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f rrsftlörr Kreisblitt.
Mit wöchentlicher Kratis-Aeikage „IllustrirLes ILnterhattungsötatt".
Nr. 24. Sonnabend den 25. Februar 1888.
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auf das „Hersfelder Kreisblatt" mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrirtes UnterhaltungsBlatt" für den Monat März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliche»
Im Verlage der Firma E r n st und K o r n zu Berlin ist eine Schrift über „das Wesen und die Behandlung von brisanten Sprengstoffen" erschienen. Da eine Kenntniß von dem Inhalte dieser Abhandlung zur Verhütung von Unfällen beizutragen geeignet ist, wird dieselbe allen Denen empfohlen, welche Sprengstoffe zu verwenden, oder deren Verwendung zu überwachen haben.
Cassel, den 11. Februar 1888.
Der Regierungs-Präsident. Rothe.___
Hersfeld, den 23. Februar 1888.
Nach § 6 Abs. 3 des Gesetzes, betreffend die Versicherung der in land- und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen vom 5. Mai 1886 soll bei der Berechnung der Rente für Arbeiter sowie für andere von dem Betriebsunternehmer nach 8 2 versicherten Personen, soweit dieselben nicht Betriebsbeamte sind, ein durch- schnittlicher Jahresarbeitsverdienst zu Grunde gelegt werden, welcher in ähnlicher Weise, wie nach § 8 des Krankenversicherungsgesetzes der ortsübliche Tagelohn gewöhnlicher Arbeiter, durch die höhere Verwaltungsbehörde für
erwachsene männliche erwachsene weibliche ugendliche männliche lugendliche weibliche Arbeiter nach Anhörung der Gemeindebehörden festzusetzen ist.
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Ioeoafter.
Nach dem Englischen des Marion Crawford.
(Fortsetzung.)
.Wie kannst Du das, womit Du andere so glücklich machst, schlecht oder thöricht nennen?" fragte Nehusta in ruhigem Ton.
„Wohl scheint eS, als ob's keins von beiden sei und doch sagt mir die Vernunft, es sei beides. Tag für Tag sitze ich hier bei Dir und betrüge mich mit dem Gedanken, ich vertreibe Dir die Zeit bis —■
.Das ist kein Betrug," unterbrach Nehusta freundlich — sie wollte Zoroasters Namen nicht über seine Lippen kommen lasten — .ich finde für meine Dankbarkeit keine Worte —*
.Ich habe zu danken, daß es mir gestattet ist, täglich mit Dir zu reden, daß es Dir Freude zu bereiten scheint, wenn ich komme —er zögerte.
.Und ist das thöricht oder schlecht?" fragte sie lächelnd.
.Mehr, als ich es mir einzustehen wage. Hier sitze ich Tag für Tag, und Tag für Tag liebe ich Dich heißer — wozu es verschweigen? Du weißt es ja ohnedem. Du bedauerst mich vielleicht; denn Du liebst mich nicht — Du bedauerst mich, der ich den Erdkreis unter meinen Füßen rollen lassen kann, wie der Jongleur den Ball."
.O möchtest Du mich doch nicht lieben," sprach Nehusta ernst und schlug die Augen nieder; obgleich ihr Herz nicht für ihn schlug, erfüllten sie
Bei der Veranschlagung dieses durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes ist in Rechnung zu ziehen derjenige Arbeitsverdienst, welchen land- und forstwirthschaftliche Arbeiter am Orte der Beschäftigung durch land- und forstwirthschaftliche, sowie durch anderweite Erwerbsthätigkeit im Laufe eines Jahres durchschnittlich erzielen.
Unter „Arbeitsverdienst" ist jedoch nicht nur der baare Lohn, sondern auch Naturalbezüge (freie Wohnung, Feuerung, Viehweide, Kartoffelland, Aussaat u. s. w.) welche als Bestandtheil des Lohnes gelten, zu verstehen und bei der Berechnung zu berücksichtigen.
Als Jahresarbeitsverdienst gilt, soweit sich derselbe nicht aus mindestens wochenweise fixirten Beträgen zusammensetzt, das Dreihundertfache des durchschnittlichen täglichen Arbeitsverdienstes.
Da nach § 6 cit. Gesetzes die Festsetzung des durch- chnittlichen Jahresarbeitsverdienstes je besonders ür die laOwirthschMichen und die forstwirth- chaftlichen Arbeiter erfolgen kann, so werden überall, wo eine erhebliche Verschiedenheit zwischen dem Jahresarbeitsverdienst der landwirthschaft- lichen und forstwirthschaftlichen Arbeiter besteht, besondere Sätze für jede Arbeiterkategorie zu ermitteln sein. Ist eine solche Verschiedenheit nicht vorhanden, so sind für beide Arbeiterkategorien einheitliche Sätze anzugeben.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises erhalten die Weisung, unter Berücksichtigung des Vorstehenden die Höhe des durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes der land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter (je besonders für männliche und weibliche, für jugendliche und erwachsene) in ihren resp. Gemeinden rc. zu ermitteln und mir hierüber unfehlbar bis zum 1. März d. I. Bericht zu erstatten.
