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Ktrsskl-u Kttisdlatt.
Mit wöchentlicher Kratis-Ieitage „Issuftrirtes Anterhaltungsklatt".
Nr. 10.
Sonnabend den 22. Jannar
1887.
Aöonnemcnts-Zinladung.
Bestellungen auf das
KersfeLder KrersvLatt mit der wöchentlichen Gratis - Beilage
„Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" für die Monate Februar n. März werden von allen Kaiserlichen Poftanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
In Folge eines Erlasses der Herren Minister des Innern und für Handel und Gewerbe bestimme ich mit Bezugnahme auf die Amtsblattsbekanntmachung der früheren Regierungs-Abthei- lung des Innern vom 11. November 1884 (Amtsbl. von 1884 Seite 216 bis 219) Folgendes:
1) Die auf Grund der §§ 9 und 41 des Krankenversicherungsgesetzes vom 15. Juni 1883 und der §§ 27 und 36 des Gesetzes über die eingeschriebenen Hülfskassen vom 7. April 1876 in der Fassung des Gesetzes vom 1. Juni 1884 aufzustellenden statistischen Uebersichten und Rechnungsabschlüsse sind von dem Vertreter oer einzelnen Krankenkassen zu unterzeichnen und vor Einsendung an mich durch die Kassen-Aufsichts- behörden auf ihre vorschriftsmäßige Aufstellung zu prüfen und, soweit erforderlich, zu vervollständigen und zu berichtigen.
2) Auf jeder Uebersicht, welche von einer eingeschriebenen Hülfskasse oder von einer auf landes- rechtlicher Vorschrift beruhenden Hülfskasse eingeliefert wird, ist zu vermerken, ob dieselbe den Anforderungen des § 75 des Krankenversicherungs- gesetzes entspricht, und in diesem Falle, sofern sich der Kassenbezirk über den Bezirk der höheren
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Der Hannhosseröe.
Erzählung von A. von der Elbe.
(Fortsetzung.)
„Sie wollen Bäume über den Graben werfen und also sich eine Brücke bauen," sagte Gerhard Tannen. „
,Das Einzige, was sie thun können," meinte Gerd, „jetzt wird es bald Mann gegen Mann gehen."
Und so kam es; nach einer kleinen Weile schlepp- ten die Troßbuben gefällte Bäume aus dem Walde daher. Die Reiter waren abgesessen, hatten ihre Pferde im Walde gelassen und schritten nun in breiter Linie mit vorgehaltenen Schilden zur Deckung der Träger heran. ,
„Gut ausgesonnen," rief der alte Tannen, „versuchen müssen wir aber doch, ihnen beizukommen, also draus Jungens, mit allem was Ihr habt!"
Steine und Bolzen flogen auf's Neue den Feinden entgegen; aber so gut man zielte, die Fugen der Rüstungen waren schwer zu treffen und fast unbeschädigt drangen die Angreifer bis an den Graben vor. Hier gingen sie auseinander, die eine Hälfte wandte sich zur rechten, die andere zur Linken der Brücke, und nun versuchten sie an beiden Stellen zugleich Stämme über den Graben zu schieben.
Als Gerhard Tannen dies sah, theilte auch er sofort seine Mannschaft, nahm die Hälfte mit sich auf den einen bedrohten Punkt und ließ die Andern mit Gerd die zweite gefährdete Stelle vertheidigen,
Verwaltungsbehörde hinaus erstreckt, der Bezirk der Kasse zu bezeichnen.
3) Die Musendung der Nachweisungen an mich hat fsMoals möglich nach erfolgtet Prü- aber bis zum 1. Mai jeden WUrcsWr erfolgen.
Gaffel? ben 18. Januar 1887.
Der Regierungs-Präsident, i. V.
Aus Grund des § 2 des Gesetzes über die Schonzeiten des Wildes vom 26. Februar 1870, bezw. auf Grund des § 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird hierdurch der Schluß der Jagd auf Hasen, Auer-, Birk- und Fasanen-Hennen, Haselwild und Wachteln aus den 24. d. M. Abends festgesetzt.
Cassel, den 12. Januar 1887.
Namens des Bezirks-Ausschusses: ___Der Vorsitzende, i. V.: Viehmann.
Hersfeld, den 21. Januar 1887.
Diejenigen Herrn Bürgermeister |unb Ortsverwalter des Kreises, welche den in meiner Verfügung vom 15. d. Mts. Nr. 437 (Extrablatt zum Kreisblatt) geforderten Bericht über die erfolgte Aufstellung der Wählerlisten noch nicht erstattet haben, werden an umgehende Einsendung dieses Berichts erinnert.
437. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Berlin, den 8. Juli 1882.
Warnung.
In Läden und Grjchäitrn, welche als Lotterie-Komtor, Lotterie-Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Col- lekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klaffen- Lotterie und Antheilscheine aus solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinn- Abzüge für sich ausbebingen.
