mit Frist bis zum 8. d. Mts. Nachmittags 2 Uhr bei Meldung der Zusen­dung eines Strafboten erinnert.

5685. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 3. Juni 1882.

Unter Bezugnahme auf die zu pos. 4 der im Kreisblatt Nr. 16 veröffentlichten Tages­ordnung für den Kreistag des Kreises Hersfeld am 24 März d. J. gegebene ausführliche Dar­legung, bringe ich hiermit zur allgemeinen Kennt­niß, daß, nachdem die Kreisstände des hiesigen Kreises in der gedachten Sitzung auf meinen in obiger Darlegung begründeten Antrag und in der Anerkennung desselben als Befriedigung eines dringenden Bedürfnisses für den ganzen Kreis, den jährlich verfügbar zu stellenden Betrag von 600 Mark aus Kreismitteln zur Deckung etwaiger Verluste, welche dem hiesigen landwirthschaftlichen Kreisverein bei der behufs Hebung der Rindvieh- zucht von demselben erbetenen Vermittelung des Ankaufs guter Zuchtbullen für Gemeinden deS Kreises entstehen könnten, vorläufig auf zwei Jahre bewilligt, auch die Königliche Regierung zu Cassel den fraglichen KreiStagsbeschluß am 11. April o für die gedachte Periode genehmigt hat, die betreffende Commission des landwirthschaft- lichen Kreisvereins nunmehr abgereist ist, um die fraglichen Bullen auzukaufen, sowie daß vorans- sichtlich der selbstredend vorher öffentlich bekannt gemachte Verkauf derselben in den nächsten 14 Tagen stattfinden kann.

Die Bedingungen, welche den Käufern solcher Bullen auferlegt werden, bringe ich gleichzeitig hierunter zum Abdruck.

7101. Der Königliche Laudrath

Freiherr von Broich.

Bedingungen welche den Käufern, von durch den landwirth­schaftlichen Kreisverein Hersfeld angekanftcn Bullen aufzuerlegen find.

§. 1. Käufer können nur im Kreise Hersfeld augesessene Privatpersonen oder Gemeindeverbände

2. Die etwaigen Käufer verpflichten sich bei einer Strafe von 50 Mark keinen durch Vermitte- lnng des Kreisvereins Hersfeld angekauften Bullen

innerhalb eines Zeitraums Don zwei Jahren außer­halb des Kreises oder an einen Metzger zum schlachten zu verkaufen, es sei denn, daß das Thier zur Erfüllung seines Zweckes untauglich würde. Die Entscheidung über diese Frage steht dem Kreisthierarzt und der betreffenden Körungs­commission zu.

§. 3. Sollte ein Käufer genöthigt sein, das betreffende Thier innerhalb der oben angegebenen Zeit zu verkaufen, so darf dasselbe nur innerhalb des Kreises verkauft werden, der zweite Käufer hat sich dem ersten Käufer gegenüber zu verpflichten, diese Bedingungen einzuhalten, der erste Käufer bleibt jedoch dem landwirthschaftlichen Verein resp, dem Kreistage gegenüber haftbar.

8. 4. Der Zuschlag wird bei dem Verkaufs­termin ertheilt, wenn die Commission, welche den Verkauf leitet, das Gebot für angemessen hält, ist dieses nicht der Fall, so unterliegt der Zuschlag der Genehmigung des Königlichen Landrathes eventuell der Kreisstände.

§. 5. Bei etwaiger nicht Baarzahlung des Kauf­preises kann, bei genügender Sicherheit durch Bürg­schaft, ein Credit bis zu sechs Monaten gegen 5 Prozent Zinsen gewährt werden.

tz. 6. Die durch Vermittelung des landwirth­schaftlichen Vereins gekauften Thiere werden mit einem Zeichen, bestehend in dem tzersselder Dop­pelkreuz und der laufenden Nummer am Horn gezeichnet, und ist über diese Thiere ein Journal zu führen.

§. 7. Der Käufer sowie der nach §. 3 haftende zweite Käufer ist verpflichtet, sich der Controle des Bürgermeisters seiner Gemeinde rücksichtlich dieses Vertrages zu unterwerfen.

politische Jiacöridjten.

Deutschland

Mit der zu Ende gehenden Woche haben bei uns die parlamentarischen Arbeite» »ach Pfittgsten wie­der ihren Anfang genommen, indem am Donnerstag den 1. Juni die Commission für das Unfallver­sicherungsgesetz und das Krankenkaffengesetz ihre Berathungen wieder ausgenommen hat. Da zu diesen Entwürfen eine ganze Anzahl von Peti­tionen eingegangen ist, die alle von der Commission geprüft werden müssen, so ist derselbe» schon hier­durch erheblich mehr Arbeit erwachsen und es läßt sich Darum der Zeitpunkt noch nicht bestimmen, an welchem die genannten Vorlagen aus dem Schooße der Commission an das Plenum des Reichstages gelangen werden.

Nach einer Mittheilung der ,Kölu. Ztg." soll Fürst Bismarck jetzt wieder glücklich hergestellt sein und beabsichtigen, zum Curgebrauche am 6. Juni nach Kisfingen abzureisen.

