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Htlsfeliitl Kreisbllitt.
Mit wöchentlicher Kratis-ZLeilage „Mustrirtes IlnLerhallungsölatL".
Nr. 83. Sonnabend den 16. Juli 1887.
Amtliches.
Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe XIII zu den Neumärkischen Schuldverschreibungen.
Die Zinsscheine zu den Neumärkischen Schuldverschreibungen Reihe XIII Nr. 1 bis 8 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Juli 1887 bis 30. Juni 1891 werden vom 13. Juni d. I. ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst — Oranienstraße 92 — Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der. letzten drei Geschäftstage jeden Monats, ausgereicht werden.
Die Zinsscheine können bei der Kontrolle selbst in Empfang genommen oder durch die Regie- rungs - Hauptkassen, sowie in Frankfurt a/M. durch die Kreiskasse bezogen werden. Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Zinsscheinanweisungen mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 2 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine numerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichuiß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar mit einer Empfangsbescheinigung versehen sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzu- geben. In Schriftwechsel kann die Kontrolle der Staatspapiere sich mit den innerhalb der Monarchie wohnenden Inhabern der Zinsscheinanweisungen nicht einlassen.
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Die Wolfsklippe.
Erzählung aus dem Seeleben von Reinhold Werner. (Schluß.)
Das Kapern des „Blitz" war jedoch für uns auch noch insofern von großer Bedeutung, als nun Carmen in den Besitz der ihrem Bater gehörigen werthvollen Güter und damit zu einem bedeutenden Vermögen kam, das uns zu reichen Leuten machte. ES war ehrlich erworben und ich brauchte mich deshalb nicht zu scheuen, dasselbe zu genießen.
Wir feierten Hochzeit in Jamaika und blieben dort vorläufig; nach Ablauf meines Vertrages mit der englischen Regierung zogen wir jedoch nach Matanzas, der Heimath meiner Frau, nach der sie sich von Herzen zurücksehnte. Wir kauften uns dort eine reizende Besitzung und unser Leben ist seitdem ruhig und ungetrübt dahingeflossen. Carmen ist eine prächtige deutsche Frau geworden und wir sind schon einige Male drüben in Deutschland gewesen, wo auch unsere Söhne ihre Erziehung erhalten haben, aber hier in Matanzas mit seiner prachtvollen Temperatur, der wundervollen Umgebung und dem gesunden Klima gefällt es uns doch am Besten.
Lieutenant Duff habe ich von Zeit zu Zeit wiedergesehen, zuletzt kurz vor Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges, wo er als Capitän und Commandant einer schönen Fregatte uns in Matanzas besuchte und wir ein frohes Zusammensein
Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkassen beziehen will, hat derselben die Anweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen.
Das eine Verzeichniß wird mit einer Empfangsbescheinigung versehen sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder ab- zuliefern.
Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden besonderen Kassen unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzu- reschen.
Berlin, den 11. Mai 1887.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
I. 547. gez. Sydow.
Cassel, den 18. Mai 1887.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die Formulare zu den in derselben gedachten Verzeichnissen bei der Regierungshauptkasse hier und den sämmtlichen Steuerkassen des Regierungsbezirks unentgeltlich zu haben sind.
Königliche Regierung. Schwarzenberg, i. V.
C. I. K. 2625.
Des Kaisers und Königs Majestät haben mittelst Allerhöchster Ordre vom 27ften v. Mts. der Stadtgemeinde Baden-Baden die Erlaubniß zu ertheilen geruht, Loose zu der mit Genehmigung
feierten. Während des Krieges sümpfte er mit großer Auszeichnung unter dem berühmten Farra- gut und zeigte mir nach der furchtbaren Seeschlacht in der Bat von Mobile, die er unverwundet bestanden, seine Beförderung zum Admiral an. Dem Steuermann bin ich jedoch persönlich nicht wieder begegnet. Ich habe nur brieflich von ihm gehört, daß er sich mit feinem Schatzantheile einen schönen Ostindienfahrer gekauft und damit eine Reihe glücklicher Reisen gemacht und feit einigen Jahren das Seefahren aufgegeben hat, um auf einer schönen Be'itzung in England ein beschauliches Leben zu führen.
