Einzelbild herunterladen
 

Nr. 41.

Areis

blast

Sonnabeud den 5. Mai 1883.

DasKreisblatt" erscheint wöchent­lich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark 40 Pfg. pro Quartal.

für den

Jlireus yersfesö.

Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die einspaltige Gar- mondzeile oder deren Raum mit Ij Psg. berechnet und wird bei Wiederho« lung entsprechender Rabatt gewährt

ilmtfidjes.

Kreis Hersfeld.

Hersfeld, den 2. Mai 1883.

Den Herren Ortsvorstäuden 2c. des Kreises habe ich heute die nach den festgestellten Originalen be­richtigten Duplicate der Klassensteuer-Rollen pro 1883184 zugefertigt. Sie haben nunmehr die gemäß pos. 6 des im Amtsblatt Nr. 16 des l. I. veröffentlichten Ministerial-Erlasses vom 26. März d. J. für die zur 1. und 2. Klassensteuer-Stufe Veranlagten anzufertigenden Auszüge resp. Be- nachrichtigungen, in welchen noch besonders ersicht­lich zu machen ist , daß diese Staatssteuer nicht erhoben wird, alsbald den betreffenden Personen mitzutheilen.

Der Königliche Landrath Freiherr von Broi ch.

5663U.

Mittwoch den 9. Mai d.J., von 9 Uhr Vor­mittags ab, sollen hierselbst ungefähr 80 bis 90 Ge­stütpferde, bestehend aus Mutterstuten, vierjährigen Hengsten, Wallachen und Stuten und längeren Fohlen, meistbietend gegen Baarzahlung verkauft

der Reinertrag dieser in einem gleichen Verhältniß Ueber diese Unmöglichkeit dachte der Herr Abg. werden. steht zum Boden wie der Reinertrag zu dem Boden ; Richter, Die der Finanzminister am 1. d. mit

Sämmtliche vierjährigen und älteren Pferde sind ; in den alten Provinzen, würde sich in den neuen

mehr oder weniger geritten. Die zu Verkaufenden Provinzen ein Reinertrag von 87 655 334 Mark Pferde werden am 7. und 8. Mai von 7 bis 10 ergeben. In ganz Preußen sind also 33182 973 Hect.

Uhr Akorgens geritten und von 4 bis 6Uhr Nach- ertragfähige Liegenschaften mit einem Reinerträge mittags auf Wunsch an der Hand gezeigt. von 424513019 Mark zu rechnen. Für den Hect.

Listen über die zum Verkauf kommenden Pferde giebt dies einen Reinertrag von 12,8 Mark. Da- werden am 25. April zum Versand rc. fertig gestellt gegen stellt sich die Belastung des Hectars, wenn sein und auf Wunsch zugeschickt werden. ; man die 300 Millionen Mark öffentlicher Lasten

Für Personenbeförderung zu den bezüglichen auf die 33182 973 Hectare vertheilt, auf 9 Mark. Zügen vom und zum Bahnhof Trakehnen wird am Mithin übersteigt der Reinertrag die Belastung 7., 8. und 9. Mai gesorgt sein. pro Hectar nur um 3,8 Mark, mit anderen

Trakehnen am 8. März 1883.

Der Landstallmeister v. Dassek

# Landwirthschastliche Fragen,

ii.

Zu den Staats- (resp. Reichs-) Steuern im Be­trage von zusammen 187 Millionen Mark, welche auf die Land- und Forstwirthschaft fallen, kommen die Gemeinde-, Kreis-, Schul-, Kirchen- und ähn­liche Steuern. Wie weit der landwirthschastliche Theil der Bevölkerung hieran belheiligt ist, läßt sich nur durch eine sehr complizirte Berechnung ermitteln, zumal für diese vielfach eine Vermisch­ung der steuerlichen Abgaben mit den Ausgaben der Privatwirthschaft vorkommt und ein Theil der bezüglichen Verpflichtungen in Naturelleistungeu erfüllt werden. Stadt und Land ausschließlich der Gutsbezirke bringen an solchen Abgaben (nach zuverlässiger Statistik) auf: 196 996 810 M. die Gutsbezirke 23,70 Millionen M., ganz Preußen also etwa 220,70 Millionen Mark. Doch läßt sich

diese Summe nicht ohne Weiteres auf den Kopf der Bevölkerung vertheilen, da die städtische Be­völkerung in Folge der reicheren Entwicklung des communalen Lebens und des größeren Umfangs communaler Einrichtungen und Aufgaben in dieser Beziehung mehr belastet ist: auf den Kopf der städtischen Bevölkerung fallen 11,42 M., auf den Kopf der Bevölkerung des platten Landes, welche 17| Millionen Seelen beträgt, fallen 6,37 Mark. Die eigentlich landwirthschastliche Bevölkerung Preußens wird also, da sie etwas über 13 Mil­lionen beträgt, 82,8 Millionen Mark an Corpora- tionsabgaben aufbringen.

