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Nr. 29.

Sonnabend den 7. April 1883.

DasKreisblatt" erscheint wöchent­lich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark 40 Pfg. pro Quartal.

für den

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar- mondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet und wird bei Wiederho­lung entsprechender Rabatt gewährt.

Von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrief­trägern, sowie von der Expedition angenommen.!

Ämlsiches.

Des Königs Majestät haben mittelst Allerhöchster i Ordre hont 8. März er. dem Komit« des Zucht-; marktes für edlere Pferde zu Neubrandenburg im Großherzogthum Meckleuburg-Strelitz die Erlaub­niß zu ertheilen geruht, Loose zu der von ihm bei Gelegenheit des diesjährigen Zuchtmarktes mit

Genehmigung der Grobherzoglichen Landesregie­rung zu veranstaltenden Ausspielung von Equi­pagen und Pferden 2C. auch im diesseitigen Staats­gebiete zu vertreiben.

Die Verwaltungs- und Polizeibehörden unseres Bezirks werben. hierdurch veranlaßt, dafür Sorge zu tragen, daß dem Vertriebe der gedachten Loose keinerlei Hindernisse entgegengestellt werden.

ßaffeU den 28. März 1883.

1) Eine Portion Kaffee oder Milch zu 5 resp. 10 Pf.

2) Eine Portion Mittagessen mit Fleisch zu 30 Pf.

3) Eine Portion Mittagessen ohne Fleisch zu20Pf.

4) Eine Schlafstelle auf guter Streu, für welche nichts bezahlt wird, dagegen muß jeder Zög­ling eine wollene Decke mitbringen. (Butter und Käse, Wurstfett, Schmalz 20. kann eben­daselbst gegen den üblichen Marktpreis empfangen werden.

Beim Schlüsse des Cursus werde ich eine öffent­liche Prüfung der Zöglinge unter Zuziehung der von dem hiesigen Landwirthschaftlichen Kreisverein in der Generalversammlung vom 28. Februar c. dafür gewühlten Herrn Bippart zu Hermannshof, Ludw. Roll zu Biengartes und P. Heil zu Hers­feld an Ort und Stelle veranstalten. Jeder Zög-

ling erhält sodann ein schriftliches Zeugniß, und : sollen die Zöglinge, welche sich durch Fleiß und i Leistungen aüszeichuen, dabei auch noch mit Prä- ' mien bedacht werden. Zöglinge, welche ohne ge-

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.; nügende Entschuldigung einen Tag fortbleiben Des Königs Majestät haben mittelst Allerhöchster oder sich ungebührlich benehmen, werden sofort

Ordre vom 22. März er, dem Internationalen entlassen.

Klub zu Baden-Baden die Erlaubniß zu ertheilen Die Herren Bürgermeister des Kreises haben geruht, zu der Behufs Erhaltung der Jffezheimer mir unfehlbar bis spätestens zum 20. Wettrennen, sowie zur Förderung der einheimischen' ' Kunst, Industrie und Pferdezucht mit Genehmig­ung der Grobherzoglich Badischen Staatsregierung in diesem Jahre wieder zu veranstaltenden Aus­spielung von Gegenständen der Kunst, des Kunst- gewerbes und der Industrie, sowie von edlen Pferden auch im diesseitigen Staatsgebiete Loose zu ver-

oder sich ungebührlich benehmen, werden sofort

>d. Mts. hierüber zu berichten und dabei die Vor- und Zunamen, sowie-BssMkr derjenigen, welche sich daraufhin bei Ihnen angenieldet haben, anzugeben.

Schließlich mache ich noch darauf aufmerksam, daß es sich vielleicht empfehlen wird, wenn mehrere

treiben.

DieDerwaltungs- und Polizei-Behörden unseres Ressorts werden hierdurch veranlaßt, dafür Sorge zu tragen, daß dem Vertriebe der betreffenden Loose, deren Preis für alle 5 Classen, in welchen die Lotterie gezogen wird, zusammen 10 Mark, bezw. für jede einzelne Classe 2 Mark pro Stück beträgt, keinerlei Hindernisse entgegen gestellt werden.

Cassel, den 2. April 1883.

Königliche Regierung, Abtheilung desi Innern.

Dem Vorstände des landwirthschaftlichen Kreis- Vereins zu Birstein ist durch Verfügung des Herrn Ober-Präsidenten gestattet worden, bei Gelegenheit der daselbst am 20. bis 22. Juli d. J. fiattfin- denden General-Versammlung des, landwirthschaft­lichen Central-Vereins für den Regierungsbezirk Cassel beabsichtigten Verloosung von mustermäßigem Vieh, landwirthschaftlichen Maschinen und Geräth- schaften 6000 Stück Loose ä 1 Mark im Regie-

Gemeinden mit einem besonders geeigneten jungen Spanne für den in Rede stehenden Zweck einen ent­sprechenden Vertrag abschließen.

Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 5. April 1883.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche noch niit Einsendung der Gemeinde- Rechnungen pro 1881 82 im Rückstände sind, werden hieran m i t F r i st bis zum 25. d. M. bei Rieidung von Strafen erinnert.

4419. Der Königliche Landrath

Freiherr von Broich.

Hersfeld, den 5. April 1883. Die Herren Bürgermeister des hiesigen Kreises

mittag 5 Uhr die konstituirende öffentliche Versammlung des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Ge­tränke. Dieselbe war von Männern aller Parteien und Stände aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands be­sucht, so von den Herren Geh. Medicinalrath Pros. Dr. Westphal und Sanitätsrath Dr. Bär (Berlins, Geh. Sani­tätsrath Dr. Märcklin (Wiesbadens, L. F. Sepffardt (Ärefelb), Oberbürgermeister Brüning (Osnabrück), Bürgermeister Struckmann lHildcsheim), Eduard Elben (Stuttgart), Direktor Engelbert (Duisburg), den Professoren Schmoller (Berlin) und Hitzig (Halle), Dr. Gensel (Leipzig), Direktor Emminghaus iGotha), den Pastoren Hirsch (Lintorf), Fay (Kreseld), Stursberg (Düsseldorf) u. s. w. Auch der Ober« präsident der Provinz Heffen-Nafsau, Graf zu Eulenburg, wohnte der Versammlung bei.

Die Verhandlungen wurden durch den Comite-Vorsitzenden Geh. Medicinalrath Pros. Dr. W. Nasse (Bonn) mit einer Darlegung der anzustrebenden Ziele eröffnet. Er wies zu­nächst die Auffassung zurück, als ob ein Mäßigkeitsverein nach früherem Muster, mit Enthaltsamkcitsverpfiichtung von allen geistigen Getränken gegründet werden solle. Der neue Verein will vielmehr nur die Mittel und Wege prüfen, weiche bei uns und in anderen Ländern zur Bekämpfung des Trunks und seiner Wirkungen eingeschlagen worden sind, und seine Ziele durch Einwirkung auf die Gesetzgebung und durch eigene Vereinsthätigkeit zu erreichen suchen. Für die Gesetzgebung kommen in Betracht die Beschränkung des Angebots und Konsums geistiger, d. h. vorzugsweise destillirter Getränke, Beschränkung der Schankkonzessionen, Erlaß von Bestimmungen bezüglich Annullirung der Zechschulden, strengere Aufsicht auf die Oertlichkeit der Schankstellen, Verbot des Ausschanks an Minderjährige, Trunkene und Trinker, Erhöhung der Gewerbesteuer für Schankwirthschaften und DetaUverkäuser, Einführung oder Erhöhung einer kommungi^^Branntweinsteuer und allmähliche Erhöhung der Fa>öritLO«»ssteuer, wo möglich mit Ermäßigung der Besteuerung auf Thee, Kaffee nutrteilte Biere, strafgesetz« liche Bestimmungen gegen die öffentliche Trunkenheit, Ge­nehmigung zur Unterbringung von Gewohnheitstrinkern zur Heilung in besonderen Asylen, endlich Bestimmungen zur Verhinderung des Betriebs unreiner geistiger Getränke. Die Vereinsthätigkeit könnte sich zeigen in der Einrichtung von Thee- und Kaffeehäusern, wie sie in England bereits in ^lor stehen. Gründung von Gesellschaften, zum eigenen Erwerb und Vertrieb von Schenkwirthschaften und zwar in Verbindung mit Verabreichung von Speisen, Anregung zur Fabrikation wohlfeiler, gesunder, alkoholfreierer Getränke, wie Apfelwein und leichte Biere, endlich Belehrung und Aufklärung des Volkes. Mit dem Wunsche, daß die neue Bewegung zum Segen unseres Volkes ausschlagen möge, schloß der Redner unter lebhaftem Beifall.

Im Anschluß hieran theilte der Geschäftsführer A. Lammers (Bremen) mit, daß in Folge des bekannten Auf­rufs an das deutsche Volk zahlreiche Zustimmungs- und Beitrittserklärungen eingelaufen seien. Unter Anderen haben Generalfeldmarschall Graf Mollke, die Berghauptleute v.

