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Nr. 60. Sonnabend den 22. Mai 1886.
Amtliches.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß in der Zeit vom 20. October bis 30. November d. I. in Foggia (Süd-Italien) eine internationale Preisbewerbung für Säe-Maschinen statt- finden wird, deren Bedingungen von uns auf Anfrage unentgeltlich werden mitgetheilt werden. Cassel, den 11. Mai 1886.
KöniglicheRegierung, Abtheilung des Innern.
Hersfeld, den 20. Mai 1886.
Für den am 27. Mai 1871 geborenen Christoph Psromm von Motzfeld ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staalsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
5824. Der Königliche Landrath
__________________Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 20. Mai 1886.
Für den am 21. September 1868 geborenen George Adam Schäfer von Hilperhausen ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
5888. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 13. Mai 1886.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises benachrichtige ich davon, daß in Ausführung des Reichs- Jmpfgesetzes vom 8. April 1874 im Kreise Hersfeld die Jmpfstationen bezw. Impf- und Revisions-Termine für das Jahr 1886 wie folgt bestimmt worden sind.
1. Station Hersfeld.
Impfung: Mittwoch den 2. Juni, Vormittags 9 Uhr, Erstimpfung der im Jahre 1885 geborenen Kinder der Stadt Hersfeld und der Restanten.
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Auf dem Kranwethof.
Eine Geschichte aus den Alpen.
Von Robert Schweichel. (Fortsetzung.)
Es machte sich eine gewisse Verdrießlichkeit in Marlingers Tone bemerkbar, und Paul konnte nur mit einem starken Nein alles weitere Bedenken abweisen, denn der Wagen rollte schon vom Hose, dessen Thor der Hausknecht unterdessen geöffnet hatte.
Paul überlegte denn auch nicht weiter; aber sich in Geduld zu fassen, war für ihn eine schwere Aufgabe. Nur so viel Ueberlegung hatte er, daß er der eifersüchtigen Wallung, die Marlingers Mittheilung in ihm erregt hatte, nicht nachgab und Fridolin und Cenzi nicht aus den Markt folgte, sondern sich auf den Heimweg machte. Aber Geduld, wo sollte er sie hernehmen?
Er versuchte am nächsten Tage zu arbeiten, aber eS wollte damit nicht gehen. Er griff dieses und jenes an und warf es wieder weg. Eines Tages hörte er, daß Marlinger im Dorfe gewesen wäre und jetzt hätte er diesen prügeln mögen, weil er noch immer nicht mit seiner Werbung hervorgekommen wäre. Sonst hätte der Kranwetbauer ihn doch wohl aufgesucht oder ihm eine Botschaft geschickt. Es blieb übrigens bei diesem einen Besuche Marlingers nicht. Er kam sogar recht häufig nach Täufers, da er aber mit seinem Fuhrwerke gleich bei Oppenrieders ankehrte und der Hof des
Revision: Mittwoch den 9. Juni Vormittags 9 Uhr.
Impfung: Sonnabend den 5. Juni Vormittags 9
Uhr, Erstimpfung bezw. Wiederimpfung der Kinder und Schüler aus den Gemeinden Kalkobes, Allmershausen mit Hählgans, Heenes, Meisebach, Eichhof und fiscalische Oberförsterei Hersfeld und Wiederimpfung der Schüler der Stadt Hersfeld.
Revision: Sonnabend den 12. Juni Vormittags 9 Uhr.
2. Station Sorga, umfassend die Ortschaften Sorga, Kathus, Petersberg, Wilhelmshof und Oberrode.
Impfung: Dienstag den 8. Juni Nachmittags 4 Uhr. Revision: Dienstag den 15. Juni Nachmittags 4 Uhr.
3. Station Friedlos,
umfassend die Ortschaften Friedlos, Reilos, Rohrbach, Tann, Mecklar, Meckbach und fiscalische Oberförsterei Meckbach.
Impfung: Mittwoch den 9. Juni Nachmittags 4Uhr. Revision: Mittwoch den 16.Juni Nachmittags4Uhr.
4. Station Asbach, umfassend die Ortschaften Asbach, Beiershausen und Kohlhausen.
Impfung: Montag den 21.Juni Nachmittags 2 Uhr. Revision: Montag den 28. Juni Nachmittags 2 Uhr.
5. Station Kerspenhausen, umfassend die Ortschaften Kerspenhausen, Hilperhausen, Roßbach, Holzheim, Krnspis, Stärklos und fiscalische Oberförsterei Niederaula.
Impfung: Montag den 21.Juni Nachmittags 4Uhr. Revision: Montag den28. Juni Nachmittags 4 Uhr.
6. Station Niederaula, umfassend die Ortschaften Niederaula, Mengs- Hausen, Solms, Niederjossa, Hallendach, Kleba, Reimboldshausen, Kemmerode und Engelbach. Impfung: Mittwoch den23. Juni Vormittags 9»/2
Uhr,
Tuiselebauers auf der andern Seite des breiten Thales lag, so erfuhr Hellrigel von dessen Anwesenheit kaum. Das vergebliche Warten machte diesem nachgerade die Tage zur Hölle und endlich beschloß er, am nächsten Sonntag auf den Kranwethof zu gehen, um den Säumigen anzutreiben. Der Gang sollte ihm jedoch erspart bleiben. Denn als er am Samstag Abend in's Wirthshaus kam, empfingen ihn seine schon anwesenden Bekannten mit den Fragen, ob er schon wüßte? ob er schon gehört hätte? die Cenzi heirathe den Stephan Marlinger!
