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Hersselittt Kreislilett.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllujlrirtes Nnterhallungsökatt"__________

Nr. 14. Donnerstag den 2. Februar 1888.

Amtliches.

Raffel, den 22, Januar 1888.

In neuerer Zeit haben fremde, hier bisher un­bekannte Firmen viele Gegenden unseres Bezirkes bereisen lassen, ihre Waaren unter Benutzung der Unkenntniß der kleineren Landwirthe diesen zu ganz unerhörten Preisen aufgedrängt. Sie haben sich die schlechten Fabrikate zum doppelten, ja in einem Falle zum fünffachen Preise des eigentlichen Werthes bezahlen lassen! Wir werden Ew. Hochwohlge- baren in den nächsten Tagen ein Flugblatt zusenden, welches von der dringend gebotenen Borsicht beim Ankauf künstlicher Düngemittel handelt und bitten dasselbe in dem dortigen Amtsblatte zum Abdruck bringen zu lassen.

Inzwischen bitten wir Ew. Hochwohlgeboren, schon jetzt die Ortsvorstände Ihres Kreises auf diese von Dorf zu Dorf ziehenden sremden Düngerhändler gütigst aufmerksam zu machen, damit sie die Orts« angehörigen vor denselben warnen können.

Die Summen, welche diese Händler in einzelnen Kreisen erschwindelt haben, find sehr hohe.

Das Directorium des landwirthschastlichen Central- Vereins für den Reg.-Bez. Cassel.

Wendelstadt.

* *

Hersseld, den 31. Januar 1888.

Indem die in dem vorstehend abgedruckten Schreiben erwähnte Flugschrift hierunter veröffent- licht wird, veranlasse ich die Herren Ortsoorstände des Kreises, dieselbe thunlichst zur Kenntniß der Landwirthe Ihrer resp, Gemeinden zu bringen.

1002 II, Der Königliche Landratü Freiherr von Schletnitz.

Borficht beim Ankauf künstlicher Düngemittel.

Beim Ankauf künstlicher Düngemittel, deren ausgedehnte Anwendung anzustreben ist, da dieselben bei richtiger An­

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Zoroaster.

Nach dem Englischen des Marion Crawford. (Fortsetzung.)

Einsam wanderte Zoroaster unter den Pinien und Rhododendren und trauerte über den Ein­sturz des philosophischen Gebäudes, das keines Weibes Fuß betreten sollte und das eines WetbeS Hand in einem Tag zertrümmert hatte. Er hielt sein Leben für getrübt und zerstört, auf das Niveau seiner Mitmenschen herabgedrückt. Fliehen wollte er die Fürstin; doch eines Abends, als sie sich auf der Gartenterrasse begegneten, fanden sich die Augen und die Herzen, und heiße Liebe, wie sie nur unbefleckte Kinder göttergleicher Racen empfinden können, entbrannte in ihnen. Der aus der Terrasse im Mondenschein geleistete Treuschwur blieb für Daniel, wie für die Insassen des Palastes ein Geheimniß. Der abtrünnige Philosoph mußte dem Propheten ebenso mißfallen, als die Ehe einer Tochter aus Israel mit einem Andersgläubigen. Denn wenn auch Zoroaster der Philosophie des Daniel voll ergeben und ein Schüler der chal- däischen Magier war, so war er doch keineswegs Jsraelit oder Magier; freilich auch kein Anhänger deS indischen Braminen Gaumata, der für den Sohn des Cyrus Smerdts gelten wollte. So stand mehr als ein Hinderniß im Wege. Wäh­rend der sieben Monate dauernden Anarchie unter Pseudo Smerdis an eine Vermählung zu denken, Wäre Thorheit gewesen; überdem konnte Nehusta

wendung dar Wachsen der Feldfrüchte kräftig fördern und die Erträge der Felder reichlich erhöhen, ist stets Vorsicht zu beobachten.