Dechen (Bonn) und Prinz Schönaich-Carolath (Dortmund),

in deren Gemeinden sich SSrfiiiliteslpn hefhiben mer- ®raf Solms-Laubach, Freiherr v. Berkheim, mehrere Ab. xL / 1 x ^WMIieuen veslnoen, wer. gfortmete| zahlreiche Bürgermeister, Pastore, Aerzte ihren

den hierdurch beauftragt, den betreffenden Lehrern, 1 Beilritt erklärt. Graf Theodor zu Stolberg-Wernigerode oder wo die'Stelle vakant fein sollte, dem betreffen-; zeigte denselben telegraphisch der Versammlung an. Auch den Vicar alsbald zu eröffnen, daß sie die Zinsen die deutschen Lebensversicherungen haben das Unternehmen von den bei der hiesigen Sparkasse verzinslich an- sympathisch begrüßt und zum Theil bereits durch Geld, aeleaten Ablösunaskavitalieu bei ihrer nächsten w^en unterstützt. In mehr als zwei Dutzend Städten uugvrumtunru vit iyiu .^ 6ie Bildung von Ortsvereinen gesichert Ebenso hat der

Anwesenhelt dahier tm Bureau bey Königlichen gtijgtc Theil der deutschen Presse den Ausruf des Vereins Landrathsamtes in Empfang nehmen können. ......------ --

4418. Der Königliche Landrath

Freiherr von Lr 0 ich.

rungsbezirk Cassel zu vertreiben.

Die Verwaltungs- und Polizeibehörden werden hierdurch veranlaßt, dafür Sorge zu tragen, daß dem Vertriebe der gedachten Loose keinerlei Hin- i dernisse entgegengestellt werden.

Cassel, den 28. März 1883/

Königliche R e g i e r u n g, Abtheilung des Innern., y Michael Franz Albert Meyer geboren am

mit Wärme und Entgegenkommen ausgenommen. Der

Verein darf also mit guter Zuversicht und Hoffnung auf : Erfolg ins Leben treten. (Schluß folgt)

Hersfeld, den 5. April 1883

Kreis Hersfeld

Hersfeld, den 6. April 1883.

Festschrift zur Feier des 25zährigen Bestehens der Versuchsstation des Landwirthschaftlichen Cen-

i 6. August 1862, ' ~ tratvereins für den Regierungsbezirk Cassel

! 2) Christian Carl Hermann M eher geboren am im Austrage des Directoriums des Vereins verfaßt von ~ ' * " ' Professor Dr. Th Dietri ch.

, m , Hersfeld, den 6. April 1883. 18. October 1865 aus Riederanla,

Unter Bezugnahme auf meine Darlegung zu Nr. 4 ) ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staats- der Tagesordnung des Kreistags vom 20. März l verbanbe behufs Auswanderung nach Amerika d. I. (Kreisblatt Nr. 15) beauftrage ich die Herrn : nallMsucht worden.

Bürgermeister des Kreises, nunmehr in Ihrer 4417. Der Königliche Landrath

betreffenden Gemeinde ortsüblich bekannt zu machen, i Freiherr von Br 0 i ch.

daß junge Männer im Alter von 16 bis 30 Jahren 5 6 J

an dem von mir hiernach auf der Domaine Eichhof

bei Hersfeld veranstalteten und von dem Herrn Wasserbau-Aufseher Ehrhardt hierselbst geleiteten Lehreursus für Drainage und Wiesen­bau, welcher am 1. Mai, Morgens 8 Uhr, eröff­net und am 15. Juni c. geschlossen werden wird, theilnehmen können.

Die Zöglinge finden dabei zugleich Gelegenheit einen Tagelohn von 12 bis 15 Groschen zu ver­dienen und können dieselben in Folge des gefälligen Entgegenkommens des Herrn Domainenpächters

Cassel, den 29. März 1883.

Bei den Postagenturen in Altwildungen, Gux- Hagen und Wahlershausen (Bz. Cassel) wird am 1., bei der Postagentnr in Elgershansen am April d. Js. der Telegraphendienst eröffnet.

Der Kaiserliche Ober-Poftdirector. In Vertretung: v. Rumohr.

4.

Deutscher Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke.

Kassel, 29. März. Zm Stadtparkc begann heute Nach-

(Fortsetzung.)

Vegetationsversuche in Töpfen

in unverwittertem Gesteinssand von Buntsandstein und Basalt zur Ermittelung des Einflusses bet Cultur- pflanzen aus die Verwitterung der Gesteine in mehreren Reihen. (Vorläus. Bericht Landw. Zeitschrift 1874. 652.) Desgl. über die tauglichste Form der Phosphorsäure- Verbindung zur Pflanzenernährung. (Aeußere Einflüsse beeinträchtigten die Ergebn.)

Desgl. über die Wirkung der in Wasser löslichen, präcipi« litten und zurückgegangene» Phosphorsäure 1880 1882. (Vorläus. Bericht. Landw. Ztg. 1880.)

Im Bezug aus Thierproduction.

Ueber Secrete der Milchdrüsen von Rindern. (Mitthl. d. landw. Centralv. 1872. 53.)

Untersuchung eines Darmsteines. (Landw. Anz. 1864, 74.) Untersuchung über den Unterschied von gutem und saurem

Heu und deren Ausnutzung bei Versütterung an Hammeln. (Landw. Zeitschrift. 1869. 156.)

Ueber die elementare Zusammensetzung der Pflanzenfette