Die Antheitscheine begründen niemals Ansprüche an die
Nun begann der eigentliche Kampf. Die Schmiede stießen durch die Hecke mit schweren Eisenstangen jeden Baum zurück, der den diesseitigen Graben- rand berührte, und Schützen zielten aus die, welche sich blos stellten. Mancher Mann fiel drüben, mancher Tapfre wurde hier verwundet, da aber die Feinde viel weniger Deckung hatten als die Angegriffenen, waren die Verluste der Ersteren ungleich größer.
Der Graf schalt und fluchte, die Tannen freuten sich, daß die Zeit hinging und schauten nach dem Stande der Sonne, ob es möglich sei, daß Udo bald mit der Hülfe herankomme.
Der Kamps schien an beiden Punkten zu erlahmen, und schon hofften die Tannenleute, der An- greller wolle das unnütze und verderbliche Spiel aufgeben.
Da kam plötzlich Frau Sibylla unter lautem Geschrei über den Hof gerannt. „Wahrt Euch — helft — rettet!" keuchte sie, „überlistet — hinterm Schuppen — klettern sie über die Hecke!" Indem sie also schrie und ihres Mannes Arm umfaßte, fauste ein Bolzen durch die Hecke und drang in ihren Fuß, mit einem Wehlaut sank sie zu Boden.
Gerhard Tannen hob die Frau auf seinen Arm, befahl: „Zurück! — unter Dach!" und eilte so rasch er mit seiner Last konnte, in das Haus.
Die Getreuen rafften ihre Waffen zusammen, warfen sich gegen die hinter dem Schuppen hervor brechenden Feinde und zogen sich, diese abwehrend, gleichfalls in das Haus zurück. Es gelang, die starke Bohlenthür fest zu schließen und zu ver«
Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und auf Gewinnzahlung.
Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von LooSantheil- schein-Verkäusern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch versahren, indem sie die Loose, aus welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, all der Umfang ihres Loosebesttzes erlaubt, oder endlich indem sie ihrerseits erhobene größere Gewinn« unterschlagen und mit denselben verschwinden.
Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir daraus aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren Umschrift „Koen. Pr. Gen.-Lotterie-Direkt." und die gedruckte Unterschrift „Rö» nigl. Preuß. General-Lotterie-Dtrection" tragen.
Zur Unterscheidung zwischen den sich als „Lotterie-Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft als „Lotterie-Einnahme" oder „Lotterie-Komtor" bezeichnenden Privat-Ver- käusern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie.Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein alS „Königliche Lotterie-Einnahmen« oder „Königliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.
Königliche General-Lotterie-Direction.
Dammas. Lilienthal.
»Die Wahlaufrufe der Opposition.
Selten ist dem deutschen Volke eine solche Unsumme von Vorspiegelungen und Verdrehungen geboten worden, wie sie die Wahlaufrufe enthalten, mit welchen die freisinnige und dieultramon- tane Partei soeben hervorgetreten sind. Beide Kundgebungen beginnen mit der Erklärung, daß die Majorität die geforderte Heeresverstärkung bewilligt habe und daß die Auflösung deshalb erfolgt sei, weil die Majorität die Friedenspräsenzstärke nur für dreiJahre habe festsetzen wollen, um dem künftigen Reichstage oder, wie die Freisinnigen sagen, dem Volke, nach drei Jahren eine Einwirkung auf das Maß der militärischen Lasten zu sichern. Nichts kann besser als diese Dar- । stellung das böse Gewissen bekunden, welches die । Parteien der Opposition wegen ihres Verhaltens
rammeln und eher den Boden zu erreichen, als die Angreifer sich vor dem Hause festsetzen konnten. Nun mußte aus den oberen Luken die Vertheidigung mit allen Mitteln geführt werden, auf daß weder Axt noch Feuer dem Gebäude zu nahe kamen.
Tannen hatte sein Weib in Blankas Obhut gegeben, diese besorgte schon zwei verwundete Knechte, nahm sich aber nun sogleich ihrer Frau an. Während Blanka sie am Herdplatze verband, klagte Sibylla kaum über ihre Wunde, sondern darüber, daß sie nicht heißes Waffer auf den Boden schleppen und den Männern in der Vertheidigung betstehen könne. Sie befahl den Mägden, trieb an und sorgte auch jetzt noch für Alles, was ihr oblag.
Von dem großen, nun tm Frühjahre fast leeren Hausboden aus, konnte man die Bewegungen der Feinde genau übersehen. Sie hatten die Zugbrücke niedergelassen und zogen unter Siegesgeschrei auf den Hofplatz. Sogleich wurden sie von oben mit Schüssen und Steinwürfen empfangen.
Da das Haus unten von Blöcken gefügt war und nur kleine, fest verwahrte Luken hatte, wandte sich der Angriff gegen das große durchgetheilte Dtelenthor. Hier aber richtete man mit den wohl- gezielten Güssen kochenden Wassers von oben viel aus. Auch Harz und Pech wurden geglüht und herabgeschüttet. Entsetzt fuhren die ersten Verbrühten zurück und einige Zeit verrann, bevor sich andere, die eben so empfangen wurden, herzu wagten.
Nun versuchten die Feinde von den Seiten heran