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Sonnabend den 17. Juni 1882

Nr. 48.

DasÄreisblatt" erscheint wöchent­lich zweimal, Mittwochs u. Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal, bei den Postanstal­ten lammt der Postaufschlag hinzu.

für den

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar­mondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

ämtlMjes.

Kreis Hersfeld.

Der Lehrer des Gartenbaues an der Königlichen Gärtner-Lehranstalt zu Potsdam, Garteninspektor Lauche zu Potsdani, hat es unternommen, das von dem Deutschen Pomologen-Verein zum allge­meinen Anbau empfohlene Sortiment Aepfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsichen und Weintrauben in nach der Natur gemalten Aqua­rellen darzustellen und diese Abbildungen mit einem kurzgefaßten Text über die kennzeichnenden Eigen­schaften der betreffenden Früchte versehen, durch Farbendruck vervielfältigen zu lassen, um den Obst­züchtern bei der Beschaffung von Edelstämmen oder Edelreisern eine sichere Auswahl der für die besonderen klimatischen, örtlichen und Bodenver­hältnisse geeigneten Sorten zu ermöglichen.

In dem Prospekt zu diesem Werke wird mit Recht hervorgehoben, daß das Fundament eines rationellen Obstbaues die Sortenkenntnitz ist, daß der deutsche Obstzüchter nur zu häufig gegen die richtige Auswahl fehle und deshalb Mißerndten oder ungenügende Erträge zu beklagen habe. Wer aus dem Obstbau Nutzen ziehen will, muß die für seine Gegend geeigneten Sorten wählen und sich auf eine möglichst geringe Zahl der anzubauenden Sorten beschränken. Den in der Gegend heimischen

Obstsorten von Werth, nach welchen stets Nach­

___________ . . = pflichtet worden, frage auf dem Markte ist, weil ihre Eigenschaften 7903.

bekannt sind, füge er die anerkannt besten, aller­orts bewährten Sorten bei, in einer Auswahl,

wie sie ihm das Lauche'sche Werk, welches unter dem TitelDeutsche Pomologie" zu Berlin im Verlag von Paul Paray erschienen ist, empfiehlt.

Es enthält die wahrhaft kunstvoll ausgeführten Abbildungen von 50 Aepfel-, 50 Birnen-, 25 Kirschen-, 25 Pflaumen-, 10 Aprikosen-, 25 Pfir­sich-Sorten und 15 Weintrauben. Die Beschrei­bungen und Kulturanweisungen sind klar, bestimmt und kurz gefaßt.

Das Werk ist vollständig erschienen und kostet 112 Mark. Es kann aber auch in Lieferungen zu 2 Mark bezogen werden.

Wir empfehlen dasselbe allen Obstzüchtern auf das Angelegentlichste.

Kassel, den 30. Mai 1882.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Hersfeld, am 13. Juni 1882.

Vorstehende Empfehlung des Prachtwerkes Deutsche Pomologie von W. Lauche" bringe ich hiermit zum Abdruck.

7606. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hermannshof, den 15. Juni 1882.

Ew. Hochwohlgeboren beehre ich mich die erge­bene Mittheilung zu machen, daß der Verkauf dervomlaudwirthschaftlichenKreisver- eiuHersfeld angekauftenIOStückBullen Sonnabend den 24. d. M. Vormittags 9 Uhr auf dem Viehmarktplatze zu Hers­feld unter den von Ew. Hochwohlgeboren in Nr. 44 des Kreisblattes .veröffentlichten Bedingungen stattfinden wird, und bitte ich Ew. Hochwohl­geboren gehorsamst, die Herrn Ortsvorstände der­jenigen Gemeinden, die einen Bullen erstehen, zu veranlassen, die Controlle über die gestellten Be­dingungen auszuüben.

Der Vorsitzende des landwirthschaftlichen Kreisvereins Hersfeld.

E. B i p p a r t.

An den Königlichen Landrath Herrn Freiherrn von Broich Hochwohlgeboren Hersfeld.

Herskeld, den 16. Juni 1882.

Wird hierdurch sämmtlichen HerrnBürgcrmeistern des Kreises unter Hinweis auf meine Verfügung vom 3. d. Mts. Nr. 7101 Kreisblatt Nr. 44 und mit dem Austrage mitgetheilt, dies in ortsüblicher

Weise zur allgemeinen Kenntniß in Ihrer Gemeinde zu bringen und erhalten diejenigen Herrn Bürger- meister, in deren Gemeinde durch den vorstehenden Verkauf Bullen gelangen, schon jetzt hiermit zugleich die Auflage, die genaue Beachtung der betreffenden Bedingungen streng zn überwachen, sowie von einer etwaigen Abweichung davon Seitens des Besitzers mir sofort Anzeige zu machen.

