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Hersscl-kl Kreisbliitt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllustrirtes Anterhaltungsklatt".

Nr. 44. Sonnabend den 14. April 1888.

Bestellungen

auf das .Hersfelder Kreisblatt" mit der wöchentlichen Gratis-Beilage .Jllustrir- tes Unterhaltungsblatt" werden noch fort- ^^7.d von allen Kaiserlichen Postanstalten, Land- brleftragern uno ..^ der Expedition angenommen.

Amtliches^

Hersfeld, den 12. April 1888.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 19. März d. J. Nr. 3242 im Kreis- blatt Nr. 35, die Aushändigung der Gewerbe­steuer-Benachrichtigungen an die Gewerbetreiben­den betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 20. d. Mts. bei Meidung von 3 M. Strafe erinnert.

3242- Der Königliche Landrath

__Freiherr von Schleini tz^

-------fr^!*. ^» 11 W-U 1E

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver- fügung vom 24. September 1886 Nr. A. 134 im Kreisblatt Nr. 114, die Einreichung des Verzeichnisses der in ihren Gemeinden vorhan­denen Hand- und spanndienstpflichtigen Personen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 20. d. Mts. er­innert. t

4268. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz.

" Hersfeld, den 11. April 1888.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 7. September 1882 Nr. 11638 pos. 3 im Kreisblatt Nr- 72, betreffend die Revision der Ent- und Bewäfferungs-Anlagen, noch im

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Im Hause der Bitter.

NovellevonHansWarrtng.

(Fortsetzung.) .

Der Mond war indessen ausgegangen, fein Licht hing wie Tropfen an den Blättern der Kastanien und floß in breiten Strömen von dem Dache hernieder. Es glänzte wie Schnee auf den Fliesen der Freitreppe und gab dem Thau aus den Wiesen eine silbergraue Färbung. Einen Augenblick stand er noch und blickte ins Weite, dann aber schüttelte seine junge, muthtge Seele die sentimentale Regung wie eine Krankheit von sich ab. Mit einer ent­schlossenen Handbewegung scheuchte er alle unnützen Grübeleien in's Weite, richtete sich aus und schritt dem Hause zu.

Aber ist daS recht, Herr Verwalter, daß Sie noch nicht schlafen gegangen sind? Es hat zwölf geschlagen, in kaum drei Stunden wird Die Sonne ausgehen, und Dann müssen Sie wieder auf dem Platze fein."

.Sie auch, Frau Johanne", entgegnete er lächelnd der jungen Frau, Die er aus dem Bank- chen neben dem Gesindeeingang angetroffen hatte.

.Das ist mit mir etwas anderes, Die Kinder sind unruhig und haben, erst das eine, dann das andere geschrieen. 3iun schlafen sie, aber mir ist von dem Aus- and Abläufen warm geworden. Da wollte ich noch ein bischen frische Lust schöpfen pach der Hitze des Tages. Ich finde morgen,

Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 20. d. Mts. bei Meidungvon 3 M. Strafe erinnert.

4271- Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz-

Hersfeld, den 11- April 1888.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 15. März er. Nr. 3213 I. im Kreis­blatt Nr. 37, die Bekanntmachung des diesjährigen Ersatz-Geschäftes betreffend, noch im Rückstände finN "tomeu Mianm 11 Irrst bis zum 18. d. Mts. erinnert-

3213 I- Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n t tz-

Hersfeld, den 11- April 1888.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 17- März 1885 Nr- 3077, im Kreis­blatt Nr. 34, die Revision der Gemeindekassen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hiermit mit Frist bis zum 20- d- Mts- bei Meidung von 3 Mk- Strafe erinnert.

Der KMWNhe Lundruth- ______________Freiherr von Schleini tz.

Hersfeld, den 11- April 1888-

Diejenigen Herren Bürgermeister des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 24- März d- I- Nr. 3382 im Kreis­blatt Nr. 39, die Einreichung eines Verzeichnisfes über die dem Versicherungszwang unterliegenden Arbeitgeber betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 20» d. Mts bei Meidung von 3 Mk- Strafe erinnert- 3382- Der Königliche Landrath ___Freiherr von Schleinitz.

Mitbürger in AM und Land!

Durch die Ueberschwemmungen in den Strom­gebieten der Elbe, Oder und Weichsel sind

wenn die Mutter auf ist, schon ein Stündchen, wo ich Den Nachtschlaf nachholen kann. Mit Ihnen ist das schwieriger."

.Was war's heute mit Ihrer Mutter, Frau Johanne? Sie ist doch sonst freundlich mit mir und heute ist sie mir den ganzen Tag aus dem Wege gegangen."

»Ich weiß nicht, das kommt schon zuweilen so. Die Mutter hat kein leichtes Leben gehabt, und die Erinnerung daran macht sie zu Zeiten still und menschenscheu. Sie müssen ihr das nicht verargen."