2142. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz.
dennoch seine Worte mit Entzücken — .Deine Freundschaft ist fast das Schönste, was ich kenne."
«Fast," erwiderte der König bitter, .gewiß! meine Freundschaft und die Liebe eines Anderen ist das Schönste, was es giebt. Ich wollte, daß ihm die Freundschaft, mir die Liebe zugefallen wäre; daß Zoroaster König und ich des Königs Diener sei. Alle meine Königreiche gäbe ich um das Wort aus Deinem Munde: Dartus, ich liebe Dich. Ach, Kind, Du kennst meine Liebe nicht, die hoch in den Himmel hinausreicht und tiefer ist als die tiefe See, -die die ganze Erde umspannt und aus ihr nichts erblickt, als Dich allein!"
Innerlich bebend, hörte Nehusta den glühenden Ausbruch an, den sie jetzt gern zurückgehalten und den sie doch wiederum um keinen Preis hätte missen mögen. Sie verhüllte die Augen mit der Hand und schwieg.
.Du schweigst," fuhr der König fort, „was könntest Du auch erwidern? Meine Stimme klingt wie die eines Wahnsinnigen. Ich besitze Alles — nur nicht die Liebe, die Du einem anderen geschenkt. Hätte ich die, so würde ich Thaten thun, wie die Welt sie bisher nicht gesehen. Wen liebst Du? Einen Krieger? Um Deinetwillen soll er erhoben sein über alle Menschenkinder; um Deinetwillen will ich euch Tempel errichten und mit dem ganzen Volk euch anbeten. Was er erbittet, sei ihm gewährt. Herrsche ich nicht als König über Alles---nur nicht über die Liebe?!"
Keuchend flog seine Brust; er sprang auf und
Bekanntmachung.
Auf Grund des Gesetzes, betreffend Aenderungen der Wehrpflicht vom 11. Februar 1888, wird Nachstehendes hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht:
a) Diejenigen zur Zeit des Inkrafttretens des Gesetzes bereits dem Landsturm angehörigen Personen, welche nicht unter den §. 7 des Gesetzes fallen, treten je nach ihrem Lebensalter zum Landsturm ersten beziehungsweise zweiten Aufgebots über (§. 24 des Gesetzes).
b) Angehörige der Ersatzreserve zweiter Klaffe werden Angehörige des Landsturms ersten Aufgebots.
c) Auf Landsturmpflichtige finden bereits im Frieden nachstehende Bestimmungen Anwendung :
aa. Landsturmpflichtige, welche durch Kon- sulats-Atteste nachweisen, daß sie in einem außereuropäischen Lande eine ihren Unterhalt sichernde Stellung als Kaufmann, Gewerbetreibender rc. erworben haben, können für die Dauer ihres Aufenthalts außerhalb Europas von der Befolgung des Aufrufs entbunden werden.
Bezügliche Gesuche sind an den Civil- Vorsitzenden derjenigen Ersatz-Kommission zu richten, in deren Bezirk die Gesuchssteller nach abgeleister Dienst- pflicht im Heere oder in der Flotte zum Landsturm entlassen bezw. von vornherein (bisher der Ersatzreserve zweiter Klaffe) dem Landsturm über- wiesen sind.
bb. Der Uebertritt aus dem Landsturm ersten Aufgebots in den des zweiten Aufgebots erfolgt mit dem 31. März desjenigen Kalenderjahres, in welchem
durchmaß mit raschen Schritten den Raum. Plötzlich blieb er vor ihr stehen.
.Sagte ich nicht, ich rase! Was könnte ich Dir geben, das Du nicht schon hast. Kann ich mehr geben, als Liebe und Gegenliebe, die Du besitzest? Ach, besäße ich doch nicht die Welt, sondern einen Tropfen Wasser, den Durst meiner gequälten Seele zu löschen. Weh' mir, Du hast mir den Frieden für immer geraubt!"
Händeringend, bleich wie der Tod, in den Augen das Feuer des Wahnsinns, stand der starke Mann vor ihr, die zitternd vor dem Sturm, den sie herausbeschworen, wortlos die Hände über der Brust faltete.
„Ach, Du hast recht," rief er voll Bitterkeit aus. .Ist es Deine Schuld, daß ich wahnsinnig bin, daß mich von 'dem ersten Augenblick, wo ich Dich in der Zeltthür stehen sah, eine grenzenlose Liebe ersaßte, eine Liebe, die das Mark meines Lebens verzehrt, die mich zerschmettert hat, gleich der Eiche der Berge, vom Sturm gefällt, um mich nie, nie wieder zu erheben!"
In verzweifeltem Schmerz stürzte er zu Boden und barg sein Antlitz in den Falten ihres Mantels.
Nehusta war nicht herzlos. Solches Elend, solch' tiefer Schmerz hätte ihr für jeden, wäre sie selbst auch in keiner Weise damit verknüpft gewesen, Mitleid eingeflößt. Mitleid, Furcht und Selbstanklage kämpften in ihrer Brust; aber das Gefühl, daß noch aus keinem liebenden Herzen^fich eine solche Fülle der reinsten Liebe ergossen, über-