Die Königliche Gendarmerie hat hierauf zugleich ein besonderes Augenmerk zu richten und mir even­tuell alsbald zu berichten.

7995. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Rotenburg, den 14. Juni 1882.

Nach einem Berichte des Ortsvorstandes zu Obersuhl ist unter dem Rindvieh des Gutsbesitzers August Rosenstock dortselbst der Milzbrand aus­gebrochen.

Der Königliche Landrath v. A l t e n b v ck u m. ? An das Königl. Landrathsamt in Hersfeld. 5689.

* *

Hersfeld, den 16. Juni 1882.

Wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht. 8021. Der Königliche Landrath.

Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 14. Juni 1882.

Der Müller und Ackermann Johann Jacob Lehn zu Reilos, 39 Jahre alt, ist heute als Bürger­meister dieser Gemeinde bestätigt und eidlich ver-

Der Königliche Landrath __Freiherr von Broich.

Hersfeld, am 14. Juni 1882.

Für den Scribenten Bernhard Koch von hier, 18 Jahre alt, ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

7948. Der Königliche Laudrath _ Freiherr von Broich.

Hersseld, den 16. Juni 1882.

Für Adam Philipp Gilbert aus Friedlos, 17 Jahre alt, ist um Entlassung aus dem dies­seitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

7676. Der Königliche Landrath ____ Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 13. Juni 1882.

Der Lohgerbermeister Conrad Croll zu Hers­feld hat nnter Vorlage der Beschreibung, Zeichnung und Pläne um Genehmigung zur Einrichtung einer Gerberei in den früher Bätza'schen Färbereigebäu- lichkeiten an der Geis dahier (zeitiger Besitzer Heinrich Reus) nachgesucht.

In Gemäsheit des §. 17 der Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1869 fordere ich alle Diejenigen, welche Einwendungen hiergegen zu erheben haben, auf, dieselben binnen 14 Tagen bei mir vorzu- bringen, und bemerke, daß nach Ablauf dieser Frist Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr geltend gemacht werden können.

Die Pläne 2C. können im Büreau Königlichen LandralhsamteS während der Dienststunden ein­gesehen werden.

7832. Der Königliche Landrath

Freiherr von Bro ich.

Zugelaufen: ein Hund^ männlichen Geschlechts. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Tann.

Protokoll

über die am 31. Mai d. I. Nachmittags 2 Uhr im Saale der GesellschaftVerein" zu Hersfeld stattgehabten Versammlung einer Anzahl von Ver­tretern der 14 im Kreise Hersseld bestehenden Raiffeisen'schen Darlehnskassen-

Vereinen.

In Folge Einladung des Herrn Landraths Freiherr« von Broich vom 5. Mai cr. Nr. 6107 ,Kreisblatt Nr. 36) waren zu besagter Zeit Nachmittags 2 Uhr an Vorstands- und anderen Mitgliedern der erwähnten Vereine ca. 80 Perso­nen erschienen.

Außerdem hatte sich aus besondere Einladung des Herrn Landraths der Herr Obervorsteher von Trott zu Jmshausen eingesunden in dessen Begleitung der zufällig in Hersfeld anwesende Herr Reichstags-Abgeordnete Dr. Perrot eben- falls der Versammlung beiwohnte.

Der den Vorsitz übernehmende Herr Landrath eröffnete die Versammlung mit dem Hinweis darauf, daß er sein bereits in der^Generalversammlung des landwirthschaftlichen Kreisvereins Hersseld bekanntlich geäußertes Vorhaben,'eine solche Besprechung und Berathung im Laufe dieses Sommers anzuberaumen, heute zur Ausführung bringe und gereiche es ihm zu ganz besonderer Genugthuung gegenwärtig schon 14 Kirchspiele des hiesigen Kreises mit den in Rede stehen­den Vereinen beglückt zu wissen und zweifle er nicht, daß die beiden noch sehlenden Kirchspiele Cruspis und Ransbach auch nicht lange mehr damit auf sich warten,lassen würden.

Hieraus stellte derselbe der Versammlung die vorerwähnten beiden Gäste vor und gab seiner Freude über deren Er­scheinen Ausdruck.

