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Nr. 108. Dienstag den 14. September 1886.

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Amtliches.

Verordnung, betreffend die Einberufung des Reichstags. Vom 5. September 1886.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c. ' verordnen auf Grund des Artikels 12 der Ver­fassung, im Namen des Reichs, was folgt:

Der Reichstag wird berufen, am 16. Septem­ber dieses Jahres in Berlin zusammenzutreten, und beauftragen Wir den Reichskanzler mit den zu diesem Zweck nöthigen Vorbereitungen.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Jn- gegeben Berlin, den 5. September 1886.

(L. 8.) Wilhelm.

von Boetticher.

ede

Hersfeld, den 11. September 1886.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des Kreises, in deren Gemeinden Huf- und Grobschmiede wohnhaft sind, welche Gesellen oder Lehrliv beschäftigen, haben diese ~ §. 11 des Unfallversicherungs-Gesetzes vom 6.

Lehrlinge e Gewerbetreibenden gemäß ings-Gesetzes vom 6. der versicherungspflich- Frist bis zum 20.

Juli 1884 zur Anme dung der ve tigen Personen dahier mit Frist d. Mts. bei Meidung von 5Mark

Strafe aufzufordern.

Daß und speciell an wen diese Aufforderung ergangen ist, ist mir bis zum 18. d. Mts. be- richtlich anzuzeigen.

9893. Der Königliche Landrath.

Heeg, Kreissecretair.

Berichtigung des Marktverzeichnisses im Großher- zogthum Sachsen für das Jahr 1887. Bei der Stadt Buttstädt sind die im Jahre

(Nachdruck verboten.)

Aus den Wogen des Lebens.

Novelle von E. Schlegel.

(Fortsetzung.)

Hubert's Leichtsinn hat wohl treulich mitgeholfen an dem Zusammensturz unseres Vermögens. So­weit seine Schuld, sagte Elisabeth. Ob wir aber je in dieses Elend gerathen wären, wenn sorgsame Hände ihn gestützt, anstatt ihn in's Verderben zu stoßen, das bleibt dahingestellt. Jede Aussicht wurde ihm auf die schändlichste Art geraubt, indem man ihm Handlungen nachsagte, welche ihn zum Schurken stempelten. Mein Bater selbst soll ihn öffentlich als solchen bezeichnet haben, und die Mutter? sie urtheilt schnell und scharf.'

Nach dieser Auseinandersetzung magst Du Recht haben Elly; doch bedenke auch die Stimmung des alten Mannes, welcher nach jahrelanger Arbeit in seinen letzten Tagen den Segen seines Fleißes zerrinnen steht, und ist's durch die Schuld eines Zweiten, so trifft es doppelt schmerzlich."

Ja, mein Freund; glaube nur nicht, daß mich die Pein, das Leid der Eltern unberührt gelassen ich habe Qualen erduldet; ich habe gewählt in dem Bewußtsein recht zu handeln vor Gott und Menschen die Qualen sind mir geblieben und die Menschen haben mich verlassen."

Sie bogen in eine stille Nebenstraße, deren Seiten mit jungen Bäumen bepflanzt war. Der Herbststurm rüttelte in den Zweigen und trieb die letzten welken Blätter zusammen. Elisabeth schüt­

1887 abzuhaltenden Kram-, Roß- und Viehmärkte wie folgt anderweit bestimmt worden:

31. Jan. 1887 1^ Tag Kram-, Roß- und Vieh- Markt.

28. Febr. 1887 1'/, Tag Roß- und Viehmarkt.

18. April 1887 l</.2 Tag Kram-, Roß- und Vieh- Markt.

23. Juni 1887 l/2 Tag Kram-, Roß- und Vieh- Markt.

28. Sept. 1887l/2 Tag Kram-, Roß- und Vieh- Markt.

31. Octb. 1887 P/j Tag Kram-, Roß- und Vieh- Markt.

24. Nov. 1887 l1/^ Tag Roß- und Viehmarkt.

Dagegen kommen in Wegfall die Märkte für 14. Febr., 15. Febr., 18. April, 19. April, 23. Juni, 24. Juni, 28. September, 29. September, 31. October und 1. November 1887.

Weimar, den 20. Juli 1886.

Großherzogl. Sächs. Staats-Ministerium. Departement des Innern.

Für den Departements-Chef. (Unterschrift.)

* * * Hersfeld, den 9. September 1886. Wird veröffentlicht.

9826. Der Königliche Landrath.

J. V.:

Heeg, Kreisfecretair.

Politische Nachrichten.

(Deutschland.) Se. Majestät der Kaiser ist am Freitag in Straßburg eingetroffen und von der Bevölkerung jubelnd empfangen worden. An den Manövern nehmen von deutschen Fürstlich­keiten u. a. Theil: der deutsche Kronprinz und mehrere preußische Prinzen, König Albert und | Prinz Georg von Sachsen, Prinz Ludwig von I Bayern, die Großherzöge von Hessen und von

telte sich und zog den Mantel fest um ihre Schultern. Vor einem der großen Häuser machte Gustav Halt, und mit der Hand hinausweisend, fragte er:Und nun gedenkst Du auch dieses letzte Asyl zu ver­lassen ?"

