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Nr. 141. Donnerstag 29. NMmicr 1888.
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Amtliches.
Hersfeld, den 27. November 1888.
Im Anschlüsse an meine Verfügung vom 30 August d. I. Nr. 9087 im Kreisblatt Nr. 104, theile ich den Herren Bürgermeistern des hiesigen Kreises hierdurch mit, daß behufs Vornahme der Neuwahlen der Gemeindebehörden nicht nur die Verzeichnisse der stimmfähigen und wählbaren hochbesteuerten Ortsbürger aufzustellen und aus« zulegen sind, sondern daß nach ,§. 10 des Zu- ständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 auch die Gemeindewählerliste (d. h. die Liste der sämmtlichen stimmfähigen Ortsbürger) nach vor- gängiger öffentlicher Bekanntmachung zwei Wochen hindurch ausgelegt werden muß.
Die Herren Bürgermeister haben auch dieser Vorschrift Genüge zu leisten und nach Ablauf der 14tägigenOffenlegungsfrist auf der demnächst mit den übrigen Verhandlungen anher einzureichen- den Wählerliste zu bescheinigen, daß gegen die Richtigkeit derselben während der Dauer ihrer Auslegung Einsprüche nicht erhoben worden sind. 11958. Der Königliche Landrath
__Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 28. November 1888.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen
Ein yedjooges.
Erzählung von L. F. Born.
(Schluß.)
»AlS unsre gegenseitigen Gefühle offenbar wurden, da gab eS böse Scenen mit dem Vater, und die Schalen des Zorns wurden reichlich über uns ausgegoffen. Aber wir blieben fest, und erklärten ihm, daß wir auf einander warten wollten in Geduld und Treue. Wilhelm mußte seine Haus- lehrerstelle aufgeben, und fand in einer andern Provinz eine Anstellung. Wir hatten versprechen müssen, uns nicht zu schreiben, indeß hörten wir zuweilen von einander durch gemeinschaftliche Freunde. Anfangs dünkte mich das Warten leicht, und ich hoffte, daß meiner Eltern Herz sich nach und nach erweichen würde. Aber fünf Jahre sind eine lange Zeit, ich verzehrte mich in heimlicher Sehnsucht, und muß bekennen, daß ich zuletzt lahm und matt wurde im Hoffen und Vertrauen. Ein ganzes Jahr lang hatte ich nichts mehr von Wilhelm gehört, meine Jugendgefährtinnen hatten sich verheirathet und die Gegend verlassen, ich war allein übrig geblieben, und überdies zum Fremdling geworden in meines Vaters Hause. In dieser Gemüthsstimmung kam ich nach der Residenz und sah Dich wieder, und ich kann nicht leugnen, daß mich das Zusammensein mit Dir, das Aufleben so vieler heiterer Erinnerungen sehr beglückte und erfrischte. Meine Eltern Wünschten dringend, mich zu verheirathen, und Klaubten, daß ich in eine Verbindung mit Dir,
Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 7. September 1882, Nr. 11638 im Kreisblatt Nr. 72, die Ausräumung der Fluth- gräben sowie der Ent- und Bewässerungsanlagen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 8. k. Mts. bei Meidung von 3 Mk. Strafe erinnert.
12047. Der Königliche Landrath
___Freiherr von Schleinitz.
Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Bezirks werden ersucht, in den respectiven Gemeinden gefällig bekannt machen zu lassen, daß das Local der Steuerkasse am 3. December 1888 wegen eines auswärtigen Erhebungs-Geschäfts geschlossen ist.
Friedewald, den 28. November 1888. _________Königliche Steuerkasse. Schenk.
Bei der am heutigen Tage stattgefundenen Aus- loosung von Rentenbriefen der Provinz Hessen- Nassau für das Halbjahr vom 1. Oclober 1888 bis 31. März 1889 sind folgende Apoints gezogen worden:
1) Litt. A. ä 3000 Mk.: Nr. 68. 72. 84. 112.
181 22K
2) Litt B. ä 1500 Mk.: Nr. 104.179. 321. 567, 3) Litt. 0. ä 300 Mk.: Nr. 102. 229, 694.
1408 1439. 1558. 1580. 1613 1662. 1739. 2232, 2310. 2373. 2607. 2727. 2773. 3111. 3185. 3189. 3498. 3644. 3645.
4) Litt. D. ä 75 Mk.: Nr. 149. 350. 386. 478. 685. 771. 786. 805. 813. 846. 994. 1006. 1314. 1569. 1673. 1743. 1924. 1982, 2166. 3084. 3258.
Die ausgeloosten Rentenbriefe, deren Verzinsung vom 1. April 1889 ab auihört, werden den Inhabern derselben mit der Aufforderung gekündigt, den Kapitalbetrag gegen Quittung und Rückgabe der Rentenbriefe im cours'äbigcn Zustande mit den dazu gehörigen nicht mehr zahlbaren Zinscoupons Serie II Nr. 9 bis 16 nebst Talons vom
dem alten Jugendireunde, noch am ersten willigen würde. Man redete mir vor, wie sehr Du Dich noch immer für mich interesstrtest, man erinnerte mich daran, wie Du früher um mich gelitten habest. Ehrlich gestanden lieber Max, konnte ich in Deinem Wesen nicht viel Anderes entdecken, als eine freundschaftliche Zuneigung, aber dennoch glaube ich, daß ich an jenem Ballabende wirklich ,3a* gesagt haben würde, wenn Du mich gebeten hättest, Deine Frau zu werden.
