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Ktrsstliitl Kreisiiliitt.
Mit wöchentlicher Kratis-Aeitage „Illustrirtes Nnterhaltungsölatt".
Nr. 136. Donnerstag den 17. November 1887.
AmMches.
Hersfeld, den 14. November 1887.
Nach den seitens des ständischen Bauamtes dahier mir mitgetheilten Restantenlisten sind die Gemeinden rc.
Allmershausen, Beiershausen, Biedebach, Friedlos, Gersdorf, Goßmannsrode, Heenes, Hilperhausen, Holzheim, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Meckbach, Mecklar, Meisebach, Mengshausen, Reckerode, Rerlos, Rohrbach, Roßbach, Tann, Conrode, Friedewald, Hilmes, Kleinensee, Lautenhausen und Oberlengsfeld noch mit Erledigung von Landwegebau-Arbeitcn im Rückstände.
Die Herren Ortsvorstände der betreffenden Ortschaften haben dafür Sorge zu tragen, daß die rückständigen Arbeiten nunmehr bis spätestens zum 10. December d. J. vollständig erledigt sind, bei Vermeidung des ä Conto-Verfahrens.
10951—10977. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 14. November 1887.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Einzahlung der Beträge für das Formularpapier zu der Klassensteuer- Veranlagung rc. pro 1888/89 noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 20. d. Mts. erinnert.
10085. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 15. November 1887.
Die Herren Standesbeamten des Kreises werden angewiesen, die Standes-Haupt- und Neben- register für das Jahr 1888 durch einen schriftlich
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Das Fegcseucr in Frappes Wigwam.
Von B a l d u i n M ö l l h a u s e n. (Fortsetzung.)
Als Frappe zu Rekoma herantrat, sah sie stier zu ihm auf, und die Hand auf die Stirn des stillen Mannes drückend, sprach sie mit unheimlicher Ruhe, daß es die bet ihr Stehenden förmlich durchschauerte: „„Ich möchte mich neben ihn legen und verhungern, aber ich darf nicht. Die Kinder sind jung, sie können nicht für sich selbst sorgen. Ich muß leben. Der Mann, der dies tüat,** und sie berührte mit dem Finger die kleine Wunde auf des Tobten Brust, „„ihn muß ich vor mir sehen versengt, in Streifen zerschnitten und doch mit klopfendem Herzen, drei Tage lang. Ich
muß leben.""
„Das klang allerdings fürchterlich; allein Frappe legte kein großes Gewicht darauf. Er meinte, daß Gram und Verzweiflung die wunderlichsten Dinge über die Zunge jagten und so fragte er Rekoma in seinem Mitleid, ob sie mit ihren Kindern in seinem Wigwam wohnen und ihm in der Hauswirthschaft zu Diensten sein wolle. Darauf ging sie mit großem Eifer ein und ruhiger wurde sie zur Stunde. Bereitwillig ging sie zur Hand, als es galt, ihrem gemordeten Eheherrn ein tiefes Grab zu schaufeln; und nachdem sie die Stelle bezeichnet hatte, im Schatten des einen Baumes, wo sie ihn beerdigt zu haben wünschte, begab sie sich an's Werk, den Todten
bevollmächtigten zuverlässig- n Boten bis zum 15. Dezember d. I. hier abholen zu lassen.
10949. Der Königliche Landrath ___Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 15. November 1887.
Für den am 10. October 1867 zu Obergeis geborenen Johannes Braun ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs ferneren Verbleibens in Amerika nachgesucht worden. 10925. Der Königliche Landrath _________________Freiherr von Schleinitz.
Zugelaufen: Ein Dachshund. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung des Futtergeldes bei dem Ortsvorstand zu Wehrshausen in Empfang nehmen.
Gefunden: eine Pferdedecke. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Hed- dersdorf.
UsiMsche Nachrichten.
(Deutschland.) Nach einer recht gut verbrachten Nacht nahm Se. Majestät der Kaiser im Laufe des Dienstags den Vortrag des Ober- Hofmarschalls Grafen Perponcher entgegen und arbeitete Mittags längere Zeit mit dem Chef des Militär-Cabinets von Albedyll. Nachmittags hatte Se. Majestät der Kaiser eine längere Conferenz mit dem Minister von Puttkamer. — Ueber das Befinden des K a i s e r s verlautet noch, daß derselbe von seiner letzten Unpäßlichkeit nun vollständig wieder hergestellt ist.
sV o m Befinden des Kronprinzen.) Im Beisein der Generalärzte Dr. Leuthold und Prof. von Bergmann empfing Se. Majestät der Kaiser am Sonntag in etwa halbstündiger Audienz den am Morgen direct aus San Remo in Berlin eingetroffenen Dr. Moritz Schmidt aus Frankfurt a. M. und nahm von demselben
nach Kriegerart festlich zu schmücken, sein starres Angesicht mit Bermillon roth zu färben und ihn dann in seine Büffeldecke einzuschnüren. Nachdem er in sein Grab gesenkt worden, legte Nekoma zum Schluß alle seine Waffen, gedörrtes Fleisch und Mais zur Wanderung nach den glückseligen Jagdgefilden neben ihn. Auch seine Medicinpfeife und geschnitten Tabak, untermischt mit zerriebenen Sumachblättern und Rinde von der rothen Weide.
