Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend

Nbonnementspreii:

vierteljLhrlich 1 Mark 40 Pfg. exel.

Postausschlag.

Die JnscrtionSgebühre» betragen für den Raum einer Spaltkeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 16 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Psg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

|tr$ftliin greisbltttt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageMustrirtes Anterhattungsölatt".

Nr. 85^ Donnerstag den 21. Juli 1887.

Aöonnements-Kintadung.

Bestellungen auf das

Hersfelder KreLsvLatt

mit der wöchentlichen Gratis - Beilage Illustrirtes Unterhaltungsblatt" für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition ange­nommen.

Politische Nachrichten.

(Deutschland.) Aus Innsbruck, den 18. Juli, wird gemeldet: Se. Majestät der Kaiser ist heute Abend 9 Uhr wohlbehalten hier einge­troffen und auf dem festlich geschmückten Bahn­höfe vom Statthalter Baron Wittmann empfangen und nach seinem Absteigequartier im Tyroler Hof geleitet worden. Auf dem ganzen Wege dahin wurde der Kaiser von her Bevölkerung, welche t^afiv hifx^ttr t~tnrr.f-^^ ^ sj"^"^ '" grüßt. Einen officiellen Empfang hatte Se. Majestät abgelehnt. Die Abfahrt von Bregenz war Nachmittags 4 Uhr 25 Min. erfolgt. Don Mainau bis Bregenz hatten auch der Erbgroß- herzog und die Erbgroßherzogin von Baden Sr. Majestät das Geleite gegeben. Auf dem Verdecke des SchiffesWilhelm", auf welchem die Begeg­nung des Kaisers mit dem Prinzregenten Luitpold stattfand, hatten der Kaiser, der Prinzregent und die Großherzoglich badischen Herrschaften ren Thee eingenommen.

Fürst B i s m a r ck wird zum 2. k. Mts. in Kiffingen zum Kurgebrauch erwartet.

Bei der Militär-Luftschifferab thei- lun g sind neuerdings, wie dasD. Tgbl." hört, Versuche im Gange, welche den Zweck haben, be­

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Strandgut.

Erzählung von I. I s e n b e ck.

(Fortsetzung.)

Auch Peter Cuddy's Gehöft bestand nur aus Holzgebäuden, setzte sich aber aus einer ganzen Reihe von Scheuern und Ställen zusammen, die das Wohnhaus umgaben. Cuddy war nicht nur der Besitzer der größten Schafherde auf Store Dimon, sondern auch Sysselmänd oder Richter des Bezirkes Sandö. Als umsichtiger und praktischer Mann vermittelte er den Verkauf der Erzeugnisse der Insel und der Erträge des Fischfanges für alle Bewohner seines Bezirkes. Er hatte auch die Aufsicht über die kleine Kirche, die sich altersgrau in der Nähe seines Gehöftes erhob. Wenn alle vier Wochen der Pastor von Sandö oder einmal im Jahre der Probst nach Store Dimon kamen, um den Gottesdienst zu leiten, so wohnten diese geistlichen Herren bei Peter Cuddy, dessen Ansehn und Bedeutung dadurch nur steigen konnte.

Als Mutter Christel in das stattliche Gehöft eintrat, beschlich sie ein Gefühl des Neides, das aber bald wieder verschwand, weil sie hier das Rauschen der Meereswogen vermißte.

Holla, Nachbarin!' rief Peter Cuddy, der vor der Thür des Wohnhauses stand, der Näherkom- menden zu,kehrt Ihr doch noch bei mir ein? Ich glaubte schon, Ihr wolltet Eure Wolle selbst nach Thoreshaven zu Markte bringen!"

Wolle gtebt's diesmal nicht viel bet mir," er­

trächtliche Dynamitmassen aus Ballons gegen feindliche Befestigungen zu schleudern. Sobald der Ballon sich über der anzugreifenden Befestigung befindet, sollen mehrere Centner Dynamit mittelst einer elektrischen Vorrichtung auf dieselbe fallen gelassen werden. Zur Ermittelung, ob man sich gerade über dem Befestigungswerk befindet, ist eine Röhre im Fuß des Ballons angebracht, welche die erforderliche Beobachtung vorzunehmen gestattet. Die Dynamitmasse muß die Kraft haben mehrere Meter Gewölbedeckung und die darüber befindlichen deckenden Schichten zu durch­schlagen.

Die Regierung hat eine Verfügung erlassen, welche zur Abwehr der Reblaus die Einfuhr aller Gartenbau-Erzeugnisse italienischer Herkunft verbietet.

In den nächsten Tagen beginnt der Bau der Weser-Vertiefung. Es ist das ein Unter­nehmen fast von ähnlicher Größe wie der Nord-Ost- seekanal. Kürzt es auch nicht die Verbindung zweier vielbefahrener Meere ab, so zieht es doch an einer wichtigen Stelle die Seeschifffahrt eine einen verhältnißmäßig nicht sehr bedeutenden Fluß um in einen wahren Strom, was in Eng­land zwar schon einige Male geschehen ist, in Deutschland aber noch niemals.

(Frankreich.) NachdemBoulange rsich wieder durch einen Brief voll bombastischer Phrasen an den Abg. Laur in Erinnerung ge­bracht hat, ist ein wahrer Sturm des Unwillens gegen ihn losgebrochen. Die gemäßigten Blätter fordern seine disciplinarische Bestrafung, der Kriegsminister hat dagegen versprochen, von dem schreiblustigen Helden die Erklärung zu fordern, daß der erwähnte Brief keine politische Mani­festation, sondern ein Privatbrief sei, der gegen den Willen des Schreibers in die Oeffentlichkeit gelangt wäre. Boulanger lenkt auch schon ein;

widerte die Angeredete,da würde sich eine beson­dere Fahrt wohl nicht lohnen. Aber schickt nur morgen hin und laßt die paar Pfund abholen und zwei Säcke Federn. Macht mir einen guten Preis, Peter, und bringt mir dafür mit, was ich hier auf diesen Zettel geschrieben habe!"

