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Htlsstldcr Krcisbliltt.
Mit wöchentlicher Kratis-Meilage „Illustrirtes Anteryattungsblatt"
Nr. 15. Sonnabend den 4. Februar 1888.
Amtliches.
Hersfeld, den 25. Februar 1888.
Die Herren Ortsvorstände zu:
Allendorf, Eitra, Gittersdorf, Hattenbach, Hersfeld, Hilperhausen, Kalkobes, Kathus, Kleba, Meckbach, Mecklar, Meisebach, Nieder- aula, Rohrbach, Roßbach, Sorga, Stärklos, Tann, Untergeis, Unterhaun, Wippershain, Dünkelrode, Gethsemane, Hilmes, Kleinensee, Lampertsfeld, Leimbach, Malkomes, Philippsthal und Schenksolz werden hiermit an die Erledigung der Verfügung vom 16. März 1878 Nr. 904 im Kreis» blatt Nr. 23, die Einreichung der Protokolle über die im abgelaufenen Jahre vorgenommenen Revisionen der Maaße, Waagen und Gewichte betreffend, mit Frist bis zum 12. d. Mts. bei Meidung von 3 Mk. Strafe erinnert. *
1118. j Der Königliche Landrath ____________Freiherr von Schleini tz. _
Hersfeld, den 2. Februar 1888.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung der Verfügung vom 9. Februar 1884 Nr. 1721 im Kreisblatt Nr. 20, die Revision der Feuerungsanlagen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 14. d.Mts.beiMeidung von 3 Mk. Strafe erinnert.
1119. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 2. Februar 1888.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 5. Juli 1882 Nr. 8773 im Kreisblatt Nr. 53, die Fortführung bezw. Berichtigung des Verzeichnisses über die in die Pflichtfeuerwehr
(Unbefugter Nachdruck verboten.) Zoroaster.
Nach dem Englischen des Marion Crawford. (Fortsetzung.)
Rasch frug Nehusta: ,3ft Atossa schön? Habe ich sie schon gesehen?-
»Wohl wirst Du sie am Hofe zu Susa, bevor wir nach Eckbatana kamen, gesehen haben. Damals hatte soeben ihre Vermählung mit Cambyses stattgesunden; der kümmerte sich aber bei seinen steten Schwelgereien wenig um sie.*
»Sage mir, hat sie nicht blaue Augen und gelbes Haar? Hat ihr Gesicht nicht einen grausamen kalten Ausdruck?-
»Mag sein, daß sie etwas Hartes im Gesicht hat. Blaue Augen halte sie. Sie war damals sehr unglücklich und unterstützte deshalb den Magier, der sich für Smerdis ausgab.-
»34 hasse sie,- murmelte die Prinzessin.
»Du hassest sie, wie ist das möglich? Du hast st» kaum gesehen und sie hat Dir nicht das geringste Leid zugefügt.-
»Jch weiß, daß ich sie hassen werde. Schön ist ste gar nicht: bleich, kalt, grausam. Wie konnte nur der große König so thöricht sein und die hei- rathen ?-
»Langes Leben sei ihm beschieden! Der hei- rathet, wen er will. Doch bitte ich Dich, wirf nicht von vornherein einen zu großen Haß aus die Königin."
»Und warum nicht? Was habe ich von ihr?
einzureihenden Mannschaften betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 15. d. M t s. bei Meldung von Strafe erinnert.
1120. Der Königliche Landrath _______________Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 2. Februar 1888.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 4. Mai 1880 Nr. 4917 im Kreisblatt Nr. 36, die Fortführung des Ortsbürgerund Beisitzer-Verzeichnisses betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit F r i st bis zum 18. d. Mts. beiMeidungvon3Mk.Strafe erinnert.
1121. Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleini£._
Hersfeld, den 2. Februar 1888.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 8. Januar 1886 Nr. 60 im Kreisblatt Nr. 6, die Einreichung der Nachweisungen über die im IV. Quartal — October — December — zur Zwangsvollstreckung überwiesenen Rückstände an directen Kommunal-, Kreis- und Provinzialsteuern sowie Schulgeld betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis spätestens zum 12. d. M t s. bei Meidung von 3 Mk. Strafe erinnert.
1122. Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 1. Februar 1888.
Für den am 19. September 1872 geborenen Ackermann Johannes Pletsch zu Niederjossa ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staats- verbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
1077. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Bin ich nicht so gut als sie von königlichem Blut?"
»Gewiß,- erwiderte Zoroaster, »doch meine ich, Klugheit ziemt Fürstinnen sowohl, als der übrigen Menschheit."
»Jch würde an Deiner Seite selbst den großen König nicht fürchten," sprach Nehusta stolz. »Doch Dir zu Liebe will ich klug sein. Aber daß ich sie hassen werde, ist gewiß."
„Es sei nach Deinem Willen; wir werden ja bald sehen, wie es endet, da wir morgen unsere Reise antreten."
»Die drei Wochen dauern wird?- fragte Nehusta.
»Wohl — die Entfernung beträgt mindestens 150 Farsangs. Mehr als sieben bis acht Far- sangs an einem Tage zu machen, würde Dich er- müden."