Demnächst bemerkte der Vorsitzende, daß er in seiner Ein­ladung besonders aus seine Bekanntmachung vom 11. März c. Kreisblatt Nr 21 Bezug genommen habe, weil damit das Protocoll der Versammlung von gleichen Vereinen, welche am 2. Februar c. unter dem Vorsitze des hier anwesenden Herrn von Trott stattgefunden habe und der er leider bei« zuwohnen verhindert gewesen sei, veröffentlicht worden wäre, und es ihm heute zunächst darum zu thun sei, die in jener Versammlung erörterten Fragen zur Diskussion zu stellen, nämlich:

1) Wollen sich die Raiffeisen'schen Kassen des Kreises Hers­feld einem für den Regierungsbezirk Cassel zu bildenden hessischen Verbände anschließend

2) und diesen zu bildenden hessischen Verband unter die Anwaltschaft von Neuwied stellen?

Herr von Trott erbat sich hierauf das Wort banste dem Vorsitzenden für die freundliche Aufnahme in der heutigen Versammlustg und theilte mit, daß in einer am 21, Wai d. I. zu Bebra stattgehabten Versammlung ein den Regierungsbezirk umfassender Unteroerbänd gebildet worden sei, welcher auch bereits 9 Vereine zähle und welcher mit Rücksicht darauf, daß im Kreise Hersfeld die Raiff- eisen'schen Vereine bis jetzt die größte Verbreitung gefunden hätten, Hersfeld zu seinem Vororte gewählt habe. Redner ging auf die vorhin erwähnte Versammlung in Bebra vom 2. Februar näher zurück, und hob als deren eigentlichen Zweck hervor, daß die Nothwendigkeit einer regelmäßigen, sachkundigen Revision und,die Unentbehrlichkeit eines erfah­renen Beistandes für die Sicherung steter Beachtung der vorgeschriebenen Formen von Seiten der Darlehnskassen» vereins-Vorstände, sowie das Erforderniß gegenseitiger Aus - hülfe der Vereine mit ihrem Betriebskapitale es immer fühlbarer gemacht habe, der Verbindung aller im Regie­rungsbezirk Cassel bestehenden Raiffeisen'schen Vereine zu einem Bezirksverbande und Anschluß dieses Bezirksverbandes an Raiffeisen selbst nach Neuwied baldigst näherzu treten.

Herr Dr. Perrot schloß sich diesen Ausführungen in eingehender Weise an und berührte dabei zugleich die Frage der Bildung von Kreisverbänden für denselben Zweck. Der Vorsitzende gab hieraus der Versammlung Kenntniß von den Schritten, welche er kürzlich gethan habe, um den in Rede stehenden Vereinen billiges und allen Bedürfnissen entsprechendes Betriebscapital zu verschaffen. Er habe sich nämlich mit dem Herrn Landesdirector wegen der ;r rage in Verbindung gesetzt, ob es nicht angängig sei, den Ver­einen die ständische Schatzkasse, welche ja aus dem ehema­ligen Kurhessischen Staatsschätze gebildet sei und somit Kurhessisches Nationalvermögen wäre, gegen einen ange­messenen Procentsatz von höchstens» von Hundert zugänglich zu machen. Eine endgültige Antwort sei ihm zwar hierüber noch nicht zu Theil geworden, er glaube aber in Anbetracht jenes Schrittes die Bildung des fraglichen von Herrn von Trott angestrebien Verbandes umsomehr empfehlen zu müssen, als die Vereine dadurch schon gewissermaßen zugleich zu einer Sache des Communalverbandes für den Regie« rungsbezirl Cassel würden und für die communalständische Verwaltung daher umsomehr Veranlassung vorläge, auf sein besagtes Verlangen einzugehen. Was den fraglichen Anschluß an Neuwied anlange, so könne er denselben aus den von den beiden Herrn Vorrednern dargelegten Gründen ebenfalls nur dringend befürworten, zumal die Kosten, welche die betreffende dadurch gesicherte Controlle verursache in gar keinem Verhältniß zu deren großen Werth ständen.

Herr von Baumbach aus Kirchheim machte demnächst geltend, daß man den noch sehr jungen Vereinen nicht gleich zu viel zumuthen dürfe, denn die meisten Kassen hätten noch nicht die Mittel erübrigt, um die mit dem Anschlüsse an Neuwied verbundenen Kosten zu decken, und daß er daher nur die größte Sparsamkeit in der Verfügung über die einstweilen n ch geringen Kassenüberschüsse empfehlen müsse; er führte hierbei als Beispiel speciell den KirchheimerVerein an.

Dieser Auslassung trat Herr Pfarrer Haupt aus Friedewald mit Entschiedenheit entgegen, betonte mit großem Nachdruck die Nothwendigkeit und den Nutzen des Anschlusses an Neuwied und bezeichnete es unter Anderm auch als eine unrichtig angebrachte, ja als eine falsche Sparsamkeit eines Vereins, der, um die verhältnißmäßig ganz unbedeutenden