Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend

AbonnementSpreii':

Vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. excl.

Postausschlag.

Die Jnsertionigebührm betragen sür den Raum einer Epaltzcile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Httchstel Kreisistitt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIssustrirtes Nnterhaktungsölalt".

Nr. 53.

Amtliches.

Sonnabend den 5. Mai

Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe IV zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidirten 4°/otgen Staatsanleihe von 1876 bis 1879.

Die Zinsscheine Reihe IV Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidirten 4procentigen Staatsanleihe von 1876 bis 1879 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Juli 1888 bis 30. Juni 1898 nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgen» den Reihe werden vom 1. Juni d. Js. ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92/94 unten links, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats, ausgereicht werden.

'Die ZMssckML können bei der Kontrolle selbst in Empfang genommen oder durch die Regierungs- Hauptkassen, sowie in Frankfurt a/M. durch die Kreiskasse bezogen werden. Wer die Empfang­nahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat der­selben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigen­den Zinsscheinanweisungen mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Ein­reicher eine numertrte Marke als Empfangsbe­scheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Fall er­halten die Einreicher das eine Exemplar mit einer Empfangsbescheinigung versehen sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei

Im Hallse Lcr Sätet.

Novelle von Hans Warrtng. (Fortsetzung.)

Der Commerzienrath drückte ihm bewegt die Hand. Das Fräulein lehnte neben ihm in der Ecke, warm eingehüllt, als fröre sie. Als er sich an sie wandle, hob sie langsam den Blick, ein schwerer, dunkler Blick, den er lange nicht ver­gessen konnte.

Wir werden unseren lieben Verstorbenen noch heute nach der Stadt überführen lassen", sagte der Commerzienrath. »Wenn es nach meinem Wunsche ginge, so würden wir ihn still, nur in Begleitung einiger Freunde von hier aus nach unserer Familiengruft auf dem St. Marienkirch- Hofe bringen. Aber die Stellung meines Vaters zur Stadt war derart, daß Viele das Recht bean­spruchen werden, ihn zur Ruhe zu begleiten. Wir müssen darauf Rücksicht nehmen." Er reichte ihm noch einmal die Hand, der Wagen fuhr weiter, und van Riesen kehrte in das Haus zurück, durch das der unheimliche Gast, der Feind alles Lebens, geschritten war.

Das Begräbniß war vorüber. Es hatte viel Prunk und Gepränge dabei gegeben, dem der Sohn nicht steuern durfte, der aber seinem schlich­ten Sinne nicht entsprach. Bon allen Thürmen der Stadt hatten die Trauerglocken geläutet, von der Börse schwarze Trauerfahnen geweht. Die vier angesehensten Männer der Stadt hatten die Zipfel des sammetnen Bahrtuches getragen, und

der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurück- zugeben.

In Schriftwechsel kann die Kontrolle der Staatspapieresich mit den Inhabern der Zinsschein anweisungen nicht einlassen.

Wer die Zinsscheine durch eine der oben ge­nannten Provinzialkassen beziehen will, hat der­selben die Anweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichniß wird mit einer Empfangsbescheinigung versehen sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den ge­dachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen ab­handen gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe ein­zureichen.

Berlin, den 19. April 1888.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

I. 785. gez.: Sydow.

Die porstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß Formulare zu den Verzeichnissen über die zur Empfangnahme der neuen Zinsscheine einzureichenden Zinsschein- Anweisungen bei der hiesigen Regierungs-Haupt- kasse und den Steuerkassen unseres Bezirks unentgeltlich zu haben sind.

Cassel, den 26. April 1888.

Königliche Regierung.

K. 861. J. V.: Opitz.

hinter dem mit Palmen und Blumen bedeckten Sarge waren in langer Reihe die Corporation der Kaufmannschaft, ver Magistrat und die Stadt­verordneten, die Beamten und Arbeiter der Wieß- mann'schen Eisengießerei und endlich die Lehrer und Zöglinge des vom Verstorbenen gegründeten Waisenafhls gefolgt. Unten im Saal hatte der Conststorialrath, als erster Geistlicher der Stadt, die Leichenrede gehalten und an die stets milde und offene Hand, den großen Sinn und die hohen Bürgertugenden des Dahingegangenen erinnert. Und dann hatte sich der lange Zug geordnet, dessen Ende noch nicht den Hof verlassen hatte, als schon der Sarg in der dunkelen Kirchhosspforte ver­schwunden war. Von dem Fenster ihres Zimmers aus schaute Mara ihm nach. Ihr Auge suchte in der langen Reihe nach einer Gestalt, die sich be­scheiden den Beamten der Firma angeschlossen hatte. Unten im Saal schon hatte sie ihn gesehen, er hatte ein paar Augenblicke mit gesenktem Kopfe neben dem Sarge gestanden, wie in stiller Samm­lung. Dann, als er aufgeblickt, waren ihre Blicke sich begegnet. Es war nur ein kurzer Moment gewesen, aber er hatte in der Seele Beider eine tiefe Bewegung zurückgelassen. Und jetzt hatte ihr Auge ihn gefunden. Da schritt er ernst und bleich im Zuge der Leidtragenden. Er hat die Schuld vergeben, er hat am Sarge gestanden, Worte des Friedens und der Verzeihung im Herzen l Die Augen des Mädchens füllten sich mit Thränen aber es waren nicht mehr Thränen über das eigene Leib. Ihr Ich hatte sie überwunden,