Ueber den Schatz oder über die Jugend ihres unglücklichen Vaters hat Carmen nie ein Wort erfahren, und so lebt sein Andenken durch keinen Schatten getrübt in ihrer Erinnerung fort. In ihrem kindlichen Vertrauen zu mir beruhigte sie sich auch bet dem Märchen, das ich ihr über meine Tour nach der Felseninsel und meine Verwundung erzählte.
Der mir zugefallene Theil des Schatzes ist in dem Sinne ihres Vaters verwendet worden. Ich ließ davon ein großes Hospital und ein Asyl für Arme bauen, dessen Verwaltung ich leite. Somit habe ich geeignete Beschäftigung, einen edlen Lebenszweck und erfreue mich an dem Segen, der von beiden Anstalten in so reichem Maße ausgeht. Bei der katholischen Geistlichkeit unserer Stadt stehe ich in hohem Ansehen und man rechnet eS mir nicht an, daß ich Protestant geblieben und meine Söhne in meinem Glauben erzogen find.
des Großherzoglich Badischen Ministeriums des Innern zum Besten der diesjährigen Baden-Jffez- Heimer Rennen zu veranstaltenden Ausspielung von Gegenständen der Kunst, des Kunstgewerbes und der Industrie auch im diesseitigen Staatsgebiete, und zwar im ganzen Bereiche desselben zu vertreiben.
Die Verwaltungs- und Polizei-Behörden des diesseitigen Bezirks wollen dafür Sorge tragen, daß dem Vertriebe der betreffenden Loose kein Hinderniß entgegengesetzt wird.
Cassel, den 7. Juli 1887.
Der Regierungs-Präsident.
In Vertretung: Schwarzenberg.
Hersfeld, den 13. Juli 1887.
Der am 3. März 1865 geborene Wagner Johann Peter B u d e s h e i m aus Hillartshausen hat um Entlassung aus dem diesseitigen Staats- verbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
7202. Der Königliche Landrath _____Freiherr von Schleinitz.
Zu der Vornahme der Prüfung der Hufschmiede hat die hiesige Prüfungs-Commission den 16. September d. J. bestimmt.
Meldungen hierzu sind spätestens 4 Wochen vor dem Termine, nebst 10 Mark Prüfungsgebühren und dem Geburtsschein an mich abzugeben.
Die „Anleitung zum B e st e h e n der Hufschmiedeprüfung von Professor lir. Möl l er in Berlin" wird den Prüflingen zur Vorbereitung empfohlen und weitere Auskunft ertheilt der Unterzeichnete auf Anfragen.
Fulda, den 8. Juli 1887.
Eberhardt, Kreisthierarzt.
Politische Nachrichten.
(Deutschland.) Se.Majestät der Kaiser
Ich selbst mache mir aber auch keinerlei Vorwürfe darüber, daß ich einst ein Beichtgeheimniß belauschte. Die Wolfsklippe ist die Grundlage für mein und meiner Familie Glück geworden.
(Unbefugter Nachdruck verboten.) Strandgut.
Erzählung von I. I s e n b e ck.
1.
Sturmumtost liegt im fernen Weltmeer die Gruppe der Faröer-Jnseln, abgeschnitten von allem Verkehr mit der übrigen Welt. Aus siebzehn Eilanden von verschiedenem Umfang wohnen ungefähr neuntausend Menschen; aus der kleinsten der Inseln, Stör Dtmon genannt, leben einundzwanzig Bewohner.
Steil erhebt sich die felsige Küste von Store Dimon aus dem Ocean, so daß Menschen und Waaren nur mit Hilfe von Tauen aus den Booten ans Land geschafft werden können. Und ist dies glücklich geschehen, so hat das Steigen und Klettern doch noch kein Ende; denn in terrassenförmigen Absätzen hebt sich das Land immer höher und höher bis zu dem Tinder Lille. Nur in schmalen Streifen liegt auf felsigem Grunde eine dünne Ackerkrume, in der nicht einmal die Gerste immer zur Reife gelangt. Die wenigen Kartoffeln und Rüben, die noch gedeihen, machen die einzige Zukost aus zu dem Fisch oder dem Wasservogel, der fast täglich, zu dem Schaffleisch, das an hohen