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Hnsskl-kr KreiMtt

Nr. 42.

Mit wöchentlicher Kratis-ZLeilageIssustrirtes Anterhattungsölatt".

Dienstag den 10. April 1888.

Bestellungen

auf das »Hersfelder Kreisblatt" mit der wöchentlichen Gratis-Beilage »Jllustrir- tes Unterhaltungsblatt" werden noch fort­während von allen Kaiserlichen Postanstalten, Land­briesträgern und von der Expedition angenommen

Amtliches.

MMMinÄMMM!

Durch die Ueberschwemmungen in den Strom- gebieten der Elbe, Oder und Weichsel sind Tausende und aber Tausende unserer Brüder mit ihren Angehörigen in die bitterste Noth ver- setzt worden. Viele Dörfer und Ansiedelungen sind ganz oder theilweise zerstört, fruchtbare Landstriche meilenweit voraussichtlich versandet; Hab und Gut, das Ergebniß langjähriger mühe­voller Arbeit ging verloren und daneben ist die Gesundheit aller Heimgesuchten arg bedroht.

Eine Schreckensnachricht drängt die andere. Zusammengehörig in Freud wie in Leid, in guten wie in bösen Tagen tritt an jeden Deutschen die Verpflichtung heran, sein Theil zur Milde­rung des unverschuldeten Nothstandes beizutragen. So richten denn auch die Unterzeichneten an die Bewohner Cassels und des Hessenlandes die dringende Bitte, der Heimgesuchten zu gedenken und durch Spenden an Geld, Nahrungsmitteln, Kleidungsstücken (auch für Kinder in jedem Lebensalter) ihre Theilnahme zu bekunden.

Ueber alle eingehenden Beträge wird in den öffentlichen Blättern quitttrt werden.

Cassel, den 2. April 1688.

Das Comite für Stavt und Regierungs- Bezirt Cafsel.

Bäthge, Director. Berlitz I. Büding,

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Im Hause der Vater.

Novelle von Hans Warrtng.

(Fortsetzung)

DaS war wohl alljährlich so gewesen, aber es war doch ein neuer Zug von Schaffens- lust mit dem neuen Verwalter in die gewohnte Art gekommen. Er hatte eine kurze bestimmte und dennoch durchaus nicht unfreundliche Art, Be- fehle zu ertheilen, die seine Untergebenen flink auf die Beine brächte. Besonders aber hatte er den guten Willen der Frauen für sich, was er ihnen mit einem Lächeln oder einem Scherzworte zu lohnen Pflegte, was stets aus guten Loden fiel. Frau Johanne Tiede und ihre Schwiegermutter waren seines Lobes voll. Er hatte ihnen genü- gende Hilfe gestellt zur Besorgung der ungeheuren Kessel, die in der Waschküche brodelten und koch­ten, was bisher noch kein Verwalter in so um­sichtiger und gerechter Weise gethan hatte.

»Ja, gnädiges Fräulein, der verfteht's!" sagte die Alte. »Und alles ist vorbedacht und angeord- net, so daß nie Aufenthalt und Unordnung ent- steht. Jeder weiß was er zu thun hat da giebt es kein Durcheinanderlaufen und Fragen!"

»Nun, Fränz, es sollte mich freuen, wenn wir endlich an einen Brauchbaren gerathen wären!' sagte das Fräulein. Sie saß tu ihrem dunkel­blauen Rettkleibe unter den Caftanten vor dem Hanse, bequemt» ihren Schaukelstuhl zurückgelehnt.

Banquier. Fr. Chartier. v. Dörnberg, Landrath. Eckhardt, Bierbrauereibesitzer. Louis Elh. Funck, Generalmajor. Gosewisch, Redacteur. Haas, Pfarrer. Hupfeld, Justizrath. Jünger, Schuh­machermeister. Klippert, Gebrüder. Klöffler, Bürgermeister. Knetsch, Julius. Köhler, Fritz, Kohlenhandlung. Dr. Lohmeyer. Mergard, Hotelier. Müller, Dechant. Nebelthau. v. Passow, Generallieutnant. J. E. Pfaff. Carl Pfeiffer, Banquier. Pilger, Blechschmiedemeister. Dr. Rocholl, Rechtsanwalt. Rothe, Reg.-Präsident. Schmidt, Postdirector. Schmidt, Glasermeister. Seyfarth, Bauunternehmer. Schiebeler, Metzger­meister. Thies, Hofschauspieler. Trost, Heinrich. Traube, Stadtrath. Vogt, Otto Weise, Oberbür­germeister. Weißenborn, Bäckermeister. Weyrauch, Consist.-Präs. Wittich, Director.

* *

Beiträge werden auf dem Königlichen Land­rathsamte entgegengenommen.

Hersfeld, den 7. April 1888.

4081. Der Königliche Landrath

Freiherr vonS ch I e i n i &_

Hersfeld, den 15. März 1888.