Welches Gefühl der Erleichterung verschaffte mir Dein Ausbleiben! Und mit welchem Dank gegen Gott, als nach einer Rettung aus hoffnungsloser Verwirrung und quälendem Zweifel legte ich mich in jener Nacht zur Ruhe! Mein Vater war sehr böse, meine Mutter bitter enttäuscht, — mir aber erfüllte die Seele seit jenem Tage die Ahnung künftiger, besserer Zeiten. Und diese Ahnung trog mich nicht! Wilhelm schrieb aufs Neue an meinen Vater, — er hatte eine gute Piarrstelle erhalten, und konnte jetzt anders austreten wie vor fünf Jahren. Seine Treue tmponirte meinem Vater, der Mutter Herz hatte sich ihm längst im Stillen zugeneigt, und Beide sagten sich, daß ich mich doch nicht mehr anderweitig verheirathen würde. So erlangten wir ihre Einwilligung, und stehen jetzt am Ziel unsrer Wünsche, glücklich und dankbar über all' unser Bitten und Verstehen!'
Nach dieser Auseinandersetzung wäre Max seiner Cousine in freudiger Bewegung fast um den Hals gefallen, aber er bedachte noch zu rechter Zeit, daß der hinter ihnen herwandelnde Wilhelm dies
1. April 1889 ab bei der Rentenbankkafle hier- selbst, in den Vormittagsstunden von 9 bis 12 Uhr, in Empfang zu nehmen.
Auswärts wohnenden Inhabern der gekündigten Rentenbriefe ist es gestattet, dieselben mit der Post, aber frankirt und unter Beifügung einer nach folgendem Formulare:
......Mark, buchstäblich.......Mark
Valuta für d . . zum 1.........18 ..
gekündigten Heffen-Nassauischen Rentenbrief . . Lit. .. Nr.....habe ich aus der Königlichen Rentenbank-Kaffe in Münster erhalte», worüber diese Quittung.
(Ort, Datum und Unterschrift.)' ausgestellten Quittung über den Empfang der Valuta, der gedachten Kasse einzusenden und die Uebersendung des Geldbetrages auf gleichem Wege, jedoch auf Gefahr und Kosten des Empfängers, zu beantragen.
Schließlich machen wir darauf aufmerksam, daß die Nummern aller gekündigten resp, noch rückständigen Rentenbriefe durch die Seitens der Redaction des Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staats-AnzeigerS herausgegebene Allgemeine Verloosungs- Tabelle sowohl im Monat Mai, alS auch im Monat November jeden Jahres »eröffn Nicht werden und daß das betreffende Stück dieser Tabelle bei der gedachten Redaction zum Preise von 25 Pfennigen bezogen werden kann.
Münster am 16. November 1888.
Königliche Direction der Rentenbank für die Provinz Westfalen, die Rheinprovinz und die
Provinz Heffeu-Naffau.
Folitische Nachrichten.
(Deutschland.) Se. Majestät der Kais er empfing am Dienstag den Admiral Grafen Monts und nahm später den Vortrag des Chefs des Militair-Cabinets entgegen. Am Montag
vielleicht mißverstehen würde, und so begnügte er sich, ihre Hände nach Kräften zu drücken. Wie dankte auch er jetzt Gott von Herzen für das kleinliche Mißgeschick des 20. Novembers, für die eine schlaflose Nacht, welche daS Dasein der vier Menschen vor lebenslanger Oede und Leere bewahrt und dem thörichten Pechvogel sein Märchenglück bescheert hatte.
Denn jetzt endlich gaben ihm die Freunde zu, daß er einmal wirklich Glück gehabt habe. Freilich dachten sie dabei hauptsächlich an die Tausende, welche ihm Luise zubrachte, und auf die der leicht- sinnige Max gar keinen besondern Werth legte. Auf der andern Seite wurde er schon wieder bedauert, wegen des unausstehlichen Schwiegervaters, welchen er mit in den Kauf bekam, der darauf bestand, daß das junge Ehepaar zu ihm in die Villa ziehen mußte Max aber behauptet, daß er sich als Schwiegersohn recht wohl befindet, und daß der alte Herr allmählich allerlei liebenswürdige Eigenschaften zu entwickeln beginnt, die ihm bisher eingerostet und außer Gebrauch gekommen waren.
Im Herbst hielten Max und Luise Hochzeit, und dann machten sie eine Reise an die italienischen Seen, aber nur auf vierzehn Tage, denn Max hatte viel zu thun, und ist trotz seiner reichen Frau bis jetzt kein Müßiggänger geworden. Während der Reise hatten sie das abscheulichste Wetter, das man sich denken kann, und den blauen Himmel bekamen sie kaum ein einziges Mal zu sehen. Luise erfuhr dadurch gleich, was sie an der Seih