Ein erfreuliches Zeichen für die Hebung des Volks-Wohlstandes ergiebt sich aus der Thatsache, daß in allen Provinzen eine stetige Zunahme der Sparkapitalien, welche in den Kreis-Sparkassen und städtischen Sparkassen im Laufe des letzten Jahrzehnts eingelegt worden, zu conftatiren ist. In welchem bedeutenden Umfange diese Einlagen beispielsweise im Regierungsbezirk Potsdam, der zur Zeit 12 Kreissparkasien und 20 städtische Spar­kassen zählt, angewachscu sind, zeigt eine Gegen­überstellung der Gesammt-Einlagen bei diesen Spar­kassen während der letzt verflossenen Jahre. 1872 beliefen sich diese Einlagen auf 13 939 000 Mark, 1875 auf 25 770 000 Mark und im Jahre 1881 betrugen diese Spareinlagen 37 476 000 Mark.

Für den Aufschwung des wirthschaftlichen Lebens liegt wieder ein neuer unanfechtbarer Beweis vor. Der Verein Deutscher Eiseu- unD Stahl-Industrieller hat auch in Diesem Jahre über die Lohuverhält- niffeuud über die finanziellen Resultate derActien- Gesellschaften vor und nach der Wiedereinführung der Eisenzölle eine Enquete verunstaltet. Bis

Mitte April waren die Antworten von 338 Eiseu- Hüttenfirmen, Gießereien und Maschinenbauanstalten (darunter 108 Actien-Gesellschaften) aus allen Theilen des Reichs eingegangen. Im Januar 1879 beschäftigten diese 338 Werke 153615 Arbeiter mit Mark 9 358 794 Monatslohn, im Januar 1882 dagegen 192 296 Arbeiter mit Mark 13 293 457 Monatslohn. Demnach war die Zahl der Arbeiter um 38 681 (25,2 g), die Gesammtlöhne pro Monat um Mark 3 934 663 (42,o g) gestiegen. Im Januar 1879 verdiente durchschnittlich (also mit Einschluß der jüngeren und geringer bezahlten Ar­beitskräfte) 1 Arbeiter monatlich Mark 60,92, im Samtar-18ß2 dagegen Mark 69,i3. Für die 12 Monate ^Jahres berechnet, würde sich ein Mehr­verdienst des Arbeiters von Mark 98,52, und für die 338 Werke, die nur erst einen, wenn auch sehr ansehnlichen Theil der deutschen Eisenindustrie repräsentiren, eine Steigerung an Lohnzahlungen um die bedeutende Summe von 47 215 956 Mark annehmen lassen.

Verschiedene liberale Blätter haben selbstver­ständlich^ nicht ohne entsprechende Seitenhiebe auf die Staatsverwaltung die Nachricht kolportirt, daß an einzelnen Stellen die durch den Klassen- und Einkommensteuererlaß gewährte Erleichterung der Steuerpflichtigen dazu benutzt worden sei, um dieselben zu den Schullasten entsprechend höher heranzuziehen. Wir können demgegenüber auf das Bestimmteste versichern, daß die durch den Steuer­erlaß geschaffene Erleichterung, entsprechend den Damit verbunden gewesenen Absichten, den Steuer­pflichtigen unter allen Umständen erhalten bleiben soll und wird. Sollte daher wirklich in verein­zelten Fällen anders verfahren worden sein, so ist dies jedenfalls nur irrthümlich geschehen, und wird wohl auch inzwischen eine entsprechende Berich­tigung eiiigetreten sein. Hiermit dürften sich die liberalen Blätter, die die obige Mittheilung ge­bracht haben, wohl beruhigen.

In Scharfenstein im sächsischen Erzgebirge sowie in den benachbarten Ortschaften Gelenau, Dreh- bach, Venusberg und Griesbach ist am Dienstag Abend ein schwerer Wolkenbruch mit Hagelwetter niedergegangen, in Folge dessen in Gelenau 10 Personen, in Drehbach 2 Personen ums Leben gekommen sind. Mehrere Personen werden noch vermißt, viel Vieh ist ertrunken, eine Anzahl Wohnhäuser, Scheunen und Brücke» wurden zer­stört, Felder und Straßen sind verwüstet. Bei Heidelbach wurde der Damm der Chemnitz-Auna- berger Staatseisenbahn zerstört. Der Schaden ist sehr beträchtlich.

Bei dem schon gemeldeten Zusammenstöße zweier Persoueiizüge zwischen Heidelberg und Wieblmgeu sind im Ganzen acht Personen, darunter der Zug­führer des einen Zuges, ums Leben gekommen unb 44 Personen meist schwer verwundet worden.

Oefterreich-Ungar».

Aus der österreichisch-ungarischen Monarchie waren in dieser Woche keine hervorragenden Er­eignisse zu verzeichnen. Im Allgemeinen samt man sagen, daß in dem politischen Leben des Do­naureiches eine gewisse Ruhe eingetreten ist, der alte Nationalitätenstreit scheint vorläufig abge­brochen zu sein, auch in dem langen parlamen­tarischen Kampfe zwischen den Vertretern des Systems Taaffe und den liberalen Parteien ist mit Schluß der Reichsrathssession eine Ruhepause eiiigetreten und der südslawische Aufstaud kann so gut als niedergeworfen betrachtet werden. Selbst die Rekrutirung in Bosnien ist merkwürdig glatt verlaufen, ein erfreulicher Beweis dafür, daß die Verhältnisse in den occupirten Provinzen allmälich zufriedenstellendere werden.

Frankreich.

In die französische Politik spielen jetzt die eghp- tischen Angelegenheiten in bedeutsamer Weise hinein. In der Deputirtcukammer hat am 1. Juni