1888.

Der Herr Ober-Präsident hat zu der von dem Pferdemarkt-Comite zu Fritzlar beabsichtigten Verloosung von Pferden, Wagen, Fahr- und Reit-Requisiten 2C. im Gesammtwerthe von 14900 Mark, welche mit dem am 11. und 12. Juli d. Js. stattfindenden Pferdemarkte verbunden werden soll, die Genehmigung ertheilt.

Der Vertrieb der Loose, deren nicht mehr als 7000 Stück ä 3 Mark ausgegeben werden dürfen, bleibt auf den Umfang der Provinz Hessen-Nassau beschränkt. Cassel, am 24. April 1888.

Der Regierungs-Präsident.

J. A.: Kochendörffer._______

Berlin, den 27. April 1888.

Dem Königlichen Landrathsamte beehren wir uns ergebenst mitzutheilen, daß der Pfarrer Herwig in Frielingen von der Verwaltung der Zahlstelleder StiftungKaiserWilhelms-Spende" zurückgetreten ist und wir dieselbe in Folge dessen eingezogen haben.

Kaiser Wilhelms-Spende. Allgemeine Deutsche Stiftung für Alters-Rentest- und Kapital-Versicherung.

Direction. S t ä m m l e r. An das Königliche Landrathsamt in Hersfeld.

* *

*

Hersfeld, den 2. Mai 1888.

Wird unter Hinweis auf die diesseitige Ver­fügung vom 6. Januar 1881 Nr. 134, Kreisblatt Nr. 4, veröffentlicht.

4944. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 2. Mai 1888.

Den Herren Ortsvorständen des hiesigen Kreises sende ich in den nächsten Tagen die Loosungs- scheine für die in ihren Gemeinden befindlichen Militairpflichtigen zu, mit dem Auftrage, solche denselben alsbald auszuhändigen und das den­selben beigefügte Verzeichniß, nachdem der Empfang

sie gedachte des Verstorbenen mit warmer, erbar­mender Liebe und des Lebenden mit jenem Ge­fühl, gemischt aus Bewunderung und Mitleid, daS oft im Herzen des Weibes der Liebe den Weg bereitet.--

Der Brief, in dem van Riesen um Entlassung aus seinem dienstlichen Verhältnisse bat und irgend einen Grund für seine rasche Abreise angab, war geschrieben. Er hatte ihn, adressirt und versiegelt, auf seinem Tische liegen lassen und war dann an der alten Fränz, die spinnend im Vorbau saß, vorüber und durch das Mauerpsörtchen in den Garten geschritten. Kopfschüttelnd und mit großen Augen hatte die Alte ihm nachgeschen. Schon seit drei Tagen, seitdem er von dem Begräbniß aus der Stadt zurückgekehrt war, hatte der Herr Verwalter ihr Sorge gemacht. Er war still und ernst umhergegangen, nicht einmal hatte ße sein heiteres Lachen oder eines jener belebenden Scherzworte gehört, die sonst ihr Herz erfreut hatten. Auch sonst noch war ihr Allerlei in seinem Thun ausgefallen, was nur auf eine Weise gedeutet werden konnte. Warum hatte er ihrem Sohne so genaue Anweisung über Saatbestellung und Grummetmahd gemacht? warum in der Schreiberei so eifrig über den Wirthschastsbüchern gesessen und gerechnet, nachgetragen und abgestimmt? Er wollte fort, darüber war die Alte nicht im Zweifel. Aber ehe er ging, wollte sie doch noch ein paar Worte mit dem Fräulein sprechen. Sie hatte diese von Kindheit auf gekannt und stets eine bevorzugte Stellung in ihrem Vertrauen ein«