Elisabeth schüttelte sich abermals und blickte starr vor stch nieder. Plötzlich hob sie den Kopf und sagte:Ja" kurz und bestimmt.

Oben angelaugt, empfing man beide Ankömm­linge mit verdrießlichen Gesichtern. Der junge Scherler erkundigte sich nach der Ursache des un­wirschen Willkommens. Es sei wieder ein Mann in Hubert's Angelegenheiten dagewesen, klangs zu­rück. Er habe Geld verlangt und Drohungen ausgestoßen. Lisbeth hörte schweigend zu, nur legte sich ihre Stirn in tiefere Falten. Als die Mutter sie hart auredete und für die Folge ver­antwortlich machte, meinte sie resignirt: Ich werde die Folgen verantworten."

Damit ist gar nichts gesagt; Du mußt die Sache ordnen!" eiferte die alle Dame. Suche dem Manne eine Abschlagszahlung zu machen, damit wir wenigstens vor dem angekündigten Scandal bewahrt bleiben. Solche Leute, wie jetzt in unserem Hause aus- und eingehen, seit Ihr hier wohnt, haben noch nie meine Schwelle übertreten."

Lisbeth ging zu ihrem Kinde; Gustav benutzte die Gelegenheit des Alleinseins mit der Mutter und lenkte das Gespräch auf seine Braut. Die Räthin betheiligte sich kaum mit der nöthigsten Erwiderung daran, bis der Sohn dicht an sie herantrat und seine Hand auf ihre Schulter legte.

Baden, der Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar, der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt.

Prinz Wilhelm von Preußen ist zur Be­grüßung des Zaren Namens des Kaisers in Brest (Russisch-Polen) eingetroffen.

Se. Majestät der Kaiser hat nähere Bestim­mungen über die Führung ausländischer Fürsten in der Armee-Rangliste erlassen.

Der Ex-Fürst von Bulgarien, Prinz Alexander von Battenberg, ist nach einer Reise, auf der ihm aller Orten die wärmsten Sympathien kundgegeben wurden, auf dem Schlosse Jugenheim bei seinem Vater eingetroffen.

Der Bundesrath hat der Verlängerung des deutsch-spanischenHandelsvertrages seine Zustimmung ertheilt.

Ein Entwurf der Unfallversicherung für Seeleute ist für die nächste ordentliche Reichs­tagssession ausgearbeitet worden. Derselbe unter­liegt gegenwärtig der Prüfung der obersten Reichs­behörde.

Ein Erlaß des Prinz-Regenten von Bayern ordnet außer einigen sonstigen geringen Aenderungen in der Adjustirung der bayerischen Truppen auch die Ersetzung des Raupenhelmes durch den preußischen Helm an.

Der Reichstagsabgeordnete Ludwig Löwe ist am Sonnabend Morgen gestorben.

(Frankreich.) Die Ernennung des bisherigen Directors im französischen Ministerium des Aus­wärtigen, Jules Her bette, zum Botschafter in Berlin erfährt verschiedenartige Auslegungen. Die Chauvinisten freuen sich; sie meinen, Herbette sei der intime Freund Boulangers. Andere sagen dagegen, er sei der Intimus Freycinets, des Mi­nisterpräsidenten, und werde die guten Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland Pflegen. In Touktn sieht es noch immer recht traurig aus. Der dortige Bischof Paginier depeschtrt dem BlatteUnivers", daß im August 30 Ortschaften

Sag' einmal, Mutter, habt Ihr etwas gegen Emmy?"

O nein, was sollen wir gegen Jemand haben, den wir kaum kennen?"

Das klingt trotz aller Widerlegung recht kühl!"

Aber Gustav! verlangst Du, daß wir Fräulein Möller mit derselben Verzückung betrachten, wie Du?"

Nein, das gerade nicht! aber wie Eltern eine Tochter betrachten, das glaube ich beanspruchen zu dürfen; mögt Ihr nun Eure Denkungskrast übertünchen, wie Ihr wollt, die wahre Färbung leuchtet zu grell hervor."

Albernheiten, Gustav! zu beanspruchen hast Du gar nichts es ist Alles Güte von mir. Aber wozu Unterm Berg halten und Gespenster heraufbeschwören? Deine Verlobung ist uns Allen nicht angenehm; mir speciell darum nicht, weil ich die Stütze meines Sohnes in pecuniärer Hinsicht vollständig verliere. Während Du jetzt jede Ersparniß meinem Haushalte zuwendetest, wirst Du in Zukunft zuerst an Deinen eigenen Herd denken - dieses verstimmt mich."

Eine eigenartige Ursache, Mutter! bei Anderen pflegt Freude zu sein, wenn das Glück der Kinder sich ein Dach zimmert."

Das Glück? weiß Gott, daß alle Ehen im Himmel geschlossen werden um hernach aus den Wolken zu fallen! kannst Du mir nicht zehn Thaler leihen?"

Sofort, Mama hier!"