„So wurde Kagala—gia—ke feierlich und mit allen Ehren beerdigt; die Steine aber, welche seine Ruhestätte bezeichnen und ihn zugleich gegen die Angriffe hungriger Bestien schützen, die hat Nekoma mühsam, oft aus weiter Ferne zusammengetragen; denn die liegen auf der Prairie nicht umher, wie die Weizenkörner auf einer Tenne zur Erntezeit.
„Frappe fand übrigens nie Gelegenheit, seine Barmherzigkeit zu bereuen. Nekoma zeigte sich nämlich anstellig; außerdem waren ihre Kinder sehr bald als Hüter der eingehandelten Rinder und Pferde zu verwenden.
„Der Rest des Sommers ging dahin, und als der Winter vor der Thür, da ricth Frappe Nekoma, zu ihrem Stamme heimzukehren und im kommenden Frühling sich ihm wieder zuzugesellen. Sie dagegen wollte nicht weichen. Sie bat, bleiben zu dürfen, um das Grab ihres Mannes zu überwachen. Sie versprach ihm, während seiner Abwesenheit zum Rechten zu sehen, zu verhüten, daß der Bau von muthwilligen Händen zerstört werde. Und das geschah aus's Beste; denn als
einen mündlichen Bericht über die Krankheit Sr. Kaiser!, und Königl. Hoheit des K r o n p r i n z e n und die Urtheile der Aerzte entgegen. Hierauf folgten die Aerzte, welche den Kronprinzen im Frühjahr behandelt hatten, Generalarzt Dr. Wegner, die Professoren v. Bergmann, Gerhardt und Tobold, einer Berufung in das Königliche Hausministerium, wo sie unter dem Vorsitze des Grafen zu Stolberg-Wernigerode mit Dr. Moritz Schmidt zu einer längeren Conferenz zusammen- traten. Es wurden ihnen die Gutachten von San Remo unterbreitet und von ihnen ein sachverständiges Urtheil über das jetzige Stadium des Halsleidens, über die Aussichten für die Zukunft des hohen Patienten und über die weitere Behandlung erbeten. Auf Grund dieser Gutachten und der von Dr. Schmidt gegebenen mündlichen Erläuterungen werden folgende authentische Mittheilungen gemacht: „Die in San Remo zur Consultation versammelten Aerzte haben einstimmig das Halsleiden des Kronprinzen als Krebs bezeichnet und ebenso einstimmig erklärt, daß von einer theilweisen Entfernung des Kehl- kopfes nicht mehr die Rede sein könne. Die Geschwulst, welche im Frühjahr noch auf das linke Stimmband beschränkt war, hat jetzt auch auf die andere Seite hinübergegriffen und schon das Lymphdrüsensystem in Mitleidenschaft gezogen. Wie alle Krebsgebilde, ist auch dieses höckerig, zerklüftet, geschwürig; sein Umfang ist nicht genau zu bestimmen, da der ganze Kehlkopf von der Neubildung gleichmäßig ergriffen ist. Das Centrum der Geschwulst sitzt in der Regio hypoglottica am linken Gießbeckenknorpel, in der Gegend des Ansatzes des linken Stimmbandes und unterhalb desselben, genau an derselben Stelle, an welcher die Herren Gerhardt, von Bergmann und Tobold die Geschwulst schon im Frühjahr gesehen und richtig erkannt hatten. — Die Aerzte in San Remo empfahlen einstimmig die Heraus-
Frappe nach Ablauf des Winters wieder eintraf, staunte er über die in dem Wigwam herrschende Ordnung. Alles lag und stand, wie er es ver- lassen hatte. Er beschloß daher, daß Rekoma auch fernerhin hier wohnen bleiben nud sein Eigenthum verwalten solle. Er vertraute ihrer Obhut sogar Alles an, was ihm auf der Reise nach dem Missouri überflüssig, wohl gar lästig gewesen wäre, und er doch nicht verlieren wollte. Und so ist Rekoma mit ihrer Heranwachsenden Nachkommenschaft nie von hier fortgezogen. Jahr aus Jahr ein stand sie dem kleinen Hauswesen vor, freilich auf ihre Art. Doch wir westlichen Leute sind ja nicht verwöhnt und leicht zufrieden- gestellt, und nie erlebte Frappe, daß von den am Ende des Sommers übrig gebliebenen Tauschgütern während ihres Ueberwinterus hier etwas abhanden gekommen wäre. Wandelte wirklich den Einen oder den Andern ihrer Landsleute ein Lüftchen auf Dieses oder Jenes an. so genügte ein Wort von ihr, jeden Diebstahl, — und die Pawnees stehlen, wie die Raben — unberechtigte Eingriffe zu verhindern. Um gegen die Kioways und andere marodirende Stämme besser geschützt zu sein, nahm sie Farsar, den Halbindianer da drüben, auf die stillen Monate zu sich, und bis jetzt verging noch kein Winter, in welchem nicht der eine oder andere weiße Jäger hier seinen Unterschlupf gefunden hätte, um für's tägliche Brod mit Nekoma in die Ueberwachung der lagernden Tauschgüter sich zu theilen.
„So verstrichen an die dreizehn Jahre, deren