Zur Vornahme des diesjährigen Ersatz-Ge­schäfts für den Kreis Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden:

Montag den 23. April d. Js.

von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus der Stadt Hersfeld und den Landgemeinden Allmershausen mit Hählgans, Ana, Biedebach, Bingartes, Eich- Hof, Eitra, Friedlos, Gittersdorf, Heenes, Hil- perhausen, Kalkobes, Kathus, Kohlhausen, Meck- bach, Mecklar und Meisebach.

Dienstag den 24. April d. Js.

von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Land­gemeinden Obergeis, Oberhaun, Oberrode, Petersberg, Reilos, Rohrbach, Roßbach, Rotensee,

»Und mit den Leuten weiß er umzugehen! man steht, daß er an's Befehlen gewöhnt ist. Vielleicht weil er Soldat und Offieter ist!"

»So ist er das?" fragte das Fräulein gleich­gültig.

»I freilich! Er ist ja vor Parts schwer ver­wundet worden und hat mehrere Monate im La- zareth gelegen. Den Arm trägt er ja noch in der Binde."

»Ja wohl, ich vergaß! Es ist also bis jetzt Alles glatt und gut abgegangen, ohne jene Scenen des Ungehorsams und der Widersetzlichkeit, die mir sonst immer die Erndtezeit zur Pein ge­macht haben!"

»I freilich! Keiner denkt daran. Aber er sorgt auch für seine Arbeiter! Er guckt selbst in die Küche und sieht nach, was wir kochen. Er weiß, wie man die Leute bei schwerer Arbeit guten Muthes erhält."

»Das ist gut, ich bin auch nicht dafür am unrechten Ende zu sparen. Nur muß Arbeit und Verbrauch im Einklang stehen!"

»Herr Gott, gnädiges Fräulein, es geht vor­wärts wie noch nie! An der Dedenhoier Grenze sind sie schon fertig! Heute hauen sie schon am Fließ!"

Das Fräulein blickte die Alte von der Seite an und lächelte. D-e alte Fränz war sonst den Herrn Verwaltern gegenüber durchaus nicht wohl­wollend gewesen. Sie hatte scharf aufgepaßt und die gemachten Fehler nicht beschönigt. Was hatte

Sieglos, Sorga, Tann, Untergeis, Unterhaun, Wilhelmshof, Wippershain, Niederaula, Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Engelbach, Frie- lingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hattenbach, Heddersdorf und Holzheim.

Mittwoch den 25. April d. Js.

von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Land­gemeinden Kemmerode, Kerspenhausen,Kirchheim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederjossa, Recke- rode, Reimboldshausen, Rotterterode, Solms, Stärklos, Willingshain, Friedewald, Bengendorf, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen und Kleinensee.

Donnerstag den 26. April d. Js.

von Morgens präcis 7 Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Land­gemeinden Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Widdershausen, Wölfershausen und sämmtlichen Gemeinden 2c. des Amtsgerichtsbezirks Schenk- lengsfeld.

Freitag den 27. April d. J.

von Morgens präcis 8 Uhr ab Loosung und Classification derjenigen Mannschaften der Reserve, Landwehr und Ersatz- Reserve conf. §§. 6 u. 16 des Gesetzes, be­treffend Aenderungen der Wehrpflicht, vom 11. Februar 1888 welche wegen häuslicher, ge­werblicher oder Familien-Verhältnisse eine Zu­rückstellung für den Fall der Einberufung zu den Fahnen beanspruchen wollen.

Das Ersatz-Geschäft wird, wie bisher, im hiesigen städtischen Rathhause vorge» nommen.

Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises selbstverständlich auch die Herren Gutsvorsteher werden ange­wiesen:

1) die militairpflichtigen Mannschaften ihrer Gemeinden 2c. und zwar

dieser Fremde ihe angethan, daß sie so beredt sein Lob verkündigte? Sollte etwa seine »einnehmende Persönlichkeit auch aus diese Alle ihre Wirkung nicht verfehlt haben! Und was war eigentlich an ihm, was alle Frauen rasch zu Freundinnen machte? In der Stadt hatte sie in bekannten Kreisen schon von ihm reden gehört. Er war ein paar mal durch die Straßen geritten und daS hatte genügt, die Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken. Man hatte seine vornehme männliche Er­scheinung gerühmt. An jenem Abende, als sie ihn engagirte, hatte er ihr doch längere Zeit gegenüber gestanden, sie hatte indessen nichts Außergewöhn­liches an ihm bemerkt. Freilich hatte sie ihn kaum angesehen. Seine Zeugnisse waren von größerer Wichtigkeit für sie. Und nun überraschte sie sich darüber nachzudenken, ob seine »angenehme Persönlichkeit" es dieser Alten angethan hätte!

Sie erhob sich rasch.

»Komm mit, Fränz!" sagte sie, ich will einmal Eure Vorräthe inspiciren und mich überzeugen, daß Euch nichts fehlt, die vielen Menschen satt zu machen. Es ist ja ein großer Vorzug, daß der Herr Verwalter so umsichtig und vorsorglich ist, aber lieber verlasse ich mich auf meine eigenen Augen."

Sie ging von der Alten gefolgt zu dem »Ge- sindeeingang" an der Ostseite des Hauses, und dann den schmalen gepflasterten Corrtdor entlang. Um zu der großen nach Osten gelegenen Vorraths«