Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, Abonnement-preis: vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg, excl.
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Die Jnsertion-gebühren betragen für den Raum einer Sp«lt»rU< 10 Pfg, im amtlichen Theil« 16 Pfg. Reklamen die Zeil« 20 Psg.
Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
trsfditr Kreisdiatt
Mit wöchentlicher Kratis-Meilage „Mugrirtes Nuterhaltungsblatt".
Nr. 10
Dienstag den 22. Januar
1889.
Aöonnements-tzLnladung.
Bestellungen auf das
Hersfelder KreisbLatt mit der wöchentlichen Gratis-BeUage „Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Laudbriefträgeru und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 18. Januar 1889.
Nachdem die Abschätzung herunter §. 1 des landwirthschaftlichen Unfallversicherungsgesetzes vom 5. Mai 1886 fallenden land- und forftwirthschaft-
lichen Betriebe nunmehr beendigt ist, wird den Herren Ortsvorständen des Kreises in den nächsten
LEL dtz-Me Ausfertiamrü.W.Verzeichnisses iHorden für Erhebung der Beiträge der BetrieMumerneymer zugehm. Dasselbe ist ministerieller Anweisung vom r. Juni T
gemäß §. 38 des erwähnten Gesetzes in der Gemeinde 20. auszulegen, nachdem in ortsüblicher Weise vorher bekannt gemacht worden ist, daß das Verzeichniß während einer Frist von 2Wochen, vom 25. Januar bis 9. Februar er., zur Einsicht der Betheiligten offen liege und letztere binnen einer weiteren Frist von 4 Wochen wegen Aufnahme oder Nichtaufnahme ihrer Betriebe in das Verzeichniß, sowie gegen die Veranlagung und Abschätzung derselben bei dem Sectionsvorstande dahier Einspruch erheben können.
Nach Ablauf der Offenlegungsfrist, spätestens aber bis zum 12. Februar d. I., ist mir das Unternehmer-Verzeichniß, nachdem auf dem
Titelblatte die stattgehabte Auslegung bescheinigt, und über die unter A. des Verzeichnisses aufgeführten »beitrags» Pflichtigen- Betriebe am Schlufle eine ge»
Das leidige Geld.
Erzählung von Hermann Frau!.
(Fortsetzung.)
Endlich aber überreichte Kurt der Mutter einen Brief und bat ste, denselben vorzulesen.
Der Inhalt war kurz und lautete:
»Hiermit ersuche ich Sie freundlichst um Ihren werthen Besuch. Emilie Stern au, Besitzerin von Friedas Ruhe."
Die Wirkung, welche diese wenigen Worte aus die Anwesenden übten, war eine verschiedene. Um Hartungs Lippen erschien ein verächtliches Lächeln, die Gattin schüttelte verwundert den Kopf, während eS in Jordans Augen freundlich avfleuchtete.
»ES versteht sich von selbst," sagte Kurt, »daß ich der Aufforderung keine Folge leiste."
Der Vater stimmte zu. Jordan dagegen war anderer Meinung.
»WaS kann die reiche Erbin von mir wollen rief Kurt. »Sie wird mich zu bestimmen suchen, jene schmähliche Abfindungssumme für meinen guten Vater anzunehmen — und wenn ste das wagt, so stehe ich nicht dafür, daß ich der Dame Dinge sage, die weder ihr angenehm sein, noch daS Andenken ihrer Schwägerin ehren dürften."
»Sticht so," ergriff Jordan das Wort. »Wie ich Emilie Sternau kenne, so befiel auch ste Stolz genug, um eine zurückgewiesene Summe nicht noch einmal anzutragen."
Mas will ste dann von mist*
naue Zusammenstellung der Zahlen in sämmtlichen Spalten angefertigt worden ist, zurückzureichen.
Zwecks Beschaffung der im §. 153 des Reichsgesetzes bezw. §. 25 des Statuts der Hess. Nass. landwirthschaftlichen Berufsgenoffenschaft vorgesehenen Betriebsmittel wird den Herren Ortsvorständen sodann nach Ablauf der Reklamationsfrist die diesseits ausgestellte Hebeliste über die behufs Bestreitung der Verwaltuugskosten für das erste Jahr von den Genossenschaftsmitgliedern zu erhebenden Beiträge von 25 Pfg. für jede dauernd beschäftigte versicherte Person, wozu auch die versicherten ständig beschäftigten Betriebsbeamten und Betriebsunternehmer nebst den Ehefrauen der letzteren gehören, zugefertigt werden. Nach dieser Hebeliste sind die betreffenden Beiträge von den einzelnen Zahlungspflichtigen Betriebs- Unternehmern zu erheben und in einer Summe,
nachdem zuvor der Betrag der den Gemeindebe-
inZMe
währenden Vergütung von 4°/0 gekürzt ist, an die ständische Schatzkasse — als Genossenschaftskasse — zu Gaffel unter Beifügung der Hebeliste und ordnungsmäßiger mit dem Siegel versehener Quittung über die gekürzten Hebegebühren abzu- liefern.
586.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Cassel, den 29. Dezember 1888.