3.
Der Spitzen-Schelli, den sein Gewerbe in alle Häuser führte, hatte die Nachricht von Cenzi's Versprach mit dem Kranwetbauer in das Wirthshaus gebracht. Er hatte es aus dem Munde der Frau Oppenrieder selbst. Was gab es denn auch darüber groß zu erstaunen? Die Cenzi war eine arme Gitsche, die von Oppenrieders keinen Kreuzer mitbekam, und Stephan Marlinger stand in seinem Vermögen kaum dem Prosper Gindhart nach. Der Spitzen-Schelli wußte alles, und während es dem Tutfelebauer zu Muth war, als ob in seiner Nähe eine Lawine niedergegangen wäre und er von ihrem Lustdrucke über Hecken und Häuser gewirbelt würde, gab jener genau die Zahl der Kühe an, die auf dem Kranwethof grasten, und wie viele Käselaibe von dort aus jährlich in die Welt gingen. Der Kranwethof war eine Almenwirthschast. Auch davon wußte der Spitzen- Schelli zu berichten, daß Marlinger sich selbst bei
Revision: Mittwoch den 30. Juni Vormittags 9'/, Uhr.
7. Station Kirchheim, umfassend die Ortschaften Kirchheim, Reckerode, Gershausen, Goßmannsrode und Rotterterode. Impfung: Mittwoch den23.JuniNachmittags2Uhr. Revision: Mittwoch den30.JuniNachmittags2Uhr.
8. Station Frielingen.
umfassend die Ortschaften Frielingen, Allendorf, Gersdorf, Heddersdorf und Willingshain.
Impfung: Mittwoch den23.JuniNachmrttags4Uhr. Revision: Mittwoch den30.Juni Nachmittags 4Uhr.
9. Station Schenkleugsfeld, umfassend die Ortschaften Schenklengsfeld, Oberlengsfeld, Wehrshausen, Hilmes, Conrode, Lam- Pertsfeld, Landershausen, Unterweisenborn, Wüst- feld, Malkomes, Schenksolz, Dünkelrode, Motzfeld und Hillartshausen.
Impfung: Freitag den 25. Juni Vormittags 9 Uhr. Revision: Freitag den 2. Juli Vormittags 9 Uhr.
10. Station Ransbach,
umfassend die Ortschaften Ransbach und Ausbach. Impfung: Freitag den 25. Juni Nachmittags 2Uhr. Revision: Freitag den 2. Juli Nachmittags 2 Uhr.
11. Station Philippsthal, umfassend die Gemeinden Philippsthal und Röhrigshof mit Nippe.
Impfung: Freitag den 25. Juni Nachmittags5Uhr. Revision: Freitag den 2. Juli Nachmittags 5 Uhr.
12. Station Unterhaun, umfassend die Ortschaften Unterhaun, Oberhaun, Eitra, Sieglos, Rotensee, Wippershain, Bien- gartes und fiscalische Oberförsterei Wippershain. Impfung: Montag den 5. Juli Nachmittags 4 Uhr. Revision: Montag den 12.Juli Nachmittags 4 Uhr.
13. Station Obergeis, umfassend die Ortschaften Obergeis, Untergeis, Aua, Gittersdorf, Biedebach und fiscalische Oberförsterei Neuenstein.
dieser Gelegenheit wieder absonderlich benommen hätte. Gegen allen Brauch hatte er seine Werbung selbst angebracht und zwar bei Cenzi und daraus seinen Versprach den Oppenrieders kurz angezeigt.
Es verhielt sich in der That so und die Zuhörer des Spitzen-Schelli verwunderten sich nicht darüber. Der Bauer vom Kranwethofe stand in dem Rufe, ein Sonderling zu sein, und zu den wahren Geschichten, die über ihn im Schwange waren, wurden viele erfundene gefügt. Alles Ungewöhnliche wurde auf ihn übertragen und die Einsamkeit, in der er auf seinem, hoch über der Sohle des Mühlwalder Thales gelegenen Hofe lebte, begünstigte die Mythenbildung. Nur selten kam er zu Thal und Paul Hellrigel war vielleicht der Einzige, mit dem er in einigem freundschaft- lichen Verkehr stand. Es muß hinzugefügt werden, daß niemand einen näheren Umgang mit ihm suchte; denn er gab den Leuten gern bittere Pillen zu schlucken. Er fühlte sich der Welt, in der er lebte, geistig überlegen, sowohl durch seinen Verstand, wie durch seine Kenntnisse. Den Grund zu diesen letzteren hatte ein verunglückter Student gelegt, den sein Vater auf den Hof genommen, da die Dorfschule zu weit entfernt war. Pius Adele, so hieß der Präceptor, war ein weitläufiger Verwandter von Stephans verstorbener Mutter und als nütze zu vielen Dingen aus dem Kranwethof geblieben, nachdem sein Lehramt an Stephan und dessen jüngerer Schwester, die gegenwärtig an einen gewissen Schmalinger oberhalb Mühlwald verheirathet, beendet war. Vor einigen Jahren