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Die JnsertionSgebührm

Herssclder Kreisbilitt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllustrirtes Anterhaltungsölatt".

Nr. 127. Sonnabend den 27. October 1888.

Aöonnements-Kinladung.

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Hersfelder Kreisdlatt

mit der wöchentlichen Gratis Beilage Jllustrirtes Unterhaltungsblatt"

für die Monate November und December werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition ange- yommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 24. October 1888.

Den Herren Ortsvorständen des Kreises werde ich in den nächsten Tagen das nöthige Formular­papier für die

Klassensteuer-Beranlagung pro 1889/90 (Klassensteuer Rollen und Einkommens - Nach- weisungen sowie außerdem die nöthigen Formulare zu den Klassensteuer-Zu- und Abgangslisten 2c.) mittheilen und zugleich zwecks Benutzung bei Aufstellung der neuen Einkommens-Nachweisung, die Einkommens-Nachweisung pro 1888,89 bei­fügen.

In Betreff der Vorarbeiten für die Klassen­steuer-Veranlagung verweise ich auf das Aus­schreiben vom 17. October 1877 Nr. 10576 Kreisblatt Nr. 84 pro 1877.

Die Personenstandsaufnahme erfolgt, wie alljährlich, am 12. November. Es bleibt den Herren Ortsvorständen überlassen, diese Personen­standsaufnahme auf die Ihnen am geeignetsten dünkende Meise zu bewirken; für größere Ge- meinden wird es sich empfehlen, daß seitens des Ortsvorstandes an die Haushaltungsvorstände und Einzelsteuernden schon vor dem 12. November

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Das erste Lied.

Von N. A. G u t h m a n n.

(Fortsetzung.)

Wenige Tage später kam Olliveria außer Athem wieder zu ihr gestürmt. Sie war in diesen letzten Tagen von so vielen Gönnern Siegfrieds über­fallen worden, und das Auitrcten dieser Künstler war immer so aufgeregt, stürmisch fast an­maßend gewesen; sie hatten mit einer Entschieden­heit, die ste arrogant fand, der sie aber nicht ent­gegen zu treten wagte, tausenderlei von ihr gefördert, sie wurde schon nervös, wenn sie nur die Klingel hörte. Mit Olliveria war heute absolut nicht zu reden. Er rannte wie ein Besessener im Zimmer umher, fuhr sich einmal um das andere durch seine graue Mähne, nahm nur Platz um sofort wieder aufzuspringen, und brächte die unglückliche Frau, die allgemach in diesen Künstlern ihre Tyrannen zu sehen begann, vollständig aus ihrer vornehmen Ruhe. Die Sängerin, welche Sieg­frieds Lied singen sollte, konnte nicht zur Probe kommen, das hörte die Hosräthin endlich aus den sprudelnden Sätzen heraus, die ihr der aufgeregte Italiener entgegen schrie, als ob sie seine ärgste Feindin sei, und als sie endlich im Stande war ein Wort anzubringen, und die Ansicht aufstellte Aber mein Verehrtester, i ch bin doch dafür nicht verantwortlich zu machen!" da schrie er noch lauter, natürlich in den verbindlichsten Ausdrücken, aber mit einer Stimme, als ob er eine Taube vor sich

entsprechende Formulare zur ordnungsmäßigen Ausfüllung und Rückgabe ausgehändigt werden. Die Herren Ortsvorstände sind speciell dafür ver­antwortlich, daß die Personenstandsaufnahme richtig und vollständig erfolgt.

Sodann haben die Herren Ortsvorstände

1) auf Grund des bei der Personenstandsauf­nahme oder auf sonstige Weise gewonnenen Materials die Einträge in den Spalten 1 bis incl. 20 der Einkommens-Nachweisung bezw. 1 bis incl. 6 der beiden Klassensteuer- Rollen pro 1889/90 genau und sauber zu bewirken.

2) Die Schulden-Nachweisung in vorgeschriebener Weise aufzustellen und deren Resultate in Spalte 17 a und 17 b der Einkommens-Nach­weisung anzumerken, inzwischen auch,

3) die Mitglieder der Einschätzungs-Commission wählen zu lassen (wegen deren Zahl cfr. Ausschreiben vom 17. October 1877 Kreis­blatt Nr. 84 pro 1877) und hierauf,

4) noch vor dem 1. December d. I. die Einschätzung zur Klassensteuer unter Aus­füllung der Spalten 7 bis 27 der Klassen­steuer-Rollen bezw. 21 und 22 der Ein­kommens-Nachweisung bewirken und die vorgeschriebenen Bescheinigungen auf dem Titelblatte vollziehen zu lassen resp, solche selbst zu vollziehen.