Veranlaßt durch eine Verfügung des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe mache ich darauf aufmerksam, daß nach §. 56 c G. O. Wandergewerbescheine zum Feilbieten von Waaren
im Umherziehen in der Art, daß dieselben versteigert oder im Wege des Glücksspiels oder der Ausspielung abgesetzt werden, nicht ausgestellt werden dürfen. Wenn Ausnahmen von dem in dem genannten § ausgesprochenen Verbote zuge-
»Das weiß ich nicht," versetzte Jordan achsel- zuckend, »aber ich bin überzeugt, daß ste mit ihrer Einladung nur Gutes bezweckt."
Weder Vater noch Sohn vermochten daran zu glauben und Jordan hatte viel Mühe, Kurt dahin zu bringen, daß er der Form der Höflichkeit genügte und der Einladung Folge leistete.
»Aber wie gesagt," replicirte Kurt, »wenn die Dame mir Veranlassung zur Unzufriedenheit geben sollte, so stehe ich nicht dafür ein, daß ich ihr —"
»Nur Geduld," unterbrach Jordan lächelnd, »ich bin gewiß, daß Sie mit Emilie Sternau nicht unzufrieden sein werden."
Da die Zeit dem Assessor erlaubte, den Besuch noch heute abiustatten, so miethete er einen Wagen, der ihn nach Friedas-Ruhe bringen sollte.
Der Weg führte an dem kleinen weißen Hause in der Vorstadt vorbei, dem dereinstigen Ziele so vieler Spaztergänge Kurts. Er hatte eS seit jenem heftigen Auftritte nicht wieder betreten, so sehr stch auch sein Herz nach Magda gesehnt. Denn einmal war er zu stolz, um sein Wort, mit dem er von Frau Rüdiger geschieden, zu brechen, und sodann gaben die trüben Vorgänge der jüngsten Vergangenheit und die Sorge um den Vater seinen Gedanken eine ganz andere Richtung.
Jetzt freilich, wo er aus dem Wagenfenster durch daS Laub der Bäume die weißen Wände des Häuschens schimmern sah, erwachte die Sehnsucht nach Magda und er schaute recht verlangend nach ihr aus. Aber der kleine Garten war menschen- leer, Sollte ste mit der Mutter verreist sein?
lassen werden sollen, so kann die erforderliche, für den Regierungsbezirk gültige, besondere Erlaubniß nur von mir ertheilt werden.
Umherziehenden Gewerbetreibenden, welche nicht im Besitze einer derartigen Erlaubniß sind, darf eine solche von der Ortspolizeibehörde nicht ertheilt werden.
Ew. Hochwohlgeboren 2c. wollen hiernach die Ortspolizeibehörden mit entsprechender Anweisung versehen.
Der Regierungs-Präfident. Rothe.
An sämmtliche Herrn Landräthe des Regierungsbezirks und den Herrn Polizeidirector hierselbst. J. C. I. Nr. 8150.
* * *
Hersfeld, den 19. Januar 1889.
Wird den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Kenntnißnahme und Nachachtung tunter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 18. Juli 1884 Nr. 10003 (Kreisblatt Nr. 86) mitgetheilt. 403;------—------Der Mufgliche Landrsch
___Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 16. Januar 1889.
Der Ackermann Heinrich Wagner von Goß- mannsrode ist am gestrigen Tage als Vieh- und Fleischbeschauer für die Gemeinden Goßmanns- rode, Reckerode und Rotterterode widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden.
439. Der Königliche Laudrath
Freiherr von Schleinitz.
Polizei-Verordnung.
Auf Grund des §♦ 5 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung in den neuerworbenen Landestheilen, ist mit Zustimmung der Gemeindebehörde folgende für den Bereich der Gemeinde Friedlos gültige Polizei« Verordnung erlassen worden.
Sie hatte während des Winters einmal davon ge« sprachen. Richtig, die grünen Fensterläden waren geschloffen und Magda fort, vielleicht recht weit. Ob ste seiner noch gedachte? Die Mutter hatte sich wohl gar nur deshalb zu der Reise entschlossen, um die Tochter auf andere Gedanken zu bringen und durch neue Eindrücke KurtS Bild verblüffen zu machen. Ja, ja, Frau Rüdiger war eine kluge, feinberechnende Dame.
»Nun wohl," seufzte der Affessor in stch hinein, »die Mehrzahl der Menschen hat ja eine unglückliche Liebe zu verzeichnen, und dre «einige war ein schöner Traum.
Er lächelte schmerzlich, alS er hoch oben a« Himmel die blasse Sichel des Mondes erblickte. Wie kläglich nahm sich daS Nachtgestirn jetzt am lichten Tage aus, so aller Poesie beraubt. ES wirkte geradezu erkältend auf daS Herz.
»So geht's auch mit der Liebe," philosophirte Kurt, »man steht st», lernt stch kenne«, man liebt stch. muß stch trennen. Vorbei — vorbei I"
Und vorbei flog der Wagen an dem kleinen, weißen Haus, vorbei an Wäldern und Wiesen. biS stch endlich Berge aufthürmten und der Assessor seinem Ziele nahe kam. Aber immer schmerzlicher wurden in ihm die Erinnerungen und als der Wagen endlich vor dem Parkthore von Friedas- Ruhe hielt, da kämpfte Kurt mächtig gegen die ausstetgende Rührung.
Sowie er aber den alten treuen Diener erblickte, der gleich nachher am Eingang erschien und thu mit herzlich« Wort« be-rützte, da vermochte er