Auf der landwirthschaftlichen Bevölkerung ruhen also an directen Staatsabgaben 62,7 Millionen Mark, an Stempel und indirecten 124,3 Millionen, »A^m» w», .... wlw. ......>.

an Corporationsabgaben 82,8, zusammen also an wieder eingetroffen.

öffentlichen Abgaben 269,8 Millionen Mark. Der Großherzog von Mecklenburgs welcher Hierzu tritt an Rentenablösungen für die alten sich bei dem Tode seines Vaters zur ötärfung

Provinzen eine jährliche Belastung des mittleren seiner angegriffenen Gesundheit in Italien befand, und kleineren Grundbesitzes nach Meitzender hat von dort die Mittheilung nach Schwerin ge- Poden und die landwirthschaftlichen Verhältnisse langen lassen, daß zu seinem schmerzlichsten Be-

des preußischen Staates" ca. 30 Millionen M. Diese vertheilen sich freilich nach den einzelnen Provinzen sehr verschieden; wie viel in den neuen Provinzen an Rentenablösungen gezahlt wird, ist gegenwärtig noch nicht festgestellt.

Wad) dem Bisherigen ist die Landwirthschatt also mit mindestens 300 Millionen M. an öffent­lich-rechtlichen Abgaben jährlich belastet, was auf den Kopf der 13 094 000 betragenden landwirth- schaftlichen Bevölkerung 23 M. ausmacht.

Um zu erkennen, welche Wirkung diese Belastung ausübt, ist es nothwendig, den Productionsertrag in Rechnung zu ziehen, aus welchem die Land­wirthschaft diese Belastung bestreiten soll.

Nach Meitzens Werk vom Jahre 1868 gab es in den alten Provinzen Preußens 103153 804 Morgen ertragfähige Liegenschaften mit einem ermittelten Reinerträge von 112 285 895 Thaler. In Hectare und Mark umgerechnet giebt dies 26 334 900 Hectare mit einem Reinerträge von 336 857 685 Mark. In den neuen Provinzen giebt es nach der Aufnahme von 1878 (vgl Sta­

tist. Jahrbuch von 1881) 6 848 073 Hect. ertrag­fähige Liegenschaften. Unter Voraussetzung, daß

Man sieht aus diesem Widerspruch, daß Herrn

Richter's Hauptgrundsatz in der Politik ist, Allem,

Worten von dem Reinertrag werden 70,3Procent was die Regierung thut, zu widersprechen: legt für öffentliche Lasten absorbirt, während nur 29,7 sie den Etat spät vor, so beschwert er sich, legt Procent zur Befriedigung der Lebensbedürfnisse sie ihn früh vor, so beschwert er sich auch, und M so ist es auch in allen anderen Dingen, welche

übrig bleiben. so ist es auch in allen anderen Dingen, welche

Wenn nun auch der ermittelte Grundsteuerreiu- die Regierung zum Vorschlag bringt. Nein sagen ertrag sehr erheblich hinter dem wahren Reiner- ist für ihn die Hauptsache und das heißt dann: trag zurückbleibt, so ist doch nach Vorstehendem die die Rechte des Volks vertheidigen und die Würde Belastung immer noch eine so außerordentliche, daß des Reichstags wahren 1 die obige Behauptung über den Druck dieser Lasten Durch die am 16. Mai v. I. erfolgte Eröff- zu denen die Schulden hinzutreten vollauf nung der Gotthardbahn ist nicht allein gerechtfertigt ist. Zu bemerken ist dabei noch, daß ein lebhafterer Güteraustausch zwischen den rhei- diese 3,8 M. Ueberschuß pro Hectar eine Durch- nischen Productionsgebieten und Oberitalien, sou- schnittssumme ist, welche bei Verschuldung unb dern auch die Selbständigkeit des deutschen Welt- mit Verschuldung ist doch mehr oder weniger überall Verkehrs gewonnen, der unbehindert von franzö-