Wir mahnen um so dringender zur Vorsicht, als in neuerer Zeit fremde, hier bisher unbekannte Firmen umherreisen lasten, ,von Dorf zu Dorf, von Hof zu Hof, um die Unkenntniß des Landmanns zu benutzen ihm ihre Waare zu unerhörtem Preise auszudrängen. Wir haben in Erfahrung gebracht, daß von diesen Händlern Düngemittel verschiedener Art in großen Mengen zum Doppelten, ja in einem Falle zum Fünffachen des eigentlichen Werthes ab- gefetzt worden sind. Zu unserem Bedauern sehen wir immer von Neuem: So schwer zugänglich der Bauer ist, wenn sein erfahrener Nachbar in wohlwollender Weise mit Rathschlägen sich ihm nähert, so mißtrauisch er gegen jede von bekannter und bewährter Seite empfohlene Neuerung ist, so unbegreiflich leichtgläubig uyd leichtsinnig zeigt er sich gegenüber der Ueberredungskunst ihm völlig unbekannter Händler. Statt daß er sich in solchem Falle bei einem verständigen in der Anwendung von Düngemitteln erfah­renen Landwirth Rath erbittet, welches Düngemittel für sein Feld und für die zu bauende Frucht das geeignetste, waS der Preis dieses Düngers und wo derselbe in guter Qualität zuverlässig zu beziehen ist, läßt er sich von Menschen, deren Namen er zum erstenmale hört, bereden, den ersten besten Dünger, der möglicherweise für sein Feld und für die zu bauende Feldsrucht gar nicht paßt, den der Händler aber gerade los sein möchte, zu einem Preise zu kaufen, für welchen er die doppelte Menge desselben DüngerS bei einer unserer bewährten Düngerhandlungen erhalten würde.

Wenn Jemand künstliche Düngemittel anwenden will, so muß er vor allen Dingen die richtige Wahl unter den. selben treffen, er muß daS für die Bodenbeschaffenheit seines Feldes und für die zu bauende Feldsrucht geeignete Düngemittel aussuchen. Wir können hier allgemeine Rathschläge nicht geben, müssen vielmehr diejenigen, die über die Wahl des Düngers im Unklaren sind und mit deren Anwendung nicht hinlänglich vertraut sind, darauf verweisen, sich an geeigneter Stelle Rath zu holen; ent- weder bei einem in dem Gebrauche von käuflichen Dünge­mitteln erfahrenen, benachbarten Landwirth; oder

bei dem Vorstände des landwirthschastlichen Vereins seines Kreises, oder

bei der Redaction der landwirthschastlichen Zeitung, oder bei dem Vorsteher der landwirthschastlichen Versuchs, stelle, welcher Letztere jederzeit bereit ist, gewünschte Auskunft und Rath zu geben.

ohne die Einwilligung ihres Vormundes Daniel keine Ehe schließen, und so mußten die Verlobten einer ungewissen Zukunft trauen, während sie sich täglich öffentlich und im Geheimen sahen, da Zo­roaster als Befehlshaber der Festung überall der Zutritt zustand.

Nun war der Augenblick der Entscheidung da; die Gunst des Dartus konnte Zoroaster rasch ans Ziel führen, ob mit, ob ohne Einwilligung seitens des Propheten, erschien seiner feinsinnigen Natur nicht gleich. Doch die Liebe überwog die Be­denken.

.Hast Du keinen Schmerz, keinen Kummers so nahm der alte Mann nach langem Schweigen das Gespräch wieder auf, indem er den Perser mit trauerndem Blicke ansah.

.Mein Gebieter thut mir Unrecht," erwiderte Zoroaster. .Ich wäre der Undankbarste der Sterblichen, wenn mich nicht die Trennung von Dir und wär's auch nur für einen Tag bekümmerte. Möge mein Herr sich trösten; bevor die Heerden vom Berge Zagros zum Winter herabkommen, werden wir zurück sein."

Und ich sage Dir, Du kehrst nicht zurück und ich werde Dein Antlitz nicht mehr sehen. Der Winter kommt und die Vögel ziehen gen Süden; der Frühling wird kommen und sie werden zurück­kehren; ich aber werde immer allein sein. Meine Zeit.ist nahe. Denn Du so wenig kehrst zurück, als meine Tochter Nehusta, und allein wandere ich zum Grabe."

«So ziehe denn hin, mein Sohn," fuhr der

An denselben Stellen wird der Rath suchende Land­mann auch erfahren, was für einen Preis er für den aus- gewählten Dünger bezahlen darf und wo derselbe gut zu beziehen ist.

