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Nr. 33. Sonnabend den 47. März 1888.
Amtliches.
Berlin, den 18. Februar 1888.
In Verfolg meiner Circular-Verfügung vom 5. v. Mts. (II. 15166),
betreffend die den Deutschen Waarensendungen nach Rumänien beizugebenden Ursprungs Zeugnisse, ersuche ich im Einvernehmen mit den Herren Ministern der auswärtigen Angelegenheiten und für Handel und Gewerbe Ew. Hochwohlgeboren ergebenst, die zur Ausstellung der belegten Zeugnisse ermächtigten Behörden noch mit einer dahin gehenden Anweisung zu versehen, daß in den Ursprungszeugnissen, für die aus Deutschland nach Rumänien eingeführten Waaren Seitens der ausstellenden Behörde ausdrücklich unterschieden und entsprechend bescheinigt werde, ob die betreffende Waare wirklich deutsches Erzeugniß, oder ob dieselbe nur durch Entrichtung des Deutschen Eingangszolles nationalisirte Deutsche Waare sei, sowie daß in dem letzteren Falle in dem Ursprungszeugnisse die denselben beigefügte Zollquittung genau nach Nummer undZollart bezeichnet und die Identität der Waare mit derjenigen, für welche die Zollquittung ertheilt worden ist, bescheinigt werde.
Der Minister des Innern.
Im Auftrage gez. v. Zastrow.
An den Königlichen Regierungs-Präsidenten Herrn Rothe Hochwohlgeboren zu Cassel. II. 595.
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Cassel, den 28. Februar 1888.
Abschrift erhalten Ew. Hochwohlgeboren 2C. zur gefälligen Nachachtung unter Bezugnahme auf den durch meine Verfügung vom 25. v. Mts. A. II. 727 mitgetheilten Ministerial Erlaß vom 5. v. Mts.
Der Regierungs-Präsident. Rothe. An die sämmtlichen Herrn Landräthe des Bezirks 2C. A. II. 2910.
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Hersfeld, den 8. März 1888.
Wird den Herren Ortspolizeiverwaltern des Kreises unter Hinweis auf meine Verfügung vom 3. v. Mts. Nr. 1086 im Kreisblatt Nr. 16 zur Nachachtung mitgetheilt.
2950. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 14. März 1888.
Im Anschlüsse an meine Verfügung vom 6. December 1887 J. A. Nr. 781, im Kreisblatt Nr. 145, theile ich den Einwohnern des hiesigen Kreises hierdurch mit, daß die von dem hiesigen Kreise käuflich erworbene Wasenmeistereigerecht- same seitens des Letzteren für einen zehnjährigen Zeitraum und zwar vom 14. Juni 1887 bis dahin 1897 an den Wasenmeister Herrn Peter Schneider dahier verpachtet worden ist.
Alles gefallene sowie wegen Alter und Krankheit zu tödtende Vieh muß deshalb, wie auch schon in meiner Eingangs gedachten Verfügung gesagt ist, bei dem genannten Pächter, welcher die Rechte und Pflichten der Wasenmeisterei getreulich wahrzunehmen hat, angemeldet werden.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises haben darüber zu wachen, daß
I winnen. Viele harren im dichtesten Gedränge 10 Stunden aus, um das Ziel zu erreichen. Noch bevor der Tag graut, versammeln sich Hunderte und Tausende. Die Zahl derjenigen, die zu dem Sarg des Kaisers gewallfahrtet sind, wird hinter einer halben Million kaum zurückbleiben.
Auf Verwendung des Reichskanzlers haben am Mittwoch Abend von 10 bis 12 Uhr die Mitglieder des Reichstags und Landtags Zutritt erhalten. Wie das Reichspräsidium, so hatten auch die Präsidien der beiden Häuser des Landtages prächtige Kränze am Sarge niedergelegt. Die Zahl und Pracht der am Kaiserlichen Katalfalk niedergelegten Kränze ist nicht anzugeben und nicht zu beschreiben. Aus allen Theilen der Welt, aus allen Schichten der Gesellschaft sind duftige Zeichen unwandelbarer Treue und innigster Theilnahme eingegangen. Den Schmuck des Sarges mit losen Blumen hatte Kronprinz Wilhelm persönlich übernommen. Die Frau Kronprinzessin hat einen Palmenwedel mit Strauß niedergelegt.