.Das thu ich auch nicht, aber wissen möchte ich, welcher Art wohl die Erlebnisse gewesen sind, Die noch heute so viel Macht über die sonst so heitere und lebenssrische Frau haben?"

.Sie ist in ihrer Ehe nicht glücklich gewesen. In Den letzten Jahren seines Lebens ist der alte Tiede ein arger Säufer gewesen und soll auch Ansälle von Delirium gehabt haben, die es ge- sährlich machten, mit ihm umzugehen. Selbst gegen seine Frau, vor der er sonst einen gewaltigen Respect gehabt hat, hat er in solchen Zeiten Die Hand erhoben".

.Gott sei Dank, Frau Johanne, daß sein Sohn anders geartet tsti"

.Ja", sagte sie lachend, daß ihre schönen weißen Zähne blitzten, .so etwas fällt ihm nicht ein! Ich halte ihn untr ier Hand. Und in unserm Stande m'^ß es so u wenn die Wirthschaft gut gehen sÄl. Wir FraM haben mehr Ruhe und

Tausende und aber Tausende unserer Brüder mit ihren Angehörigen in die bitterste Noth ver­setzt worden. Viele Dörfer und Ansiedelungen sind ganz oder theilweise zerstört, fruchtbare Landstriche meilenweit voraussichtlich versandet; Hab und Gut, das Ergebniß langjähriger mühe­voller Arbeit ging verloren und daneben ist die Gesundheit aller Heimgesuchten arg bedroht

Eine Schreckensnachricht drängt die andere.

Zusammengehörig in Freud wie in Leid, in 'guten wie in.bösen Tagen tritt anFeden Deutschen die Verpflichtung heran, sein Theil zur Milde­rung des unverschuldeten Nothstandes beizutragen. So richten denn auch die Unterzeichneten an die Bewohner Cassels und des Hessenlandes die dringende Bitte, der Heimgesuchten zu gedenken und durch Spenden an Geld, Nahrungsmitteln, Kleidungsstücken (auch für Kinder in jedem Lebensalter) ihre Theilnahme zu bekunden.

Ueber alle eingehenden Beträge wird in den öffentlichen Blättern quittirt werden.

Cassel, den 2. April 1888.

Las Comite für Stadt und Regierungs- Bezirk Cassel.

Bäthge, Director. Berlit, I. Büding, Banquier- Fr-Chartier- v.Dörnberg,Landrath. Eckhardt, Bierbrauereibesitzer. Louis Elh. Funck, Generalmajor- Gosewisch, Redacteur- Haas, Pfarrer. Hupfeld, Justizrath. Jünger, Schuh, machermeister- Klippert, Gebrüder. Klöffler, Bürgermeister- Knetsch, Julius. Köhler, Fritz, Kohlenhandlung- Dr. Lohmeyer. Mergard, Hotelier- Müller, Dechant' Nebelthau- v- Passow, Generallieutnant. I. E. Pfaff. Carl Pfeiffer, Banquier- Pilger, Blechschmiedemeister. Dr. Rocholl, Rechtsanwalt. Rothe, Reg.-Präsident. Schmidt, Postdirector. Schmidt, Glasermeister. Seyfarth, Bauunternehmer. Schiebeler, Metzger­meister. Thies, Hofschauspieler. Trost, Heinrich. Traube, Stadtrath. Vogt, Otto. Weise, Oberbür»

Ueberlegung; da müssen wir das Regiment führen. Die Mutter hätte es auch so machen sollen, dann wäre die Sache besser ausgegangen."

.Ist sie denn schlecht ausgegangen, Frau Johanne?"

Sie nickte bedeutungsvoll mit dem Kopfe. Dann fuhr sie flüsternd fort:

.Er ist in einer Nacht, als er von Dedenhofeu zurückkam, in einen Graben gerathen und ertrunken. Am andern Morgen fanden ihn Leute, die zur Stadt wollten. Vielleicht war dies der beste AuS- gang für Alle, auch für ihn, denn lange wäre es so nicht mehr gegangen. In seinen Wuthanfällen war er gefährlich und namentlich gegen seinen Herrn, den Herrn Consul. Einmal hatte er ihn beinahe erwürgt. Wenn mein Karl ein paar Minuten später dazu gekommen wäre, hätte der alte Herr dran glauben müssen."

.Aber warum ließ er ihn denn nicht in eine Anstalt und unter ärztliche Behandlung bringen?"

.Er hat es mehr als einmal gewollt, aber dann gerieth der alte Tiede ganz außer sich und stieß die fürchterlichsten Drohungen aus. Er sprach dann von Galgen und Rad, daß es schauderhaft anzuhören gewesen ist. Dann ist der Herr Consul davon abgestanden, denn der alte Tiede hat bet ihm immer durchgesetzl was er wollte."

.Konnte er denn noch seine Arbeit als Hofmann verrichten?" fragte Riesen.

.Seit er angefangen hatte zu trinken, war eS mit dem Arbeiten überhaupt nichts mehr, ~