Wir können nicht dringend genug empfehlen, sich bei dem Ankäufe künstlicher Düngemittel an die unter Controlle unserer Versuchsstelle stehenden wohlbewährten Düngerhand- lungen und Düngersabriken, deren Verzeichniß alljährlich wiederholt in der Landwirthschastlichen Zeitung veröffent­licht wurde, zu wenden.

Der landwirthschastliche Centralverein hat mit Dünger- geschäften, welchen er hinsichtlich ihrer Reellität volles Ver­trauen schenkt, Verträge abgeschlossen, nach welchem jedem Landwirth, der bei einem dieser Geschäfte Dünger kaufte, der Anspruch auf kostenfreie Untersuchung einer Probe dieses Düngers durch die Versuchsstelle in Marburg zusteht.

Der Landwirth muß sich Gewißheit verschaffen, ob der gekaufte Dünger auch daS enthält, was er enthalten soll. Es kann leicht ohne Wissen und Willen des HändlerS vorkommen, daß ein gelieferter Dünger minderhaltig ist. Weil das vorkommen, und weil man das dem Dünger niemals ansehen kann, so ist es nöthig, daß eine Probe des Düngers auf ihren Gehalt untersucht wird. Zu diesem Zwecke mit ist die landwirthschastliche Versuchsstelle ge­gründet. worden. Und damit diese Untersuchung den Käufern keine Kosten alS die des PortoS macht, und damit dieselben bei etwaigem Mindergehalte nicht zu Schaden kommen, so haben sich diese bewährten Düngergeschäfte vertragsmäßig verpflichtet, die Kosten der Untersuchung selbst zu tragen und was besonders wichtig jeden von der Versuchsstelle nachgewiesenen Mindergehalt nach Maßgabe des Verkaufspreises dem Empfänger des Düngers zu vergüten.

Um sich vor Schaden beim Düngerkauf zu schützen, bedarf er also nur der Vorsicht, bei einer der im Vertrage mit dem Centralverein stehenden Handlung zu laufen und

von dem erhaltenen Dünger eine nach Vorschrift ge­nommene Probe behufs Untersuchung, an die land- wirthschaftliche Versuchsstelle in Marburg zu senden. Die wichtigsten Bestimmungen der Verträge lauten:

Die Düngerfirma stellt ihre sämmtlichen Dünge­mittel unter Controle der landwirthschastlichen Versuchs­stelle zu Marburg und verpflichtet sich damit ihren Ab­nehmern Düngemittel, mit dem in ihrer Preisliste jüngsten Datums angegebenen Gehalt an Düngstoffen zu liefern, und ihnen einen von der Versuchsstelle festgestellten Minder«

Prophet mit ausgestreckter Hand und tönender Stimme, den hinfälligen Körper hoch aufgertchtet, fort, .ziehe hin und erfülle Dein Geschick, denn Du bist in der Hand des HErrn. Ich sehe Gutes wie Böses von Dir ausgehen. Ich sehe, daß Du den lichten Pfad, der zu den Sternen führt, ver­lassen und der unbeständigen Liebe des Weibes nachgegangen bist. Das Weib wird Dich von dem rechten Pfade verleiten; Du wirst Dich wieder von ihr wenden, aber untergehen wirst Du dennoch. Aber weil Gutes in Dir ist, so wird Dein Name bleiben für alle Zeit, und wenn gleich Deine Ver- irrung Dich ins Verderben stürzt, so soll Deine Seele doch leben."

Ueberwälttgt durch die Majestät des Sehers be­grub Zoroaster das Antlitz in die Hände.

.Erhebe Dich und gehe, denn die Hand des Herrn ist aus Dir. Schreite stolz einher in Deiner unvergleichlichen Rüstung. Der König ist Dir zu­gethan und Du trittst vor die Königin, gekleidet in Gold und reiche Gewänder. Doch das ist alles eitel. Ich gehe folge mir nach!*

Einer mächtigen Eiche gleich stand der Prophet da, die Augen erglänzend von überirdischem Licht, in neugeborener Kraft aufgertchtet, das Haupt umwallt von schneeweißem Haar. Voll Staunen und Bewunderung sank Zoroaster auf die Knie- Und wieder sprach der Prophet:

Siehe, meine Stimme ist Gottes voll. Meine Tage sind zu Ende, die Erde flieht und die Herr­lichkeit Gottes nimmt mich auf in Ewigkeit. Die Völker verlöschen wie eine Flamme und die Fürsten