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Hersseliikk Kreisbliltt

Nr. 92

w wöchentlicher Kratis-AeilageMustrirtes Unterl-altungsötatt".

Dienstag den 7. August

1888,

Amtliches

.Hersfeld, den 4. August 1888.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver- uffiV^ Z,88? ^ 8' M Ä platt Nr. 49, die stattgefundenen SBafferbanhm tz^r ^ Beseitigung der Hindernis^ des freien Flußlaufes betreffend, noch im Ruckstande sind, ^i1^,^ eron mit Frist bis zum 10. d. Mts bet Meidung von 3 Mk. Strafe erinnert. * 81511 Der Königliche Landrath Freiherr von S^r-ruitz.

oen 4.

ai 1868 zu Scharmbeff^ Provinz Hannover, geborene Maria Catharlicu Fienemann ist um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

8137.

u n g.

B e

Bei der Postagentur in Schön st adt wird am 23. eine Telegraphenanstalt mit Fernsprechbetrieb

eröffnet.

Cassel, den 21. Juli 1888.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector. gez.: zur Linde.

Komische Nachrichten.

(Deutschland.) Se. Majestät der Kaiser halte sich am Freitag Morgen zur Beiwohnung einer Gefechtsübung nach Sarmund bei Potsdam begeben, von wo er gegen 11 Uhr zu Wagen nach dem Marmorpalais zurückkehrte. Dort nahm Se. Majestät später Vorträge und mili- tairische Meldungen entgegen. Um l3/4 Uhr

|Ut^ Ja M Beglückwünschung anläßlich der Thronbesteigung in Berlin eingetroffene außer« ordentliche Gesandtschaft des Sultans, die Ehre Kaiser tm Stadtschlosse in besonderer Audienz empfangen zu werden. Am Nachmittag k V/itige Gesandte beim Vatican Wirkt. Geh. Rath v. Schloezer die Ehre des Empfanges bet Sr. Majestät. Am Sonnabend Morgen hatte der Kaiser einen längeren Spazier­ritt nach dem Wildpark und durch denselben ""Kommen. Von diesem zurückgekehrt, empfing Allerhochstderselbe den Oberst und .tlünpi- ÄÄ Kommandeur des 1. Magdeburgischen

No. 26 v. Bomsdorff und ^ ÄS 8"^ Zeit mit dem Minister KW"^ Hauses, v. Wedell-Piesdorff fotUl«.später ntif dem Chef des Militär^Cabinets v. Hahnke. ' ' "'-"-'-Ar.aTMittnnf

Das Eintreffen Kaiser Wilhelms in Bayreuth, zum Besuche der dortigen Festspiele, wird, derRat. Ztg." zufolge, um den 19. d. Mts. erwartet. Dem Verwaltungsrath der Festspiele, soll eine bezügliche Benachrichtigung allerdings noch nicht zugegangen sein. Für den Besuch in Metz wäre, nach einer anderen Meldung, der

24. September in Aussicht genommen.

Der Herzog und die Herzogin Friedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein, welche einige Zeit zum Besuch bei den Kaiserlichen Majestäten in Potsdam verweilten, sind am Freitag Vor­mittag von dort wieder abgereist.

DasReutersche Büreau" ist zu der Mitthei­lung ermächtigt, daß das Gerücht, wonach die Königin von England sich im Herbste nach Baden-Baden begeben werde, jeder Begrün­dung entbehre.

König Dom Luiz von Portugal wird am Mittwoch, den 8. d., in Berlin erwartet. Der König gedenkt auch, den ihm verwandten Höfen

^on Coburg und Sigmaringen einen Besuch zu

iter, nen

ift^S Merreichischen Herrscherpaare ist Kar)er Wilhelm I. vor nunmehr einem Huthbff Äen; Mol in seinem Leben in Mjbbad Gaste in zusammengetroffen. In ^S lme Tage und an die. ^"ge Reche von Jahren, in denen der greise Kacher Wilhelm an den Gasteiner Heilquellen Stärkung seiner Gesundheit suchte und fand hat Zhre Majestät die Kaiserin Elisabeth von Oesterreich und Allerhöchstderen Toch' die Frau Erzherzogin Maria Valerie, ei, ous eigenhandig tm Gebirge von Gastein ge« Kuckten Alpenrosen gewundenen prachtvollen Mil8imK^ni^^Eberlegung am Sarge Kaiser Wilhelms, als Gabe über das Grab hinaus ÄÄ freundschaftlicher Neigung, bestimmt, und der Attachä Graf tötetensjjh°&t-.b(7siarr Mausoleum, am Sarge des entschlafenen Monarchen, niedergelegt.

Die Zahl der Berufsconsulate des Deutschen Reiches hat sich von 76 im vorigen Jahre, auf 82 im laufenden vermehrt.