Bei der Einschätzung sind die den Ortsvor­ständen mitgetheilten Revisionsbemerkungen der Königlichen Regierung zur 1888/89er Klassensteuer- Veranlagung gehörig zu beachten; insbesondere aber muß ich erwarten, daß in den Einkommens- Nachweisungen die Grund-, Gebäude- und Ge- werbesteuer-Angaben richtig sind, daß die Größe des vorhandenen Grundbesitzes nach Hectaren gewissenhaft eingetragen, und daß dieser Grund­besitz wieder nach Ackerland und Wiesen rc. getrennt angegeben wird.

habe.Doch! Doch! Der Vater der kleinen genialen Person behauptet, daß sie nicht erscheinen könne, weil er sie gerade auf Wunsch der gnädigen Frau auf Reisen geschickt habe. Ich erklärte dem alten Hypochonder, daß Ste damals jedenfalls von un­seren Plänen noch nicht unterrichtet gewesen seien, und daß die Zwecke dieser Reise gewiß derartige wären, daß sie sich auch später noch verfolgen ließen, aber der alte Eisenkopf behauptete, Sie hätten die Entfernung seiner Tochter gewünscht und nur auf Ihre dirccten Wünsche könne sie wieder auf der Bildfläche erscheinen, wenn sie nicht überhaupt vorziebe, auf die Ehre der Mitwirkung zu verzichten. Nun kann ich Ihnen aber aus tiefster Ueberzeugung versichern, daß diese Ihre Wünsche die Erfolge Ihres Herrn Sohnes frag­lich machen meiner Ansicht nach, sehr frag- lid) ich habe natürlich keine Ahnung, aus wel­chem Grunde Sie die Abwesenheit dieser Person wünschen, aber" hier richteten sich seine Augen, die im Kontrast zu seinem grauen Kopie, in ewigem Jugendfeuer zu glühen schienen, fast dro­hend auf die vornehme Damemachen Sie uns keine Querstriche durch unser fein ausgearbeitetes Programm, und kommen Sie mir um Gottes­willen nicht mit Weiberrancünen!"

Er war ein entsetzlicher Mensch, dieser Italiener! Diese dichterische Modegröße! Die hart bedrängte Frau fürchtete ihn geradezu, aber sie sah zu ihrem Entsetzen bald ein, daß er nicht der Einzige war, der ihre Pläne kreuzte. Bon allen maßgebenden Seiten wurde ihr versichert, daß Siegfrieds erstes

Bis zum 1. December d. I. sind sodann die ordnungsmäßig summirten beiden Klassensteuer- Rollen und die Einkommens-Nachweisung pro 1889/90, welche sämmtlich mit den vorgeschriebenen starken Pappumschlägen und entsprechender Auf­schrift versehen sein müssen, nebst der Schulden- Nachweisung, einem amtlich als richtig zu bescheinigenden Verzeichniß der Mitglieder der Klassensteuer-Einschätzungs-Commission und den vorgeschriebenenBemerkungen zur Klassensteuer- Rolle" zur Prüfung .und Vorrevision mir einzu- reichen.

In Betreff der Schulden-Nachweisung und der von den Ortsvorständen auf besonderem Bogen aufzustellenden Bemerkungen zur Klassensteuer- Rolle, wozu gleichfalls ein Formular mitgetheilt wird, verweise ich auf die §§ 33 und 44 der Anweisung zur Aufstellung der Klassensteuer- Rollen und Einkommens-Nachweisungen vom 19. Juli 1875, abgedruckt in Nr. 34 des Amtsblattes pro 1875.

Schließlich bemerke ich noch, daß die Abrechnung von Schuldenzinsen bei der Veranlagung des steuerpflichtigen Einkommens nur in soweit statt« findet, als das wirkliche Bestehen der Schulden und der Zinsverpflichtungen nach der gewissenhaften Ueberzeugung der Veranlagungsorgane keinem begründeten Zweifel unterliegt. Die-Steuer­pflichtigen können WT angehalten werden, b e - Hufs ihrer Einschätzung Angaben über ihre Schuldverhältnisse- zu machen, indeß bleibt es ihnen unbenommen, freiwillige Angaben hierüber zu machen, um zu verhüten, daß die Berücksichtigung der Schuldenzinsen bei der Einschätzung unterbleibe oder nach irriger Annahme erfolge.

10895. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 25. October 1888.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden

Lied expreß für Lisa's Silberstimmchen geschrieben sei, und eine andere Sängerin wohl die Fähigkeit habe, dieses Lied technisch richtig wiederzugeben, nie aber den Zauber, der in dieser zarten Musik liege, so zur Geltung zu bringen, wie die Tochter des Musikanten; wie das Ganze furchtbar geschä­digt werde, wenn Lisa Strom sich weigere, es zu singen. Der Italiener machte das der Mutter seines Schützlings dadurch begreiflich, daß er ein Beispiel aus der Instrumentalmusik ausgriff:Eine Musik, meine Gnädigste, sagen wir eine Melodie, welche der Komponist expreß für die Violine schrieb, kann ja auch von einem Trompeter ge­blasen werden, aber wie sie dann klingt, ist die Frage! Der Componist berücksichtigte bet seiner Albeit die Eigenthümlichkeiten der Violine, und diese Eigenthümlichkeiten kann er der Trompete nicht einblascn. selbst wenn er das größte Musik- genie der Welt wäre! Jeder Sachverständige wird, wenn er es blasen hört, sagen: das Ding sollte man von Streichinstrumenten hören! Ja, das ist nun einmal so! Eine Violine ist keine Trompete l Und selbst zehntausend Weiber werden an diesem Factum kein Jota ändern!"

Frau von Mola begann zu weinen, sie warf bei Tische gegen Siegfried die Worte hin:Aber warum hast Du dieses Lied, von dem alles ent­zückt ist, für die Stimme eines einzigen Weibes geschrieben ?* Doch errreichte ste damit nichts, als daß Siegfried, der von der allgemeinen epide­mischen Reizbarkeit angesteckt war, Messer und Gabel hinwarf und mit der Gegenfrage: -Was