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Hersstlher Kltisbliitt.

Mit wöchentlicher Hratis-MeilageIllustrirtes Anterl-altungsötatt".

Nr. 25.

Dienstag den 28. Februar

1888.

Bestellungen

auf dasHersfelder Kreisblatt" mit der wöchentlichen BeilageJllustrirtes Unterhaltungs­Blatt" für den Monat März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 23. Februar 1888.

Da es mehrfach vorgekommen ist, daß über Sterbefälle, bei welchen als Todesursache Pocken angegeben waren, nicht ein Duplikat der Zähl­karte dem Königlichen Kreisphysikus mitgetheilt worden ist, wie solches durch Verfügung der Königlichen Regierung zu Cassel vom 23. Juni 1886 A. I. 6109, mitgetheilt durch diesseitige Verfügung vom 29. Juni ej. Nr. 7314 (Kreis­blatt Nr. 77), vorgeschrieben ist, nehme ich Ver- _ anlassung. die Herren.Standesbeomjen *gg KreUzA

zur genaue aufzufordern.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 25. Februar 1888.

Trotz meiner Erinnerungsverfügung vom 7. v. Mts. J. Nr. 294 im Kreisblatt Nr. 4 sind die Herren Ortsvorstände zu:

2lUeuborf, Dünkelrode, Eltra, Gethsemane, Gittersdorf, Heringen, Hilmes, Kathus, Klei­nensee, Lautenhausen, Lengcrs, Malkomes, Meckbach, Oberlengsfeld, Petersberg, Philipps- thal, Ransbach, Rohrbach, Rotterterode, Schenk- lengsfeld, Schenksolz, Sieglos, Sorga, Unter- neurode, Widdershausen, Wehrshausen und Wölfershausen ,? , c m r immer noch mit Einreichung der Gememde-Rech- nungen pro 1886/87 im Rückstände.

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Zoroaster.

Nach dem Englischen des Marion Crawford. (Fortsetzung.)

Zoroaster betrat die breite Treppe und stieg zu der Terrasse vor des Königs Gemächern, aus der er Atoffa zuerst getroffen, hinauf. Sie war leer; als er eben unter dem großen Vorhänge durch­schreiten wollte, trat die Königin heraus, trotz der frühen Morgenstunde in besonders gewähltem An« zuge. Sie stieß einen leisen wohl nicht ganz un- gekünstelten Schrei aus, als sie so plötzlich vor ihm stand.Wie, schon zurück!" rief sie im Tone ungeheuchelter Freude, denn ihr Herz schlug hm entgegen, als er so vor ihr dastand in seiner göttergleichen Schöne. u .

»So ist es, der große König läßt Dir durch mich sagen, Du mögest Deine Sclaven entfernen und ihn und den, den ich hergebracht habe, binnen wenigen Minuten erwarten."

.ES ist gut," erwiderte Atoffa. .Sclaven sind nicht hier ich erwarte den König." Nach kurzem Schweigen fuhr sie fort: .Bist Du nicht froh, ^Wen* würde es nicht freuen, eine solche Reise beendet zu haben? Gewiß bin Ich froh."

Die Königin stand mit dem Rücken gegen den großen Vorhang und konnte somit die Terrasse in ihrer ganzen Länge und den Ausgang auf die große Treppe übersehen, Zoroaster ihr und dem Vorhang gegenüber. Nun entdeckte Atossas scharfes

Ich erinnere dieselben hieran nochmals und zwar mit Frist bis zum 10. März d. Js. Falls die qu. Rechnung bis zu diesem Termine nicht eingereicht werden kann, so ist mir der des- bezügliche Hinderungsgrund berichtlich anzuzeigen. 2370. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz.

Aus den Parlamenten.