' fischen und österreichischen Tarifeinflüssen die

kürzeste und schnellste internationale Transitlinie

zu rechnen noch viel geringer wird und die in landwirthschaftlich ungünstigen Gegenden und bei höherer communaler Belastung sehr häufig wie _

in Oberschlesien fast ganz verschwindet. Jeden- directe Handelsbeziehungen mit dem Orient, der falls aber zeigt die Durchschnittssumme von 3,8 M. Levante und Indien pflegen kann. Obwohl die oder die lastenfreie Summe von nur 29,7 Procent

des Reinertrages, wie wenig dem Landwirth Spiel­raum bleibt für seine Existenzbedürfnisse: schlechte Ernten, Belastungen des Grund und Bodens mit Hypothekenschulden, zu hohe Zinsen bei zn hoch veranschlagten Erbtheilungen können den Landwirth leicht ruiniren, wenn ihm von dem ermittelten Reinerträge, hinter dem in schlechten Jahren auch der wirkliche Reinertrag erheblich Zurückbleiben kann, 70,3 Procent vorweg für öffentliche Lasten abgenommen werden.

polnische Nachrichten

Se. Majestät der Kaiser ist nach vierzehn- tägigem Aufenthalt in Wiesbaden am 1. Mai in der Begleitung seiner Tochter, der Frau Groß- Herzogin von Baden, im besten Wohlsein in.Berlin

dauern die Aerzte ihm die Rückreise noch nicht gestatten.

Der König von Württemberg, welcher nicht unerheblich erkrankt war, befindet sich wieder in der Besserung, und die Genesung hat in der letzten Zeit erfreuliche Fortschritte gemacht. Immerhin wird der König noch längere Zeit besonderer Schonung und Ruhe bedürfen.

Im A b g e o r d n e t e n h a u s e sind die Ver­handlungen über die Verwaltungsgesetzentwürfe fortgesetzt worden. Das Ergebniß derselben ist im Großen und Ganzen bisher ein solches, daß die Freunde der Vorlage auf dasselbe mit Befrie­digung blicken können. Von besonderer Wichtigkeit ist der am Dienstag gefaßte, den Intentionen der

Regierung entsprechende Beschluß, welcher die Auf­sicht über die Beamten der Selbstverwaltung, die bisher von den Kollegien der Selbstverwaltung ge­führt wurde, den Staatsbehörden überträgt.

Die frühzeitige Aufstellung des Etats und seine sofortige Berathung wird von der Fortschritts­partei, wie bekannt, dadurch zu bekämpfen gesucht, daß sie behauptet, es sei unmöglich den Etat elf Monate vor Beginn des Etatsjahrs festzustellen.

großem Glück unter wörtlichen CÄaten ausführte, vor zehn Jahren anders. Im Jahre 1873 be­schwerte er sich nämlich darüber, daß der Etat

erst acht Monate vor dem Beginn des Etatsjahres voogelegt sei, und er forderte, daß dies in Zukunft früher geschehe, womöglich zehn oder elf Monate vorher. Und doch hatte man auch damals noch keinen Ueberblick über das Ergebniß der erst mehrere Monate später zu erwartenden Ernte!

Durch die am 16. Mai v. I. erfolgte Eröff- t der Gotthardbahn ist nicht allein

beiingen und in ausgedehnterem Maße als seither

Bahn erst kurze Zeit im Betriebe ist und noch manche Verkehrshemmnisse zu überwinden sind, so hat sich doch der Güterverkehr zwischen Italien und der Schweiz einerseits und Deutschland ander­seits bedeutend gesteigert. Sowohl die vegetabi­lischen und mineralischen Rohproducte, wie die Er­

Zeugnisse der Viehzucht haben, wie der Handels- kammerbericht von Frankfurt a. M. constatirt, ihren Weg mittelst Verbindung der Gotthardbahn direct und in vermehrten Mengen nach Deutsch­land genommen, wogegen dessen Glanz- und Halb­fabrikate mit der Eroberung des oberitalienischen Marktes ihren Anfang gemacht haben.

Aus Wien, 1. Mai wird gemeldet: Prinz Wilhelm von Preußen kehrt mit dem Kaiser am Mittwoch von dem unternommenen Jagdausflug zurück und reist am Donnerstag mit dem Kron­prinzen Rudolf nach Prag, wo am Freitag große Parade stattfindet. Am Sonnabend wird Prinz Wilhelm nach Berlin zurückkehren.

Während der Pariser Senat den Gesetzentwurf betr. die Verwandlung der 5 procentigen französischen Staatsrente in eine 4j procentige beräth, ist die Deputirtenkammer mit einem höchg interessanten Gesetzentwurf betr. die Bestrafung rückfälliger Verbrecher beschäftigt.

Davon ausgehend, daß die Zahl der Verbrechen in Frank