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Httsselittt Ktkisbllitt

Mit wöchentlicher Kratis-ZLeilageIllustrirtes Anterhaltungsölatt".

Nr. 38.___________________Dienstag den 29. März

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Mit dem 1. April beginnt ein neues Abonne­ment auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hrrsfeldep Kreisölatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage Jllusttirtcs UutcrhalLnngs - Blatt."

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Die Expedition.

Amtliches.

Der Herr Ober-Präsident hat genehmigt, daß zum Besten des Hospitals für fallsüchtige Frauen (St. Valentinushaus) zu Kiderich eine einmalige Sammlung freiwilliger Gaben bei den katholischen Einwohnern der Provinz Hessen-Nassau im Laufe dieses Jahres durch polizeilich zu legitimirende Collectanten verunstaltet werden darf.

Ich bringe dies hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß der Pflegesatz 3r

Unbefugter Nachdruck verboten.

Schulmeisters Marie.

Erzählung von J. Jsenbeck. (Fortsetzung.)

An Marie wagte sich die Creszens nicht heran, seit diese bei einer Erwähnung des allen Kreuzes bitterlich geweint hatte, und am nächsten Morgen wieder kränker und schwächer gewesen war. Nun setzte die Alte ihre ganze Hoffnung aus den Früh­ling.Im Maien wird ein dürrer Stecken wieder grün, dann kann auch wohl so ein trutzig Mädchen­herz weich wie Butter werden", sagte sie sich.

Und von Trotz und Härte lag doch nichts in Mariens Brust! Sie rang und kämpfte mit sich selbst, um einen Ausweg zu finden, wie sie ihrer Liebe folgen könne, ohne die Pflicht gegen ihren Vater zu verletzen. Für ihn der hülflos wie ein Kind war, mußte sie doch zuerst sorgen. Daß Ed­win diese Aufgabe mit ihr theilen könne, war ihr undenkbar. Deshalb hatte sie auf Annas Bitten, an Edwin zu schreiben, daß sie die Seine werden wolle, immer nur ein kurzes, fast hartes Nein.

Der Schnee schmolz in den l-nden Frühlings­winden, mit trüben Fluthen schössen die Bäche zu Thal und bald legten sich wieder über jede Matte, über jeden Hügel, selbst über die verwitterten Trümmer eingestürzter Kuppen die schwellenden Rasendecken. Mit würzigem Dust erfüllten die Kräuter die reine, frische Alpenluft und der grüne Schleier, der sich über die Büsche der Alpenrose gebreitet hatte, wurde dunkelglänzend, noch gehoben

Classe der Anstalt für Pfleglinge aus den Bezirken, Staatsverbande behufs Auswanderung t in welchen die Collecte gestattet ist, statt 480 Mk. Amerika nachgesucht.

nur 350 Mark jährlich beträgt. 3420. Der Königliche Landrath

Cassel am 17. März 1887. Freiherr von Schleinitz.

Der Regierungs-Pläsident.

J. B.: S ch wärz^ enberg._____ Der Herr Minister des Innern hat derDirection bef Diakonissen-Anstalt zu Kaiserswerth die Er­laubniß ertheilt, zum Besten der gedachten Anstalt im Laute dieses Jahres eine Ausspielung beweg­licher Gegenstände zu Veranstalter! und die zu bei» selben auszugebenden 14 000 Loose ä 50 Psg. im ganzen Bereiche der Monarchie zu vertreiben. Cassel am 17. März 1887.

Der Regierungs-Präsident.

I. V.: Schwa r zenb er a.

Hersfeld, den 25. März 1887.

Der am 10. Januar 1854 zu Tettenborn im Kreise Nordhausen geborene Oekonom Adolf Lud­wig Hickethier, dermalen in Südamerika, hat um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsver» N """"' ^tf ttw ÜM* Freiherr von Schleinitz.

Die nachstehenden Personen haben um Erthei- lung von Reisepässen behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht: _ ,

1. Elisabeth Emmerich geboren am 22. Februar 1859 zu Asbach.

2. Anna Katharina Emmerich geboren am 29. October 1864 zu Asbach.

3380. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 26. März 1887.

©er Müllergeselle und Tagelöhner Heinrich W a l tz- zu Röhrigshof hat für sich und seine Familie um Entlassung aus dem diesseitigen

durch die brennenden Farben der Blüthen, b:e in ihrer Pracht mit der azurblauen Gentiane und dem hochgelben Habichtskraut wetteiferten.

Im Krautgarten des Försterhauses machte sich wieder der Schulmeister zu schaffen, unbewußt einem inneren Triebe folgend, wie die Natur einem erneutenWerde" ihres Schöpfers. Besonders thätig zeigte sich aber der Förster, der neben seinen amtlichen Pflichten noch allerlei Nebengeschäste zu haben schien und sich sogar von Zeit zu Zeit seuf­zend der schweren und ungewohnten Arbeit des Brieffchreidens unterzog. An wen diese Episteln gingen, davon erfuhr nur Anna König, die jetzt an Mariens Stelle die Wirthschaft führte. Marie durfte in Haus und Küche nichts thun, der Förster hatte ihr durch einen Machtspruch, bei dem er sich gewaltsam zwang, ernst und grimmig dreinzusehen, geboten, nur ihrer Gesundheit zu leben und iür ihre völlige Genesung zu sorgen. Wenn sie sich dabei rechtschaffen langweile, so sei das die beste Medizin, meinte er; im klebrigen könne ihr aber die alte Creszens Gesellschaft leisten.