Berlin, '24. Februar. Der Reichstag genehmigte heute die aus dem Hause beantragte Abänderung des Ge­setzes über den Verkehr mit blei. und zinkhaltigen Gegen­ständen vom 25. Juni 1887 dahin, daß dasselbe betreffs der Conservenfabriken erst mit dem 1. October 1889 in Krast treten soll. Der Herr Staatssecretär des Innern konnte die Zustimmung des Bundesraths in Aussicht stellen. Der Gesetzentwurf, betr. den Schutz von Vögeln, wurde in »weiter Berathung mit den von verschiedenen Parteien ver- einbarten AbänderungSanträgen angenommen und als Ter­min für das Inkrafttreten des Gesetzes der 1. Juli d. I. in den Entwurf eingestellt. Petitionen wegen Herbeiführung gesetzlicher Mittel zur Bekämpfung der Trunksucht werden LKMl! VM"'^hS^'' ia.- weG^ebima.

Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich zunächst mit dem Anträge des Abg. Hansen (freie.) weaeK Vor-

legung eines Gesetzentwurfs zur Er,«W»SM^i!eSBtempels für Veräußerungsverträge sowie ftr Pacht- und Micthsoer- träge über Immobilien, der nach längerer Debatte, in welche auch der Herr Finanzminister Dr. v. Scholz wieder­holt eingriff, mit der Modifikation zur Annahme gelangte, daß die Frage des Jinmobilienstempels M-iS^Mß,rungs- verträge für jetzt aus dem Antrnge ausgeschiE-t^chade^ aber die Erwartung auSgesproche» wurde, daß demnächst, auch aus eine entsprechende Ermäsigung des StempelS für Jmmobiliar-VeräußerungsverlrägeBedacht genommen werde. Der Herr Finanzminister stellte eine Ermäßigung des StempelS für Pacht- und Miethsvirträge in Aussicht. Der von den Abg. Berling und Genossen eingebrachte Antrag auf Annahme eines Gesetzentwurfs, betreffend den Erlaß der Reliktenbeiträge für Elementarlehrer, wurde, nachdem sich in der Diskussion sämmtliche Redner in wohlwollendem Sinne zu demselben geäußert und auch der Herr Kultus- minister Dr. von Goßler demselben grundsätzlich nicht wider» | sprechen, der bereits bestehenden Commission zur Vorbe. L^"" .

Auge während der g3w»«dOtMnb, der eilends den. Laß mich in Frieden ziehen^trockne^Deiue die letzten Stufen der TreppeeüwmA^-rmd-»- ~' kannte sofort Nehusta. Keine Miene, kein S3W verrieth, daß sie die Feindin hatte kommen sehen. Mit sanftem, schwermüthigen Ausdruck heftete sie die tiefblauen Augen auf Zoroaster und sprach: Trübe schlichen die Stunden dahin, seit ich

Dich fort wußte! Du antwortest mir nichts?" und, wie einem unbesiegbaren Impulse nachgebend, schlang sie die Arme um ihn und küßte fihn wieder­holt.Zoroaster, mein einzig Geliebter, nie darfst Du mich wieder verlaffen." Dabei um­klammerte sie ihn so fest, daß er sich kaum zu be- wegen vermochte; schluchzend lag sie an seiner Brust, während er sie an den Schultern erfaßte,

um sich loszuwinden.

Ein kurzes tiefes Stöhnen ertönte hinter ihm; er hörte es nicht, Atoffa aber hörte es, sie blickte auf, Nehusta war verschwunden, die tödtliche Wunde im Herzen mit sich nehmend. Die Brust von wilder Freude erfüllt, löste die Königin Zo- roaster aus ihrer Umarmung, begrub das Antlitz in beiden Händen und stöhnte:

O Gott, was habe ich gethan

Zweifelnd stand Zoroaster einen Augenblick da; alles bisher Unverstandene war ihm jetzt wie durch Eingebung klar; ruhig und freundlich, wenn auch mit Ueberwindung, sprach er:

Den Schicksalsmächten danke ich, daß ich Deine Liebe nicht erwidere. Vergiß auch Du diese Liebe. Treu diene ich dem Könige, meinem Herrn und will an ihm nicht zum Lügner und Betrüger wer«

rathung des ReliktengesetzeS für unmittelbare Staatsbeamte überwiesen. Schließlich gelangten noch einige Petitionen zur Erledigung. Montag: Gesetzentwürfe, betreffend die Uebertragung polizeilicher Befugnisse in den Kreisen Teltow. Riederbarnim, Charlottenburg aus da« Polizeipräsidium in Berlin und betreffend die Kosten der Polizeiverwaltung in den Stadtgemeinden.

