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Htlsseliltr Kreisdllitt.
Mit wöchentlicher Kratis-ZLeitage „Illustrirtes IlnterhattungsötatL".
Nr. 38.
Donnerstag den 29. März
1888.
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Die Expedition.
Amtliches.
Oeffentliche Aufforderung.
Die diesjährigen Frühjahrs -Controlversamm- lungen für die Mannschaften des Beurlaubtenstandes — Reserve und Marinereserve, Landwehr und Seewehr ersten Aufgebots, Ersatzreserve und Marineersatzreserve — im Kreise HerSfeld finden wie folgt statt:
1. Zu Hersseld I Dienstag den 10. April d. I. Vormittags 8 Uhr, für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
Zoroaster.
Nach dem Englischen des Marion Crawford. (Schluß.)
„Oh Zoroaster, Geliebter, einzig Geliebter — sage nicht mehr, daß ich untreu gewesen; ich bin Dir ja bis in den Tod getreu und ich werde Dir, nur Dir angehören — ewig — über den Sternen I"
Fester preßte er sie an stch. Der Glanz der Verklärung, den nur die Todesstunde bringt, strahlte auf dem bleichen, noch immer schönen Antlitz.
„Ueber den Sternen — ewig," rief er begeistert, „in dem ewigen Lichte des höchsten GottesI"
Ein scharfer, wuchtiger Hieb sauste durch die Luft nieder, durchschnitt Nehusta's Nacken und senkte sich tief in des Geliebten Brust. Der Tod hatte sie vereint. Das Morden hatte ein Ende.
Drei Tage nachher kehrte König Darius zurück. Ein Bote mit der Meldung, daß seine Heeresmacht zu Ekbatana die Rebellen geschlagen, obwohl sie eins gegen zehn gestanden, traf ihn auf dem Marsche. Der Anblick der zu Stakhar verübten, unerhörten Greuelthat erfüllte den kriegsgewohn- ten Mann mit Entsetzen; heiße Thränen flossen über die gebräunten Wangen, als er das Weib, das er so sehr geliebt, todt an dem Herzen seines treuesten und geliebten Dieners liegen sah. Und er zog abermals aus und vertilgte die wilden Reiter aus den Bergen, so daß kein Kind verschont blieb, den Tod des Vaters zu beweinen. Ader
2. Zu Unterhaun
Dienstag den 10. April d. J. Nachmittags 3 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.
3. Zu Hersfeld II
Mittwoch den 11. April d. J. Vormittags 8 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Biengartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Heenes, Rohrbach, Tann und Hermannshof. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
4. Zu Obergeis
Donnerstag den 12. April d. J. Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmers- hausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Goßmannsrode, Obergeis, Reckerode, Rotterterode und Untergeis.
5. Zu Niederaula
Freitag den 13. April d. J. Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederaula, Niederjossa, Reimboldshausen, Solms, Stärklos,WillingShain und Gutsbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg.
6. Zu Schenkleugsfeld
Sonnabend den 14. April d. J. Vormittags 9 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Conrode, Dünkelrode, Hillartshausen, Mal- komes, Motzfeld, Oberlengsfeld, Ransbach, Hilmes, Lampertsfeld, Lanoershausen, Schenklengsfeld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.
zweitausend von ihnen wurden nach Stakhar geschleppt und am Wege gekreuzigt — als Sühne für die, die er so innig geliebt.
Und er nahm die Leichname des Oberpriesters Zoroaster und der Königin Nehusta und des Keinen syrischen Mädchens und begrub sie mit Specereien, in seine Leinwand gehüllt, mit Platten von reinem Gold gedeckt in einem gemeinsamen in den Felsen gehauenen Grabe zu Stakhar oberhalb des Palastes. —
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Im Hause der Väter.
Novelle von Hans Warring.
Es war im Sommer des Jahres 1871. Das Wetter war seit einigen Wochen unverändert heiß und trocken gewesen, selbst die Nächte hatten keine Kühlung gebracht. Die Wolken, die hin und wieder aufstiegen, und nach denen die Menschen sehnenden Auges blickten, verschwanden wieder an den hellblauen, sonnendurchglühten Horizont, ohne einen Tropfen gespendet zu haben. Auch die Winde kühlten nicht, sie flogen wie ein heißer Athem über die Welt und trockneten in den Adern der dürstenden Erde den letzten Tropfen Feuchtigkeit aus. In den Städten war es heiß und staubig, selbst | in dem kleinen, am Strom gelegenen Städtchen, dessen breite gerade Straßen sich doch jedem küh
7. Zu Heimboldshausen
Sonnabend den 14. April d. J. Nachmittags 3 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Bengen- dorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Kleinensee, Lauten- hausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wölfers- Hausen und Unterneurode.
Zur strengen Nachachtung für die betheiligten Mannschaften fügt das Bezirkscommando folgende Bemerkungen hinzu:
1. Zu den Frühjahrs - Controlversammlungen haben sich alle Mannschaften, welche der Reserve und Marinereserve, Landwehr und Seewehr ersten Aufgebots, der Ersatzreserve und Marineersatzreserve angehören, sowie die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen, die zur Disposition der Truppen- theile und Marinetheile beurlaubten Mannschaften, zu gestellen. Nur diejenigen Wehrmänner und Seewehrmärmer, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1876 eingetreten sind und deshalb bei den diesjährigen Herbst-Controlversammlungen Zur Landwehr zweiten Aufgebots übertreten, sind von der . Frühjahrs-Controlversammlung dieses Jahres entbunden.
2. Die Berufung zu den Controlversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung statt. Die Nichtbefolgung der Berufung zu den Controlversammlungen wird disciplinarisch bestraft.
3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühlen ec. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Gemeinden sie gehören.
4. Die Mannschaften haben ihre sämmtlichen Militär-Papiere mit zur Stelle zu bringen.
5. Gesuche um Befreiung von der Controlversammlung sind rechtzeitig bei dem zuständigen Bezirks-Feldwebel anzubringen und können
lenden Lufthauche, der vom Wasser herauskam, öffneten.
Zwar war die größte Hitze des Tages schon vorüber, aber noch spürte man auf dem heißen Pflaster die Nachwirkung der glühenden Mittagssonne. In den Straßen wandelten die Menschen in dem Schattenstreif, den die westliche Häuserreihe bereits warf. Und in den Anlagen aus dem Rathhausplatze saßen selbst die Kindermägde matt und ohne zu schwatzen da und beobachteten mit müden Augen ihre Pflegebefohlenen, die im Sand der Gänge ihre Keller und Gräben gruben.
Auch der junge Mann, der etwa um die fünfte Nachmittagsstunde aus dem Westerthor des Städtchens trat, litt augenscheinlich von der Hitze des Tages. Im Schatten des Lustwäldchens zur Seite der Straße blieb er stehen, nahm den leichten Strohhut von dem Kopfe und trocknete stch die Stirn. Es war ein noch junger Mann in einfachem staubgrauen Anzüge, eine mittelgroße, gutgebaute Gestalt mit breiten Schultern, über welchen sich auf kräftigem Halse ein ausdrucksvoller, dunkelblonder Kopf erhob. Er war fremd in der Gegend und hatte im Gasthpuse, wo er eingekehrt war, den Weg erkundet. Dort links die dunkle Baumgruppe auf der Höhe mußte der Kirchhof von St. Marien sein. Dahinter erhoben sich hohe Essen: die Wießmann'sche Eisengießerei. Ja, er konnte sich gut ortcnttren. Er wandte sich rechts, wo stch unter ihm die fruchtbare, unabsehbar weite