Das that die Creszens auch redlich. Sie zeigte sich als die lebende Chronik aller Familien im stundenweiten Umkreise und war in ihren Erzäh­lungen besonders ausführlich, sobald sie auf das Kapitel von der unglücklichen Liebe kam. Tage laug blieb sie bet diesem ihrem Lieblingsthema, das sie von allen Gesichtspunkten aus behandelte, um zuletzt die Nutzanwendung aus Marie daraus zu ziehen.

«Willst Du es auch so machen? Willst Du

1887.

nach

Aus den Parlamenten.

Berlin, 28. März. Der Reichstag erledigte heute in zweiter Berathung die Novelle zum Reichöbeamtengesetz die eine Erleichterung der obersten Behörden bei Erledig, ung von PensionSanlrägen bezweckt. Hauptgegenstand der Tagesordnung war die Berathung des Gesetzentwurfs, be­treffend den Verkehr mit Kunstbutter. Der Entwurf wurde im Allgemeinen wohlwollend ausgenommen, wenn er auch den meisten Rednern nicht weit genug ging, weshalb schärfere Bestimmungen nach verschiedenen Richtungen im Interesse der Konsumenten wie der Landwirthschast in Vorschlag gebracht wurden. Der Entwurs wurde schließ, lich einer 28gliedrigen Kommission zur Vorberathung über« wiesen. Montag: Dritte Berathung des Eiats und best« nitive Wahl der Präsiventen. p

Das Herrenhaus erledigte heute zunächst kleinere Gesetz, entwürfe durch definitive Annahme, sowie mehrere Berichte der Eisenbahnverwaltung durch Kenntnißnahme und berieth dann den Gesetzentwurf, betreffend die weitere L,r»,n..». tereir Ausbaues desselben zum Ausdruck gebracht würben," Schließlich gelangte auch dieser, sowie der Gesetzentwurf, betreffend den weiteren Erwerb von Prwateisenbahnunter- nebmunaen für den Staat unverändert zur Annahme. Nächste Sitzung unbestimmt, jedoch nicht vor dem 18. April.

Da» Abgeordnetenhaus erledigte zunächst die Rheinische KreiS- und Provinzialordnung, sowie eine Anzahl kleinerer Vorlagen in dritter Lesung und beschäftigte fich sodann mit dem Anträge deS Abg. Letocha (Gentrum; und Ge­nossen, betreffend die Vermehrung der Zahl der Fabrrkm. ivectoren, der zu einer längeren Debatte sührte, an welcher i* Redner fast aller Parteien beteiligten. Der von der Kommission empfohlenen Resolution gegenüber, welche tm Sinne deS vorliegenden Antrages eine dem vorhandenen Bedürfnisse entsprechende Vermehrung dieser Beamten be- sürwortete, betonte der Herr Staatssekretär von Boetticher wiederholt, daß die Kommission den Nachweis sür bie Nothwendigkeit einer solchen Vermehrung nicht geführt

Dir selbst das Herz abdrücken?" fragte sie.Jetzt bist wieder gesund, jetzt mußt Du heiraten. Glaubst denn, unser Herrgott hat umsunst wegen Deiner ein Mirakel gethan?"

Marie unterdrückte mühsam ihre Thränen und erwiderte mit schmerzlichem Lächeln:

Zum tzeiralhen habe ich wohl noch lange Zeit; erst muß der Vater wieder gesund sein! Und dann Creszens, Ihr w ßt ja, daß ich nur einen heirathen kann und der kommt ja nicht wieder!"

Weil er nicht normal mit einer langen Nasen heimgeschickt werden will. Ruf ihn doch Madel! Denkst denn, ein Mann, wie der Herr König habe nichts anderes zu thun, als Dir nachzulausen? Aber laß gut sein, Schatzcrl," fuhr die Creszens beruhigend fort,wenn Du heiß wünschst, daß er kommt, dann schickt ihn der Herrgott auch wieder. Die Stimme da drin in Deinem Herzen geht wohl laut über alle die Berg weg und wenn sie auch Keiner sonst hören kann, dem Einen läßt sie doch nimmer Ruh, er muß ihr nachgehen, bis er Dich gesunden. Und wegen Dein Vater, da mach Dir kein Sorg, der bleibt hier; Platz hats ja genug und ein Stückerl Brod ist auch für ihn da!"

Am Abend vor Pfingsten forderte der Förster Marie auf, ihn bei einem Spaziergang zu beglei­ten. Er führte sie den Weg hinauf nach der Höhe, auf der das alte Kreuz gestanden hatte. An der Stelle, wo er im vorigen Sommer so uner­wartet mit dem Schulmeister zusammengetroffen war, blieb er stehen und sagte:

Geh' nur rauf, Maretlir Star! genug wirst