Berlin, 25. Kebruar. Die heutige Sitzung deS Reichstages war nur von kurzer Dauer. Es wurde der Meistbegünstigungsoertrag mit Paraguay definitiv ge« nehmigt. Ebenso der Gesetzentwurf, betreffend den Erlaß der Wittwen- und Waisengeldbeiträge für die Reichsbeamten und Angehörige des Reichsheeres und der Marine. Im Uebrigen kamen Petitionen meist ohne Debatte nach dem Anträge der betreffenden Commission zur Erledigung. Her« vorzuheben ist nur, daß die von dem Centralvorstande des deutschen Werkmeisterverbandes zu Düsseldorf eingegangenert Petitionen dem Herrn Reichskanzler dahin zur Berücksich­tigung überwiesen wurden, die in der Reichsgewerbeordnung noch nicht begrenzte rechtliche Stellung der Werkmeister durch Einschaltung einer gesetzlichen Bestimmung zu regeln. Montag: Vogelschutzgesetz und Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Gerichtsverhandlungen.

$>eutfdHanj^^ Laufe des Sonnabend Majestät der Kaiser vom Ober-Hof-Marschall Grasen Perponcher sich Vor« trag halten, empfing den Flügeladjutanten des Großherzogs von Baden, Major Frhrn. v. Schonau, welcher den Kaiser!. Majestäten noch die offlclelle Mittheilung von dem erfolgten Ab« leben des Prinzen Ludwig Wilhelm von Baden HMachte und nahm darauf die persönlichen SpäteHvÄE^er hoher Officiere entgegen, noch längere Mr^Maiestät der Kaiser Cabinets v. Albedyll unll^Mef des Militär« vor dem Diner eine ConferenzM^LjaMnittage kanzler Fürsten Bismarck.

Der Reichsanzeiger veröffentlicht folgenvk---

San Remo, 25. Febr., Vormittags 10 Uhr

Thränen, damit der König, der gleich erscheinen nicht sieht und wähnt, Du fürchtest, dem Meder Phraortes gegenüber gestellt zu werden. Vergiß und vergieb, wenn Dein Diener etwa

gefehlt hat."

Ein hartes Lachen war die Antwort.Ich vor dem Könige weinen? Da kennst Du mich nicht. Geh' lebe wohl vielleicht bleibt Dein Leben Dir erhalten; vielleicht bringt meine Liebe Dir den Tod."

Zoroaster verbeugte sich ehrfurchtsvoll und der« lieb die Terrasse. Lächelnd ordnete die Königin ihr Gewand und die goldenen Locken und mur« weite vor sich hin:

Sie empfing den Todesstoß und ihn ihn liebe ich seit Jahren. Wie thöricht ich doch bin!" Langsam und sinnend durchschritt sie den Eingang zur Terrasse verhüllenden Vorhang.

Inzwischen suchte Zoroaster Nehusta zu sehen. In die Frauengemächer des Palastes zu dringen war unmöglich, er sandte daher eine Sclavin ab, doch kehrte diese mit dem Bescheid zurück, daß die Fürstin allein in ihren Gemächern sei, wohin nie« mand zu folgen wagen dürfe. So begab er sich denn endlich nach dem langen erschöpfenden Ritt zur Ruhe und verschlief den Tag bis zum Abend.

Atosfa aber erwartete den König mit PhraorteS, der mittlerweile einigermaßen wieder zu sich o--« kommen war, in ihrem Ankleidezimmer.

fühlte sich dort sicherer und mehr Herr' ^