Die sieben Urenkel Kaiser Wilhelms spendeten einen zarten Maiblumenkranz mit einem Rand von Rosen und Vergißmeinnicht und einer Schleife, aus welcher die Namen eingedruckt sind. Prinz Heinrich überbrachte einen Palmenzweig, unten mit einem Maidlumenkranz geschmückt; Prinz Alexanders letzter Gruß war ein Palmenwedel mit Schleife. Die Großherzogin-Mutter von Mecklenburg über- sandte ein großes Palmen-Arrangement, die Königin von Württemberg einen Kranz von einem Meter Höhe mit Kamelien und Orchideen durchflochten und mit einer Schleife In den württembergischen und russischen Farben geziert. Der Kranz der Königin von Spanien, mit rothgelber Schleife, duftet von Flieder und entzückt durch die Pracht der Hunderte von Kamelien. Der König von Portugal sandte einen Lorbeerkranz mit Eichenlaub durchwunden, die Königin von Portugal einen kostbaren Kranz aus Parmaveilchen mit einer Stilette aus lila Seide. König Karol und Königin Elisabeth von Rumänien ließen einen Palmenzweig mit einem Rosenkranz übersenden. Der Herzog von Schleswig, der Onkel der Kronprinzessin, widmete einen herrlichen Kranz, der Erbprinz von Anhalt ein Palmenarrangement von fünf Wedeln mit grünweißer Stilette, der Erbprinz von Schönburg einen großen Palmenzweig, die erbprinzlich Fürsten- bergschen Herrschaften einen wundervollen Kranz, dessen eine Seite aus Maiblumen und dessen andere Seite aus Rosen gewunden war, während Kamelien den Knoten bildeten. Das preußische Staatsmi- nifierinm hat „seinem großen König und Herrn* einen Kranz aus Kamelien gewidmet, aus denen einzelne Tulpen hervorragen, während Maiblumen das Ganze umsäumen; die Mitte ziert ein Strauß aus Rosen, weißem Flieder und Schneeglöckchen, über der Schleife liegt ein Orchideenzweig.
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Die Leichenfeier tm Dom
Freitag Mittag, welche der Ueberführung voraus- geht, wird durch Läuten sämmtlicher Glocken Berlins eingeleitet. Der Oberstkämmerer und die dazu berufenen Staatsminister treten hinter die Tabourets, auf denen die Reichsinsignien liegen. Der Träger des Reichspaniers nimmt seinen Platz am Kopfende des Sarges. Am Fußende ordnen sich die Deputationen der Regimenter. Für die
solches geschieht. Auch hat die Königliche Gendarmerie ihr Augenmerk darauf zu richten.
J. A. 182. Der Königliche Landrath ___Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 16. März 1888.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 15. April 1886 Nr. 4578 im Kreisblatt Nr. 46, die Körung der Zuchtbullen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 22. d. Mts. bei Mei- dung von 3 M. Strafe erinnert.
3224. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 15. März 1888. “ Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 3h Mai 1881 Nr. 6276 im Kreisblatt Nr. 45, betreffend die Revision der Lokale, in welchen Nahrungs- und Genußmittel und Verbrauchsgegenstände feil gehalten werden, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 3 0. d. Mts. bei Meidung von 3 M. Strafe erinnert.
3225. Der Königliche Landrath
______Freiherr von S ch lei nitz.
Bekanntmachung.
Der Schlosser Mathias Meyer, geboren zu Eisenschmitt, Kreis Wittlich, hat seit dem Jahre 1867, nach dem Tode seiner Frau, seine Heimath unter Zurücklassung eines Sohnes verlassen und ist sein jetziger Aufenthaltsort unbekannt.
Am 8. November v. Js. war er in Seffern, Kreis Bitburg, doch schon vom 10. November ab ist seine Spnr wieder verschwunden.
Da die Feststellung seines Unterstützungs-Wohn- sitzes verlangt wird, so werden alle Polizei Behörden des deutschen Reichs auf Grund des §. 63 des Gesetzes über den Unterstützungs-Wohnsitz vom 6. Juni 1870 hierdurch ergebenst ersucht, im Betretungsfalle den p. Meyer anzuhalten und ihn darüber zu vernehmen, wo er sich seit dem Jahre 1880 aufgehalten und ob er irgendwo einen Unterstützungs Wohnsitz erworben hat.
Die Verhandlung muß den Aufenthalt möglichst genau, in zusammenhängender Reihenfolge nachweisen. Um baldige Einsendung der ev. Verhandlung wird gebeten.
Ehringshauseu, Kreis Wetzlar, den 1. März 1888. Der Bürgermeister Z e ch l i n.
Beschreibung der Person nach einer Aufnahme von 1867^Name: Meyer, Mathias. Alter: ge« boren am^ Februar 1838. Geburtsort: (Sifen« schmitt^SMis Wittlich. Gewerbe: Schlosser. Größe: mWl. Haare: schwarz. Augen: schwarz u. klein. yWe: gewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Bart: S^Ä» und Backenbart, schwarz. Gesichtsfarbe: Mund. Sprache: deutsch. Besondere Kennzeichen flUisterer Blick.
TrauerfeierttiMs
Zum Dom.
Berlin hat in den letzten Tagen eine Völkerwanderung erlebt wie noch nie zuvor. Hunderttausende drängten nach dem Schloßplatz hin, um den Zugang zum Dom und zur Paradeausstellung der Leiche unseres alten Kaisers zu ge-