Kommt herein, kommt herein, Nachbarin, und eßt erst mit uns. Unser Geschäft können wir dann später besprechen. In dem Hellen Mond­schein findet Ihr Euern Weg auch noch in der Nacht zurück."

Mutter Christel folgte der Einladung und ging mit Peter Cuddy in das Haus. Die beiden traten in einen großen Raum ein, der als Küche und Wohnzimmer zugleich diente.- Auf offenem Herde brannte ein mächtiges Feuer, dessen rothe Lichter die holzgetäfelten Wände und die in langen Reihen daran ausgestellten wie Silber glänzenden Zinn­teller und Schüsseln bestrahlten. An einem großen massiven Tische, dessen Platte mehr von langem Gebrauch als durch die Kunst geglättet war, saßen zwei Mägde, aus grobem Wollengarn Strümpfe strickend. Als der Hausherr eintrat, verstummte der Gesang der beiden.

Sorgt für Essen und Trinken!" rief Peter Cuddy rauh; sein Befehl war bald befolgt.

Frisch gebackene Haferkuchen, mit einem aus Heidelbeeren gekochten Syrup bestrichen, Schafkäse und grobes Brot, sowie eine Kanne heißen ge­würzten Bieres wurden auf den Tisch gestellt.

Also Eure Federn und Wolle lasse ich morgen in der Frühe abholen," sagte der Hausherr, seinen

er telegraphirte an Laur:Man depeschirt mir, daß Sie durchFrance" meinen Brief haben verbreiten lassen. Sie wußten zweifellos nicht, daß ich nicht das Recht habe, in den Blättern, was es auch immer sei, mit meinem Namen zu zeichnen." Der Ausschuß der Patriotenliga veröffentlicht in den Zeitungen folgenden Erguß: Der Ausschuß dankt seinem Ehrenpräsidenten Deroulede, beglückwünscht ihn, daß er seine Kampfesstellung während der jüngsten Ereignisse wiederum eingenommen hat, und versichert, daß unter den gegenwärtigen Umständen wie bei seinen sonstigen Handlungen und Erklärungen der Ausschuß nur beeinflußt wird durch seine un­erschütterlichen Grundsätze der nationalen Ver­theidigung und durch seine leidenschaftliche Ver­ehrung der Unabhängigkeit des Vaterlandes, die außer und über jedem Parteigeiste steht. Er wiederholt endlich, daß die Liga offen steht und offen bleiben wird allen echten Franzosen, welche die Revision des Frankfurter Vertrages und die Wiedererlangung Elsaß-Lothringens zum Zweck haben.

^rnTTTTirtr)NMdmr" nach das Overhäüs^ d-e irische Strasrechtsbill in dritter Lesung ange­nommen hat. wird dieselbe nunmehr Gesetz. Ob sie sich bewähren wird, steht noch sehr dahin; seit 80 Jahren waren weder Milde noch Strenge im Stande, die irischen Verhältnisse zu ordnen. Die englisch-türkische Uebereinkunft wegen Aegypten ist also ohne Unterschrift geblieben. Drummond Wolfs, der zwei Jahre gearbeitet hat, den Vertrag zu Stande zu bringen, ist auf der Heimreise nach England. An den thatsächlichen Verhältnissen wird durch diesen Mißerfolg nichts geändert; England ist in Aegypten und wird darin bleiben.

(R u ß l a n d.) Nach Warschauer Meldungen wird das russische Kaiserpaar im Laufe des Sommers Polen besuchen. Die Behörden erhielten bereits Jnstructionen wegen der Empfangsvorbe-

Zinnteller zurückschiebend, als das Mal schweigend beendet war.

Hört doch endlich auf von der Wolle und den Federn," unterbrach ihn Mutter Christel.Ihr wißt, daß ich darum nicht komme!"

So sagt sie 3a?" fragte Cuddy und durch sein Gesicht, das hart und wetterfest war, gleich dem der Alten, zuckte es wie der Blitz einer Leiden­schaft, deren man den Mann kaum für fähig ge­halten hätte.

Ich habe sie nicht gefragt," entgegnete Mutter Christel,aber sie oll und muß mir gehorchen, wenn ich ihr befehle, Euer Weib zu werden. Glaubt Ihr, daß ch so lange Noth und Plage mit ihr gehabt haben will, um jetzt von ihr zur Närrin gemacht zu werden?*

Sie ist frisch wie der Wind, der über das Meer hinfährt, und hell wie die Sonne!" mur­melte Cuddy.Sie wäre so recht geschaffen, eines einsamen Mannes Haus zu schmücken, aber sie wird nicht wollen!" Nach einer Weile fuhr er laut, fast drohend fort:Ich sage Euch ein für alle mal, Christel, Ihr sollt die Alison nicht zwingen, ihr nicht drohen!"

Schwachkopf, der Ihr seid!" lachte die alte Frau.Was kanns Euch kümmern, wie ich den Eigensinn aus einem thörichten Mädchen heraus- tretbe? Kommt morgen früh und holt Euch das Jawort von der Dirne l"

Oder das Nein!' kam es halblaut über des

Mannes Lippen, der wie träumend vor sich hin«