»Aber, nicht wahr, wir werden die Zeit über immer beisammen sein?" fragte die Fürstin,
»Ich reite neben Deiner Sänfte, Geliebte," erwiderte Zoroaster. »Wir kommen durch wilde Länderstrecken, die für Unterhaltung und Behaglichkeit nichts bieten. Darum versteh Dich mit Allem und spare die Lastthiere nicht."
»Auch steht uns wohl keine Rückkehr bevor,- sprach Nehusta gedankenvoll.
»Wohl träumte ich von Rückkehr,- erwiderte der Geliebte, »doch fürchte ich, es ist so, wie Du sagst."
»Warum fürchtest Du, daß es so sein möge? Leben wir nicht besser am Königshofe, als hier in dieser, von aller Welt abgeschlossenen Bergfestung? Man könnte bet den Scythen nicht schlimmer sein.
Hersfeld, den 2. Februar 1888.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 30. Mai 1879 Nr. 6474 im Kreisblatt Nr. 44, das Einbinden der Kreisblätter betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 18. d. Mts bei Meidung von je 3 Mk. Strafe erinnert.
1123. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Aus den Parlamenten.
Berlin, 1. Februar. Der Reichstag berieth heute den von den conservativen Parteien und den Nationalliberalen eingebrachten Antrag auf Abänderung der dreijährigen in eine fünfjährige Legislaturperiode. Abg. Graf v. Behr-Behrenhoff (Reichsp.) trat zuerst für den Antrag ein, den er mit Zweckmäßigkeitsgründen motivirte. Abg, Dr. Windthorst (Centr.) bekämpfte-prinzipiell jede Verfassungsänderung und behauptete, daß dieser Antrag nur ein Vorläufer für weitere Anträge aus Beschränkung der VolkSrechte sei. — Ebenso erklärte sich Abg. Dr. Bamberger sdeutschsreif.) in längerer Rede gegen diesen Antrag (den er in früheren Jahren bekanntlich selbst befürwortet hatte) und machte für seine jetzige Auffassung geltend, daß es sich gegenwärtig um eine Machtsrage handele. — Auf eine Bemerkung deS Abg. Windthorst, daß man an einen Prosessor in Straß- burg das Ansinnen gestellt habe, ein Gutachten darüber abzugeben, wie man die Reichsverfassung ohne Mitwirkung des Reichstages ändern könne, erklärte der Staatssekretär des Innern, Staatsminister v. Boetticher, daß, wenn dem Abgeordneten die Mittheilung geworden sei, daß vom Reichskanzler oder irgend einem Organe der Reichsregierung eine solche Anfrage gestellt wäre, er das Opfer einer frivolen Täuschung geworden sei. In nachdrücklicher Beredsamkeit rechtfertigte sodann Abg. v. Bennigsen (nat.°lib.), der zunächst die von dem Abg. Bamberger zuvor gegen die Nationalliberalen gerichteten Angriffe zurückgewiesen hatte, den Antrag, Die sünsjährige Wahlperiode verkürze wohl das mechanische Wahlrecht der Wähler etwas, aber die Stellung des Reichstags selbst — und auf die Vertreter des Volkes komme es doch am Ende allein an — werde er verstärken. Dem Abg. Windthorst erwiderte er, daß die Nationalliberalen jemals weder die zweijährige Budgetperiode bewilligen, noch
Oh, wie sehne ich mich nach dem Palaste von Susa l"
Schweigend seufzte Zoroaster; seine Zukunftsträume lagen nicht in Susa. Der Nachtwind wehte kühler, die Trennungsstunde war da; sie verließen die Stätte ihres jungen Glückes: Zoroaster voller trüber Ahnungen, Nehusta in Träumen einer glänzenden Zukunft in Susa.
Aus ihm lastete der Fürstin seltsames Wesen, ihre ungerechtfertigte Laune wegen der Nichtbeachtung bet des Propheten Begräbniß, als er seine Gemächer in dem Palast betrat, mit einem ihm fremden, bedrückenden Gefühl. Doch bald wendeten sich seine Gedanken der nächsten, so veränderten Zukunft zu, die ihm die frohe Aussicht bot, fast einen Monat lang täglich an ihrer Seite zu sein, Mittags und Abends an ihrem Tische zu sitzen; er sollte für sie sorgen und über ihr wachen, jedem Mangel abhelfen, jede unnöthige Beschwerde fernhalten. So fiel er bald, erschöpft von den Mühen und den mannigfachen Gemüthsbewegungen des Tages in tiefen Schlaf.
Nehusta dagegen lag schlummerlos auf den seidenen Polstern ihres Lagers. Der Glanz deS Hofes von Susa, Atoffas kalte Schönheit, die ihr schon jetzt bis zum Haß gesteigerten Widerwillen einflößte, beschäftigte ihre Phantasie, am meisten der König selbst, dessen Aeußeres sie in Gedanken mit der strahlenden Schönheit ihres Geliebten verglich. Göttergletch und unvergleichlich erschien ihr dieser; Vorwürfe, daß sie an seiner Zuneigung habe zweifeln können, mischten sich in ihre Ge-