Ein Cavallerie-Versuchs-Commando ist, Metzer Zeitungen zufolge, am 3. August in Metz zusammengetreten und zwar aus den in Lothringen stehenden DragonerMegimentern Nr. 6, 9 und 13, dem Ulanen-Regiment Nr. 7 und dem 5. bayrischen Chevauxlegers-Regiment, in einer Stärke von 7 Offizieren, 12 Unteroffizieren, 27 Mann und 56 Pferden. Das Kommando rückt am 6. d. Mts. unter persönlicher Leitung des Generals v. Rosenberg über St. Avold, Zweibrücken, Kaisers­lautern, Mannheim, Philippsburg, Karlsruhe, Baden, Freudenstadt, Rottweil, Löffingen nach Freiburg und von da zurück über Colmar, Barr, Zabern, Saarburg, Chateau-Salins nach Metz,

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Waldschatten.

Erzählung von Robert S ch w e i ch e l.

(Fortsetzung.)

Trude konnte ihn um Eugen's willen nicht leiden; denn er gehörte zu den eifrigsten Zuträgern und Augendienern des Oberförsters.

Ja, ja s" machte der Sägemüller und Badak schüttelte seinen birnenförmigen Kopf, von dem die großen rothen Ohren wett abstanden.Es hat diese Nacht ein großes Unglück gegeben," sagte er mit einer etwas heiseren Stimme.Der Herr Obersörster" Er brach mit einem Räuspern ab.

Was hat es denn gegeben s" sragte die

Es hat nichts von seinen Sachen gefehlt. Uhr, Siegelring, Geld, Brieftasche, er hat alles bei sich gehabt. Er lag mitten auf der Chaussee und war ganz voll Staub, als ob er sich hrrum- gewälzt hätte. Wahrscheinlich ist er nicht gleich ganz todt gewesen." .

Trude verbarg schaudernd das Gesicht in den Händen.

Ermordet! Das ist ja schrecklich," ächzte die Müllerin.Aber Sie trinken wohl auch ein Schnäpschen?" Sie holte geschäftig ein Glas und schenkte ihm ein.Wer kann das nur gethan haben? Setzen Sie sich doch!'

Der Forstwärter blieb jedoch stehen, blickte fest aus das Glas, zuckte mit den Schultern und leerte es dann mit einem Zuge.

Ach Gott, ach Gott! Und in drei Wochen sollte die Hochzeit sein," klagte die Müllerin. Frisch und lustig ist er gestern Abend dort zur Thür hinausgegangen und jetzt todt! Wer hatte das denken sollen?"

Die Tochter stöhnte tief auf. Badak schielte unter seinen überhängenden Brauen seitwärts nach : ihr hin und schüttelte den Kopf.

Ach Trude, mein Gott, was sagst Du dazu?

1 jammerte die Mutter.

Ihr Mann gab Badak einen Wink und sie ; gingen vor das Haus.

iJa, ja!" sagte der Müller mit einer fragen- den Betonung und Badak, der ihn verstand, räusperte sich und berichtete, daß der Amts- und Forstschreiber Werner sich sofort an Ort und

Müllerin gespannt.

Badak sah erst wieder nach Trude hin, bevor er antwortete:Ich bin deshalb von Altenrode Herausgekommen, sobald ich abkommen konnte. Der Herr Oberförster ist diese Nacht ermordet."

Der Sägemüller, seine Frau und Tochter starrten ihn schreckensbleich an.

Erschossen I" süßte der Forstausseher hinzu und räusperte sich abermals.Steinklopser fanden thu, wie sie heute früh zur Arbeit gingen am untern Ende des Sees, wo der Fußsteg ins Unter­holz zieht."

Zeuner, dessen Gestcht noch gelber geworden, als eS gewöhnlich war, schenkte sich einen Schnaps ein. Seine Hand zitterte.

Ein Raubmord?" fragte er darauf.

Badak schüttelte seinen spitzzulausenden Kopf.

Stelle begeben und ein Protokoll ausgenommen hätte. Auch hätte er sogleich dem alten Grasen einen Boten geschickt und einen anderen mit einer telegraphischen Depesche an das Gericht zur Bahnstation.

Bei der Erwähnung des Forstschreibers richtete Zeuner seine stechenden Augen starr auf Badak und preßte die schmalen, mürrisch herabgezogenen Lippen fest auseinander.

Freilich, es ist ein grobes Unglück für Viele," kopfschüttelte der Forstausseher.Und jetzt liegt er in dem Eßzimmer aus dem großen Tisch. Die Leiche war ihnen zu schwer, um sie die Treppe hinauf in die Schlafstube zu schaffen. Ich hab' auch mit Hand angelegt."

Ja, ja, aber der Thäters" fragte Zeuner.

Wer weiß es?" entgegnete der Andere mit einem Achselzucken.Wohl Einer, dem er im Wege war. Na, wer's unter dem neuen Regiment gut haben wird, das ist ja so schwer nicht auszu- denken." Er deutete mit einer Kopfbewegung waldeinwärts und fuhr giftig fort:Der dort hat ja bei unserem jungen gnädigen Herrn einen großen Stein im Brett. Was besseres als die anderen Rcvierförstcr hat er sich schon immer gedünkt. Wer weiß, ob der Herr Oberförster nicht noch lebte"

Wenn der Lindenau nicht zurückgekommen wäre?" ergänzte der Schneidemüller mit einer gewissen Schärfe.Sie sollten nicht so unvor­sichtig reden I"

Ich hab's nicht gesagt," rief Badak eifrig.